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Kampstein:
Familien-Erlebnisweg im nördlichen Wechselland
Abb. 1
Das Wechselland mit seinen ausgedehnten Almlandschaften eignet sich ideal für Familienwanderungen. Das haben auch die Tourismus-Verantwortlichen von St. Corona am Wechsel, einem malerisch über dem Feistritztal gelegenen Wallfahrtsort, entdeckt und einen mit lustigen Tierdarstellungen aufgelockerten, auch für kleinere Kinder geeigneten Wanderweg rund um den Kampstein (Abb. 1) geschaffen. Eine sicherlich zukunftsweisende Initiative, denn der kleine Wallfahrtsort hat – und das bemerkt man gleich auf den ersten Blick – schon bessere Zeiten gesehen.

Der Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Wanderung befindet sich genau gegenüber der Wallfahrtskirche (Abb. 2) im Ortszentrum von St. Corona am Wechsel. Auf der bergwärts führenden Ortsstraße geht es wenige Meter hinauf zu einem auf Grund des großen Angebotes „etwas verwirrenden“ Wegweiser. Wer es lieber einfacher hat, zweigt links ab, wandert die steile, asphaltierte Straße etwa 5 Minuten bis zur rechts abzweigenden Forststraße aufwärts und geht dann auf dieser – nur mehr leicht ansteigend – etwa 5–7 Minuten bis zur nächsten Weggabelung, bei der auch der etwas steilere Weg aus dem Ortszentrum in die Forststraße einbiegt. Dazu wandert man bei dem „etwas verwirrenden“ Wegweiser rechts und biegt nach knapp 100 Metern links auf einen unmarkierten Weg ab, der ebenfalls steil durch Waldgebiet zur Forststraße führt. Welche Variante man auch wählt, man zweigt auf jeden Fall bei der sich nach einer Links-Kurve befindlichen Wegkreuzung links Richtung Gasthof „Orthof“ ab. Zunehmend steiler führt diese Forststraße aufwärts, wobei sich nach einigen Minuten der Blick Richtung Osten öffnet. Kurz bevor unser Forstweg wieder in eine asphaltierte Zufahrtsstraße mündet, passiert man eine weitere Weggabelung, bei der wir am Rückweg wieder auf den Aufstiegsweg treffen werden. Vorbei am links gelegenen Parkplatz, der oft auch für Wanderungen auf den Kampstein benützt wird, erreicht man nach etwa 30 Minuten den Orthof (1.006 m).

Weiter aufwärts geht es nun auf einem breiten, nur mäßig steilen Forstweg. Man passiert einige Weggabelungen (nach Unternberg und St. Peter jeweils links) und einen rechts vom Weg liegenden, lauschigen Mini-Wasserfall (Abb. 3). Bei einer scharfen Rechtskurve wendet sich der bisher stets nach Süden führende Weg für kurze Zeit nach Westen, bis man wieder eine Weggabelung erreicht. Dort geht man wieder links und Richtung Süden, dann steht man nach etwa 55–60 Minuten von St. Corona am Wechsel vor dem zumindest im Sommer geschlossenen Berghaus Anni (ca. 1.130 m). Nun weiter auf einem grasbewachsenen Steig und in weiterer Folge leicht ansteigend eine breite Skiwiese mit Blick Richtung Buckliger Welt (Abb. 4) querend, gelangt man wieder in Waldgebiet. Nun steiler ansteigend, wird zuerst eine alte Lifttrasse und etwas weiter oben eine Forststraße gequert. Nach einigen weiteren Höhenmetern zweigen wir links in einen steilen und steinigen Hohlweg ab, der uns hinauf zu einem Querweg führt, in den man links einbiegt. Nun geht es kurz die längliche Waldlichtung entlang, dann folgt nochmals ein steiniges Steilstück, bis man eine weitere Forststraße erreicht, in die man links einbiegt und in 5 flachen Gehminuten das Herrgottschnitzerhaus (1.318 m, Abb. 5) erreicht, das in älteren Plänen noch Franz-Kaupe-Haus genannt wird. Für den bisherigen Anstieg, bei dem man etwas über 470 Hm bewältigt hat, sollte man etwa 1½–1¾ Stunden einplanen.

Vom Herrgottschnitzerhaus biegt rechts der Gipfelweg auf den Kampstein ab. Zunehmend steiler und auch steiniger führt dieser breit in Richtung Westen. Erst weiter oben wendet sich der Weg nach links und wird auch um vieles flacher. Zuletzt wieder Richtung Westen unterwegs, erreicht man nach fast genau 30 Minuten vom Herrgottschnitzerhaus (ca. 2,0–2¼ Stunden vom Ausgangspunkt, insgesamt ca. 620 Hm) das auf einem Felsen und am südlichen Rand einer Waldlichtung stehende Gipfelkreuz des Kampsteins (1.467 m, Abb. 6).

