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Jaidhauserreith:
Familienfreundliche Tour im Osten des Toten Gebirges
Abb. 1
Für Bergwanderer, die gerne Mehrtagestouren unternehmen, ist das Tote Gebirge ein ideales Wandergebiet. Eine ganze Reihe von Hütten wie das Prielschutzhaus, die Pühringerhütte und das Albert-Appel-Haus eignen sich wunderbar für Übernachtungen. Eine der beliebtesten Durchquerungen des Toten Gebirges startet im Osten in Hinterstoder und endet im Westen in Altaussee. Aber auch Tageswanderer kommen in diesem imposanten und felsenreichen Gebirgszug in den Nordalpen voll auf ihre Rechnung. Der nachfolgende familienfreundliche Wandertipp führt von Hinterstoder ins Tal der Krummen Steyr und kurz vor dem landschaftlich großartigen Talschluss auf einer Forststraße mit toller Aussicht hinauf zur Jaidhauserreith (1.091 m), wo auf einer kleinen Alm eine Jagdhütte steht. Nahezu auf der gesamten Tour wird man von unvergesslichen Blicken auf die höchsten Berge des Toten Gebirges, den wuchtigen Großen Priel (2.515 m) und die pyramidenförmige Spitzmauer (2.446 m), begleitet. Neben der Priel-Gruppe (Abb. 1) sind auch die Gipfel auf dem Pyhrn-Kamm wie das Warscheneck (2.388 m) und der Hochmölbing (2.336 m) südlich von Hinterstoder bestens zu sehen.

Der Ausgangspunkt unseres Wandertipps liegt am südwestlichen Ortsende von Hinterstoder, wo sich ein großer, gebührenpflichtiger Parkplatz (605 m) befindet. Auf einer asphaltierten Straße geht es vom Parkplatz Richtung Westen auf einer Brücke über die Steyr, vorbei an zwei Häusern und neben einer Wiese, von der man rechts oben den Kleinen Priel (2.136 m, Abb. 2) sieht, zuletzt leicht ansteigend zu einer Weggabelung. Wir halten uns geradeaus, verlassen aber bald schon die nun sandige Forststraße und zweigen rechts auf einen gut präparierten Waldweg ab. Vorbei an einigen Häusern führt dieser fast eben weiter in Richtung Westen. Wieder etwas an Höhe verlierend gelangen wir erneut zur Forststraße und über eine große Lichtung am Talgrund zum Polsterstüberl (618 m, Abb. 3), das wir nach etwa 25 Minuten vom Ausgangspunkt erreichen und das die einzige Einkehrmöglichkeit auf unserer Wanderung ist. Von hier hat man einen geradezu spektakulären Blick auf den Großen Priel und auf die Spitzmauer. Vor allem im Herbst kann der sich auflösende Nebel dabei überaus fotogene Motive liefern (Abb. 4).

Wir wandern fast eben weiter taleinwärts – parallel zur Krummen Steyr. Nach rund 10 Minuten kommen wir zu einer Weggabelung (925 m), wo rechts unser späterer Aufstiegsweg beginnt. Wir empfehlen aber, noch auf unserer Forststraße zu bleiben und auf der linken – taleinwärts gesehen – Talseite zum Beginn des Aufstiegsweges zum Prielschutzhaus zu wandern. Hier gibt es einen netten, kurzen Rundweg. Nach etwa 5 Minuten von der letzten Weggabelung biegt rechts ein Steig ab. Hier erkennt man bereits, warum wir zu diesem etwa 25–30 Minuten dauernden (ca. +50 Hm) Umweg raten: Man steht fast direkt unter der Spitzmauer (Abb. 5)! Nach weiteren ca. 5 Minuten auf dem leicht ansteigenden Steig beginnt bei der Einmündung des Verbindungssteiges von der Materialseilbahn zum Prielschutzhaus der sehr steinige, teilweise gesicherte Aufstiegsweg zum Schutzhaus. Für diesen ist vor allem bei feuchten Bodenverhältnissen unbedingt Trittsicherheit erforderlich! Wir aber biegen links in den Verbindungssteig ein, gehen abwärts zum Bachbett der Krummen Steyr, queren dieses (aber nur, wenn es trocken ist!) und steigen dann wenige Schritte hinauf zur Talstation der Materialseilbahn (ca. 655 m). Von dieser geht es dann mit Blick auf die andere Talseite (Abb. 6), wo wir nun aufsteigen werden, wieder retour zur Abzweigung zur Jaidhauserreith.

