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Fölzalm/Hochschwab:
Viele landschaftliche Höhepunkte!
Abb. 1
Der südliche Teil des Hochschwab-Gebietes bietet zahlreiche wunderschöne Wandermöglichkeiten. Besonders reizvoll ist eine Tour über die Fölzalm zur Voisthalerhütte und in die Obere Dullwitz. Immer wieder gibt es imposante Ausblicke zum höchsten Punkt der Hochschwabregion (Abb. 1) zu bewundern. Obwohl es keinen Gipfelsieg zu feiern gibt, kann man bei dieser Wanderung zahlreiche landschaftliche Höhepunkte erleben.

Westlich vom Kurort Aflenz und der Aflenzer Bürgeralm führt eine schmale Straße parallel zum Fölzbach taleinwärts. Nachdem man nach ca. 5 km ein altehrwürdiges, nicht mehr betriebenes Hotel passiert hat, gelangt man zu zwei groß angelegten, gebührenpflichtigen Parkplätzen (775 m), die als Ausgangspunkt unserer langen und auch anstrengenden Wanderung dienen. Auf der nun für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straße geht es – nur schwach ansteigend – rund 300 Meter weiter taleinwärts. Links biegt der Weg in die Fölzklamm ab, der uns später als Abstiegsweg dienen wird. Wir gehen rechts etwa 100 leicht ansteigende Meter zum Gasthof Schwabenbartl. Links zweigt unser nun schmaler, anfangs durch einen engen Graben führender Steig ab. Steil geht es hinauf auf den Fölzriegel. Doch schon bald wird es weniger steil und man wandert eine Zeit lang auf dem Kammweg zum "Bierschlag". Dabei hat man hier mit dem Blick rechts in den tiefen Endriegelgraben, zur Windgrube (1.809 m), zum lang gezogenen Endriegel und zum Zlacken (Sattel zwischen Endriegel und Mitteralm) und links in den Fölzboden und zum mächtigen Fölzstein (Abb. 2) einen ersten Höhepunkt dieser Tour erreicht. Nach einer kurzen, weiteren Steilstufe führt der Steig nun unterhalb des ebenso mächtigen Mitteralmturms in Richtung Nordwesten im leichten Auf und Ab zur Kreuzung mit dem Weg, der von der Fölzklamm hier herauf auf 1.160 Meter führt. Vom Gasthof Schwabenbartl benötigt man bis hierher rund 75 Minuten.

Noch ein kurzes Stück durch den Wald, dann öffnet sich das Gelände und ein steiles, steiniges und gut einsehbares Wegstück (Abb. 3) liegt vor uns. Am Ende dieses besonders an heißen Tagen schweißtreibenden Teils unserer Tour führen noch ein paar Serpentinen steil zwischen Fölzstein (links im Westen) und Mitteralmturm (rechts im Osten) hinauf und man sieht – zur großen Freude der meisten Wanderer – die beiden bewirtschafteten Hütten (rechts die Herzerhütte und links die Grasserhütte) der Fölzalm (1.480 m) vor sich (Abb. 4). Vom Ausgangspunkt hat man nun über 700 Hm in rund 2,0–2½ Stunden erklommen.

Nach einer wohlverdienten Rast geht es nun weniger steil und nur noch durch kürzere steinige Wegteile unterbrochen auf einem breiten Almweg vorbei an rechts und links von uns liegenden kleineren Gipfeln (Abb. 5) rund 150 Hm und 30 Minuten hinauf zum Fölzsattel (1.626 m), einem weiteren Höhepunkt dieser Tour. Denn hier erblickt man Richtung Westen das zentrale Massiv des Hochschwab-Gebietes mit seinen unzähligen Gipfeln, Tälern, Almen und Felsen.

Wer noch etwas Herausforderung und weitere landschaftliche Höhepunkte sucht, der setzt die Tour in westlicher Richtung über den sogenannten "Ochsensteig" (Abb. 6) zur Voisthalerhütte fort. Ein "genial" angelegter Steig – stets mit grandiosem Ausblick zum Hochschwabgipfel (Abb. 7) führt durch Felsengelände (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht!) ein kurzes Stück abwärts, dann von dort eben weiter in wieder weniger abschüssiges Gelände und führt schlussendlich zur wunderschön zwischen Oberer und Unterer Dullwitz gelegenen Voisthalerhütte (1.654 m, Abb. 8) hinauf. Für den Übergang vom Fölzsattel zur Hütte benötigt man rund 30 Minuten.

