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Roßbachkogel/Speikkogel:
Begegnung mit den Lipizzanern
Abb. 1
Die Spanische Hofreitschule in Wien, in der mit den Lipizzanern die Hohe Schule der Reitkunst trainiert und präsentiert wird, zählt zu den wichtigsten und traditionsreichsten Kultureinrichtungen Österreichs. Bevor die weißen Pferde in die Bundeshauptstadt übersiedeln, verbringen sie die ersten Jahre im Bundesgestüt Piber. Dieses liegt in der Weststeiermark im Raum Köflach-Voitsberg. Wer auf der Südseite der westlichen Gleinalpe wandert, kann in den Sommermonaten (Mitte Juni-September) die edlen Pferde beim Brendlstall auf ihrer Sommerweide - aber bitte mit Respektabstand – bewundern (Abb. 1).

Da sich für Ausflüge in dieser wunderschönen Almregion je zwei Ausgangspunkte (GH Kapitel und GH Krautwasch) und Bergziele (Roßbachkogel und Speikkogel) anbieten, kann man entweder zwei getrennte Touren oder eine verlängerte Wanderung unternehmen. Die nachfolgend beschriebene Tour startet unterhalb des GH Kapitel (ca. 1.000 m), das man von Bärnbach über Kainach und vorbei am GH Saurer auf einer gut beschilderten, asphaltierten Bergstraße erreicht, und führt vorbei am Brendlstall hinauf zum Roßbachkogel. Da nur Gäste die wenigen Parkplätze im Bereich des Gasthauses benützen dürfen, sollte man den Wagen bereits in der letzten Rechtskurve - schon in Sichtweite des Gasthauses -abstellen. Von dort geht es auf der Bergstraße wenige Meter aufwärts, dann hinter dem Haus herum auf den markierten Weg, der entlang einiger Bäume führt. In einem weiten Rechtsbogen geht es dann zuerst über Wiesengelände und weiter auf einem Waldweg, zweimal eine Forststraße querend, etwas steiler hinauf zur Hubertuskapelle (Abb. 2), die am oberen Ende des vom GH Kapitel knapp 150 Hm (Höhenmeter) steil aufsteigenden Almgeländes steht. Vorbei an dieser, wechselt man wieder in den Wald und marschiert auf einem einer Forststraße ähnlichen Weg weiter steil aufwärts. Dann folgt ein längeres, fast ebenes Stück, bevor der nun breite Weg schmäler, etwas steiniger und zunehmend steiler wird. Auf der linken Seite ist das spätere Ziel, der Roßbachkogel, - je nach Jahreszeit - besser oder schlechter sichtbar. Nach dem Einmünden eines Weges von der rechten Seite geht es noch ein Stück weniger steil und wieder etwas breiter zum "Eintritt" (ca. 1.450 m) auf das riesige Almgelände, das man nach rund 75-90 Minuten vom Ausgangspunkt bei einer Quelle am Fuße des steil aufsteigenden und almenreichen Ochsenkogels (Abb. 3) erreicht. Ein paar Schritte weiter und man gelangt zur Wegkreuzung mit dem Steig, der von rechts vom GH Krautwasch (1.126 m, Gehzeit: 1½-2,0 Stunden, etwa gleich viele Hm wie vom GH Kapitel, da mit einigen Gegensteigungen) hierher führt.

Man biegt links in diesen Weg ein und steigt nun mäßig steil auf den Almböden auf, bis man nach etwa 15 Minuten das in einem rechts liegenden Wald etwas versteckt stehende Sandebenkreuz (ca. 1.530 m) erreicht. Davor sollte man unbedingt die wenigen Meter rechts zum Kamm aufsteigen, um einen ersten Blick auf den mächtigen Speikkogel zu erhaschen. Gleich nach dem Sandebenkreuz, das sich am Waldrand im Schatten befindet und sich vor allem im Sommer als schöner Rastplatz anbietet, zweigt rechts in den Wald der breite, nur schwach ansteigende Weg zum Gleinalpenschutzhaus (Gehzeit von hier: ca. 25-30 Minuten) und von dort zum Speikkogel ab. Sehr reizvoll ist aber der weitere Weg zum Roßbachkogel über die Brendlalm (Abb. 4), für den aber halbwegs guter Orientierungssinn gefragt ist und der speziell bei Nebel nicht begangen werden sollte, da diese Aufstiegsvariante unmarkiert ist und über ausgedehntes, abfallendes Almgelände führt. Gleich nach der Abzweigung ist etwas oberhalb ein Viehzaun zu übersteigen, weiter geht es auf Steigspuren aufwärts und dann am Waldrand hinauf Richtung Kamm. Von diesem sind nun - schon weiter unten - der Brendlstall und die Lipizzanerweide (Abb. 5) zu sehen. Doch wenn man Glück hat, kann man bereits auf dem Weg vom Ochsenkogel zum Sandebenkreuz den Lipizzanern, die von schwarz bis zum edlen Weiß alle Schattierungen aufweisen können, begegnen.