Auf der Forststraße (Nr. 22) queren wir hier über eine Brücke die Krumme Steyr und wandern – zu Beginn noch im Wald und eben – auf die – taleinwärts gesehen – rechte Talseite. Richtung Westen beginnt die Forststraße dann zu einer ersten Felswand anzusteigen. Nach einer Kehre geht es eben unter dieser (Felssturz beachten!) Richtung Osten zu einem Wegkreuz (Abb. 7). Dann wieder ansteigend kommen wir zu einigen Serpentinen, auf denen wir das steile, felsdurchsetzte Gelände überwinden. Dabei gibt es die bereits angekündigten Traumblicke: zur Priel-Gruppe im Westen (Abb. 8) und zur Pyhrn-Gruppe im Osten (Abb. 9). Nachdem wir beim Zusammenfluss zweier steil herabstürzender Bäche (Abb. 10) vorbeigekommen sind, geht es Richtung Westen wieder ins Waldgelände. Je näher wir zum westlichsten Punkt (936 m) unserer Tour kommen, desto schöner werden die Blicke hinauf zur Gipfelregion des Großen Priels mit seinem roten Gipfelkreuz (Abb. 11). Umgeben von Wald geht es mit einigen Serpentinen – eine links führende Abzweigung ignorierend – weiter aufwärts, bis wir nach 1½–1¾ Stunden von der Abzweigung im Tal der Krummen Steyr unseren höchsten Punkt (ca. 1.120 m) erreichen. Dort zweigen wir rechts ab und wandern auf einem Forstweg leicht abwärts rund 5 Minuten zur Jagdhütte Jaidhauserreith – mit dem Öttlberg (1.342 m) im Hintergrund (Abb. 12). Für den gesamten Aufstieg vom Ausgangspunkt (inkl. dem Umweg zur Materialseilbahn) benötigt man ca. 2½–3,0 Stunden, in denen man – samt einiger Gegensteigungen – ca. 650 Hm bewältigt hat.

Mit einem vis-à-vis-Blick zur Spitzmauer (Abb. 13) geht es retour zur Forststraße und auf dieser – immer wieder mit großartigen Blicken zum Großen Priel (Abb. 14) und talauswärts zum Polsterstüberl und zu den Pyhrn-Bergen im Osten (Abb. 15) – hinunter ins Tal der Krummen Steyr und zum Polsterstüberl, das man nach rund 1¼–1½ Stunden erreicht. Auf dem weiteren Rückweg bleiben wir auf der Forststraße und erreichen – den Wegweisern folgend – fast eben nach etwa 15–20 Minuten den Schiederweiher (Abb. 16), einen kleinen, idyllisch gelegenen See. Entlang des linken Ufers der Krummen Steyr gehen wir talauswärts zum Zusammenfluss mit der Steyr und diese entlang weiter zu einer Weggabelung, bei der wir – rechts abzweigend – auf dem ersten Aufstiegsstück über die Steyr-Brücke zum Ausgangspunkt zurückkehren. Für den gesamten Abstieg benötigt man ca. 1¾–2,0 Stunden.
HM/Zeit:
Vom gebührenpflichtigen Parkplatz am Ortsende von Hinterstoder mit Umweg zur Materialseilbahn zur Jaidhauserreith mit einigen Gegensteigungen ca. 650 Hm in etwa 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. auf dem direkten Weg ca. 1¾–2,0 Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Ende März–Mitte November
Anforderungen:
Hauptsächlich auf Forststraßen technisch einfache, familienfreundliche. mäßig anstrengende und etwa mittellange Wanderung; Vorsicht vor Felssturz auf dem Serpentinenweg zur Jaidhauserreith
Highlights:
Großartige Blicke auf nahezu der gesamten Tour zur Priel- (Großer Priel und Spitzmauer) und zur Pyhrn-Gruppe; die großartige, felsenreiche Landschaft des Toten Gebirges; der Schiederweiher
Anfahrt:
Auf der Autobahn A 9 bis Abfahrt St. Pankraz (von Norden) bzw. Windischgarsten (von Süden), von beiden Autobahn-Ausfahrten führt eine Landesstraße etwa 10–15 km nach Hinterstoder. Vom Zusammentreffen der beiden Landesstraßen fährt man ca. 2,1 km durch den Ort Hinterstoder bis zu einem großen, gebührenpflichtigen Parkplatz unmittelbar rechts vor der Ortsende-Tafel.
Einkehr:
Polsterstüberl, GH in Hinterstoder
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°08'20''/47°41'30''
Rechtswert (UTM): 435395 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5282410 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4207


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