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Flatzer Wand/Gösing:
Die kleine Schwester der Hohen Wand
Flatzer Wand/Gösing Abbildung 1
Abb. 1

Wenn man am niederösterreichischen Alpenostrand nach etwas herausfordernden Klettersteigen sucht, wird man primär an den Peilstein und an die Hohe Wand denken. Nur wenige Kilometer südlich von dieser gibt es mit der Flatzer Wand ein zwar um vieles kleineres, aber doch feines Klettergebiet. Einige zwar recht kurze, aber teilweise sogar schwierige Klettersteige führen vom kleinen Ort Flatz, der westlich von Ternitz liegt, auf die Oberseite der Wand und von dort weiter zum Neunkirchner Haus. Es gibt aber auch einfachere Alternativen zu den Klettersteigen: Eine davon wählen wir beim nachfolgenden Wandertipp, der von der einzigen Einkehrmöglichkeit unterwegs dann noch auf den Gösing führt. Dort erwartet uns auf einer Rastbank ein grandioser Schneeberg-Blick. Vom Nachbarort von Flatz, St. Lorenzen am Steinfelde, kann man übrigens unser Wandergebiet, das sich im Naturpark Sierningtal-Flatzer Wand (Abb. 1) befindet, wunderbar überblicken.

Der Ausgangspunkt dieser nicht allzu langen Tour liegt beim Kulturhaus Flatz (ca. 460 m), das sich unmittelbar neben dem Feuerwehrhaus am südlichen Ortsrand in der Gösinggasse befindet. Die Gasse entlang geht es Richtung Westen vorbei am Feuerwehrhaus zu einer Kreuzung, bei der wir rechts in die Bründlgasse abbiegen, die uns leicht abwärts zur Flatzer Straße führt. In diese zweigen wir links ab und steigen nun wieder an. An der gleich folgenden Abzweigung, bei der man links zum Parkplatz für den direkten Weg zum Neunkirchner Haus gehen bzw. fahren könnte, wandern wir auf der Straße Richtung Raglitz vorbei. Nach etwas über 100 m zweigt kurz vor dem Ortsende von Flatz links unser blau markierter Weg zur Tropfsteinhöhle, dem Langen Loch, ab. Zuerst eben und dann mit Blick zur über uns liegenden Flatzer Wand (Abb. 2) geht es steiler Richtung Westen in den Wald. Unser breiter Weg wendet sich nach rechts und vereint sich mit dem Weg, der von links kommt. Nach einem angenehm ansteigenden Wegteil wird es bald recht steil. Auf einem Waldsteig marschieren wir zu einer Weggabelung, von der es in rund 5 Minuten geradeaus – zuerst noch vorbei an der Marienhöhle – zu einer kurzen, leiterförmigen Treppe geht, auf der man zum Eingang der Tropfsteinhöhle (Abb. 3) aufsteigt. Achtung: Um die Fledermäuse in ihrem Winterschlaf zu schützen, kann man das Lange Loch (ca. 590 m) nur im Sommer-Halbjahr (April–Oktober) besichtigen. Für die bisherige Tour hat man kaum mehr als 30 Minuten benötigt.

Es geht zurück zur letzten Weggabelung, bei der wir nun rechts abbiegen. Auf dem abschnittsweise sehr steilen, steinigen und auch felsigen, grün markierten Wandsteig geht es jetzt teilweise unter Zuhilfenahme der Hände den Waldhang aufwärts. Aber mit Trittsicherheit sollte die Besteigung, die zum Schluss noch die einfache Überwindung einer Felsenstelle erfordert, kein allzu großes Problem darstellen. Nach etwa 15 Minuten biegen wir links in einen rot markierten Querweg ein. Auf diesem wandern wir– nun kaum mehr ansteigend – an die Oberseite der Flatzer Wand, wo es jetzt schöne Ausblicke nach Osten tief hinunter nach Flatz und von einer schön gelegenen Rastbank (Abb. 4) über das Steinfeld gibt. In einem stetigen Auf und Ab – von links erreichen einige Klettersteige unseren Weg – marschieren wir jetzt Richtung Süden. Kurz nach einem schönen Blick zu unserem späteren Gipfelziel, dem Gösing (Abb. 5), geht es nahe der Abbruchkante steinig (Trittsicherheit und auch Schwindelfreiheit ratsam!) längere Zeit abwärts. Ab der Querung eines schwierigen, gelb markierten Aufstiegsweges, der bei einer weiteren Höhle, dem Flatzer Loch, vorbeiführt, wandern wir nun wieder einfach und kontinuierlich ansteigend zum beliebten Neunkirchner Haus (758 m, Abb. 6), der einzigen Einkehrmöglichkeit unterwegs. Für unseren Aufstieg, bei dem samt Umweg zur Tropfsteinhöhle rund 370 Hm zu bewältigen sind, benötigt man etwa 1¼–1½ Stunden.

