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Mittagsfluh/Liegstein:
Ein imposanter Blick nach unten
Abb. 1
Der Mittagsfluh (Abb. 1) ist auf Grund seiner mit 1.637 Metern eher geringen Höhe nicht unbedingt der tollste Aussichtsberg im Bregenzerwald, aber es gibt doch einen guten Grund, den Hausberg der Gemeinde Au zu besteigen: Etwas westlich des eigentlichen Gipfels liegt der so genannte Liegstein (ca. 1.600 m), eine kleine Erhebung, von der man einen großartigen Blick von etwa 800 Metern die senkrechten Felswände abwärts in den Bregenzer Ach-Durchbruch zwischen Mittagsfluh und Kanisfluh, der auf der anderen Seite gut sichtbar ist, genießen kann. Ob der Name Liegstein sich davon ableitet, dass man den Blick nach unten besser liegend und sicherheitshalber nicht stehend wagt, ist dem Verfasser nicht bekannt.

Ausgangspunkt dieser Tour ist die kleine Kirche von Rehmen (824 m), einem östlichen Ortsteil der Bregenzerwald-Gemeinde Au. Über eine schmale Ortsstraße geht es in ca. 10 Minuten hinauf zum Hotel "Am Holand", das früher ein bekanntes Gasthaus war und nun ausgebaut nur noch Hotelgästen zur Verfügung steht. Schon von der Hotelterrasse hat man nach Süden einen großartigen Blick Richtung Zitterklapfen (2.403 m, Abb. 2). Etwas oberhalb des Hotels gelangt man auf einen breiten Waldweg, auf den man links einbiegt. Kurz über freies Gelände wird der Weg schmäler und mündet in einen Wald. Nach einem kurzen ebenen Stück führt der Steig über einen Bach und weiter mit Hilfe von künstlich angelegten Stiegen steil hinauf zu einer Weggabelung. Wir halten uns rechts, wobei der weitere Steig über viele Baumwurzeln steil aufwärts führt. Dann öffnet sich das Gelände und man gelangt auf eine Alm. Zuerst wird es nochmals steiler, dann erreichen wir nach etwas über einer Stunde Wegzeit, in der man ca. 380 Hm (Höhenmeter) bewältigt hat, wieder auf einem breiten Weg den Hof Wika (ca. 1.200 m). Nun geht es auf dem breiteren Weg eher gemütlich aufwärts zur Unteren Stoggen-Alm und weiter etwas abwärts zu einer Brücke, auf der man den Rehmenbach überquert. Kurz zurück in südlicher Richtung stößt man auf einen vom Tal aufwärts führenden breiten Weg, auf den man rechts einbiegt.

Nun geht es wieder steil aufwärts, rechts öffnet sich ein schöner Blick auf den steilen, großteils grasbewachsenen Diedamskopf (2.090 m, Abb. 3), auf dessen Gipfel eine Seilbahn führt. Nach ca. 20-25 Minuten von der Brücke erreicht man einen Sattel und ein wunderschönes Almgebiet mit Blick zu den nördlich gelegenen Gipfeln des Bregenzerwaldes (Abb. 4). Wir halten uns nun links und nach etwa 5 Minuten steht man vor der Sattelegg-Alm (1.430 m, Abb. 5), in der man in den Sommermonaten frische Milch und Erfrischungsgetränke genießen kann.

Weiter geht es im offenen Gelände mäßig aufwärts, rechts vorbei am felsigen Aufbau des
"Auf der Platte" (1.555 m) zur Unteren Sattel-Alm (1.460 m). Nun wird der Weg wieder steiler, es geht vorbei an Felswänden, einer Abzweigung und in Serpentinen hinauf zur Oberen Sattel-Alm (ca. 1.520 m). Wieder etwas flacher geht es über die Alm rechts (nördlich) am Gipfelaufbau des Mittagsfluh entlang zur nächsten Weggabelung. Hier muss man sich entscheiden, ob man in. 15-20 Minuten die letzten ca. 60-70 Hm zum höchsten Punkt aufsteigt oder gleich zum Liegstein weitergeht. Diesen Abstecher sollte man auf jeden Fall machen (Wegzeit: etwa 10 Minuten, ca. 30-40 Hm), denn die Blicke hinunter zur Bregenzer Ache (Abb. 6) und zum gegenüberliegenden Kanisfluh (Abb. 7), aber auch Richtung Argenbachtal und Damüls (Abb. 8) lohnen sich auf jeden Fall. Egal, welche Entscheidung man getroffen hat, für den Aufstieg über die Sattelegg-Alm sollte man für die etwa 850 Hm mit Gegensteigungen ca. 3,0-3½ Stunden einplanen.

