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Speiereck:
Im Zentrum der Ostalpen
Abb. 1
Der westliche Teil des Salzburger Lungaus bildet die Nahtstelle der Hohen Tauern im Westen, mit den Niederen Tauern (Radstädter Tauern und Schladminger Tauern) im Norden und Osten sowie mit den Nockbergen im Süden. Damit ist der Lungau, der geografisch mitten in Österreich liegt, auch innerösterreichisches Grenzland: umgeben vom Salzburger Pongau im Nordwesten, der Steiermark im Norden und Osten und von Kärnten im Süden. Vom 2.411 Meter hohen Speiereck (Abb. 1), das nördlich des Verkehrsknotenpunktes St. Michael im Lungau liegt, hat man einen prächtigen Rundblick in die drei genannten Teile der Ostalpen.

Die nachfolgend beschriebene Tour ist in der vollen Länge zwar technisch nicht schwierig, aber nur für konditionsstarke Bergwanderer zu empfehlen. Durch zahlreiche Variationsmöglichkeiten, auch unter Benützung der beiden auch im Sommer in Betrieb befindlichen Lifte, der Großeckbahn von Mauterndorf bzw. der Sonnenbahn von St. Michael im Lungau, besteht auch für nicht so konditionsstarke Wanderer die Option einer lohnenden Bergtour.

Am nördlichen Rand, oberhalb der Kirche von St. Michael im Lungau (1.075 m, Abb. 2) starten die meisten Wanderwege ins Speiereck-Gebiet, so auch der Weg Nr. 5. Dieser führt gleich steil durch einen Wald und ein Quellschutzgebiet aufwärts. Weiter geht es recht abwechslungsreich, bis man nach rund 2,0–2½ Stunden knapp oberhalb der Waldgrenze die im Sommer bewirtschaftete Speiereckhalterhütte (Abb. 3) auf 1.933 m erreicht. Von hier bietet sich erstmals ein Blick auf den rund 500 Hm über der Hütte liegenden, steilen und grasbewachsenen Gipfelaufbau (Abb. 4), aber auch auf die östlichen Hohen Tauern mit der Hafnergruppe. Der weitere Anstieg auf dem meist blau markierten Weg Nr. 5 ist nun teilweise sehr steil und etwas mühsam. Besonders an sonnigen Sommertagen ist es ratsam früh aufzubrechen. Wer sich die Plage des weiteren Aufstiegs ersparen möchte, kann über einen der Variantenwege wieder nach St. Michael absteigen oder über den fast ebenen Weg Nr. 6 die Tour zur Peterbauernalmstube, die aber im Sommer nur bei Liftbetrieb der Sonnenbahn geöffnet ist, und dann weiter zur Trogalm und nach Mauterndorf fortsetzen.

Wer sich aber für den Gipfelsieg am Speiereck entschieden hat (für den Aufstieg von der Speiereckhalterhütte zum Gipfelkreuz (Abb. 5) benötigt man rund 1,0–1½ Stunden), dem bietet sich ein phantastisches Alpenpanorama. Um nur einige der Gipfel, die man von hier bewundern kann, zu nennen: Hafner, Hochalmspitze und Ankogel in den Hohen Tauern (Abb. 6), Richtung Dachstein im Norden (Abb. 7), Hochgolling und Preber (Abb. 8) in den Niederen Tauern sowie Eisenhut und Großer Königsstuhl in den Nockbergen im Süden.

