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Hochalmspitze:
Erinnerungen an die Schulzeit
Abb. 1
Früher, als Schulskikurse noch einen alljährlichen Fixpunkt in einem Schuljahr darstellten, haben viele Kinder und Jugendliche die Skipisten rund um Saalbach-Hinterglemm kennen gelernt. Sie haben auf den Pisten von Zwölferkogel und Schattberg Skifahren gelernt. Wer also in Erinnerungen an diese schönen Seiten des Schulalltags schwelgen möchte, kann auch in der warmen Jahreszeit – nicht mit Skischuhen, sondern – mit Bergschuhen das wunderschöne Saalachtal besuchen, wobei Berg-Ästheten mit den dutzenden Liftanlagen – die mit wenigen Ausnahmen nur im Winter in Betrieb sind – wenig Freude haben werden. Gegenüber von Zwölferkogel und Schattberg liegen im Norden des Tals Reichkendlkopf und Hochalmspitze (Abb. 1). Da die zuletzt Genannte zumindest im Gipfelbereich ohne Liftmast auskommt, ist sie Ziel des nachfolgend beschriebenen Wandertipps.

Ausgangspunkt ist die Talstation des Hochalmlifts, die sich in einer Höhe von ca. 1.100 Metern etwa 1,5 km taleinwärts vom westlichen Ortsende von Hinterglemm auf der rechten Seite befindet. Entweder „wild“ über die Skipiste oder ca. 100 Meter von der Talstation weiter taleinwärts auf einer Dorfstraße geht es ein paar Meter hinauf in den Ortsteil Kolling. Dort zweigt rechts von der Ortsstraße ein Wiesensteig (Nr. 762) ab, der zunächst links von der Skipiste und dann diese querend zu einer ersten Aussichtsbank führt, die sich bereits rund 100 Hm (Höhenmeter) über dem Tal befindet. Nun geht es – bergwärts gesehen – am rechten Pistenrand sehr steil hinauf zu zwei weiteren Aussichtsbänken, auf denen man sich etwas ausruhen kann und auf den Zwölferkogel (Abb. 2) blicken kann. Wesentlich flacher geht es weiter und man erreicht nach rund 30–45 Minuten vom Ausgangspunkt das schön gelegene Hotel Sonnhof (1.355 m, Abb. 3), in das man auch einkehren kann.

Etwas hinter dem Hotel befindet liegt eine Wegkreuzung, bei der wir uns rechts halten – links geht’s zum Berggasthof Hochalm – und auf einer Straße wenige Meter zu einer weiteren Abzweigung marschieren. Dort biegen wir links ab und steigen noch einige steile Hm am rechten Pistenrand zu einem Jägerstand auf. Nun wendet sich unser Steig (Nr. 4) dem Wald zu und führt – eher nicht stark begangen – entlang eines Zaunes links oberhalb eines bewaldeten Grabens weiter aufwärts. Speziell bei feuchter Witterung kann dies etwas mühsam sein. Eine knappe Stunde oberhalb des Sonnhofs passiert man rechts die unbewirtschaftete Hintere Reichkendl Alm (1.643 m) und gelangt zu einer weiteren Wegkreuzung. Wir steigen – jetzt bereits im oberen Almgebiet (Abb. 4) – weiter teilweise recht steil neben einer rechts von uns gelegenen Skipiste weiter aufwärts. Nachdem wir einige Viehzäune mit Hilfe von Übersteighilfen überwunden und einen weiteren Weg gequert haben, gelangen wir nach 45–60 Minuten zu einem Sattel (ca. 1.880 m) mit einem schönen Blick auf die nördlich des Saalachtals gelegene Bergwelt (Abb 5 und Abb. 6) der Kitzbühler Alpen, der Leonganger und Loferer Steinberge sowie – etwas weiter im Norden – der Steinplatte. Tief unter uns liegt der vom Biathlon bekannte Ort Filzmoos.

