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Trenchtling/Hochturm:
Auf den Edelweißboden in der Hochschwab-Region
Abb. 1
Wer das symbolträchtige Edelweiß blühen sehen möchte, steigt am besten im Sommer ins Hochgebirge auf. Doch auch östlich des Dachsteins gibt es Plätze, wo man der unter strengem Naturschutz stehenden Pflanze begegnen kann. Ein solcher Ort befindet sich auf dem Trenchtling (Abb. 1), einem mächtigen Bergstock südwestlich des Hochschwabs, auf dem Weg hinauf zum Hochturm. Zahlreiche Hinweisschilder weisen eindringlich darauf hin, dass das Edelweiß und auch andere seltene Bergpflanzen unter Naturschutz stehen und nicht gepflückt werden dürfen.

Der nachfolgende Wandertipp führt vom Gasthaus Hiaslegg (1.154 m, Abb. 2), das sich auf einem Sattel zwischen den Gemeinden Tragöß und Vordernberg befindet, über den Edelweißboden auf die mit 2.081 m höchste Erhebung des Trenchtlings, den Hochturm. Zunächst immer in nördliche Richtung wandert man zuerst rund 5 Minuten auf einer Forststraße. Dann zweigt rechts der markierte Weg ab. Dieser ist zwar recht breit, aber trotzdem eher mühsam zu begehen. Gleich zu Beginn kann man jedoch links auf einen parallel führenden Waldpfad ausweichen, der nach rund fünf Minuten Gehzeit wieder in den markierten Weg mündet. Nun folgt in einem etwas lichteren Waldstück wesentlich besser zu begehendes Terrain. Nach knapp 30 Minuten vom Ausgangspunkt stößt unser nun recht breiter Weg auf eine weitere Forststraße, auf der man jetzt – kaum ansteigend – weiter marschiert. Vorbei an einer Weggabelung, bei der man erstmals links den felsigen Teil des Trenchtlings (Abb. 3) gut erkennen kann, wendet sich der bisher stets zu den südlichen Abhängen führende Weg nun in einem weiten Bogen auf die steile Ostseite des Trenchtlings. Dabei gibt es immer wieder nette Aussichtspunkte Richtung Osten und Süden (Abb. 4). Schon bald zweigt links unser markierter Steig bergwärts ab und führt teilweise parallel zur Forststraße, die wir in weiterer Folge zweimal queren, wieder etwas steiler aufwärts. Dann wandern wir ein letztes Stück auf dieser Forststraße, die wir dann in einer Linkskurve (ca. 1.500 m) endgültig verlassen.

Nach ein paar Schritten entlang des Hanges folgt nun der sicherlich technisch schwierigste Part unserer Wanderung: Unser Steig wendet sich wieder bergwärts und führt ab nun hauptsächlich in westliche Richtung. Er überwindet in den nächsten rund 15 Minuten ein wirklich steiles, ca. 130 Hm nach oben führendes Waldstück. Dabei geht es – zusehends steiniger werdend – im abschüssigen Gelände immer wieder über kleine wurzelige und felsige Hindernisse. Vor allem beim späteren Abstieg und bei feuchten Bodenverhältnissen ist hier Trittsicherheit erforderlich. Oben angekommen wartet das Wetterkreuz (Abb. 5) auf uns. Von diesem wandert man nun wieder eher gemütlich ein paar Minuten hinauf zum Roßboden, der links von uns liegt und die Waldgrenze darstellt. Ein letztes, steiles und steiniges Hindernis muss bezwungen werden, dann führt unser Steig zuerst rechts entlang von Latschen und weiter oben durch Latschen durch einen talähnlichen Abschnitt. Nach einer kurzen Hangquerung erreicht man den untersten Teil des Edelweißbodens (ca. 1.765 m), (Abb. 6),
(Abb. 7). Immer mehr Tafeln mit dem Hinweis auf den strengen Naturschutz begegnen uns in weiterer Folge. Links vorbei an einer kleinen Erhebung wandern wir nun über eine größere Wiese. Bei einem Sattel öffnet sich in nördliche Richtung ein imposanter Blick auf Pribitz und Meßnerin im Vordergrund und den felsigen Kernbereich der Hochschwab-Region zwischen Ebenstein (Abb. 8) im Westen und dem Hochschwab-Gipfel im Osten im Hintergrund. Einen Blick, den man richtig genießen sollte! Doch man muss hier aufpassen und sich nicht zu sehr dem Abgrund nähern! Noch toller ist der Blick, wenn man über Wiesen die rund 20–30 Hm (ca. 5 Minuten) auf die rechts vom Sattel stehende Erhebung hinauf marschiert. Hier etwas höher ergänzt der etwa 1.000 Hm unter uns liegende Grüne See den Panoramablick (Abb. 9)!

