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Buchberg Kogel:
Überraschendes Highlight mitten in der Hochschwab-Region
Abb. 1
Oft sind es in der Hochschwab-Region gar nicht die höchsten Gipfel, die man bezwingen muss, um die eindrucksvolle Landschaft bewundern zu können: Eine Tour auf den zu Unrecht seltener bestiegenen, "nur" 1.700 Meter hohen Buchberg Kogel (Abb. 1) kann sogar erfahrene Hochschwab-Wanderer überraschen. Denn vom höchsten Punkt sind viele der wesentlich bekannteren Gipfel der Region fast zum Greifen nahe. Ein weiterer Höhepunkt auf dieser Wanderung, deren Ausgangspunkt der Alpengasthof Bodenbauer (884 m) ist, ist am Aufstiegsweg der Besuch des Joser Sees.

Gleich bei der ersten Weggabelung, die sich unmittelbar hinter dem "Hochschwabmuseum" beim Alpengasthof Bodenbauer befindet, zweigt man links Richtung Joser See ab. Zuerst über eine Wiese und anschließend durch ein Waldstück mündet unser Weg nach rund 5–10 Minuten in eine Forststraße (Weg Nr. 839), auf der sich schon bald der Blick zur mächtigen Meßnerin (1.835 m) öffnet. Kurz bevor man das alte Elisenheim (947 m) passiert, beginnt der bisher ebene Weg rechts neben dem Joser Bach mäßig anzusteigen. Nach dem Überschreiten einer Brücke über den Joser Bach wird im schmäler werdenden Tal die Forststraße jetzt etwas steiler. Wenige Schritte nach und etwas oberhalb einer Weggabelung, bei der man auf der geradeaus führenden Forststraße bleibt, zweigt in einer Linkskurve ein Steig ab, der in wenigen Minuten zur Heinzler Alm (ca. 1130 m, ca. 60 Minuten vom Alpengasthof Bodenbauer) führt. Wir halten uns bei Erreichen einer weiteren Forststraße im offenen Almgelände links und dann gleich wieder rechts. Auf einem steilen, etwas steinigen Steig geht es die Schafmauer vor Augen zur Joser Alm (Abb. 2). Weiter über eine Wiese und ein kurzes Waldstück leicht aufwärts, wird nochmals auf einer kleinen Brücke der Joser Bach (1.200 m) gequert. Auf einer Forststraße, in die man links einbiegt, geht es dann in weniger als 5 Minuten zum idyllisch unterhalb der Schafmauer gelegenen Joser See (1.228 m, Abb. 3), den man nach rund 1¼–1½ Stunden und ca. 350 bewältigten Höhenmetern (Hm) vom Alpengasthof Bodenbauer erreicht. Erfahrene Bergsteiger können mit ein paar kleinen Klettereinlagen von hier direkt auf den Buchberg Kogel aufsteigen.

Doch es empfiehlt sich auf der Forststraße zurück zu kehren, nicht aber zur Joser Alm abzusteigen, sondern auf der ebenen, aber unmarkierten Forststraße zu bleiben. Nach rund 15–20 Minuten bei einer größeren Waldlichtung und einer Links-Kurve mit einem letzten, schönen Blick zur Messnerin (Abb. 4) beginnt die Forststraße nun leicht abwärts zu führen. Beim nun folgenden Wegstück sollte man unbedingt die sich immer wieder bietenden Ausblicke zum Talboden, zu den imposanten Felsformationen der Hochschwab-Region und speziell zum vor uns stehenden Zinken (Abb. 5) bewundern. Rechts oberhalb kann man kurz vor der Kreuzung mit dem direkten Aufstiegsweg (Weg Nr. 840) vom Alpengasthof Bodenbauer zur Häuslalm, die man nach rund 35–45 Minuten vom Joser See erreicht und die sich knapp unter der 1.100-Meter-Marke befindet, unser Ziel, den Buchberg Kogel (Abb. 6), erblicken. Man kann an dieser Wegkreuzung nun gleich wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren oder man zweigt links Richtung Häuslalm ab. Zuerst steil, dann über viele Baumwurzeln etwas flacher und zuletzt wieder steiler und auch steiniger, steigt man rund 100 Hm zur nächsten Forststraßen-Querung auf.

Nun folgt mit dem Durchwandern eines dichten Lärchenwaldes ein kurzes Intermezzo, gefolgt von der Überwindung einer Steilstufe mit Hilfe einer langgezogenen Serpentine. Der immer noch recht breite Steig ist voller Geröll, ist aber, da das Gelände jetzt nicht mehr zu steil ist, gut begehbar. Je höher man steigt, desto mehr merkt man, dass man sich in einem nach oben führenden Talkessel (Abb. 7) befindet, der vom Buchberg Kogel links und dem Hochstein rechts flankiert wird. Wenn man sich nun dem Talschluss nähert, wird der steinige Steig wieder etwas steiler und führt schlussendlich über steile Wiesen hinauf zu den Hütten der Häuslalm (1.526 m) und dem Sattel, der uns den Blick Richtung Sonnschienalm und westliches Hochschwabmassiv öffnet. Für den Weg vom Ausgangspunkt hierher, auf dem man mit Gegensteigungen rund 780 Hm bewältigt hat, benötigt man ca. 2¾–3¼ Stunden.