Hier ist nun die Entscheidung zu treffen, ob man in jeweils rund 10–15 Minuten links (Westen) der Skipiste folgend zum etwas höheren Reichkendlkopf (1.942 m) oder rechts (Osten) zur Hochalmspitze (1.921 m) aufsteigt. Wir halten uns rechts Richtung Osten und müssen am Kammweg eine letzte, etwas steile, aber kurze Bergstufe bezwingen. Danach geht es im leichten Auf und Ab über Bergwiesen hinüber zum Gipfelkreuz (Abb. 7) mit einer tollen Sicht auf das umliegende Bergland. Besonders schön ist dabei die Aussicht Richtung Westen auf den weiteren Kammverlauf (Abb. 8) – einzig gestört durch die beiden Liftanlagen auf den Reichkendlkopf und den Spieleckkogel – und zum Talschluss des Saalachtals. Für den gesamten Aufstieg, bei dem mit den kleinen Gegensteigungen im Gipfelbereich rund 850 Hm zu bewältigen sind, benötigt man ca. 2½–3,0 Stunden. Bei guten Wetter- und Sichtverhältnissen sind südlich von Schattberg und Zwölferkogel die schneebedeckten Gipfel der Hohen Tauern zu sehen.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, steigt man zuerst wieder zum Sattel ab und dann weiter zur Hinteren Reichkendl Alm. Dafür benötigt man kaum mehr als 45 Minuten. Wer es eilig hat, setzt seinen Abstiegsweg über den steilen Aufstiegsweg durch den Wald fort und wird in knapp 30 Minuten den Sonnhof erreichen. Gemütlicher ist es aber, wenn man über den sandigen Fahrweg (Nr. 762) in 15–20 Minuten mit schönem Blick zum Schattberg (Abb. 9) zur Roßwaldhütte und von dort – zuerst nur mäßig absteigend, dann in Serpentinen steiler werdend – in weiteren 30 Minuten mit Sicht zum Sonnhof, einem Stausee und zum Talschluss des Glemmtals (Abb. 10) zu einer Wegkreuzung absteigt. Hier kann man weiter auf der nun asphaltierten Bergstraße ins Tal zurückkehren (dort muss man sich dann rechts halten und talauswärts wieder einige Meter zur Talstation hinaufwandern) oder man wandert rechts wieder in 5–10 Minuten zum Sonnhof. Für diese Abstiegsvariante von der Hinteren Reichkendl Alm benötigt man insgesamt 45–60 Minuten, also um 15–30 Minuten länger als auf dem direkten Weg. Nett ist auch der Spaziergang vom Sonnhof zum Stausee, von dem man nochmals die Hänge hinauf zur Hochalmspitze (Abb. 11) erblicken kann. Vom Sonnhof geht es dann in rund 25–30 Minuten wieder steil die Skipiste hinunter, bis man den Ausgangspunkt erreicht.
HM/Zeit:
Von der Talstation der Hochalmbahn über die Sonnalm auf die Hochalmspitze mit geringen Gegensteigungen im Gipfelbereich ca. 850 Hm in 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) und auf dem direkten Abstiegsweg ca. 1½–2,0 Stunden bzw. um 15–30 Minuten länger mit Umweg über die Roßwaldhütte (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte April–Ende Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Steile und daher zum Teil anstrengende, aber technisch einfache Tour auf meist gut markierten Wegen und Steigen. Der steile Steig zwischen Sonnhof und Hinterer Reichkendl Alm kann bei feuchter Witterung etwas rutschig sein, man kann aber über die Rossbachhütte ausweichen.
Highlights:
Blick zu den Kitzbühler Alpen und den Steinbergen im Norden sowie zu den schneebedeckten Gipfeln der Hohen Tauern; schöne Almlandschaften
Anfahrt:
Von der Bundesstraße B 311 (Bischofshofen – Lofer) zweigt zwischen Saalfelden und Zell am See bei Maishofen die gut ausgebaute Landesstraße L 111 Richtung Westen ins Saalachtal ab. Auf dieser durch Viehhofen und Saalbach-Hinterglemm rund 20 km taleinwärts bis zur rechts liegenden Talstation der Hochalmbahn (nur Winterbetrieb). Dort stehen genügend Parkplätze zur Verfügung, außerdem gibt es eine Busstation.
Einkehr:
Sonnhof, Berggasthof Hochalm, Roßwaldhütte


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