Nun wird es etwas schwieriger, denn die Steigspuren verlieren sich immer mehr und man muss sich "wild" - teilweise über Bäche, Zäune und etwas Blockwerk - zum Sattel (1.750 m, Abb. 6) kurz vor dem Roßbachkogel "durchschlagen", den man nach ca. 45-60 Minuten vom Sandebenkreuz erreicht. Auf dem nun wieder markierten Steig, der von rechts vom Gleinalpenschutzhaus (Gehzeit von dort ca. 40-50 Minuten) kommt, geht es nun in 15-20 Minuten etwas steiler die rund 100 Hm hinauf zum Gipfelkreuz des Roßbachkogels (1.848 m, Abb. 7). Für den gesamten Aufstiegsweg vom GH Kapitel, der rund 850 Hm umfasst, benötigt man ca. 2½-3,0 Stunden. Wer die markierte Variante über das Gleinalpenschutzhaus wählt, die wir später als Abstieg verwenden werden, muss ungefähr 15 Minuten länger und einige Hm mehr - auf Grund einiger Gegensteigungen - einplanen. Im Nordosten wird der Rundblick vom Roßbachkogel vom etwas höheren Speikkogel (Abb. 8) dominiert, sonst aber reicht der Blick von den Hohen Tauern und dem Hochkönig im Westen, den Niederen Tauern und den felsigen Bergen des Gesäuses (Abb. 9) im Norden bis hin zu Hoher Veitsch, Schneealpe, Rax, Stuhleck und Hochwechsel im Osten. Im Süden sind neben Koralpe und Saualpe die Karawanken gut sichtbar.

Zum Abstieg geht es wieder hinunter in den Sattel und dann einige Hm einen Kamm hinauf, bevor sich der markierte Weg nach Norden (links) wendet und durch den Wald etwas steinig und steil zum Gleinalpenschutzhaus (1.586 m) und der unmittelbar benachbarten Kirche "Maria Schnee" (Abb. 10) hinunterführt. Für den Abstieg vom Roßbachkogel hierher benötigt man kaum mehr als 45 Minuten. Von hier führt nicht nur der markierte Aufstiegsweg zum Roßbachkogel, sondern auch der ständig der Sonne ausgesetzte Almsteig hinauf zum Gipfelkreuz des Speikkogels (1.988 m). Der zwar steile, aber nur im oberen Bereich etwas steinigere Weg ist in ca. 1,0-1¼ Stunden beim Aufstieg und in 45-60 Minuten beim Abstieg zu bewältigen.

Zum weiteren Abstieg wechselt man auf einem breiten Waldweg wieder hinüber zum Sandebenkreuz, weiter geht es über die Alm zur Abzweigung am Fuße des Ochsenkogels und schließlich auf dem vom Aufstieg bekannten Weg vorbei an der Hubertuskapelle zum GH Kapitel (Abb. 11). Für den Abstieg vom Gleinalpenschutzhaus benötigt man ca. 1½-2,0 Stunden, dazu kommen noch die Abstiege vom Roßbachkogel bzw. vom Speikkogel.
HM/Zeit:
Vom GH Kapitel vorbei am Sandebenkreuz auf den Roßbachkogel ca. 850 Hm in rund 2½-3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. über Gleinalpenschutzhaus und Sandebenkreuz 2¼-2¾ Stunden (Abstieg). Vom GH Kapitel vorbei am Sandebenkreuz und dem Gleinalpenschutzhaus auf den Speikkogel ca. 1.000 Hm in rund 3,0-3½ Stunden (Aufstieg) bzw. 2½-3,0 Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte April-Mitte November
Anforderungen:
Beides längere, aber technisch einfache Touren auf meist gut markierten, aber teilweise steilen Wegen und Steigen. Im Gipfelbereich jeweils etwas steiniger. Guter Orientierungssinn notwendig beim direkten Aufstieg vom Sandebenkreuz zum Roßbachkogel.
Highlights:
Die Sommerweide der Lipizzaner (Brendlstall), Ausblick auf die Berge des weststeirischen Randgebirges, den Zirbitzkogel und die Niederen Tauern; die großen Almböden rund um den Brendlstall und das Gleinalpenschutzhaus.
Anfahrt:
Von der Südautobahn A2 von Graz kommend bis zur Abfahrt Mooskirchen bzw. von Klagenfurt kommend bis zur Ausfahrt Packsattel und weiter auf der Bundesstraße B 70 nach Voitsberg bzw. Köflach, weiter nach Bärnbach und Kainach. Von dort weiter taleinwärts auf asphaltierter Bergstraße zum GH Kapitel. Bitte bei der letzten Kurve knapp unterhalb des Gasthauses parken!
Einkehr:
GH Kapitel, Gleinalpenschutzhaus


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