Zum Abstieg wandert man weiter Richtung Westen und schon bald öffnet sich das Gelände. Am rechten Rand einer großen Almwiese und entlang eines Zaunes führt unser nun kaum mehr steiniger Weg leicht abwärts. Immer besser ist dabei im Südwesten der um einiges höhere Hochwechsel (1.743 m, Abb. 7) zu sehen. Beim Betreten einer vor uns liegenden Almwiese öffnet sich dann der Blick zum nächsten Ziel, der Kampsteiner Schwaig (1.400 m, Abb. 8), zu der man bereits nach etwa 15–20 Minuten vom Gipfel gelangt. Wenige Meter vor der großen Schutzhütte setzen wir mit einem Richtungswechsel um 180° nach rechts unsere Wanderung fort. Im Norden ist von hier die mächtige Berggestalt des Schneebergs (Abb. 9) gut sichtbar und bei unserer Wanderung zurück zum Ausgangspunkt kann man kurz nochmals den waldigen Gipfelaufbau des Kampsteins (Abb. 10) bewundern. Wieder im Wald führt unser breiter Weg, der etwas später in eine Forststraße mündet, jetzt nur mäßig steil abwärts. Zwei Attraktionen – jeweils am linken Wegrand – sorgen hier dafür, dass es beim etwas eintönigen Wandern auf 3 Meter breiten Wegen und Forststraßen nicht zu langweilig wird: Zuerst begegnet man dem „Antrittsstein“ (Abb. 11), welcher der Legende nach den heute rot eingefärbten Fußabtritt des Hl. Wolfgang, der hier Ende des 10. Jahrhunderts gewirkt haben soll, darstellt. Wenige Schritte weiter können Kinder den „Barfußweg“ ausprobieren.

Rund 30 Minuten von der Kampsteiner Schwaig passiert man in etwa 100 Meter Entfernung die Almrauschhütte (1.216 m), die sich früher neben der Bergstation des Sesselliftes, der von St. Corona am Wechsel hier heraufführte, befunden hat. Doch das ist Teil der traurigen Entwicklung des Wallfahrtsortes, die Bergbahn ist nicht mehr in Betrieb und die Anlage wird Stück für Stück abgetragen. Nun etwas steiler und mit Hilfe von langgezogenen Serpentinen führt die Forststraße weiter abwärts. Nach etwa 15–20 Minuten kann man – wenn man will – auf Höhe eines Wasserbehälters die „fade“ Forststraße verlassen. Dazu zweigt man zuerst rechts auf einen weiteren breiten Abstiegsweg zum Wallfahrtsort und dann sofort wieder links auf einen steiler und steiniger abwärts führenden Waldweg ab. In weiterer Folge führt dieser am rechten oberen Rand einer größeren Lichtung weiter abwärts, wobei das etwas erhöht liegende und über wenige, steile Steinstufen zu erklimmende „Schneebergblick-Bankerl“ zu einer kurzen Rast einlädt. Schon kurz danach erreicht man knapp unterhalb des Gasthofes Orthof wieder den Aufstiegsweg und steigt auf diesem weiter Richtung St. Corona am Wechsel ab. Wenn man zuletzt nicht den sehr steilen Waldweg, sondern die etwas längere Wegvariante zuerst über die Forst- und dann die Ortsstraße wählt, kann man noch ein paar schöne Blicke zum Wallfahrtsort (Abb. 12) genießen. Egal, welche Abstiegsvariante man wählt – auch im unteren Teil über die Forststraße, nicht vorbei am „Schneebergblick-Bankerl“ und über den Aufstiegsweg Richtung Gasthof Orthof –, man sollte für die Rückkehr vom Kampstein nach St. Corona am Wechsel etwa 1¾–2,0 Stunden einplanen.

Kurz noch ein Hinweis: Nur Ortskundige sollten beim vorhandenen dichten Netz an Forststraßen, Wanderwegen und Steigen die vielen sich bietenden, unmarkierten Wegoptionen und Abkürzungen nützen! Der „Familien-Erlebnisweg“ rund um den Kampstein ist dank vieler netter Hinweistafeln gut und sicher begehbar.
HM/Zeit:
Von St. Corona am Wechsel über das Herrgottschnitzerhaus auf den Kampstein rund 620 Hm in 2,0–2¼ Stunden (Aufstieg) bzw. über die Kampsteiner Schwaig rund 1¾–2,0 Stunden (Abstieg);
Zeitraum:
März–November
Anforderungen:
Nicht allzu lange und einfache, familiengerechte Wanderung auf Forststraßen, breiten Wegen und gut begehbaren Steigen; nur wenige Stellen sind etwas steiler und steiniger;
Highlights:
Blick zum Hochwechsel und zum Schneeberg, der Wallfahrtsort St. Corona am Wechsel, der Familien-Erlebnisweg
Anfahrt:
Von Norden (Großraum Wien) über die Südautobahn A2 bis Abfahrt Edlitz und weiter auf der Bundesstraße B 54 ca. 3 km bis zur Abzweigung ins Feistritztal, weiter auf einer Landesstraße ca. 9,0 km westlich bis Kirchberg am Wechsel, dort links abzweigen und etwa 5,0 km hinauf bis St. Corona am Wechsel; Von Süden (Steiermark und Südburgenland) über die Südautobahn A2 bis Abfahrt Aspang und weiter talwärts bis Aspang-Markt, dort auf einer Landesstraße ca. 8,0 km Richtung Nordwesten bis St. Corona am Wechsel; Neben der Wallfahrtskirche von St. Corona am Wechsel befindet sich ein kleiner Parkplatz.
Einkehr:
GH Orthof, Herrgottschnitzerhaus, Kampsteiner Schwaig, Almrauschhütte, Gasthöfe in St. Corona am Wechsel
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 16°00‘30‘‘/47°35‘10‘‘
Rechtswert (UTM): 575830 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5270820 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/5213 und 4218


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