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Dürrenstein:
Einfacher Aufstieg auf eine Felspyramide mit fantastischem Ausblick
Abb. 1
Wer mit der Bahn oder mit dem Auto durch das obere Pustertal in Südtirol unterwegs ist, wird vielleicht einen Blick auf eine mächtige Felspyramide erhaschen: Der 2.839 Meter hohe Dürrenstein (Abb. 1) scheint - von Norden und Osten gesehen - für "normale" Bergwanderer unbezwingbar. An seiner Südwestseite aber zeigt der Dürrenstein (Abb. 2) ein anderes Gesicht: Steile, mit Felsen durchsetzte Wiesen ermöglichen ein zwar anstrengendes, aber technisch unerwartet einfaches Besteigen. Lohn der Mühe ist ein wunderbarer Blick speziell Richtung Süden zu den Giganten der östlichen Dolomiten, allen voran zu den Drei Zinnen. Aber auch der Alpenhauptkamm mit den Zillertaler Alpen im Nordwesten und den Hohen Tauern im Nordosten sind bei guter Sicht zum Greifen nahe.

Schon um zum Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Tour, den Plätzwiesen, zu gelangen, ist einiger Aufwand nötig. Von der italienischen Staatsstraße 49 bei Niederndorf biegt man ins Pragsertal ein und fährt nicht zum herrlich in der Bergwelt gelegenen Pragsersee, sondern biegt nach etwa 1,5-2 km links Richtung Brüggele ab. Die Straße führt ca. 5 km taleinwärts zu einem großen Parkplatz beim Alpengasthof Brüggele (1.495 m). Wenn man vor 10.00 Uhr morgens kommt, kann man weiter bis zum Parkplatz Plätzwiesen (ca. 1.975 m) fahren. Danach (10.00-16.00 Uhr) geht es nur mehr zu Fuß auf einem teilweise steilen Waldweg, was bei einer Tour auf den Dürrenstein auf Grund der dann noch zu bewältigenden 1.350 Höhenmeter (Hm) nicht unbedingt ratsam ist, oder mit dem Autobus aufwärts.

Auf der für den Verkehr (ausgenommen Fahrzeuge mit Sondergenehmigung) gesperrten Sandstraße geht es vom oberen Parkplatz und der Bus-Endstation in ca. 5-10 Minuten leicht aufwärts zum Gasthaus Plätzwiese (1.991 m, Abb. 3) und dem direkt dahinterliegenden Hotel Hohe Gaisl. Bereits hier hat man einen prachtvollen Blick auf die imposante Bergwelt der Dolomiten (Abb. 4) & (Abb. 5) und die umgebende Almlandschaft. Zwischen den beiden Häusern bei einer kleinen Kapelle biegt links der Weg auf den Dürrenstein ab. Schon zu Beginn ist fast der gesamte Aufstiegsweg (Abb. 6) zu erkennen. Nach wenigen Minuten zweigt links von unserem Weg (Nr. 40) der Dolomitenhöhenweg (Nr. 3) ab. Wir steigen weiter in südöstlicher Richtung auf und kommen erneut zu einer Weggabelung (2.112 m). Unser Aufstiegsweg führt links - jetzt in nordöstlicher Richtung - hinauf zu einem Gatter und ein kurzes Stück durch letzte, spärliche Waldreste. Man erreicht nun die mit Felsen durchsetzten steilen Wiesen, die uns fast bis zum Gipfel begleiten werden. Der Weg ist zum Teil sehr breit und felsige und steinige Stellen werden umgangen oder mittels künstlich angelegten Stufen überwunden.

