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Michelberg/Waschberg:
Auf einen Kultberg nördlich der Donau
Abb. 1
Bergwanderer, die bei einer Tour große alpine Herausforderungen suchen, werden von diesem Wandertipp enttäuscht sein. Es handelt sich um eine eher kurze (ca. 3,5 Stunden), ganz einfache (hauptsächlich sanft ansteigende Forststraßen und breite Wege) und daher familienfreundliche Wanderung, bei der gerade mal 350 Hm (Höhenmeter) – mit allen Gegensteigungen gerechnet – zu bewältigen sind. Und doch gibt es einige Highlights, die diesen Wandertipp interessant machen: die nahegelegene „Märchenburg“ Kreuzenstein, der Alpenblick vom Norden, der von der Wiener Pforte im Osten bis weit nach Westen reicht, und vor allem der „geheimnisvolle“, waldlose Gipfel des Michelberges (Abb. 1) mit seiner weithin sichtbaren Kapelle und den archäologischen Ausgrabungen.

Ausgangspunkt dieser Rundtour ist ein kleiner Parkplatz (ca. 205 m), der sich am nördlichen Ortsrand von Oberrohrbach auf der westlichen Seite des schmalen Rohrbachs befindet. Auf der Waldstraße geht es zunächst über die Brücke wieder retour auf die Hauptstraße, in die man links einbiegt und rund 350 Meter in Richtung des beliebten Ausflugslokals „Goldenes Bründl“ wandert. Kurz nach einer Linkskurve zweigt rechts eine Forststraße ab, die nicht allzu steil auf den Tobler Berg führt. Nach etwa 10 Minuten wendet sich die Forststraße nach rechts, wir aber zweigen links ab und gehen geradeaus kaum mehr ansteigend, bis wir nach etwa 5 Minuten auf einen markierten Weg stoßen. Wir zweigen links in diesen ein und wandern wieder leicht abwärts bis zu einer Forststraße, auf der wir – uns wieder links haltend – gemütlich zum „Goldenen Bründl“ (Abb. 2) absteigen. Wer sich den kleinen Umweg über den Tobler Berg, der etwa 30 Minuten beansprucht, sparen will, kann von der Forststraßen-Abzweigung entlang der Hauptstraße in etwa 10 Minuten zum Gasthof gelangen. Wir empfehlen aber diesen Mehraufwand, da man sich ein Straßenstück spart und beim Abstieg zum „Goldenen Bründl“ bereits das spätere Ziel, die Kapelle am Michelberg, erblickt.

Beim Gasthof quert man die Hauptstraße, spaziert über den Parkplatz und wandert dann links fast eben am Rand einer großen Wiese in Richtung Nordwesten. Nach etwa 20 Minuten zweigt der direkte Aufstiegsweg zum Michelberg links ab. Wir bleiben aber noch rund 10 Minuten auf der weiterhin kaum ansteigenden Forststraße. Bei einem Hochsitz auf einer Lichtung hinter einem eingezäunten Gebiet für die Aufforstung von Christbäumen zweigen wir links ab und gehen die wenigen Schritte zum Wald, wo sich gleich zu Beginn das „Armenseelenkreuz“ befindet. An diesem vorbei führt ein breiter, kaum als markiert zu erkennender Waldweg Richtung Westen. Zuerst nur leicht ansteigend, wird es dann ein wenig steiler, bis man bei einer Wegkreuzung zu einer großen Wiese mit Blick zum Michelberg inklusive der Kapelle (Abb. 3) am Gipfel kommt. Es geht etwa 200 Meter am Wiesenrand entlang, dann erreicht man nach rund 30 Minuten von der Abzweigung bei Bäumen die große Weggabelung am Grillenberg (ca. 330 m). Nun links in südlicher Richtung entlang des baumlosen Kamms mit Sicht ins südwestliche Weinviertel und vorbei an einer weiteren Wegkreuzung, jetzt nähert man sich schnell dem auf der Nordseite bewaldeten Gipfelaufbau des Michelbergs. Im Wald dann auf breitem Weg etwas steiler, dann wieder flacher geht es dahin, bis ein Steig rechts abbiegt, der in kleinen Steilstufen hinauf auf das grasbewachsene Gipfelplateau führt, das man nach rund 15 Minuten vom Grillenberg erreicht. Mitten am Plateau befindet sich die Kapelle (409 m, Abb. 4), von der man bei guter Sicht einen wundervollen Rundblick hat. Richtungspfeile auf einem großen Stein helfen bei der Orientierung. Neu ist eine eingezäunte Fläche, auf der seit einigen Jahren archäologische Ausgrabungen (Abb. 5) stattfinden.