Vom Neunkirchner Haus wandert man nun Richtung Süden auf dem breiten und einfachsten, weiterhin rot markierten Hüttenzustieg in rund 10–15 Minuten abwärts zum Flatzer Anger (Abb. 7), bei dem mehrere Wege zusammenkommen. Wir gehen geradeaus,verlassen nach wenigen Metern die Forststraße und biegen rechts in einen breiten Weg ab. Auf diesem geht es jetzt zuerst Richtung Süden und dann nach Westen gemütlich durch wunderschönes Waldgebiet aufwärts. Am Ende des breiten Weges geht dieser in einen Waldsteig über und führt Richtung Südosten – nun wieder etwas steiler – den Gösing aufwärts. Nach der Querung eines ebenfalls zu Ende gehenden breiten Weges gibt es die Möglichkeit, den rot markierten Waldsteig rechts zu verlassen und die wenigen Schritte zum Schneeberg-Bankerl (Abb. 8) zu gehen, von dem man einen grandiosen Blick zum höchsten Berg Niederösterreichs (Abb. 9) hat. Von hier marschieren wir bergwärts rasch wieder zum rot markierten Steig und auf diesem zum neu aufgestellten Gipfelkreuz (Abb. 10) an der höchsten Stelle des Gösings (898 m), die sich im Waldgebiet befindet. Für den Weg vom Neunkirchner Haus benötigt man etwa 40–45 Minuten; für den gesamten Aufstieg von Flatz, bei dem man inklusive des Umwegs zur Tropfsteinhöhle und vieler Gegensteigungen knapp 550 Hm bewältigen muss, etwa 2,0–2¼ Stunden.

Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt gehen wir auf dem rot markierten Steig weiter – zuerst kurz Richtung Westen, dann absteigend Richtung Norden, bis man nach etwa 5–10 Minuten zu einem breiten Querweg kommt. In diesen biegen wir rechts ein, verlassen ihn aber bald links wieder, auf einen Steig abzweigend. Nach der Querung einer Forststraße geht es gemütlich absteigend durch schönes Waldgebiet (Abb. 11). Nach etwa 30 Minuten vom Gipfel – kurz nach einer weiteren Forststraßen-Querung – erreichen wir beim Waldsattel zwischen Gösing im Westen und dem sich vor uns befindlichen Schönbühel im Osten wieder eine Forststraße. Hier verlassen wir bei einer Wegkreuzung unseren rot markierten Abstiegsweg und wandern geradeaus und eben auf der nicht markierten Forststraße weiter.

Diese biegt nach knapp 100 Metern links ab, wir wandern geradeaus auf breitem Weg links am Schönbühel vorbei. Nach einer sehr kurzen Gegensteigung wandern wir wieder abwärts zu einer Weggabelung, wo von links ein blau markierter Weg auf unseren zu unserem stößt. Wir biegen rechts in diesen ein, wandern Richtung Osten auf einer Art Hohlweg weiter abwärts, queren eine Forststraße und verlassen bei der nächsten Forststraßen-Querung den blau markierten Weg. Wir biegen links in eine Forststraße ein und wandern rund 50 Meter leicht abwärts. Hier können Ortskundige bzw. Wanderer mit ausgeprägtem Orientierungssinn die Forststraße rechts verlassen und in rund 10 Minuten auf einem nicht markierten, leicht verwachsenen Steig zu einem gelb markierten Querweg absteigen. Wir biegen hier links in diesen ein und wandern auf diesem breiten Waldsteig fast eben zu zwei Wegkreuzungen. Bei der zweiten, bei der der gelb markierte Weg eine Forststraße quert, muss man ein wenig aufpassen: Wir biegen rechts auf die Forststraße ab, verlassen diese aber nach wenigen Schritten links wieder. Auf einem schmalen Steig geht es jetzt – wieder etwas steiler – hinunter zum Feuerwehrhaus von Flatz, wobei es noch kurz davor am Ortsrand einen schönen Blick zur Flatzer Wand (Abb. 12) zu genießen gibt. Vorbei am Feuerwehrhaus marschieren wir links zum Kulturhaus, das man nach etwa 1,0–1¼ Stunden vom Gösing erreicht.

HM/Zeit:
Vom Kulturhaus Flatz mit Umweg zur Tropfsteinhöhle, vorbei am Neunkirchner Haus auf den Gösing mit zahlreichen Gegensteigungen etwa 550 Hm in ca. 2,0–2¼ Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 1,0–1¼ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
März–Dezember
Anforderungen:
Kurze, technisch unschwierige Tour, die aber beim Aufstieg über den Wandsteig und teilweise auf dem Weg oberhalb der Flatzer Wand Trittsicherheit bzw. auch Schwindelfreiheit erfordert. Beim Abstieg vom Gösing gibt es unmarkierte Wegteile, bei denen guter Orientierungssinn hilfreich ist.
Highlights:
Schöne Blicke vom Weg oberhalb der Flatzer Wand und vom Schneeberg-Bankerl auf dem Gösing, Tropfsteinhöhle Langes Loch (geöffnet von Anfang April bis Ende Oktober), schönes Waldgebiet
Anfahrt:
Auf der Schnellstraße S 6 (Verbindung A 2 nach Bruck an der Mur) bis Abfahrt Neunkirchen und auf der Zufahrtsstraße bis zur Kreuzung mit der Bundesstraße B 17, hier rechts abbiegen und ca. 1,3 km Richtung Neunkirchen bis zur dritten Ampel, bei dieser links Richtung Puchberg/Schneeberg abzweigen und etwa 1,7 km Richtung Ternitz fahren, kurz nach einem beschrankten Bahnübergang rechts nach Flatz abbiegen. Auf der Straße durch Mahrersdorf (rechts-links Kombination) und weiter nach Flatz (ca. 3,0 km von der letzten Abzweigung). Bei der ersten Möglichkeit nach dem Ortsbeginn links Richtung Kulturhaus Flatz in den Faltenweg abzweigen. Nach etwa 100 m rechts in die Gösinggasse abbiegen und in der breiten Gasse, bevor man zum rechts stehenden Kulturhaus/Feuerwehrhaus kommt, einen Parkplatz suchen. Im Ort gibt es auch eine Busstation.
Einkehr:
Neunkirchner Haus, Waldbauer (mit Umweg)
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 16°01'13''/47°44'29''
Rechtswert (UTM): 576490 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5288085 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/5207 und 4212
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