Nach rund 3,0–3½ Stunden und rund 950 Hm (mit Gegensteigung) wäre die Voisthalerhütte ein idealer Endpunkt dieser wunderschönen Tour. Doch empfehlen wir noch etwa 30–45 Minuten in Richtung Westen in die Obere Dullwitz hineinzumarschieren. Der Steig ist schön angelegt, nur mäßig steil, mit wunderschöner Sicht auf die links und rechts steil herabfallenden Felswände. Nach einem etwas steinigen, von Felsblöcken flankierten Wegstück erblickt man kurz vor dem Talschluss die grandiosen Südwände des Hochschwabs (2.277 m, Abb. 9). Ein absoluter Höhepunkt dieser Tour! Bei einer Weggabelung (1.750 m) ist dann das endgültige Ende dieser Tour erreicht. Nur sehr konditionsstarke Wanderer steigen von hier entweder rechts über den "Graf Meran-Steig" hinauf zum Schiestlhaus und zum Hochschwab-Gipfel oder wandern geradeaus über den Trawiessattel (1.898 m) hinunter zum Gasthof Bodenhauer.

Für den Rückweg über die Voisthalerhütte und den Fölzsattel zur Fölzalm benötigt man
rund 1½ Stunden. Weiter geht es vorsichtig den steilen und steinigen Karrenweg zur Wegkreuzung abwärts, wo unser Aufstiegsweg über den Fölzriegel hinaufführte. Wir bleiben nun auf dem Hauptweg und steigen weiter – teilweise steil – auf dem ein wenig rutschigen Weg zum Fölzboden ab. Im Tal angekommen, muss der Fölzbach (ohne Brücke) überquert werden. Rechts vom Bach geht es noch einige Minuten schwach abfallend weiter, bis der letzte Höhepunkt dieser Wanderung auf uns wartet: die Fölzklamm (Abb. 10). Über den tosenden Fölzbach, der links und rechts von Felsen flankiert wird, ist mit Holzstämmen ein – bei Nässe mit Vorsicht zu begehender – Brückenweg angelegt worden. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt dieser Tour, den beiden großen Parkplätzen. Für den teilweise sehr steilen Abstieg von der Fölzalm sollten man ca. 1½ Stunden einplanen.
HM/Zeit:
von den beiden Parkplätzen im Fölzbachtal auf die Fölzalm ca. 700 Hm in rund 2,0–2½ Stunden (Aufstieg) und ca. 1½ Stunden (Abstieg). Von der Fölzalm über die Voisthalerhütte bis zum Talschluss der Oberen Dullwitz ca. 400 Hm (mit Gegensteigungen am Hin- und Rückweg) in rund 1½–2,0 Stunden (Aufstieg) und ca. 1½ Stunden (Abstieg)
Zeitraum:
April–Ende Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Lange (bis zum Talschluss Obere Dullwitz), teilweise steile, aber technisch einfache Tour auf unterschiedlichen Wegen (grasig, steinig, schmal, breit), zwischen Fölzsattel und Voisthalerhütte sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig.
Highlights:
die Schönheiten des typischen Hochschwab-Landschaftscharakters, Fölzklamm
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 20, die die Region Kapfenberg/Bruck a. d. Mur im Süden mit Mariazell und St. Pölten im Norden verbindet, bis zur Abzweigung in das Fölzbachtal, die sich zwischen dem Ort Thörl im Süden und der Ortseinfahrt nach Aflenz Kurort im Norden befindet. Von dort ca. 5,5 km zu den beiden gebührenpflichtigen Parkplätzen taleinwärts fahren.
Einkehr:
Gasthof Schwabenbartl, Herzerhütte, Grasserhütte, Voisthalerhütte
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°11‘44‘‘/47°34‘06‘‘
Rechtswert (UTM): 514710 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5268355 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK25V/4216-Ost


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