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Windberg:
Durch den Lohmgraben auf die Schneealpe
Abb. 1
Einer der eindrucksvollsten Aufstiege im Nahbereich von Wien und Graz ist der Weg durch den Lohmgraben auf die mächtige Schneealpe (Abb. 1). Dieser weist keine allzu großen technischen Schwierigkeiten auf, ist jedoch aufgrund der zu erklimmenden Höhenmeter (rund 1.100 Hm) und der teilweise steilen Wegstücke voller Geröll als durchaus anspruchsvoll zu bezeichnen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz (920 m) am Ende der Fahrstraße, die von Altenberg an der Rax durch den unteren Lohmgraben vorbei am Lurgbauer in Richtung Schneealpe führt. Zuerst sind in ca. 15–20 Minuten rund 130 Höhenmeter (Hm) auf einem breiten Forstweg (Weg Nr. 446, rote Markierung) zurückzulegen. Dann öffnet sich der zentrale Teil des Lohmgrabens (Abb. 2). Es geht auf der linken Bergseite steil aufwärts, bis man nach rund 55-60 Minuten (und 300 Hm vom Einstieg in diesen Teil des Lohmgrabens) eine Abzweigung zum Schneealpenhaus erreicht, die man aber links liegen lässt. Nach weiteren 15 Minuten und 100 Hm, auf denen zwei kurze Steilstücke zu bewältigen sind, gibt es, bevor man nach einer scharfen Rechtswendung in den engsten und spektakulärsten Teil des Lohmgrabens (Abb. 3) eintritt, einen schönen, grasbewachsenen Rastplatz mit Blick Richtung Osten (Stuhleck, Mürzzuschlag) und in den unteren Teil des Lohmgrabens. Nach etwa 30 Minuten und 130 Hm auf einem steilen Schotterweg öffnet sich der Lohmgraben wieder etwas und man erreicht die ersten Wiesengründe. Bei einer Talgabelung rechts haltend benötigt man noch ca. 30 Minuten (insgesamt ca. 2,5 h vom Parkplatz aus) bis man das Hochplateau (Abb. 4) der Schneealpe erreicht.

Links haltend, auf dem breiten, fast ebenen Forstweg (Nr. 401), strebt man nun der höchsten Erhebung der Schneealpe, dem Windberg, zu. Man verlässt nach ca. einer halben Stunde den Forstweg und geht nochmals rund 30 Minuten über Wiesenhänge (Abb. 5) teilweise etwas steiler hinauf zum höchsten Punkt der Schneealpe (1.903 m).

Bei einer kurzen Rast nahe dem Gipfelkreuz (Abb. 6) genießt man bei guter Sicht den überwältigenden Ausblick (Abb. 7) in alle Himmelsrichtungen – u.a. Rax und Schneeberg im Nordosten, die Hohe Veitsch und das Hochschwab-Massiv im Westen, sämtliche Wiener und Grazer Hausberge und bei guter Sicht sogar Dachstein, Niedere Tauern, Zirbitzkogel bis hin zu den Kärntner Karawanken!

Vom Gipfel geht es dann über einen steilen Grashang in rund 15–20 Minuten ca. 150 Hm abwärts in das kleine Dorf (Abb. 8) auf der ausgedehnten Hochfläche der Schneealpe. Eine der Hütten, den Michelbauer (Abb. 9), empfehlen wir für eine Einkehr. Auf einer stark begangenen Forststraße steigt man anschließend in rund 45 Minuten über den Kampl (Kutatsch Hütte und Sender) ab zu den beiden Parkplätzen, die sich am Ende der Schneealpen-Mautstraße befinden, die in Neuberg an der Mürz ihren Ausgangspunkt hat. Der zwar teilweise etwas steile, aber bequem zu gehende Teil (ca. 350 Hm) zwischen den beiden Parkplätzen (ca. 1.400 m) und dem Michelbauer (ca. 1.750 m) empfiehlt sich auf Grund des beeindruckenden Blickes auf die steil abfallenden Fels- und Grashänge (Abb. 10) unterhalb des Schneealpen Hauses als schöne Wanderung zum Genießen für die ganze Familie! Ebenfalls sehr eindrucksvoll ist die Aussicht zu den Südhängen der Rax (Abb. 11) mit der Heukuppe, dem Gipfel der Rax, die man fast am gesamten Abstieg genießen kann.

Für unsere – anspruchsvolle – Wanderung zweigt am unteren Parkplatz links (rote Markierung) ein Steig (Nr. 447) in Richtung Altenberg ab, der steil und bei Nässe recht rutschig ist, und der bis zu einer Weggabelung (Auf der Öd) führt (ca. 30 min). Dort wandert man – sich links haltend – am Steig Nr. 444 zuerst über ein Moor, dann teilweise über eine Forststraße mit Blick zum mittleren Lohmgraben (Abb. 12) und einen steilen Wald-Steig hinunter auf die Straße (ca. 45 min), die von Altenberg in den Lohmgraben führt. Von dort, dem Hor Lurgbauer geht es – sich wieder links haltend – in ca. 15 Minuten etwa wieder 70 Hm hinauf zum Ausgangspunkt.

Wem die gesamte Rundtour zu lange ist, dem empfehlen wir, am oberen Ende des Lohmgrabens rechts in ca. 15–20 Minuten zur Lurgbauer Hütte (1.764 m) und von dort in weiteren 10–15 Minuten auf den grasbewachsenen Ameisbühel (1.828 m, Abb. 13) zu wandern, von dem man ebenfalls einen wunderschönen Rundblick hat. Als Rückweg empfehlen wir den direkten Abstieg durch den Lohmgraben.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz im Lohmgraben auf den Windberg insgesamt ca. 1.100 Hm (mit Gegensteigungen) in etwa 3,5–4,0 Stunden (Aufstieg) und ca. 2,5–3,0 Stunden (Abstieg); vom Parkplatz im Lohmgraben auf den Ameisbühel in etwa 3,0–3,5 Stunden (Aufstieg) und ca. 2,0–2,5 Stunden (Abstieg), ca. 900 Hm
Zeitraum:
Mai–Ende Oktober
Anforderungen:
Technisch einfache, aber anspruchsvolle Tour (steil und lang); im oberen Lohmgraben können bis Ende Juni Schneereste liegen! Am Windberg – nomen est omen – kann es sehr stürmisch sein! Vorsicht bei Nebel, Schnee und Nässe! Bis auf Teile des Gipfelanstieges auf den Windberg ist die gesamte Tour rot markiert, dort ist Orientierungssinn notwendig
Highlights:
Der enge und steile Lohmgraben, die ausgedehnte Hochfläche der Schneealpe mit dem Hüttendorf, der beeindruckende Rundblick von Windberg und Ameisbühel
Anfahrt:
Von Wien (A2, S6) und von Graz (A9, S35, S6) bis zur Abfahrt Mürzzuschlag. Durch den Ort bis zur Abzweigung Neuberg /Mariazell und dann auf der B23 bis Kapellen, rechts abzweigen in Richtung Preiner Gscheid, nach ca. 1 km links in Richtung Altenberg an der Rax, im Ort links in den Lohmgraben bis zum Parkplatz am Ende der mit einem PKW/ mit PKWs befahrbaren Forststraße. Von Linz (A1) bis St. Pölten und von dort weiter über die B20, B21 und die B23 bis Kapellen
Einkehr:
Michelbauer, Schneealpen Haus, Lurgbauer Hütte


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