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Hofalm/Schnalzstein:
Zwischen Gippel und Göller
Abb. 1
Nur den wirklich „eingefleischten“ Bergwanderern, die im Osten Österreichs beheimatet sind, ist bekannt, dass zwischen dem felsigen Gippel (1.669 m) im Osten und dem etwas „sanfteren“ Göller (1.766 m) im Westen mit der Hofalm (1.546 m, Abb. 1), in den meisten Plänen auch als „Schnalzstein“ bezeichnet – ein dritter, absolut lohnenswerter Gipfel liegt. Viele „nehmen“ die Hofalm bei der Besteigung des Gippels „mit, ohne aber zu wissen, wie wunderschön die Almen und die Aussicht beim etwas exponiert stehenden Gipfelkreuz des Schnalzsteins sind. Beim nachfolgenden Wandertipp, einer Rundtour mit Ausgangspunkt Kernhof im südwestlichen Niederösterreich, kann man sich davon überzeugen, wobei natürlich die Ausblicke zu den benachbarten Gippel und Göller die eindeutigen Höhepunkte dieser Wanderung sind.

Kernhof (490 m) ist weit über die Grenzen der Region für sein „Kameltheater“ bekannt. Da die nachfolgend beschriebene Tour nicht allzu lange ist, kann man nach der Rückkehr zum Ausgangspunkt diese Attraktion besuchen, Ihre Kinder wird es sehr freuen! Rechts vom örtlichen Feuerwehrhaus, in dessen Umgebung auch genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, startet die Wanderung auf einer Dorfstraße Richtung Süden. Schon bald verlässt man diese und zweigt links auf einen Forstweg, der Richtung Wald führt, ab. Nach Betreten des Waldes zweigt rechts der Wanderweg ab. Nach wenigen Schritten teilt sich dieser wieder, geradeaus geht es zu einem Wasserfall, links zum Göller und zu unserem Ziel, der Hofalm. Auf breitem Weg nähert man sich einer Steilstufe, die nun auf einem schön angelegten, teilweise etwas steinigen Steig mit Hilfe von Serpentinen ohne Probleme erklommen wird. Vorbei an einem kurzen Kammstück – mit einem ebenso kurzen, ersten Blick zum Gippel – quert der nun nur noch wenig ansteigende Weg in westlicher Richtung einen Waldhang, wendet sich wieder nach Süden und erreicht nach ca. 45 Minuten vom Ausgangspunkt eine Forststraße (ca. 1.000 m). Ab hier gibt es nun laufend schöne Ausblicke zum Gippel (Abb. 2) im Osten und zur Hofalm im Süden.

Nach wenigen Schritten verlässt man den Forstweg wieder, um parallel zu diesem – einen Waldhang querend – nach Süden mäßig steil aufzusteigen. Der Steig bringt uns dann zu einem Bergkamm, der weiter in südliche Richtung, nun aber wieder etwas steiler zu erklimmen ist. Dann folgt das technisch schwierigste Teilstück der Rundwanderung: Zwar fast eben, aber nun auf einem teilweise sehr schmalen Pfad muss mit etwas Vorsicht eine weitere Hangquerung – weiter in Richtung Süden – bewältigt werden. Speziell unterhalb einiger Felsen der nach Osten extrem steil abfallenden Hänge des Schwarzkogels ist Schwindelfreiheit und vor allem bei feuchten Wegverhältnissen auch Trittsicherheit nötig. Etwa 10–-15 Minuten benötigt man für diesen Wegteil, dann geht es nochmals ein kurzes Stück hinauf, wobei einige harmlose Holzstufen dabei behilflich sind. Kurz danach erreicht man den Waldhütt Sattel (1.266 m, Abb. 3), wo von Süden die Forststraße vom Lahnsattel herauf kommt und rechts der weitere Aufstiegsweg zum Göller abzweigt. Für ca. 580 m, das sind zwei Drittel der insgesamt zu ersteigenden Höhenmeter auf die Hofalm, benötigt man etwa 1½ bis 1¾ Stunden vom Ausgangspunkt in Kernhof.

Unser weiterer Aufstiegsweg zweigt links ab, wobei nach wenigen Metern ein markierter Steig links von der Forststraße abzweigt. In drei Stufen geht es nun zum Gipfel der Hofalm: Zuerst steil im Wald mit vielen Serpentinen, dann folgt im sich bereits öffnenden Gelände nach einem grasbewachsenen Kammübergang eine weitere Steilstufe, die meist direkt neben den steil nach Norden abfallenden Hängen zu bewältigen ist. Zuletzt geht es fast gemütlich – das Gipfelkreuz bereits vor Augen – über Almböden in einem weiten Linksbogen hinauf auf die höchste Stelle der Hofalm (Abb. 4), wobei man den markierten Weg links verlässt. Der markierte Weg führt zur Kohlröserlhütte, die aber nur zu Almzeiten, also im Sommer, bewirtschaftet ist. Für das letzte Wegstück vom Sattel auf die Hofalm, bei dem 280 Hm zu bewältigen sind, muss man etwa 45–-60 Minuten einplanen. Insgesamt benötigt man also für die ca. 860 Hm von Kernhof etwa 2¼–2¾ Stunden.

