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Stüdlhütte:
Auf der Osttiroler Seite des Großglockners
Abb. 1
Der Großglockner, mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs, ist aufgrund seiner markanten Form einer der meistfotografierten Gipfel der Alpen Abb. 1). Vorzugsweise von der Kärntner Seite (Heiligenblut) aus abgebildet, steht die Osttiroler Ansicht des Giganten dieser aber um nichts nach. Die meisten Osttiroler Aufstiegswege auf den höchsten Gipfel der Hohen Tauern starten in Kals, wobei man bereits auf der Fahrt von Huben im Iseltal hinauf nach Kals immer wieder imposante Blicke auf die mächtige Felspyramide des höchsten Berges Österreichs geniessen kann. Bis zur Stüdlhütte, die auf 2.802 Metern liegt und die als Ausgangspunkt für viele der geführten Touren auf den Großglockner dient, führt durch das Ködnitztal ein stark frequentierter, auch für Familien leicht begehbarer Weg. Zu beachten sind nur ein plötzlicher Schlechtwettereinfluss und die große Höhe. Die Luft ist hier knapp unter 3.000 Metern Seehöhe schon recht dünn und die UV-Bestrahlung - auch ohne direkte Sonneneinstrahlung - sehr intensiv.

Wer die Tour zur Stüdlhütte in Kals beginnt oder mit dem Autobus zum Neuen Lucknerhaus (1.984 m) fährt, kann aus dieser Wanderung eine Rundtour machen. Sonst steht beim Neuen Lucknerhaus, das man von Kals über eine Mautstraße erreicht, ein großer Parkplatz zur Verfügung. Von diesem führt ein breiter Karrenweg zuerst nur mäßig ansteigend und nach der Überquerung des Ködnitzbachs steiler werdend in rund 1 Stunde und über 300 Hm (Höhenmeter) zur bewirtschafteten Lucknerhütte (Abb. 2). Ein breiter, gut begehbarer Steig führt ab hier weiter taleinwärts, überwindet mit Serpentinen eine Steilstufe und führt dann über breite Almböden zum Talschluss. Bei diesem Anstieg vom Neuen Lucknerhaus bis zum Talschluss hat man immer den imposanten, pyramidenförmigen Gipfelaufbau des Großglockners vor sich. Der Steig wendet sich für den Schlussanstieg zur Stüdlhütte nun Richtung Westen und führt unterhalb des Fanatkogels (2.905 m) zum Ziel dieser Wanderung, wobei die Stüdlhütte (Abb. 3) erst kurz vor dem Erreichen erstmals zu sehen ist.

Wer dem etwas hektischen Treiben von startenden bzw. zurückkehrenden Gruppen auf den bzw. vom höchsten Gipfel Österreichs ausweichen will, kann vom Sattel, auf dem sich die Hütte befindet, die Aussicht in Richtung der Gletscherabbrüche (Abb. 4) über dem Teischnitztal, Großvenediger und der Schobergruppe genießen oder auf die so genannte Schere (3.031 m) aufsteigen. Dieser Aufstieg ist aber nur trittsicheren Wanderern zu empfehlen! Wer es trotzdem wagt, wird mit einem ungetrübten Blick auf den Gipfelaufbau des Großglockners belohnt (Abb. 5). Beim Retourweg von der Schere wiederum kann man sich von der einmaligen Lage der stüdlhütte überzeugen (Abb. 6).

Zum Abstieg von der Stüdlhütte gibt es zum Weg durch das Ködnitztal (Abb. 7) zum Neuen Lucknerhaus eine wenig begangene, landschaftlich großartige Alternative: Auf der westlichen Seite von Fanatkogel, Freiwandspitze und Predigtstuhl führt ein schmaler Steig (mit einer gesicherten Stelle!) hinunter ins Teischnitztal (Abb. 8). Dieses auf über 2.000 m gelegene, sehr einsame Almhochtal ist umgeben von einer eindrucksvollen Bergarena. Beim Talschluss unterhalb der Stüdlhütte fallen rund ein Dutzend Wasserfälle vom Gletscherabbruch in die Tiefe! Von den Almböden des Teischnitztals führt der Rückweg dann talauswärts oberhalb einer kleinen Schlucht (Abb. 9) und dann durch den Wald abwärts zum Hotel Taurerwirt. Von hier kann man mit dem Linienautobus (bitte Abfahrtszeiten beachten!) nach Kals zurückkehren.

