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Untersberg:
Mächtiger Thron hoch über der Mozartstadt
Abb. 1
Mit der Landeshauptstadt Salzburg verbindet man einige Berge: Da sind einmal die im Stadtzentrum gelegenen Kapuzinerberg und Mönchsberg - mit der imposanten Festung Hohensalzburg. Im Osten der Stadt liegt der Gaisberg mit dem nicht zu übersehenden ORF-Sendemast und südwestlich der Stadtgrenze ragt der gewaltige Bergstock des Untersbergs (Abb. 1) in die Höhe. Dieser teilt sich in einen bayrischen Teil mit dem Berchtesgadener Hochthron (1.972 m) als höchster Erhebung des gesamten Untersbergs und in einen österreichischen Teil mit dem Salzburger Hochthron (1.853 m) als höchstem Gipfel.

Wer den Untersberg nicht mit der Seilbahn von Grödig, sondern zu Fuß bezwingen will, muss sich auf eine meist steile, anstrengende Tour vorbereiten, bei der mehr als 1.300 Hm (Höhenmeter) zu bewältigen sind. Die meisten Bergwanderer nützen Reitsteig und Dopplersteig, die von Glanegg mit unzähligen Stufen und teilweise etwas ausgesetzt aufs Geiereck (1.805 m), einen Vorgipfel des Salzburger Hochthrons mit ungetrübtem Blick auf die Mozartstadt, führen. Sicherlich nicht so spektakulär, aber trotzdem reizvoll und technisch wesentlich einfacher ist der Weinsteig, der im Norden auf den Untersberg führt. Ausgangspunkt ist der Parkplatz des Marmorwerkes Steindl, der sich auf der nördlich am Untersberg vorbeiführenden Verbindungsstraße von Fürstenbrunn nach Großgmain befindet und von dem schon einen „warnenden“ Blick auf die wartenden Strapazen hat (Abb. 2).

Links neben dem Parkplatz (ca. 585 m) beginnt eine bergwärts führende, markierte Forststraße, die nach wenigen Metern rechts in den Wald führt. Nach einer ersten Serpentine zweigt unser weiterer Weg wieder rechts ab. Vorbei an einem Schranken geht es nun eher gemütlich über einige Serpentinen auf der Forststraße aufwärts. Nach etwa 40-45 Minuten vom Ausgangspunkt (ca. 840 m) teilt sich die Forststraße, wir halten uns links und queren kurz danach die Skipiste. Wer es eilig hat, der steigt schon jetzt auf der Skipiste weiter auf, wir empfehlen aber, noch einige Meter auf der Forststraße zu bleiben und dann beim nächsten Wegweiser rechts auf den hier beginnenden Waldsteig abzubiegen.

Nun beginnt der schönste Teil des gesamten Weinsteigs; Zwar manchmal recht schmal, aber schön und durchwegs sicher angelegt, schraubt sich der wenig begangene Steig einen steilen Bergrücken hinauf. Etwa 15 Minuten nach dem Abbiegen auf den Waldsteig - man überschreitet dabei die 1000-Meter-Marke - gibt es einen ersten schönen Blick hinunter auf die parallel führende Skipiste und die darüberliegenden Felsformationen (Abb. 3). Nordwestlich des Untersbergs ragt - bereits jenseits der österreichisch-deutschen Staatsgrenze - der felsige Staufen (Abb. 4) in die Höhe, ein Anblick, der uns noch länger begleiten wird. Der weitere Aufstiegsweg führt nun in etwas offenerem Gelände den Bergrücken weiter hinauf und damit öffnet sich auch der Blick hinunter in das Salzburger Becken. Etwa 1½-1¾ Stunden vom Ausgangspunkt nähert man sich erneut der im Westen parallel laufenden, hinunterführenden felsigen Steilstufe, wieder gibt es bei einem Hochsitz (ca. 1.180 m) einen tollen Blick auf die Skipiste und die gegenüberliegenden Felswände. Vorsichtig muss man nun entlang von Felsen auf einem schmalen, steil abwärts führenden Steig ca. 30 Hm wieder absteigen. Unten, in einem rechts und links von Felsen flankierten, wasserlosen Tal, angekommen, geht es jetzt noch auf einem schmalen Steig hinauf zur Skipiste (ca. 1.200 m).
Sehr steil, aber breit führt die Skipiste in Serpentinen aufwärts. Nach rund 30 Minuten und fast 200 Hm weiter oben erreicht man die beiden Hütten der Schweigmühlalm (1.396 m). War die Wegrichtung bis jetzt hauptsächlich nordwärts, wendet sich der markierte Weg hier Richtung Südosten. Jetzt etwas schmäler und steiniger, aber weiter steil bleibt der Weg, auf dem man nun auf die österreichische Gipfelgruppe (Abb. 5) zuwandert, ohne aber den Gipfel, den Salzburger Hochthron, zu sehen. Wieder etwa eine halbe Stunde später zweigt rechts ein markierter Steig ab, der durch den Großen Eiskeller zum bayrischen Teil des Untersbergs (Abb. 6, Mittagsscharte, Toni-Lenz-Hütte) führt. Wir halten uns links, steigen weiter steil die Skipiste hinauf. Diese wendet sich mit einer scharfen Kurve nach Osten und damit ist auch der höchste österreichische Punkt erstmals sichtbar. Das Gipfelkreuz bereits vor Augen, muss man sich etwas weiter oben entscheiden, ob man auf unmarkierten Wegen durch Latschen direkt aufsteigt oder ob man auf der markierten Skipiste bleibt und zur nächsten Weggabelung aufsteigt. Dort zeigt der Wegweiser nach links auf eine kurze, steinige, aber leicht begehbare Steilstufe, die uns im Nu auf den Gipfel (Abb. 7) führt. Diesen erreicht man nach etwa 3½-4,0 Stunden vom Ausgangspunkt, in denen man mit der Gegensteigung am Ende des Waldsteigs ca. 1.300 Hm bewältigt hat.

