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Herrenkogel:
Familienfreundliche Rundtour auf der Hochalpe
Abb. 1
Die beiden höchsten Erhebungen der steirischen Hochalpe, der Wetterkogel (1.643 m) und der benachbarte, einen Meter niedrigere Herrenkogel (Abb. 1), ragen zwar nur unwesentlich über die Waldgrenze hinaus, dennoch bietet sich von den ausgedehnten Almgipfeln ein großartiger Rundblick auf das Grazer Bergland. Besonders beeindruckend ist zu Beginn und am Ende der Wandersaison der Blick zum schneebedeckten Hochschwab (Abb. 2) im Norden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die zwar manchmal recht steilen, aber größtenteils leichten und daher familienfreundlichen Wanderungen auf die Hochalpe zu starten. Der Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Rundtour liegt beim ehemaligen Gasthaus Temmel (ca. 950 m, Abb. 3) im hinteren Utschtal, und man erreicht ihn rund 6,5 km südlich von Oberaich (Bezirk Bruck an der Mur) auf einer Sandstraße.

Zu Beginn geht es rechts an einem Jagdhaus vorbei die hier noch befahrbare Straße weiter taleinwärts Richtung Süden. Nach wenigen Minuten kommt man bei einer Brücke zum Kreuzungspunkt, an dem man später wieder ins Utschtal zurückkehren wird, was man auch daran erkennt, dass einige Wanderer erst hier ihr Auto abstellen. Wir wandern nun Richtung Westen weiter auf der Sandstraße, auf der schon wenig später ein allgemeines Fahrverbot gilt. Kurz bevor man nach etwa 20–25 Minuten die private Kohlalm (1.075 m) erreicht, zweigt die von uns benützte Forststraße links ab und gewinnt mit Hilfe einer Serpentine rasch an Höhe. Links oberhalb geht es nun an der Kohlalm vorbei, die man kurze Zeit später nochmals im engen Graben stehen sieht, wenn man talauswärts zum Hochanger (Abb. 4) blickt. Nach einer etwas steileren Passage verlassen wir nach rund 40 Minuten in einer Kurve (ca. 1.150 m) die Forststraße. Auf einem gut begehbaren, mit der Zeit etwas steiler werdenden Waldsteig geht es nun weiter aufwärts. Schon bald kommen wir wieder auf die Forststraße und wandern auf dieser – der roten Markierung folgend – die letzten rund 50 Hm (Höhenmeter) hinauf zum Trasattel (1.304 m), den wir nach etwa einer Stunde vom Ausgangspunkt erreichen.

Hier trifft unser Weg eine weitere Aufstiegsvariante, die aus dem Raum Leoben startet, mit zwei Gipfeloptionen, der Mugel (Abb. 5) im Norden bzw. dem Wetterkogel im Süden. Wir entscheiden uns für den linken Steig, der ab nun Richtung Süden führt und sofort nach dem Trasattel wieder von der Forststraße abzweigt. Dieser Steig ist Teil des österreichischen Weitwanderweges 05, der vom Waldviertel im Norden nach Kärnten im Süden führt. Angenehm ansteigend geht es weiter aufwärts, doch schon nach rund 10–15 Minuten wird es erneut flacher und wir biegen links wieder auf die Forststraße, um diese nach rund 100 Meter ein weiteres Mal links zu verlassen. Durch dichte Heidelbeersträucher und zu Beginn nur wenig an Höhe gewinnend geht es weiter bergwärts. Nach einer weiteren Forststraßenquerung wird unser Steig nicht nur etwas steiniger, sondern nach einem Viehgatter auch um einiges steiler. Schon bald stehen wir im offenen Gelände am Gipfelplateau der Hochalpe und haben die Wahl zwischen dem Wetterkogel (Abb. 6) rechts im Westen und dem Herrenkogel im Osten. Da der weitere Weg unserer Rundtour nun nach Osten führt, entscheiden wir uns für die zweite Option. Nach ca. 10 Minuten über eine leicht ansteigende Almwiese erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung (1.642 m und nicht 1.647 m, wie uns fälschlicherweise eine Tafel informiert, Abb. 7)) und wir genießen den Rundblick in die Grazer Hausberge (Abb. 8). Für den gesamten Aufstieg, bei dem wir rund 700 Hm bewältigt haben, benötigt man etwa 2,0–2¼ Stunden.

