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Eisenstein:
Ideale Tour für die Vor- und Nachsaison
Abb. 1
Die Berge der Türnitzer Alpen sind ein Gebirgszug im südlichen Niederösterreich. Vor allem die Gipfel nördlich des Traisentals eignen sich ideal für Wanderungen in der Vor- und in der Nachsaison. Obwohl die beiden höchsten Erhebungen nur knapp 1.200 Meter hoch sind, sollte man Wanderungen in diesem Gebiet nicht unterschätzen. Die Hänge sind oft steil und so sind die meisten Touren zum Teil recht anstrengend und oft auch etwas länger.

Der Hohenstein (1.195 m) und der 10 Meter niedrigere Eisenstein (Abb. 1) sind die bekanntesten Gipfel nördlich des Traisentals und werden als Aussichtsberge gerne bestiegen. Der nachfolgende Wandertipp beschreibt eine Tour auf den Eisenstein. Ausgangspunkt ist die Marktgemeinde Türnitz (Abb. 2), die man mit Auto, Bus oder Bahn erreicht. Auf der Umfahrungsstraße gibt es einen größeren Parkplatz, der gratis benützt werden kann. Von hier geht man am Gehsteig etwa 150 Meter Richtung Osten (= Richtung St. Pölten). Bei der Hausnummer 64 zweigt links ein Verbindungsweg zu einer Siedlung ab, die man auf leicht ansteigendem Weg durchwandert. Weiter geht es auf einer asphaltierten Straße im offenen Gelände, wobei man hier einen schönen Blick auf die den Ort umgebenden Berge hat. Besonders eindrucksvoll ist dabei der im Südosten liegende Türnitzer Höger (1.372 m). Nach etwa 10-15 Minuten vom Ausgangspunkt verlässt man bei einem Bauernhof die asphaltierte Straße und wandert über eine Wiese zu einem Wald. Zuerst ist der Weg breit und noch nicht sehr steil, er wird aber zunehmend steiler und schmäler. An manchen Stellen ist es auch ein bisschen abschüssig. Etwa 30 Minuten vom Ausgangspunkt erreicht man den stattlichen Hof Kalksöd (ca. 650 m).

Unser markierter Weg Nr. 855 steigt nun zuerst im offenen Gelände und dann im Wald in Stufen den Graskogel aufwärts. Auf einem nach Westen führenden Wegstück gibt es einen schönen Blick nach Türnitz und in den Sulzbach Graben. Eine weitere Aufstiegsvariante von Türnitz auf den Eisenstein führt durch diesen, unser Weg und der Aufstiegsweg durch den Sulzbach Graben vereinen sich auf einem Sattel, wobei man für beide Varianten rund 60 Minuten vom Ausgangspunkt hierher einplanen sollte. Nun auf etwas steilerem Weg, nähert man sich in westlicher Richtung dem südlichen Ausläufer des Eisensteins. Bei einem Kreuz erreichen wir eine größere Wiese und kurz danach den Hof Hochgrasser. Wieder kann man einen schönen Blick in Richtung Süden genießen (Abb. 3). Kurz nach dem Hof wendet sich der Weg in nordöstliche Richtung und führt nicht sehr steil zum Wald. Parallel zum Waldrand geht es in ca. 5-10 Minuten zu einer steilen Wegquerung. Wir halten uns links und steigen nun steil den Berg aufwärts, bis wir zu einer Forststraße gelangen. Der markierte Steig quert kurz danach eine zweite, abzweigende Forststraße und führt in Folge nur mehr mäßig ansteigend Richtung Nordosten. Doch Vorsicht: Der Steig ist nicht allzu gut ausgebaut, teilweise sehr schmal, das Gelände abschüssig und vor allem bei Schnee oder feuchten Bodenverhältnissen ist Trittsicherheit notwendig. Ein Kreuz mit einer Gedenktafel erinnert sogar an einen Bergwanderer, der hier verstorben ist! Nun, so gefährlich ist der Steig nicht, aber wer nicht trittsicher ist, kann auf die "erste" Forststraße, die wir - wie vorher beschrieben - gequert haben, ausweichen. Sie führt einige Meter unterhalb des Steiges parallel zu einem Sattel (ca. 1.000 m), wo sich beide Wegvarianten wieder vereinen. Nun wieder breiter führt unser markierter Steig - wir halten uns leicht links - nochmals etwas ansteigend zur Kreuzung (1.080 m) mit dem Verbindungsweg, der vom Hohenstein zum Eisenstein führt.