Wer wieder direkt zum Ausgangspunkt nach St. Michael im Lungau absteigen will, wählt am besten die Abstiegsroute auf dem Weg Nr. 5. Unsere Wanderung wird aber mit einem Abstieg nach Mauterndorf zu einer netten Rundtour: Vom Gipfel geht es in nördlicher Richtung zuerst über Geröll und in weiterer Folge über Blockwerk. Dieses ist mit etwas Vorsicht zu überqueren, doch hat man das geschafft, geht es auf einem breiten Wiesenweg (Nr. 745) in einem weiten Bogen abwärts zum Großeck (2.072 m, Abb. 9) und zur Speiereckhütte (2.066 m, Abb. 10). Viele Liftanlagen, die fast ausschließlich im Winter in Betrieb sind, und ein überdimensionaler Funkturm samt Sender tragen hier leider nicht unbedingt zur Schönheit dieser Almlandschaft bei. Schöner ist da der Blick hinauf zum Gipfel des Speierecks (Abb. 11) und der Panoramablick hinunter in den Lungau (Abb. 12). Über eine steile Wiese geht es abwärts zur Bergstation (1.960 m) der Großeckbahn. Wer sich den steilen Abstieg durchs Waldgebiet sparen will, kann von hier schnell und bequem nach Mauterndorf mit dem Lift abfahren. Wer sich zu Fuß bewegen möchte, steigt zur Trogalm und am Weg Nr. 4 nach Mauterndorf ab.

Für den gesamten Abstieg (rund 1.250 Hm) vom Gipfel des Speierecks nach Mauterndorf benötigt man ca. 2½–3,0 Stunden. Noch ein Tipp: Planen Sie bereits im Voraus Ihren Transfer von Mauterndorf wieder zurück nach St. Michael. Eine Postautobuslinie gibt es zwar, der Fahrplan wird aber nicht immer eingehalten. Übrigens liegt auf halber Strecke zwischen den beiden Lungauer Gemeinden nahe der Bundesstraße B 99 Schloss Moosham, das im Rahmen einer Führung auch besichtigt werden kann.
HM/Zeit:
Von St. Michael im Lungau über die Speiereckhalterhütte auf das Speiereck (ca. 1.350 Hm) in ca. 3,0–4,0 Stunden. Für den direkten Abstieg nach St. Michael im Lungau benötigt man ca. 2½ Stunden, für den Abstieg nach Mauterndorf (ca. 1.250 Hm) rund 2½–3,0 Stunden.
Zeitraum:
Mai-Oktober
Anforderungen:
Technisch zwar einfache Tour – Vorsicht nur beim Blockwerk im Gipfelbereich des Speierecks beim Abstieg Richtung Mauterndorf –, aber auf Grund der Hm und der Länge speziell der gesamten Rundtour (St. Michael im Lungau-Speiereck-Mauterndorf) mit ca. 6½–7,0 Stunden nur für konditionsstarke Bergwanderer geeignet! Im Sommer sind nur die Großeckbahn von Mauterndorf (Talstation nahe der B 99 1–2 km außerhalb von Mauterndorf in Richtung Obertauern) bzw. die Sonnenbahn von St. Michael im Lungau in Betrieb. Rückkehr von Mauterndorf nach St. Michael im Lungau bereits vorher planen!
Highlights:
Rundblick speziell vom Gipfel des Speierecks zu den Hohen und Niederen Tauern sowie den Nockbergen. Panoramablick über fast den gesamten Lungau; Schloss Moosham;
Anfahrt:
Nach St. Michael im Lungau über die Tauernautobahn Salzburg–Villach (A 10), den Radstädter Tauernpass (von Norden) bzw. den Katschberg (von Süden) auf der B 99 oder über die B 97 und weiter über die B 95 bzw. B 96 von Murau/Tamsweg (Osten). Der Ausgangspunkt der Tour befindet sich etwas oberhalb der Pfarrkirche von St. Michael im Lungau.
Einkehr:
Speiereckhalterhütte (beim Aufstieg von St. Michael im Lungau), Speiereckhütte und die Bergstation der Großeckbahn (bei Abstieg nach Mauterndorf), Peterbauernalmstube (bei verkürzter Tour – ohne Gipfelanstieg auf das Speiereck – von der Speiereckhalterhütte nach Mauterndorf), Trog Alm;
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°38'20''/47°05'58''
Rechtswert (UTM): 396720 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5217125 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3229 und 3230


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