Nach einer Rast setzen wir unsere Rundtour Richtung Osten mit Blick zum Rennfeld (Abb. 9) und zum südlich davon gelegenen Hochlantsch fort. Kurz bewegen wir uns noch im offenen Gelände, dann muss nach einer kleinen Felsgruppe ein kurzes Steilstück abwärts bewältigt werden. Danach geht es wieder durch Heidelbeersträucher etwas gemütlicher hinunter. Nach einem etwas flacheren Teil neben Wiesen geht es unmerklich aufwärts zu einem Aussichtspunkt (ca. 1.550 m) mit Blick Richtung Süden zum Schöckl und zum Grazer Becken. Der nun folgende Wegteil ist sehr steil, sollte aber keine Probleme machen, wenn man vorsichtig ist. Unten angekommen, warten wieder eine größere Almfläche und eine geringe Gegensteigung auf uns. Etwa 50–60 Minuten vom Gipfel des Herrenkogels erreichen wir den nächsten markanten Punkt unserer Rundtour, der den schönen Namen „Bei den drei Pfarren“ (1.428 m) trägt.

Nun geht es Richtung Norden hinunter zum Eisenpass. Auf dem immer steiler werdenden Weg, der teilweise über eine Skipiste führt, hat man einen prachtvollen Blick zum Hochschwab (Abb. 10). Vor allem bei feuchten Witterungsverhältnissen ist es aber für Familien mit kleinen Kindern ratsam, nicht den direkten Weg zu wählen, sondern auf einem kleinen Umweg – zuerst weiter Richtung Wieseralm und nach etwa 5–10 Minuten links in den Forstweg einbiegen –leider ohne Hochschwab-Blick zum Eisenpass abzusteigen. Egal, welche Variante man wählt, für den rund 250 Hm-Abstieg benötigt man kaum mehr als 30 Minuten. Am Eisenpass (1.183 m, Abb. 11) erwarten uns dann eine Kapelle und gleich daneben ein Grab, in dem einige Förster der Gegend ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Für den letzten Wegteil steigen wir links von der Kapelle einige Hm steil zu einem Forsthaus ab und wählen dort die markierte, abwärts führende Forststraße. Immer wieder sieht man hier Gedenktafeln, die an den aus Österreich-Ungarn stammenden, sozialistischen Freiheitskämpfer Koloman Wallisch erinnern, der sich hier in den dichten Wäldern im Februar 1934 versteckt hat. Etwa 20–25 Minuten vom Eisenpass kommen wir wieder zurück ins waldreiche, obere Utschtal (Abb. 12) und kehren von dort in kurzer Zeit heim zum Ausgangspunkt dieser netten, familienfreundlichen (einziger Nachteil: keine Einkehrmöglichkeit unterwegs!) Rundtour in den nördlichen Grazer Hausbergen. Für den gesamten Abstieg, der im Gegensatz zum eher waldreichen und nicht sehr steilen Aufstieg einige Steilstücke und tolle Aussichtspunkte bietet, sollte man etwa 1½–2,0 Stunden einplanen.
HM/Zeit:
Vom ehemaligen Gasthaus Temmel über den Trasattel auf den Herrenkogel ca. 700 Hm in etwa 2,0–2½ Stunden (Aufstieg) bzw. 1½–1¾ Stunden (Abstieg); Rückweg zum Ausgangspunkt via Eisenpass zusätzliche 50 Hm in ca. 1¾–2,0 Stunden.
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Auf- und Abstieg über Trasattel technisch einfach, Abstieg über Eisenpass phasenweise recht steil, aber für vorsichtige Wanderer problemlos. Bei feuchten Witterungsverhältnissen kann beim Abstieg vom Punkt „Bei den drei Pfarren" zum Eisenpass auf einen Forstweg ausgewichen werden.
Highlights:
Blick zu den Grazer Hausbergen (Mugel, Rennfeld, Hochlantsch, etc.) und vor allem beim Abstieg zum Eisenpass Blick zum Hochschwab; ausgedehnte Almflächen.
Anfahrt:
Auf der Schnellstraße S 6 (Semmering-Schnellstraße) bis Abfahrt Bruck an der Mur West, auf der Bundesstraße 116 dann links in Richtung Oberaich und dann nochmals links ins Utschtal abzweigen. Zunächst rund 2,5 km durch den Ort, dann beim großen Hinweisschild links ca. 4,0 km auf einer Sandstraße taleinwärts bis zum ehemaligen GH Temmel fahren. Dort das Auto abstellen.
Einkehr:
keine Einkehrmöglichkeit unterwegs, Gasthäuser in Oberaich


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