Konditionsstarken Bergwanderern, die die Einsamkeit gegenüber dem Trubel bevorzugen, raten wir, zumindest über das romantische Teischnitztal aufzusteigen. Dabei sind aber bis zur Stüdlhütte rund 1.300 m zu bewältigen. Vom Taurerwirt (ca. 1.500 m) gelangt man über einen im Wald gelegenen schmalen, steilen Wiesenstreifen in rund 15 Minuten hinauf zur asphaltierten Straße, die zur bewirtschafteten Moar Alm führt. Doch man verlässt nach ein paar Schritten diese wieder und zweigt bei einer Wegtafel rechts auf den für den Verkehr gesperrten Forstweg ein. Zunächst kann man noch einmal eine über eine Wiese führende steile Abkürzung verwenden, doch dann bleibt man am besten für längere Zeit am Forstweg, der sich meist im Blickfeld des tosenden Teischnitzbaches die Hänge des rechts von uns liegenden Foledischnitz hinaufschraubt. Nach rund 1½-1 ¾ Stunden und ca. 600 erstiegenen Hm vom Taurerwirt steht man vor einer kurzen, aber imposanten Klamm, die in rund 15-20 Minuten (60 Hm) weiterhin auf breitem Weg rechtsseitig leicht ansteigend durchwandert wird.

Nun am oberen Ende der Klamm (ca. 2.160 m) öffnet sich das im hellgrün erstrahlende Teischnitztal (Abb. 10) mit einem Blick zum mächtigen Großglockner und zum Talschluss mit seinen gewaltigen Gletscherabbrüchen und einigen weiteren Gipfeln der Glocknergruppe. Wir verlassen den Almboden – jetzt schon müden Wanderern empfehlen wir aber gemütlich Richtung Pifanghütte (2.250 m) und weiter zum Talschluss mit seinen unzähligen Wasserfällen zu „spazieren“ – und wandern rechtsseitig des Tals kontinuierlich der Stüdlhütte entgegen. Zwei gesicherte Stellen werden dabei ohne größere Probleme passiert. Einmal weniger steil, dann wieder etwas steiler, erreicht man nach rund 2,0-2½ Stunden (ca. 640 Hm) von der Abzweigung und des Beginns des s. g. „Herrensteiges“, der zwar über sehr abschüssiges – daher ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ratsam – Gelände führt, aber nie sehr schmal oder zu steinig wird. Im Gegensatz zum meist überlaufenen Ködnitztal kann man im Teischnitztal die Natur mit allen ihren Schönheiten meist recht einsam genießen.
HM/Zeit:
vom Neuen Lucknerhaus: ca. 800 Hm in ca. 2,0-2½ Stunden beim Aufstieg bzw. ca. 1½-2,0 Stunden beim Abstieg; Abstieg ins Teischnitztal und zum Taurerwirt: ca. 1.300 Hm in ca. 2½-3,0 Stunden (Abstieg) bzw. 3¾ - 4¼ Stunden (Aufstieg).
Zeitraum:
Mai-Oktober
Anforderungen:
Technisch einfache, familienfreundliche Tour auf breitem Steig. Beim Auf- bzw. Abstieg zur Schere und beim Abstieg bzw. Aufstieg ins/vom Teischnitztal sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ratsam.
Highlights:
Blick auf den Großglockner und von der Stüdlhütte Gletscherblick! Der Abstieg bzw. Aufstieg ins/vom Teischnitztal
Anfahrt:
In Huben von der B 108 (Lienz - Matrei) nach Kals abzweigen und von dort auf der Mautstraße bis zum großen Parkplatz beim Neuen Lucknerhaus bzw. zum Taurerwirt (ein großer, kostenfreier Parkplatz befindet sich rund 150 -200 m vor dem Hotel) fahren
Einkehr:
Neues Lucknerhaus, Lucknerhütte, Stüdlhütte und beim Abstieg/Aufstieg über das Teischnitztal der Taurerwirt
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 12°41'21''/47°01'20''
Rechtswert (UTM): 324415 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5210205 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3227


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