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Dürlstein:
Kurzer, rassiger Aufstieg mit Überraschung!
Abb. 1
Die Osterhorngruppe, die östlich der Landeshauptstadt Salzburg liegt, ist geprägt von weiten Almböden und steilen, oft mit langgezogenen, nicht allzu breiten Felsbändern durchzogenen Bergen mit den typischen Grasmugeln als Spitze. Auf Grund ihrer nicht zu imposanten Höhe - die meisten Gipfel liegen zwischen 1.500 m und 1.800 m - können diese schon zu Frühlingsbeginn bzw. bis spät in den Herbst hinein bestiegen werden. Einer dieser Gipfel ist der Dürlstein (Abb. 1), der sich nahe bei der wunderschön gelegenen Genneralm befindet.

Wanderer, die öffentlich anreisen, können bis zum Anfang der staubigen Mautstraße mit einem Linienbus fahren. Auch viele Autofahrer lassen ihren PKW am Parkplatz (ca. 800 m) kurz nach dem kleinen Dorf Lämmerbach stehen und steigen zu Fuß die rund 500 Hm (Höhenmeter) zur Genneralm auf. Wer sich die Wanderung von 1,0-1½ Stunden hinauf und etwa 45-60 Minuten hinunter, die großteils auf der Straße im Waldgebiet zu absolvieren ist, sparen will, zahlt € 7 und fährt die Mautstraße zur Genneralm hinauf. Oben angekommen, hält man sich bei der Weggabelung rechts und geht bzw. fährt noch rund 150 m weiter bis zur bewirtschafteten Reithütte (1.295 m). Dort kann man auch auf dem kleinen Parkplatz sein Auto abstellen, ein öffentlicher Parkplatz ist in der Mautgebühr nicht inkludiert!

Zu Beginn sollte man das wirklich schöne Almgebiet bewundern, das von einigen Gipfeln der Osterhorngruppe umgeben ist. Im Osten (Abb. 2) sieht man den Hohen Zinken (1.764 m) und das Große (1.742 m) und das Kleine Radl (1.673 m), im Norden prägt das Holzeck (1.603 m, Abb. 3) die Landschaft und im Westen ist das steile, bei Wanderern beliebte Gennerhorn (1.735 m) unübersehbar. Oberhalb der Reithütte weist an der Straße auch eine kleine Tafel die Richtung auf das Gennerhorn. Auch wir steigen zunächst über Wiesen auf, nach wenigen Schritten beweist uns eine schon etwas verblasste Markierung, dass wir hier richtig sind. Nachdem wir die ersten Bäume erreicht haben, wird unser Steig etwas steiler und steiniger. Nach etwa 5-10 Minuten von der Reithütte wandern wir an einem Gedenkstein für einen tödlich verunglückten Einheimischen vorbei. Noch kurz eben über eine kleine Wiese marschiert, tauchen plötzlich im Hintergrund unser Ziel, der Dürlstein, und gleich links daneben der benachbarte Hohe First auf. An den sehr steilen Südhängen des Gennerhorns wird der immer wieder etwas abschüssige, aber nicht sehr steile Steig jetzt etwas schwieriger begehbar. Auch müssen immer wieder kleinere Steinkare überwunden werden. Langsam wendet sich unser Weg nach Norden und strebt einer Scharte mit dem Lennersattel entgegen, der das Gennerhorn (rechts) und das felsige Gruberhorn (links, 1.732 m, Abb. 4) trennt. Kurz bevor man den Sattel erreicht, kommen wir zu einer Weggabelung. Wir steigen nicht zum Sattel auf, sondern wandern links weiter und stoßen nach wenigen Metern auf eine Quelle.

Nach rund 40-45 Minuten Gehzeit und rund 180 bewältigten Hm beginnt nun der richtige Aufstieg zum Dürlstein (Abb. 5). Nach der Querung eines weiteren Steinkars, es werden noch einige - manche mit kleinerem Blockwerk - folgen, geht es zunächst im leichten Auf und Ab weiter. Besonders im Sommer sollte man ein wenig aufpassen, da das Gelände ideal für Schlangen ist. Je mehr wir uns den Felsen nähern, desto steiler und steiniger wird der nicht allzu gut gepflegte Pfad. Neben dem ersten erreichten Felsen wartet nun eine 30 Hm-Steilstufe auf uns, die es wirklich in sich hat. Trittsicherheit ist bei dem fast senkrechten Aufstieg über provisorisch angelegte Erd- und Steinstufen Voraussetzung! Schon seit der letzten Weggabelung unter dem Lennersattel wird sich vielleicht der eine oder andere Bergwanderer fragen, wie er wohl das schon von weitem sichtbare Felsenband, das zwar nicht sehr breit ist, aber trotzdem etwas bedrohlich wirkt, überwinden wird. Hier am oberen Ende der Steilstufe lässt sich diese Frage immer noch nicht beantworten. Doch ein paar nicht mehr so steile Schritte weiter folgt die positive Überraschung: Wie durch "Geisterhand" öffnet sich im Felsenband ein Spalt (Abb. 6), der vergleichsweise leicht ansteigend durchwandert werden kann. Am schwierigsten dabei ist das Öffnen einer schlecht angebrachten Eisentür.