War man bisher wahrscheinlich alleine, ändert sich das nun schlagartig: Von anderen Aufstiegswegen und speziell von der nahen Bergstation der Untersberg-Seilbahn strömen - speziell an sonnigen Wochenendtagen - die Massen hierher, wo auch die Staatsgrenze verläuft. Nicht ohne Grund: Ein prachtvoller 360°-Panoramablick ist der Lohn für den mühevollen Aufstieg. Im Südosten der Dachstein, im Süden der Hochkönig und der Hohe Göll, im Südwesten der Watzmann und der Berchtesgadener Hochthron (Abb. 9) und im Westen die Tiroler Kalkalpen sind die alpinen Highlights. Im Nordosten liegt ca. 1.500 Hm unter uns die Stadt Salzburg, deren Festung gut sichtbar ist. Etwas stört der Vorgipfel, das Geiereck (1.805 m, Abb. 9), den Blick zur Mozartstadt. Wem der steile Abstieg über die Skipiste (ohne Waldsteig) und in weiterer Folge über den Forstweg in ca. 2½-3,0 Stunden zurück zum Ausgangspunkt zu mühsam ist und wer noch gerne in einer Hütte einkehren möchte, der wandert in rund 15-20 Minuten den markierten, gut angelegten Weg Richtung Geiereck in einen Sattel abwärts und weiter in einem zweifachen Auf und Ab (ca. 130 Hm Abstieg und 50 Hm Gegensteigung) zum Gipfelkreuz: Von hier hat man einen ungetrübten Blick auf die Mozartstadt mit Festung (Abb. 10) und den Gaisberg.

Nach nur wenigen Schritten abwärts erreicht man die Hochalm und etwas darunter die Bergstation der Untersberg-Seilbahn (1.776 m). Wer nun in rund 10 Minuten mit dem Lift ins Salzachtal hinunterschwebt, der sollte entweder mit dem Taxi oder per städtischem Bus (bis Fürstenbrunn und dann noch rund 30 Minuten und ca. 100 Hm zu Fuß aufwärts) zum Ausgangspunkt zurückkehren. Auch wenn Sie den stufenreichen, steilen und langen Abstieg über Reitsteig oder Dopplersteig wagen (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig!), sollten Sie für eine Transfermöglichkeit zurück zum Parkplatz beim Marmorwerk vorsorgen.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz des Marmorwerkes Steindl über den Weinsteig auf den Salzburger Hochthron ca. 1.300 Hm in 3½-4,0 Stunden (Aufstieg) und am direkten Abstiegsweg ca 2½-3,0 Stunden bzw. 15-20 Minuten (ca. 130 Hm Abstieg und 50 Hm Gegensteigung) zur Bergstation der Seilbahn (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte April-Ende Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Langer, steiler und anstrengender, aber technisch einfacher Aufstieg bzw. Abstieg auf meist gut markierten Wegen, Steigen und Skipisten. Abstieg vom Gipfel des Salzburger Hochthrons zur Bergstation der Seilbahn einfach und kurz auf gut angelegtem Steig und Weg.
Highlights:
Blick auf die Landeshauptstadt Salzburg und in die südlich gelegene Bergwelt vom Dachstein im Südosten bis zum Watzmann im Südwesten.
Anfahrt:
Von der Tauernautobahn A 10 (Abfahrt Salzburg Süd) nach Grödig, weiter nach Glanegg (Zufahrt vom Zentrum von Salzburg) und durch Fürstenbrunn (Richtung Großgmain) ca. 1,5 km zum Parkplatz des Marmorwerkes Steindl.
Einkehr:
keine Einkehrmöglichkeit am Weinsteig; Hochalm und etwas darunter die Bergstation der Untersberg-Seilbahn


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