Noch länger, anstrengender (mehr Hm), aber sehr eindrucksvoll ist der in vielen Wanderführern beschriebene Rundweg um den Buchberg Kogel, der vom Joser See über die Klammböden (Wege Nr. 839, 837 und 838) zur Häuslalm führt.

Aus den vielen Wegoptionen, die sich hier anbieten, wählen wir den unmarkierten, aber gut erkennbaren Steig, der südlich unterhalb der Häuslalm beginnt und teilweise sehr steil durch Latschen auf den Buchberg Kogel führt. An einigen Stellen ist sowohl beim Aufstieg, aber vor allem beim späteren Abstieg speziell bei feuchten Wegverhältnissen Trittsicherheit notwendig. Nach etwa 30–45 Minuten erreicht man den lang gezogenen Gipfelkamm (Abb. 8) mit einem ersten Blick zum Gipfelkreuz. Zunächst ein kurzes Stück abwärts in einen Sattel und dann wieder aufwärts führt der Steig in knapp 15–20 Minuten entlang der nördlichen Abbruchkante zum Gipfelplateau. Der Steig ist zwar gut und sicher angelegt, trotzdem sollte man an einigen Stellen bei der Begehung schwindelfrei sein. Der Lohn für etwa 950 Hm und insgesamt etwa 3¾–4¼ Stunden Aufstieg ist der schon erwähnte grandiose Rundblick vom Gipfelkreuz (Abb. 9) in die Hochschwab-Region: Meßnerin und Hochturm im Süden, TAC-Spitze, Brandstein und Ebenstein im Westen, Zinken und Zagel Kogel im Norden (Abb. 10) und schlussendlich Karlhoch Kogel und Großer Beilstein im Osten. Beim Blick über die Abbruchkante ist tief unten der Aufstiegsweg vom Alpengasthof Bodenbauer zur Häuslalm gut sichtbar (Abb. 11).

Im Gegensatz zum anstrengenden und recht langen Aufstieg geht die Rückkehr zum Ausgangspunkt um einiges flotter. Zunächst geht es den Gipfelkamm retour und dann vorsichtig den sehr steilen Steig abwärts. Nach etwa 30–45 Minuten erreicht man wieder die Häuslalm, die man beim steilen Abstieg vom Gipfelkamm des Buchberg Kogels über weite Streckenteile tief unten vor sich hat.

Für den Abstieg von der Häuslalm zum Alpengasthof Bodenbauer (Abb. 12), der nun direkt und ohne Umweg zum Joser See erfolgt, sollte man rund 1¼–1½ Stunden einplanen, was bedeutet, dass man für den ganzen direkten Abstieg 1¾–2,0 Stunden benötigt. Während der obere Teil des Abstiegsweges noch vom Aufstieg bekannt ist, ist im unteren, teilweise recht steilen Teil eine Vielzahl von Baumwurzeln zu übersteigen. Etwas gelenkschonender, aber um einiges länger ist der Abstieg, wenn man bei der ersten Forststraßen-Querung auf diese wechselt und auf ihr zum Talboden absteigt – hierbei ist etwas Orientierungssinn gefragt. Zuletzt wartet noch ein etwa 10-minütiges Flachstück auf dem Retourweg zum Alpengasthof Bodenbauer (Abb. 13).
HM/Zeit:
Vom Alpengasthof Bodenbauer über den Joser See und die Häuslalm auf den Buchberg Kogel etwa 950 Hm in rund 3¾–4¼ Stunden (Aufstieg) bzw. 1¾–2,0 Stunden (Abstieg). Wer den direkten Aufstieg über den Weg Nr. 840 zur Häuslalm wählt, spart etwa 130 Hm und rund 1½ Stunden.
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Anstrengende und lange, aber technisch größtenteils einfache Tour auf meist gut markierten Wegen und Steigen. Vorsicht (im steilen Gelände ist Trittsicherheit und entlang der Abbruchkante Schwindelfreiheit nötig) beim Gipfelauf- bzw. abstieg von der Häuslalm auf den Buchberg Kogel.
Highlights:
Rundblick auf große Teile der Hochschwab-Region, Joser See, "Hochschwabmuseum" beim Alpengasthof Bodenbauer
Anfahrt:
Von Kapfenberg (von Wien und Klagenfurt: S 6, von Graz: S 35) auf der B 20 (Bundesstraße von Kapfenberg nach St. Pölten, A 1) bis Thörl. Von dort über St. Ilgen rund 12 km bis zum Parkplatz beim GH Bodenbauer.
Einkehr:
Alpengasthof Bodenbauer, Heinzler Alm, Joser Alm, Häuslalm
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°06‘55‘‘/47°34‘42‘‘
Rechtswert (UTM): 508680 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5269460 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK25V/4216-West


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