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Drei Zinnen Hütte:
Der schönste Blick der Ostalpen
Abb. 1
Was für die Schweiz der Blick von Zermatt auf das Matterhorn und für Österreich das Panorama von Heiligenblut zum Großglockner, das ist für Italien und Südtirol die imposante Kulisse der Drei Zinnen (Abb. 1) von der gleichnamigen Hütte aus gesehen. Doch im Unterschied zu den beiden Erstgenannten muss man sich diesen Blick im wahrsten Sinne des Wortes erst ergehen. Am einfachsten geht das, indem man im Süden auf der Mautstraße zur Rif. Auronzo (2.320 m) auffährt und dann in etwa 90 Minuten auf einem bequemen Weg die Drei Zinnen über den Patternsattel auf ihrer Ostseite umgeht. Weitere zwei Stunden dauert dann die komplette Umrundung. Wesentlich aufwändiger sind die Wanderungen von Südtiroler Seite. Beliebtester Ausgangspunkt dafür ist der große, gebührenpflichtige Parkplatz bei der Fischleinbodenhütte. Von dort kann man in etwa 2½ -3,0 Stunden direkt zur Drei Zinnen Hütte aufsteigen oder - noch aufwändiger - die Tour mit eine Runde um den Einserkofel kombinieren. Diese Variante, die etwa 6,0-7,0 Stunden reine Gehzeit benötigt und bei der etwa 1.200 Hm (Höhenmeter) zu bewältigen sind, wird im nachfolgenden Wandertipp vorgestellt. Egal, für welchen Weg man sich entscheidet, man ist selten alleine!

Von der Fischleinbodenhütte (1.454 m) geht es auf dem breiten Weg Nr. 102 in südlicher Richtung dem gewaltigen Einserkofel (2.698 m, Abb. 2) entgegen. Anfangs verläuft der Weg sehr gemütlich durch den breiten Fischleinboden in rund 30 Minuten zur Talschlusshütte (1.526 m) und in weiteren 5-10 Minuten taleinwärts zu einer Weggabelung. Hier muss man sich entscheiden, ob man rechts direkt zur Drei Zinnen Hütte aufsteigt (Weg Nr. 102) oder die längere Variante über die Zsigmondyhütte wählt (Weg Nr. 103). Wir halten uns links und überqueren den Altensteiner Bach und starten am Nordost-Hang des Einserkofels die Besteigung einer größeren Steilstufe. Zuerst ein offenes Geröllfeld querend und in weiterer Folge in einem Wald gewinnt man mit Hilfe von unzähligen Serpentinen schnell an Höhe. Hoch über dem Bachern Bach geht es dann weiter - nicht mehr so steil - auf einem gut ausgebauten Steig taleinwärts einer imposanten Felskulisse (Abb. 3) entgegen. Nach der Überwindung einer letzten, etwas felsigeren Steilstufe erreicht man nach ca. 2½ Stunden vom Ausgangspunkt die Zsigmondyhütte (2.235 m, Abb. 4), die sich am unteren Ende einer felsdurchsetzten Grasstufe befindet.

Nach kurzer Rast setzen wir unsere Tour in westlicher Richtung auf dem Weg Nr. 104 fort. Begleitet von ständigen Pfiffen der Murmeltiere queren wir die felsdurchsetzte Grasstufe (Abb. 5) und steigen auf einem gut gehbaren, steinigen Steig zügig zum Oberbachern Joch (2.519 m) auf, wo sich der Blick Richtung Westen weit öffnet (Abb. 6). Entlang eines Felsenbandes und der Provinzgrenze von Südtirol und Belluno geht es weiter zur Büllelejoch Hütte (2.528 m, Abb. 7). Nach der schnellen Ersteigung von wenigen Höhenmetern erreicht man bei einem Kreuz den höchsten Punkt der Einserkofel-Umrundung (ca. 2.550 m). Von der Zsigmondyhütte bis hierher benötigt man etwa 60--75 Minuten. Nördlich des hier in westlicher Richtung abfallenden Kamms sieht man den weit geöffneten Kessel des oberen Altensteiner Bachtals, die Bodenalpe mit den Bödenseen und der Drei Zinnen Hütte im Hintergrund (Abb. 8).