Mit der Querung eines kleinen Steinkars führt unser gut und sicher angelegter Steig nun wieder aufwärts in eine Scharte und passiert rechts eine felsige Erhebung. Dann öffnet sich vor uns der Blick zu den Wiesenhängen der Großwand (links, 1.980 m, Abb. 10) und den Erhebungen, die noch vor dem Hochturm liegen. Nach einem kurzen ebenen Wegstück steigt man rund 30 Hm abwärts in einen Sattel und dann auf der Nordseite der Großwand wieder rund knapp 100 Hm aufwärts. Wer schon müde ist, kann den Aufstieg beim Steinmännchen der Großwand beenden. Wer aber auf den Hochturm will, steigt zuerst noch über eine Wiese weiter auf und erreicht damit wesentlich schrofigeres und abschüssiges Gelände (Abb. 11), wobei hier der recht schmale Steig (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit) leicht abwärts führt. Rund 30 Minuten von der Großwand führt ein kurzer, steiler Stichweg rechts hinauf zum Gipfelkreuz (Abb. 12) des Hochturms mit einem großartigen Rundblick. Für den kompletten Aufstieg, bei dem man samt der Gegensteigung am Fuße der Großwand und des Hochturms rund 1.000 Hm überwindet, benötigt man ungefähr 3,0–3½ Stunden.

Für den direkten Rückweg, bei dem die kleinen Gegensteigungen wieder zu bewältigen sind und man so auf insgesamt fast 1.100 Hm kommt, sollte man etwa 2¼–2¾ Stunden einplanen. Dabei wandert man im oberen Bereich stets in Richtung Hochschwab und Meßnerin, die sich in ihrer ganzen Mächtigkeit vor dem Wanderer aufbauen! Wer die Möglichkeit hat, mit einem zweiten PKW anzureisen, kann diesen zuvor am Präbichl (beim GH Latschenstub´n) abstellen und so die Abstiegsvariante über das Wildfeld und den Lamingsattel (Abb. 13) wählen, die im Großen und Ganzen etwas steiler (ausgenommen das abschüssige und steile Waldstück auf der Aufstiegsvariante zwischen Roßboden und Forststraße) und etwas kürzer als die Aufstiegsroute ist. Will man aber nochmals das blühende Edelweiß bewundern, geht es wieder zurück zum Gasthaus Hiaslegg. Aber nicht vergessen: Nur schauen, nicht pflücken!
HM/Zeit:
Vom GH Hiaslegg auf den Hochturm mit Gegensteigungen in beiden Richtungen ca. 1.100 Hm in rund 3,0–3½ Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 2¼–2¾ Stunden (Abstieg)
Zeitraum:
Mitte Mai-November
Anforderungen:
Lange und teilweise steile und anstrengende Tour auf Forststraßen, Wald- und Wiesensteigen. Im steilen Waldanstieg und im Gipfelbereich (schrofig) Trittsicherheit nötig!
Highlights:
Edelweißwiese, tolle Blicke in die felsige Hochschwab-Region und hinunter zum Grünen See, Rundblick vom Hochturm
Anfahrt:
Von der Schnellstraße S 6 (Semmering-Schnellstraße) von Norden bis zur Abfahrt Kapfenberg bzw. von Süden bis zur Abfahrt Bruck an der Mur. Auf der B 116, der Verbindungsstraße zwischen Kapfenberg und Bruck an der Mur, nach St. Katharein an der Laming abbiegen und ca. 21 km taleinwärts bis Großdorf (Tragöß-Mittelort) fahren. Dort links auf die schmale Bergstraße Richtung Gasthaus Hiaslegg abzweigen und bis zum Sattel, wo auch das Gasthaus steht, fahren. Hier stehen einige Parkplätze zur Verfügung. Zum GH Hiaslegg kann man auf einer schlecht ausgebauten Bergstraße auch von Vordernberg (Anschluss zur S 36 und A 9) hinauffahren.
Einkehr:
Gasthaus Hiaslegg, unterwegs keine Einkehrmöglichkeit!
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°02‘39‘‘/47°30‘28‘‘
Rechtswert (UTM): 503340 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5261625 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK25V/4216-West


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