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Hoher Freschen:
Tafelberg mit Mehr-Staatenblick
Abb. 1
Im Südwesten des Bregenzerwaldes liegt der Hausberg der Gemeinde Rankweil - der Hohe Freschen (Abb. 1). Seine besondere Form, die an den Tafelberg von Kapstadt erinnert, und der sensationelle Rundblick von seinem Gipfel machen den Hohen Freschen zu einem der beliebtesten Wanderziele im Westen Österreichs. Bei guter Sicht sind gleich fünf Staaten - Österreich, die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein und auch Italien - vom höchsten Punkt der hier beschriebenen Tour zu sehen.

Der Ausgangspunkt (ca. 1.560 m) der Wanderung liegt unterhalb der Altgerach Alm in einer Kurve, knapp bevor man von Rankweil kommend den Scheitelpunkt des Furkajochs erreicht. Auf einem breiten Karrenweg geht es im Almgebiet in ca. 20 Minuten hinauf zur Altgerach Alm (1.664 m, Abb. 2), von der man bereits einen schönen Blick hat. Leicht ansteigend geht es in rund 15-20 Minuten weiter zu einer Weggabelung (ca. 1.710 m), der linke Weg kommt von der Neugerach Alm und rechts kann man zum Gehrenfalben (1.938 m) aufsteigen. Wir gehen geradeaus, das ausgedehnte Almgebiet des südlichen Naturschutzgebietes Hoher Freschen (Abb. 3) vor Augen. Der Weg wird etwas steiniger, aber gewinnt jetzt kaum an Höhe. Nach je einem kurzen Aufwärts- und Abwärtsstück steht man vor der nächsten Alm, der Gävis Alm (1.746 m), die rechts umgangen wird. Es folgt ein weiterer kurzer Anstieg hinauf zum weithin sichtbaren Kreuz der Gäviser Höhe (1.788 m), das man nach rund 45-60 Minuten vom Ausgangspunkt erreicht.

Hier öffnet sich der Blick Richtung Osten und man überblickt das weite Almgebiet, das von Sünser Spitze (2.062 m) im Norden, dem Portlahorn (2.010 m) im Osten und dem uns bereits bekannten Gehrenfalben im Süden umgeben ist. Wir streben nun halblinks auf einem Kammweg der auf der Ostseite felsigen Matona (1.997 m, Abb. 4) entgegen. Nach einem kurzen, ebenen Schattenstück folgt ein Steilstück, das teilweise mit Holzstufen überwunden wird. Der Kamm ist streckenweise recht schmal, rechts fällt der felsige Hang steil in Richtung Vordermellen Alm talwärts. Nach rund 80 Hm (Höhenmeter) steilem Anstieg wird unser Steig wieder etwas flacher und führt uns direkt zur Matona (Abb. 5), die knapp unterhalb des Gipfels an dessen Südseite einem schmalen Steig vorsichtig gequert wird. Nach rund 1¾-2,0 Stunden vom Ausgangspunkt erwartet uns bei einem Sattel (ca. 1.950 m), von dem man in 5-10 Minuten zum Gipfel der Matona aufsteigen kann, erneut ein beeindruckender Blick: im Norden der tafelförmige Gipfelaufbau des Hohen Freschen und im Westen hinter dem Freschen Haus das Rheintal und die Schweizer Berge (Hoher Kasten und Säntis).

In Richtung Norden müssen wir nun fast 50 Hm bis zu einer Weggabelung absteigen. Links geht es in wenigen Minuten zum Freschen Haus, wir halten uns rechts und steigen wenige Hm auf, bis man den stark begangenen Gipfelweg vom Freschen Haus erreicht. Wieder werden wir mit einem tollen Blick belohnt, diesmal Richtung Osten (Abb. 6): Hinter der Steinformation des Schusterstuhls ist unter anderem der mächtige Bergstock der Kanisfluh zu sehen. Nun steht nur noch der rund 20-minütige finale Gipfelaufstieg auf den Hohen Freschen vor uns. Nach 40 Hm wendet sich unser Steig nach rechts, überwindet noch eine ganz kurze Steilstufe, bevor unser Wiesensteig in einem Bogen nun fast eben Richtung Gipfelkreuz (2.004 m, Abb. 7) führt, das man nach rund 2½-3,0 Stunden von unserem Ausgangspunkt erreicht. Nach Ersteigung der letzten von insgesamt ca. 550 Hm (inkl. Gegensteigungen) erwartet uns ein sensationeller Rundblick (Abb. 8), (Abb. 9), (Abb. 10), (Abb. 11), (Abb. 12), der vom Alpenvorland und dem Bodensee im Norden bis weit zu den 4000ern der Schweizer Berge reicht.