Den Kamm entlang geht es wenige Meter abwärts zum Büllelejoch (2.522 m), wo unser weiterer Weg (Nr. 101) rechts abzweigt. Nun folgt der sicherlich anspruchsvollste Teil der Tour: Steil geht es fast 200 Hm abwärts einem unbenannten Bergsee entgegen, zuerst über Geröll, danach über steiniges Gelände. Dann folgt ein besonders reizvolles Wegstück. Auf etwa 2.350 m Höhe quert unser etwa ein Meter breiter Steig ein steiles Geröllfeld (Abb. 9) und führt eine längere Zeitspanne fast eben nach Westen der Drei Zinnen Hütte entgegen. Nochmals folgt ein steiniger Teil und zuletzt geht es rund 75 Hm hinauf zur Hütte (2.405 m), wo uns der lang ersehnte Blick (Abb. 10) auf die Drei Zinnen (v.l.n.r.: Kleine Zinne (2.857 m), Große Zinne (2.999 m) und Westliche Zinne (2.973 m)) erwartet. Der einzige Schönheitsfehler dabei sind die hier üblichen Menschenmassen, mit denen man sich das einzigartige Panorama teilen muss. Für das Wegstück vom Büllelejoch zur Drei Zinnen Hütte sollte man eine knappe Stunde Wegzeit einplanen.

Westlich und in weiterer Folge nördlich an den beiden in der Senke liegenden Bödenseen vorbei führt der Abstiegsweg (Nr. 102) nun hinunter (Abb. 11). Immer die imposante Bergwelt vor und hinter uns (Abb. 12) nähern wir uns dem schmalen Altensteintal und über einige Serpentinen dem Altensteiner Bach. Laufend wechseln steilere und weniger steile Wegstücke, vorerst im offenen Gelände, dann durch Latschen und schlussendlich im Wald - aber stets auf einem breiten, meist steinigen Weg. Von der Drei Zinnen Hütte zur Weggabelung vom Beginn unserer langen Rundtour um den beim Abstieg rechts von uns liegenden Einserkofel und zur Talschlusshütte benötigt man etwa 1½-2,0 Stunden, nach weiteren ca. 20 Minuten steht man wieder beim Ausgangspunkt, der Fischleinbodenhütte. Die beschriebene Tour ist sicherlich nur etwas für konditionsstarke Berggeher, doch zählt sie zu den schönsten Wanderungen in den Dolomiten - wahrscheinlich sogar in den gesamten Ostalpen!
HM/Zeit:
Von der Fischleinbodenhütte über die Zsigmondyhütte und das Büllelejoch zur Drei Zinnen Hütte (mit Gegensteigungen ca. 1.200 Hm) in ca. 4¼-4¾ Stunden. Für den direkten Aufstieg durch das Altensteiner Bachtal zur Drei Zinnen Hütte benötigt man ca. 2½--3,0 Stunden, für den Abstieg zurück zur Fischleinbodenhütte benötigt man ca. 1¾-2¼ Stunden.
Zeitraum:
Mitte Mai-Mitte Oktober
Anforderungen:
Technisch zwar einfache Tour - Vorsicht nur beim steilen Abstieg über Geröll, danach über steiniges Gelände vom Büllelejoch! An manchen Stellen der Rundtour sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Auf Grund der Länge der Rundtour ist gute Kondition unbedingt erforderlich!
Highlights:
Der berühmte Drei Zinnen Blick von der gleichnamigen Hütte. Die grandiosen Fels-Alm-Bergseen-Landschaften der Sextener Dolomiten.
Anfahrt:
Von Osttirol (Lienz) über Silian über die B 100 zur österreichisch-italienischen Grenze, weiter auf der italienischen Staatsstraße SS 49 bis Innichen. Von Nordtirol (Innsbruck) über die Brenner-Autobahn (A 13/A 22) und die österreichisch-italienische Grenze bis zur Abfahrt Brixen und dort auf der italienischen Staatsstraße SS 49 über Bruneck bis Innichen.
Von der SS 49 bei Innichen auf die SS 52 (Richtung Sexten, Kreuzberg-Pass) abbiegen und auf dieser über Sexten bis zur Ortschaft Moos (ca. 8 km) fahren. Dort in südlicher Richtung zum Hotel Dolomitenhof abbiegen und einige Kilometer bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz bei der Fischleinbodenhütte taleinwärts fahren. Es gibt von Sexten auch eine Busverbindung zur Fischleinbodenhütte.
Einkehr:
Fischleinbodenhütte, Talschlusshütte, Zsigmondyhütte und Büllelejoch Hütte (beide nur bei der Rundtour), Drei Zinnen Hütte


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