Bereits etwa über 2¼ Stunden vom Ausgangspunkt unterwegs, muss nun auf dem nach Westen führenden Steig eine etwas steinige, aber nicht schwierige Stelle bezwungen werden. Es geht hinauf auf den von Osten nach Westen führenden Kamm mit Blick Richtung Norden und zum mächtigen Hohenstein (Abb. 4), der in nordöstlicher Richtung liegt. Unser Steig führt entlang eines Zaunes auf der nördlichen Seite des Kamms weiter, was bedeutet, dass vor allem im Spätwinter größere Schneereste die Bergwanderer behindern. Man durchquert nochmals ein kurzes Waldstück und erreicht bei einem Viehgatter die großen Wiesen im Gipfelgebiet des Eisensteins. Nun im offenen Gelände geht es weiter Richtung Westen und dann nochmals kurz hinauf zum Julius Seitner Haus (Abb. 5), das sich unmittelbar neben dem Gipfelkreuz (1.185 m) befindet. Dieser Platz liegt oberhalb einer großen, steil abfallenden Wiese und bietet deshalb einen prachtvollen Blick auf die niederösterreichischen Alpen. Für den gesamten Aufstieg, bei dem rund 720 m zu bewältigen sind, sollte man ca. 2½-3,0 Stunden einplanen.

War der Aufstieg teilweise recht mühsam, ist der Abstieg über den Mühlhof Graben zwar zum Teil auch recht steil, aber auf jeden Fall einfacher. Zunächst geht es im leichten Auf und Ab weiter Richtung Westen. Dann entweder weiter auf der Forststraße in einem weiten Bogen, die Abzweigung nach Schwarzenbach an der Pielach ignorierend, oder die steile Wiese direttissima abwärts, geht es hinunter an das untere Ende der waldlosen Flächen (ca. 980 m). Kurz nach einigen Hütten verlässt unser breiter Weg die Forststraße und führt durch eine Waldschneise in südlicher Richtung sehr steil abwärts. Nach einem etwas weniger steilen, nach Osten führenden Wegstück wendet sich bei einer Wegkreuzung unsere Route erneut Richtung Süden und führt wieder steiler, aber absolut bequem gehbar abwärts. Nach rund 60 Minuten vom Julius Seitner Haus erreicht man etwas oberhalb des Ortbauern (ca. 700 m) den Talboden (Abb. 6).

Entlang eines Baches geht es nun auf einer asphaltierten Straße in rund 20-25 Minuten den Mühlhof Graben talauswärts. Wer sich umdreht, kann immer wieder schöne Blicke auf den bisherigen steilen Abstiegsweg von der Gipfelwiese des Eisensteins bis zum Talboden erhaschen (Abb. 7). Beim Knedelhof (ca. 600 m) erreicht man die Landesstraße, die das Pielachtal im Norden mit dem Traisental im Süden verbindet. Der schnellste Weg zurück zum Ausgangspunkt würde entlang dieser Straße führen. Wer sich das aber ersparen will, muss nun in östlicher Richtung eine rund 70 Hm-Gegensteigung auf einer Forststraße bezwingen. Diese führt uns in ca. 10-15 Minuten hinauf zu einem schönen Almboden. Dort geht es von Hof zu Hof, bis eine Wegkreuzung eine weitere Entscheidung von uns verlangt: Entweder etwas länger, aber weniger steil links hinunter in den Sulzbach Graben zum Hof Sulzböck oder rechts über Feuchten. Ein kurzer Teil der rechten Route führt auf einem Weg mit einem kurzen, aber wirklich schönen Blick zum Türnitzer Höger (Abb. 8), die größten Teile auf einer eher schmalen, asphaltierten Straße. Wanderer mit gutem Orientierungssinn können sich oberhalb des Sulzbach Grabens die Serpentinen sparen und direkt ins Tal absteigen. Wenn man dort angekommen ist, sind es nur mehr wenige Schritte talauswärts nach Türnitz. Für diese Abstiegsvariante sollte man etwa 2,0- 2½ Stunden vom Eisenstein einplanen.
HM/Zeit:
von Türnitz über den Hof Hochgrasser auf den Eisenstein rund 720 Hm in 2½-3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. über den Mühlhof Graben mit einer Gegensteigung von rund 70 Hm in ca. 2,0-2½ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
März-November (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Teilweise steile, nicht allzu lange Rundtour, aber im Großen und Ganzen technisch einfache Wanderung, die aber speziell am Aufstiegsweg zum Eisenstein auch Trittsicherheit erfordert.
Highlights:
Blick vom Eisenstein zu den niederösterreichischen Kalkalpen; das Almgelände im Gipfelbereich des Eisensteins
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 20 (Verbindung von St. Pölten an der Westautobahn A 1 im Norden über Mariazell nach Kapfenberg an der Schnellstraße S6 im Süden) bis nach Türnitz. Auf der nördlich des Ortes führenden Umfahrungsstraße befindet sich ein großer Parkplatz, der kostenlos benützt werden kann.
Einkehr:
Julius Seitner Haus


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