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Hirschkogel/Amstettner Hütte:
Waldgipfel oberhalb des Skigebiets Forsteralm
Hirschkogel/Amstettner Hütte Abbildung 1
Abb. 1

Das direkt an der oberösterreichisch-niederösterreichischen Landesgrenze am Nordrand der Ybbstaler Alpen zwischen dem Talort Oberland und dem Hirschkogel (1.078 m, Abb. 1), dem Gipfelziel des nachfolgenden Wandertipps, gelegene Skigebiet Forsteralm erfreut sich speziell bei Familien mit Kleinkindern und Skitourengehern großer Beliebtheit. Doch man kämpft – wie früher die Betreiber eines einsamen, inzwischen stillgelegten Skilifts südlich des Nachbarortes Gaflenz – mit den Folgen des Klimawandels. Noch immer findet man den kurzen Weg von der Abzweigung von der Bundesstraße B 121 in Gaflenz zum Ausgangspunkt unserer Wanderung am besten, wenn man den Hinweisschildern mit der Aufschrift „Gasthaus Schilift“ folgt. Unsere Wanderung führt in den Ybbstaler Alpen, die einen Teil der Eisenwurzen bilden, vom GH Stubauer, wie das GH Schilift eigentlich heißt, nicht sehr steil über bewaldetes Gebiet durch das Bürgertal auf den bis zum Gipfel bewaldeten Hirschkogel, wobei der finale Aufstieg auf unserem Gipfel-Rundweg dann aber sehr steil ist. Über teilweise stark abfallendes und oft rutschiges Waldgelände wandern wir auf dem Rückweg zuerst zur Amstettner Hütte. Über den obersten Teil der Forsteralm geht es dann ein wenig aufwärts zurück zum Aufstiegsweg und auf diesem retour zum Ausgangspunkt.

Vom – am unteren Ende der früheren Skipiste stehenden – GH Stubauer (Abb. 2) mit seinem großen Parkplatz (ca. 490 m) geht es zu Beginn auf einer asphaltierten Straße links vom Klinglbach vorbei an Wohnhäusern ungefähr 5 Minuten taleinwärts (Abb. 3) bis zu einer beschilderten Abzweigung wenige Meter vor der Ortsendetafel von Gaflenz Richtung Süden. Wir verlassen links die asphaltierte Straße und gelangen mit wenigen Schritten zur Kapelle Wieden (ca. 520 m, Abb. 4). Am linken Rand einer Wiese geht es hier Richtung Westen, bis wir nach knapp 5 Minuten zu einem netten Häuschen gelangen, bei dem wir – uns geradeaus haltend – in einen von links kommenden Forstweg einbiegen. Zuerst im untersten Teil des Bürgertals (Abb. 5) noch links entlang eines kleinen Bachs, geht es jetzt steil und leicht steinig auf dem Forstweg aufwärts. Nach Querung einer Forststraße wird das ab hier wasserlose Bürgertal nun zusehends enger. Sogar in den Sommermonaten ist die Sonnenscheindauer begrenzt. Unser Forstweg quert nach rund 10 Minuten nochmals die Forststraße, die parallel etwas „ausschweifender“ aufwärtsführt. Danach geht der breite Forstweg im hier beginnenden oberen Bürgertal in einen Waldsteig über und macht eine Rechtswendung. Nachdem wir einen weiteren Forstweg gequert haben, wird unser Richtung Süden nicht allzu steil aufwärtsführender Steig nun ein bisschen steiniger und unter Umständen auch rutschiger. Für diesen Teil könnte man beim Abstieg auf die weiterhin parallel führende Forststraße ausweichen, zu der wir nach rund 10–15 Minuten vom Beginn des Steigs mit ein paar Stufen (Abb. 6) gelangen. Erneut auf einem Forstweg geht es geradeaus Richtung Süden weiter. Kurze Zeit später verlassen wir diesen bei einer Serpentine und setzen unseren mäßig steilen Aufstieg geradeaus auf einem breiten Weg fort. Nach einer Linkswendung Richtung Osten am oberen Ende des Bürgertals und einem etwas steileren Waldstück erreichen wir nach 1,0–1¼ Stunden eine Lichtung (Abb. 7) mit einem eingezäunten Teich (ca. 870 m) und einem frei zugänglichen Rastplatz (Abb. 8).

Jetzt folgt ein steileres Waldstück – zuerst auf einem markierten Steig, der in einen Weg übergeht. Rund 10 Minuten danach öffnet sich das Gelände, wir queren eine steile Lichtung und gelangen nach ca. 5 Minuten mit einer leichten Rechtswendung auf einen fast ebenen und von Sträuchern flankierten Kammweg. Mit einem ersten Blick zu unserem Gipfelziel (Abb. 9) und einem leichten Abwärtsstück – erneut im Waldgelände – gelangen wir ungefähr 30 Minuten vom eingezäunten Teich entfernt zum Südende der Forsteralm (Abb. 10). Auf der hier querenden Forststraße (ca. 965 m) werden wir nach unserer Gipfel-Rundwanderung, die wir hier sofort links – auf einen breiten Weg abzweigend – beginnen, wieder zum Aufstiegsweg zurückkehren. Nach einem etwa 5-minütigen Steilaufstieg kommen wir zu einer Weggabelung, bei der wir uns rechts halten. Sofort danach gibt es einen schönen Aussichtsplatz mit Blick Richtung Westen (Abb. 11) zu den oberösterreichischen Voralpen. Gleich rechts neben dem Aussichtsplatz zweigt links ein deutlich sichtbarer, im Sommer stark verwachsener Pfad (Abb. 12)von unserem breiten Weg ab, in den wir einbiegen und in 10 Minuten sehr steil zum bewaldeten Gipfelkammweg aufsteigen. Auf diesem könnte man rechts zum 1.167 m hohen Gaflenzer Kaibling und dem mit 1.142 m etwas niedrigeren Breitenauer Spitz wandern. Ebenfalls rechts – kaum mehr als 5–10 m entfernt – befindet sich der unmarkierte, höchste Punkt des Hirschkogels (Abb. 13). Daher halten wir uns auf dem Kammweg links und gehen in leichtem Auf und Ab in 2–3 Minuten zum Gipfelkreuz (Abb. 14), das zwar nicht an der höchsten Stelle im Waldgelände steht, dafür kann man auf einer Sitzbank rasten. Für den gesamten Aufstieg, bei dem wir rund 600 Hm bewältigt haben, benötigt man ungefähr 1¾–2,0 Stunden.