Für den Abstieg geht es mit einem schönen Blick zum Diedamskopf (Abb. 9) wieder zurück zur letzten Weggabelung und vorbei an der Oberen Sattel-Alm zur Abzweigung kurz vor der Unteren Sattel-Alm (ca. 30 Minuten). Familien mit kleineren Kindern sollten eher den Aufstiegsweg wählen, dann aber nicht über die Rehmenbach-Brücke, sondern weiter Richtung Au bis Berbigen Vorsäß absteigen, wo sich die beiden Abstiegsvarianten treffen. Denn der abzweigende, wesentlich kürzere Weg führt zuerst steinig im Wald und weiter über Wiesen immer sehr steil abwärts. Kurz bevor die beiden Abstiegsvarianten wieder aufeinandertreffen, passiert man die kleine, moderne Schutzengel-Kapelle (Abb. 10), die man auf jeden Fall kurz besuchen sollte. Für die längere, gemütlichere Abstiegsvariante sollte man rund 1 Stunde, für die kürzere, steile etwa 35 Minuten berechnen.

Weiter geht es gemeinsam auf einer asphaltierten Straße vorbei an einigen Höfen immer Richtung Rehmen. Nach etwa 30 Minuten, man hat inzwischen bewaldetes Gebiet erreicht, zweigt ein Weg in Richtung "Holand" ab, den aber Familien mit kleineren Kindern aus Sicherheitsgründen nicht begehen sollten. Diese sollten weiter auf der Straße nach Rehmen absteigen. Trittsichere Wanderer steigen zum Wasserfall des Rehmenbaches (Abb. 11) ab. Wer hier weiter Richtung Ausgangspunkt wandert, quert knapp oberhalb des Wasserfalls den Bach und muss steil etwa 30-40 Hm über Stiegen wieder aufsteigen und gelangt wieder auf den Aufstiegsweg. Über den Waldsteig steil hinunter erreicht man in weiterer Folge schon bald das Hotel "Am Holand" und die Kirche von Rehmen. Für die "familienfreundliche" Abstiegsvariante, die größtenteils über den Aufstiegsweg führt, sollte man ca. 2½-3,0 Stunden, für den direkten, steilen Abstiegsweg 2,0-2½ Stunden einplanen.
HM/Zeit:
Von der Pfarrkirche in Rehmen (östlich gelegener Ortsteil von Au im Bregenzerwald) etwa 850 Hm mit Gegensteigungen in 3,0-3½ Stunden (Aufstieg) und für die "familienfreundliche" Abstiegsvariante, die größtenteils über den Aufstiegsweg führt, sollte man ca. 2½-3,0 Stunden, für den direkten, steilen Abstiegsweg 2,0-2½ Stunden (zusätzliche Gegensteigung von ca. 35 Hm) einplanen.
Zeitraum:
April-November
Anforderungen:
Weder anstrengende noch lange und technisch größtenteils einfache Tour auf meist gut markierten, aber teilweise steilen Wegen und Steigen (beim Abstieg). Vorsicht beim Liegstein, dort sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich. Vorsicht auch beim Wasserfall des Rehmenbaches;
Highlights:
Blick vom Liegstein abwärts in den Bregenzer Ach-Durchbruch zwischen Mittagsfluh und Kanisfluh; die schönen Almen des Bregenzerwaldes;
Anfahrt:
Auf der B 200 (Verbindung Dornbirn - Warth) Richtung Au im Bregenzerwald. Der Ortsteil Rehmen liegt nördlich der Bundesstraße zwischen Au und Schoppenau. Die deutlich sichtbare Kirche von Rehmen liegt leicht erhöht im Zentrum.
Einkehr:
Sattelegg-Alm, Gasthäuser in Rehmen und in Au;


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