Auf der zunächst baumlosen Südseite des Michelbergs geht es entweder auf dem breiten, markierten Weg oder auf dem parallel verlaufenden Wiesensteig in wenigen Minuten hinunter zum Parkplatz und dem etwas erhöht dahinter stehenden Gasthaus am Michelberg. Auf der asphaltierten Bergstraße, die von Wollmannsberg heraufführt, geht es noch ein paar Meter abwärts bis zu einer Rechtskurve (ca. 345 m). Wir verlassen die Straße und gehen weiter in südlicher Richtung geradeaus auf der grün markierten Forststraße, die hier den klingenden Namen „Weinviertler Jakobsweg“ führt, zum nahen Wald. In diesem nur leicht ansteigend, gelangen wir zu einer größeren Wiese, die wir der Breite nach queren. Dann biegt unsere Forststraße rechts in eine weitere ein und führt eben nun Richtung Westen. Vorbei an auffälligen, mit Moos bewachsenen Steinblöcken (Abb. 6) kommen wir wieder zu einer Wegkreuzung. Der grünen Markierung folgend geht es weiter in westlicher Richtung leicht abwärts und dann nach links (Richtung Süden), wo man nach einem kurzen Anstieg das Gipfelkreuz des Waschbergs (388 m, Abb. 7) erreicht, das sich auf einer grasbedeckten Anhöhe befindet. Von hier hat man jetzt einen ungetrübten Blick auf das breite Donautal und die östlichen Alpen. Für den gesamten Aufstieg, der mit allen Gegensteigungen rund 350 Hm ausmacht, hat man inkl. des Umweges auf den Tobler Berg zu Beginn unserer Tour rund 2¼–2½ Stunden benötigt.

Zum Abstieg und zur Rückkehr zum Ausgangspunkt geht man die wenigen Schritte zum grün markierten Weg zurück und steigt rund 5 Minuten auf diesem Richtung Süden ab. Bei einer Weggabelung verlassen wir den grün markierten Weg, halten uns links und gelangen auf einen Steig, der mit roten Pfeilen markiert ist. Rund 10 Minuten geht es etwas steiler durch den Wald abwärts, dann gelangen wir zum Waldrand. Hier halten wir uns links und wandern nun rund 45 Minuten fast ständig entlang des Waldes auf breitem Weg in östlicher Richtung gemütlich abwärts zurück zum Parkplatz am nördlichen Ortsrand von Oberrohrbach. Wir genießen dabei einen weitläufigen Blick, der vor allem zu Beginn zur Burg Kreuzenstein (Abb. 8) – deren Besuch sich vor allem für Kinder ideal eignet – leider auch zum Kraftwerk Korneuburg und durch die Wiener Pforte (Bisamberg links und Leopoldsberg rechts der Donau) bis zur Skyline des modernen Wien (Abb. 9) reicht. Im Gegensatz zum etwas längeren Aufstieg benötigt man für den Abstieg vom Waschberg zurück zum Ausgangspunkt kaum mehr als eine Stunde und beendet damit eine nette, familienfreundliche Rundtour mit toller Aussicht vor den Toren der österreichischen Bundeshauptstadt.
HM/Zeit:
Von Oberrohrbach über den Tobler Berg, GH Goldenes Bründl, Michelberg auf den Waschberg ca. 360 Hm mit Gegensteigungen in 2¼–2½ Stunden (Aufstieg). Für den südlich führenden Abstieg benötigt man rund 1,0–1¼ Stunden.
Zeitraum:
ganzjährig
Anforderungen:
kurze, einfache und familienfreundliche Wanderung auf hauptsächlich sanft ansteigenden Forststraßen und breiten Wegen
Highlights:
Blick vom Michelberg und vom Waschberg; Kapelle und Ausgrabungen am Michelberg; Burg Kreuzenstein
Anfahrt:
Auf der Autobahn A 22 bis zum Autobahnkreuz Korneuburg mit der S1 und auf dieser gleich die erste Ausfahrt Korneuburg West auf die Bundesstraße B 3 abfahren. Auf dieser in westlicher Richtung (Stockerau) ca. 1,5 km bis zur rechts abzweigenden Landstraße nach Unterrohrbach und weiter in nördlicher Richtung nach Oberrohrbach. Im Ort weiter in nördlicher Richtung (GH Goldenes Bründl) und auf den Parkplätzen am nördlichen Ortsende parken.
Einkehr:
GH Goldenes Bründl, Gasthaus am Michelberg


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