Bei einer Höhe von ca. 2.400 m, etwa die Hälfte der Anstiegshöhe (ca. 425 Hm) und der Wegzeit (60-75 Minuten) sind nun überwunden, wendet sich der Weg in Richtung Südost und wird jetzt etwas steiler und steiniger. Ab ca. 2.500 m geht es für weitere 100 Hm in einigen Serpentinen östlich aufwärts, bevor uns ab ca. 2.600 m der immer noch recht breite Steig auf einer langen Geraden wieder in nordöstlicher Richtung steil hinaufführt. Bei ziemlich genau 2.700 m erreicht man einen Aussichtsplatz (Abb. 7) am oberen Kamm mit einem ersten schönen Blick zu den Drei Zinnen (Abb. 8). Noch ein kurzes Stück hinauf und man verlässt das steile Wiesengelände und muss über ein Geröllfeld zum Vorgipfel (ca. 2.825 m) des Dürrensteins aufsteigen. Mit Hilfe einer Kette geht es ca. 5 Meter hinab in einen kurzen Sattel und dann nochmals ca. 20 Meter hinauf zum mächtigen Gipfelkreuz des Dürrensteins (Abb. 9), das auf genau 2.839 m liegt. Auf Grund der fantastischen Aussicht und des eher einfachen und flotten Aufstiegsweges (vom Parkplatz Plätzwiesen ca. 850 Hm in 2,0-2½ Stunden) herrscht bei schönem Wetter - vor allem an Wochenenden - in der Gipfelregion des Dürrensteins oft ein beängstigender Trubel, dem man leider hier auf Grund der Enge nur schwer entgehen kann. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg!

Abwärts geht es auf demselben Weg wie beim Aufstieg, stets die herrliche Bergwelt der Dolomiten, die Plätzwiesen, den Berggasthof und das Hotel unten beim Ausgangspunkt vor Augen (Abb. 10). Der gut ausgebaute Weg verleitet ein wenig zum Hetzen, doch vor allem bei feuchten Wegverhältnissen sei zur Vorsicht geraten. Außerdem gibt es auf den ausgedehnten Wiesen immer wieder den „geschützten“ Edelweiß (Abb. 11) zu entdecken. Für den Abstieg sollte man etwa 1½-2,0 Stunden reine Gehzeit einplanen. Wir empfehlen aber, die eine oder andere Rast einzulegen, um die Eindrücke dieser schönen Tour in Ruhe aufnehmen zu können.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz Plätzwiesen ca. 850 Hm in 2,0-2½ Stunden beim Aufstieg und 1½-2,0 Stunden beim Abstieg
Zeitraum:
Mitte Mai-Mitte Oktober
Anforderungen:
Technisch einfache Tour in großer Höhenlage (über 2.800 Meter) - Vorsicht im felsigen Gipfelbereich (Geröll!), dort sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Mit Kette gesicherter (kurzer) Übergang vom Vor- zum Hauptgipfel.
Highlights:
Sehr schöner Dolomiten-Blick inkl. Drei Zinnen-Blick, die ausgedehnten Alm-Landschaften der Plätzwiesen
Anfahrt:
Von Osttirol (Lienz) über Silian über die B 100 zur österreichisch-italienischen Grenze, weiter auf der italienischen Staatsstraße SS 49 bis Niederndorf. Von Nordtirol (Innsbruck) über die Brenner-Autobahn (A 13/A 22) und die österreichisch-italienische Grenze bis zur Abfahrt Brixen und dort auf der italienischen Staatsstraße SS 49 über Bruneck bis Niederndorf.
Von der SS 49 bei der Ortsumfahrung Niederndorf auf die Straße zum Pragsersee (Richtung Süden) abbiegen. Nach etwa 1,5-2 km links Richtung Brüggele, die Straße führt etwa/ca. 5 km taleinwärts zu einem großen Parkplatz beim Alpengasthof Brüggele (1.495 m). Entweder dort parken oder auf der Mautstraße (Zufahrtszeiten beachten!) hinauf zu den beiden Parkplätzen bei der Plätzwiese fahren.
Einkehr:
Alpengasthof Brüggele, Berggasthof Plätzwiese, Hotel Hohe Gaisl; beim Auf- bzw. Abstieg keine Einkehrmöglichkeit!


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