Mit dem Durchwandern des Felsendurchgangs erreicht man die steilen Wiesen der Graskuppe. Links geht es nun weiter auf einen Sattel mit Blick zum benachbarten Hohen First (1.718 m, Abb. 7), dessen Gipfel man in 10-15 besteigen kann. Wir aber wenden uns nach rechts und erklimmen die letzte 50 Hm-Steilstufe und stehen am höchsten Punkt des Dürlsteins (1.697 m), wo wir vergeblich ein Gipfelkreuz suchen. Für den teilweise mühsamen und sehr steilen Aufstieg von rund 400 Hm sollte man unbedingt 1½-1¾ Stunden einplanen. Neben dem Blick zur vergletscherten Dachsteinregion und zur Bischofsmütze im Südosten, dem Tennengebirge im Süden, dem Hohen Göll im Südwesten und dem Untersberg im Westen sind die vielen nahen und fast gleich hohen Berge der Osterhorngruppe mit ihren Felsbändern und den typischen Gipfelformen besonders beeindruckend (Abb. 8).

Als etwas längere Abstiegsvariante könnte man zur nahen und vom Gipfel des Dürlsteins im Süden bereits sichtbaren Moosangerlalm (1.476 m) über einen sehr steilen und wenig gepflegten Pfad absteigen und von dort in einem größeren Bogen mit einer Gegensteigung am Schluss zur Genneralm heimkehren. Wir empfehlen aber den Abstieg am Aufstiegsweg -große Vorsicht ist an der Steilstufe unmittelbar nach dem Felsspalt geboten! – mit einem beeindruckenden Blick zur Gennerspitze (Abb. 9) mit kleinem Umweg (zusätzliche 50 Hm und 15-20 Minuten für Auf- und Abstieg) zum Lennersattel. Denn dort warten im Sommer dutzende Schafe und der Blick zum berühmten Schafberg an der Landesgrenze zwischen Salzburg und Oberösterreich. Beim weiteren Abstieg zur Genneralm hat man noch länger den Dachstein (Abb. 10) vor Augen. Ohne den Umweg zum Lennersattel nimmt der gesamte Abstieg kaum mehr als 1¼-1½ Stunden in Anspruch und beendet eine zwar kurze, aber auf Grund der Wegbeschaffenheit doch etwas mühevollere Tour in einer sehr beeindruckenden Landschaft.

Zum Schluss noch zwei Tipps: Nach anstrengender Wanderung kann man sich an heißen Tagen im idyllisch gelegenen Hintersee (Abb. 11) erfrischen, bei dem man auf dem Weg nach und von Lämmerbach vorbeifährt. Landschaftlich großartig ist auch die Strubklamm, die auf der Strecke zwischen Hallein und dem Hintersee liegt.
HM/Zeit:
Aufstieg von der Genneralm auf den Dürlstein ca. 400 Hm in rund 1½-1¾ Stunden, Abstieg in ca. 1¼-1½ Stunden; bei Umweg über den Lennersattel zusätzliche ca. 50 Hm und 15-20 Minuten für Auf- und Abstieg bzw. für Auf- und Abstieg vom Parkplatz kurz nach dem kleinen Dorf Lämmerbach zur Genneralm zusätzlich rund 500 Hm und 1,0-1½ Stunden hinauf und etwa 45-60 Minuten hinunter.
Zeitraum:
April-November
Anforderungen:
Nicht allzu lange, aber auf Grund der teilweise sehr steilen und steinigen Wegbeschaffenheit anstrengende Tour; Trittsicherheit und auch Schwindelfreiheit notwendig. Bei Auf- und Abstieg von Lämmerbach zur Genneralm auch lange Tour!
Highlights:
Rundblick vom Dürlstein, Genneralm, Hintersee, Strubklamm
Anfahrt:
Auf der A 1 (Westautobahn) bis zur Ausfahrt Thalgau, weiter ca. 8 km bis nach Hof bei Salzburg, links auf die Bundesstraße B 158 Richtung St. Gilgen abzweigen. Nach ca. 2,5 km rechts Richtung Faistenau/Hintersee abzweigen, ca. 20 km taleinwärts bis zum Parkplatz kurz nach Lämmerbach fahren und dort parken oder auf der sandigen Mautstraße (€ 7,--) hinauf bis zur Genneralm und weiter rechts ca. 150 m zur Reitalm fahren und dort parken.
Einkehr:
Reitalm, Leit´n Alm, Posch´n Hütte


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