Das Gipfelkreuz der Hofalm steht etwas exponiert direkt beim Abgrund, also etwas Vorsicht, wenn man Richtung Norden, also direkt hinunter nach Kernhof (Abb. 5), blickt! Nicht nur die benachbarten Gippel und Göller (Abb. 6) sind von hier ohne Einschränkungen zu bewundern, der Blick reicht vom Schneeberg im Osten bis weit Richtung Süd-Westen (Abb. 7). Wunderschön sind auch die ausgedehnten Almböden der Hofalm (Abb. 8).

Zur Rückkehr zum Ausgangspunkt in Kernhof bieten sich nun mehrere Alternativen. Man kann natürlich den Aufstiegsweg benützen (ca. 2,0–2½ Stunden) oder um 15–30 Minuten länger wandern, indem man über die Alm Richtung Süden zur Kohlröserlhütte absteigt, von hier die Forststraße zum Sattel benützt und dann weiter über den Aufstiegsweg absteigt. Sehr reizvoll ist es, wenn man aus der Wanderung eine Rundtour macht. Dabei verwendet man fast ausschließlich unmarkierte Wege, daher sind an manchen Stellen Orientierungssinn und gutes, aktuelles Kartenmaterial gefragt. Vom Gipfelkreuz sucht man sich in Richtung Osten einen Weg durch die Latschen hinunter zu den von oben gut sichtbaren Almböden. Dazu steigt man rund 50 Hm und ca. 5–-10 Minuten ab. Bei einer Scharte (ca. 1.500 m) beginnt ein steiler, aber breiter Weg, teilweise mit Schottersteinen bedeckt, der in einigen Serpentinen zuerst neben und dann unterhalb der Gamsmauer (Abb. 9) in nördlicher Richtung fast ausschließlich im offenen Gelände nach unten führt. Fast ständig den Gippel (Abb. 10) vor Augen erreicht man nach ca. 30–-45 Minuten und 300 Hm Abstieg eine Forststraße (ca. 1.200 m), in die man links einbiegt.

Nach wenigen Metern zweigt rechts ein unmarkierter Waldsteig ab, der gut und sicher angelegt teilweise recht steil abwärts führt. Dabei quert man immer wieder Forststraßen und -wege. Etwas unterhalb der 1.000 Metermarke (nach ca. 30 Minuten) wird der Steig sehr steinig, man kann hier für die nächsten 10–15 Minuten ohne weiteres auf die parallel verlaufende Forststraße ausweichen. Nach drei Kehren auf der Forststraße kreuzt man wieder den unmarkierten Waldsteig und steigt nun auf diesem bequem zu einer weiteren Forststraße (ca. 800 m) ab. Auf dieser geht es nun in ca. 10 Minuten rechts von einem Bachbett nur mäßig absteigend ins Tal. Nach weiteren 10 Minuten, man hat nun bereits den breiten Talboden erreicht, zweigt man beim Biohof Hinterbichler, wo man unter anderem auch einige Esel (Abb. 11) treffen kann, links auf eine asphaltierte Straße ab. Auf dieser geht es zu einer weiteren Kreuzung und wieder links zurück zum Feuerwehrhaus von Kernhof. Für diesen Abstiegsweg benötigt man rund 2,0–2½ Stunden.
HM/Zeit:
Von Kernhof über den Waldhütt Sattel auf die Hofalm ca. 860 Hm etwa 2¼–2¾ Stunden (Aufstieg) bzw. ca. 2,0–-2½ Stunden (Abstieg) bzw. um 15–30 Minuten länger über die Kohlröserlhütte. Für den Abstieg über den Biohof Hinterbichler benötigt man rund 2,0–-2½ Stunden.
Zeitraum:
April–Mitte November
Anforderungen:
Anstrengende und lange, aber technisch nicht schwierige Tour auf gut markierten Wegen und Steigen. Vorsicht bei der Waldhangquerung kurz vor dem Waldhütt Sattel (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich), für den Abstieg Richtung Biohof Hinterbichler ist guter Orientierungssinn hilfreich!
Highlights:
Blick von der Hofalm auf die benachbarten Gippel (im Osten) und Göller (im Westen) sowie die weiteren umliegenden Berge; die breiten Almgebiete auf der Hofalm; das Kameltheater in Kernhof
Anfahrt:
Von Norden (St. Pölten) über die Bundesstraße B 20, ab Freiland auf der B 214 und weiter auf der B 21 bis Kernhof, von Südosten (Mürzzuschlag) auf der B 23 bis Terz und weiter auf der B 21 bis Kernhof und von Südwesten (Kapfenberg) auf der B 20 bis Mariazell und weiter auf der B 21 bis Kernhof. In Kernhof von der B 21 in den Ort abbiegen und zum Parkplatz nahe dem Feuerwehrhaus fahren.
Einkehr:
Kohlröserlhütte (im Sommer)


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