Alleine die Aufzählung der bekanntesten Berge, die man von hier sieht, würde Absätze füllen, daher genießen, genießen, genießen! Wer Lust hat, kann versuchen zu erkennen, wo die Grenzen der in diesem Wandertipp bereits genannten fünf Staaten liegen. Doch irgendwann muss man an den Heimweg denken: In knapp 30 Minuten steigt man zum Freschen Haus (1.846 m, Abb. 13), zur daneben liegenden Kapelle und zum Alpenpflanzengarten ab.

Wer zum Ausgangspunkt zurück muss, steigt von hier wieder zum Sattel unterhalb der Matona auf und kehrt in ca. 1½-2,0 Stunden und mit zusätzlichen 150 Hm (Gegensteigungen) vom Freschen Haus zurück. Wem ein zusätzliches Transportmittel zur Verfügung steht, der kann nach Bad Laterns (1.147 m) am Beginn der Furkajoch-Straße absteigen. Dazu wird zuerst eine kleine Steilstufe hinunter zur Oberen Saluver Alm mit einer Serpentine bezwungen. Dann folgt eine nette Almquerung, bevor es auf breitem, aber etwas steilerem und steinigem Weg in ca. 30--45 Minuten zur bewirtschafteten Unteren Saluver Alm (1.565 m) geht. Auch diese Alm wird auf breitem Weg gequert. An einer Geländekante verengt sich der Weg zu einem Steig, der sehr steil (Trittsicherheit), teilweise über Steinstufen und weiter unten über Wurzeln in ca. 30-45 Minuten zur Hinteren Garnitza Alm (1.272 m, Abb. 14) führt, die man nach einem kleinen Wasserfall und der Querung des Garnitzen Baches erreicht.

Auf einem breiten, ebenen Weg marschiert man - vorbei an der Vorderen Garnitza Alm - über das Almgebiet talauswärts, bis man wieder zu einem Wald gelangt. In einem klammartigen Tal geht es nun wieder steiler, aber weiterhin auf einer Forststraße bergab. Nach rund 1½-1¾ Stunden (vom Freschen Haus) steht man auf dem Parkplatz am Beginn des Tals knapp oberhalb von Bad Laterns. Wer ohne Transportmöglichkeit hierher abgestiegen ist, muss nun entweder per Autostopp oder zu Fuß die rund 350 Hm zum ursprünglichen Ausgangspunkt Richtung Furkajoch heimkehren, da der Linienbus in Bad Laterns seine Endstation hat.
HM/Zeit:
Für die Tour vom Ausgangspunkt unterhalb der Altgerach Alm zum Endpunkt bei Bad Laterns mit allen Gegensteigungen ca. 550 Hm (Aufstieg) und ca. 900 Hm (Abstieg) in rund 2½-3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. 2,0-2¼ Stunden (Abstieg). Bei Rückkehr zum Ausgangspunkt zusätzliche 150 Hm in 2,0-2½ Stunden.
Zeitraum:
Mitte April-Mitte November
Anforderungen:
Technisch einfache Tour, aber lang und anstrengend. Kaum Schatten! Größtenteils Almsteige. An manchen Stellen ist Trittsicherheit notwendig, Abstieg nach Bad Laterns ist teilweise sehr steil!
Highlights:
Großflächige Alm-Landschaften und toller Rundblick vom Hohen Freschen
Anfahrt:
Auf der Rheintalautobahn (A 14) bis Abfahrt Rankweil/Feldkirch Nord, von dort nach Rankweil und weiter Richtung Laterns und Bad Laterns (Parkplatz knapp nach dem Ort) fahren. Etwa 4 km von Bad Laterns in einer ausgeprägten Rechtskurve ca. 1 km vor dem Furkajoch zweigt links der Wanderweg zur Altgerach Alm ab.
Einkehr:
Freschen Haus, zahlreiche im Sommer bewirtschaftete Almen


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