Mangels Aussicht – einzig der bewaldete Gipfelkamm (Abb. 15) zurück zur höchsten Stelle des Hirschkogels ist gut überschaubar – wandern wir auf dem Kamm auf einem breiten, markierten Steig Richtung Nordosten leicht absteigend zum oberen Ende der Forsteralm und genießen einen sehr schönen Blick Richtung Norden (Abb. 16) ins Alpenvorland. Erneut im Wald, folgt ein speziell bei nassen Bodenverhältnissen mit Vorsicht durchzuführender Abstieg. Zwar ist der erdige Waldweg breit, aber sehr steil und unter Umständen recht rutschig. Nach ein paar Minuten Abstieg muss man aufpassen, damit man nicht den links abbiegenden, markierten Steig übersieht, auf dem man zu Beginn noch steil zur im Waldgebiet stehenden Amstettner Hütte (Abb. 17) absteigt, die man vom Gipfelkreuz auf dem Hirschkogel nach etwas über 20 Minuten erreicht.

Auf der links führenden Forststraße geht es mit wenigen Schritten zur Forsteralm (Abb. 18) und über diese – vorbei an größeren Almhütten und einem rechts oberhalb des Weges platzierten Kruzifix (Abb. 19) – zu einer Weggabelung, bei der wir uns links halten. Wieder aufsteigend und vorbei an einem weiteren Privatteich (Abb. 20) und einer Almhütte gelangen wir in einer Serpentine zu jener Wegkreuzung, bei der wir vor rund 45–50 Minuten unsere teilweise recht steile Gipfel-Rundwanderung begonnen haben.

Noch weiter leicht ansteigend, kommen wir auf dem Aufstiegsweg zu einer Lichtung mit schönem Blick Richtung Süden (Abb. 21) zum Gaflenzer Kaibling und zum Breitenauer Spitz. Wir setzen unsere Wanderung fort und gelangen zum eingezäunten Teich und zur kurzen Stufenanlage am Beginn des Steigs durch das Bürgertal. Hier könnte man bis zum unteren Ende des Steigs auf der parallel führenden Forststraße verbleiben. Nach einer Serpentine trifft man auf dieser erneut auf den markierten Aufstiegsweg, in den wir rechts einbiegen und über den Forstweg durch das untere Bürgertal zum netten Häuschen (Abb. 22) und zur Kapelle Wieden im Klinglbach-Tal (Abb. 23) absteigen. Von dieser geht es dann Richtung Norden (Abb. 24) auf der asphaltierten Straße in wenigen Minuten talauswärts zum Ausgangspunkt, den man vom Gipfelkreuz des Hirschkogels nach ungefähr 1½–1¾ Stunden erreicht.

HM/Zeit:
Vom Parkplatz des GH Stubauer (GH Schilift) durch das Bürgertal auf dem Direktweg auf den Hirschkogel mit Gegensteigungen beim Auf- und speziell beim Abstieg etwa 650 Hm in ungefähr 1¾–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. über die Amstettner Hütte und die Forsteralm ca. 1½–1¾ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Technisch einfache, kurze, bei der Gipfel-Rundwanderung teilweise aber steile Tour auf der asphaltierten Talstraße, auf Forststraßen und meist gut begehbaren Steigen und Pfaden. Vorsicht beim steilen Abstieg zur Amstettner Hütte. Der Steig durch das obere Bürgertal kann bei nassen, rutschigen Bodenverhältnissen auf der parallel verlaufenden Forststraße umgangen werden.
Highlights:
Schönes, einsames Wandergebiet in den Ybbstaler Alpen mit – leider – nur wenigen Aussichtspunkten
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße 121 (Verbindung von der Kreuzung im Ennstal mit der B 115, die von Steyr (von Westen) nach Hieflau (nach Süden) führt, nach Amstetten (A 1)) bis Gaflenz – auf der halben Strecke zwischen Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich und Weyer in Oberösterreich – fahren. Etwa auf der Höhe der Pfarrkirche, einer Filiale der Raiffeisen-Bank und dem Hotel Juwel im Ortszentrum von Gaflenz die B 121 Richtung Süden verlassen, nach dem Bahnübergang rechts und bei einem Holzlagerplatz links zum GH Schilift abbiegen. Der große Parkplatz beim GH Stubauer (GH Schilift), auf dem man laut Auskunft des Wirtes auch ohne Konsumation parken darf, befindet sich ungefähr 700 m von der Abzweigung von der Bundesstraße entfernt. Nach Gaflenz kann man auch mit Bus und Bahn gelangen.
Einkehr:
GH Stubauer (GH Schilift) beim Ausgangspunkt, Amstettner Hütte, GH in Gaflenz
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°43'37''/47°53'30''
Rechtswert (UTM): 479597 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5304307 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/4203
Herzlichen Dank an unsere Sponsoren: