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Hochrettelstein/Plannerseekarspitze:
Vorbei am idyllischen Plannersee
Abb. 1
Die Planneralm teilte ihr Schicksal mit anderen Orten in der Obersteiermark wie dem Präbichl oder der Tauplitz: In der kalten Jahreszeit auf Grund ihrer Höhenlage über 1.600 m und vieler als Skipisten genutzter Almwiesen ein beliebter Treffpunkt für Wintersportler, fristete man im Sommer lange ein Schattendasein. In den letzten Jahrzehnten ist es aber gelungen, eine zweite Saison zu etablieren, die vor allem für Bergwanderer und Tourengeher interessant ist. Alle drei Orte sind über gut ausgebaute Bergstraßen erreichbar, liegen oberhalb der Waldgrenze und bieten ein umfangreiches Wanderwegenetz an. Der nachfolgende Wandertipp hat einen zusätzlichen Vorteil; Er beginnt zwar bei der Talstation eines nur im Winter betriebenen Liftes, führt uns aber dann weit weg von den Lifttrassen und Skipisten, die von den meisten Bergwanderern als störend empfunden werden. Ziel unseres Wandertipps ist der 2.220 m hohe Hochrettelstein (Abb. 1), ein Aussichtsberg der Extraklasse in den Rottenmanner Tauern im Norden der Niederen Tauern. Beim Aufstieg wählen wir aber nicht den direkten Aufstieg vorbei am idyllisch gelegenen Plannersee, sondern nehmen mit der Plannerseekarspitze (2.072 m, Abb. 2) einen weiteren Gipfelsieg auf unserer Tour mit. Beim Abstieg geht es dann am Plannersee vorbei, in dem man an heißen Sommertagen auch ein erfrischendes Bad nehmen kann.

Der Ausgangspunkt unserer Tour befindet sich auf dem Parkplatz gegenüber der Talstation (1.590 m) der Plannereckbahn. Wir gelangen entweder über einen etwas südlich beginnenden Weg oder durch eine Art hölzernen Durchgang mit Stiegen auf Wiesengelände und steigen auf diesem wenige Meter zu einer Abzweigung auf, bei der wir den links abzweigenden Weg wählen. Nach einer Bachquerung windet sich unser markierter Steig – umgeben von Heidelbeersträuchern und Latschen – die steilen Hänge der Planneralm (Abb. 3) Richtung Norden aufwärts. Nach knapp 30 Minuten queren wir einen Weg (ca. 1.740 m) und nähern uns einem kleineren, letzten Waldgebiet. An einigen engeren Stellen geht es etwas mühsam an Latschen vorbei. Anschließend wird das jetzt wieder offene Gelände etwas flacher, steil und mächtig liegen dabei die noch zu bezwingenden Hänge vor uns. Unser Steig wendet sich kurz nach links Richtung Westen, auf ihm erklimmen wir eine Mini-Steilstufe. Dort, wo ein weiterer Steig von links zu unserem stößt, ist in der Ferne erstmals das Dachsteinmassiv zu erkennen. Links von uns sieht man die im Süden der Planneralm liegenden Berge mit der pyramidenförmigen Schoberspitze (2.126 m, Abb. 4). Wieder Richtung Norden geht es jetzt – mit ersten Blicken hinab zu dem rechts unter uns liegenden Plannersee (Abb. 5) – steil aufwärts, bis man nach etwa 1½–1¾ Stunden den Sattel (2.050 m) zwischen der Hinteren Gstemmerspitze (2.090 m) links und der Plannerseekarspitze rechts von uns erreicht. Richtung Norden reicht der Blick von hier bis zum Toten Gebirge und nordöstlich von uns zu unseren beiden Gipfelzielen (Abb. 6), der unmittelbar vor uns befindlichen Plannerseekarspitze und dem Hochrettelstein links dahinter.

Wir wählen den rechten Kammweg und besteigen nach einer schmalen Felsstelle (Vorsicht!) in wenigen Minuten die nahe Plannerseekarspitze. Nun folgt der anspruchsvollste Teil unserer Tour: Teilweise steil abwärts führend und auch mit einigen Gegensteigungen gespickt, verlangt der Richtung Osten auf dem recht schmalen Kamm (Abb. 7) zum Plannerknot führende Steig Trittsicherheit und auch Schwindelfreiheit. Rechts unter uns kann man von unserem Kammsteig den Plannersee bewundern und links von uns den Hochrettelstein. Nach etwa 30 Minuten von der Plannerseekarspitze erreicht man nach einem kurzen Anstieg den Plannerknot (1.996 m), wo unser Kammweg auf den direkten Aufstiegsweg zu unserem Gipfelziel trifft, in den wir links – Richtung Norden – einbiegen. Nach einem kurzen Abstieg muss – vorsichtig! – eine Blockwerk-Stelle überwunden werden. Bereits mit Blick zum mächtigen Hochrettelstein, der alle umliegenden Gipfel überragt, folgt eine längere – zuerst ansteigende und dann ebene – Hangquerung (Abb. 8) auf einem gut begehbaren Steig. Auch eine etwas steinige Engstelle macht hier keine Probleme. Nach einem kurzen Auf und Ab im letzten Teil der Hangquerung wartet nun die finale Besteigung des Hochrettelsteins (Abb. 9) auf uns, die teilweise recht steil ist. Der über zunehmend schrofiges Wiesengelände führende Steig ist dabei gut und sicher angelegt und man erreicht nach etwa 60–75 Minuten vom Plannerknot das Gipfelkreuz (Abb. 10) auf dem Hochrettelstein und erfreut sich an einer sensationellen Rundumsicht: im Westen der Grimming und der Dachstein (Abb. 11), im Norden das Tote Gebirge (Abb. 12), im Osten das Gesäuse (Abb. 13) und in allen diesen Richtungen – aber besonders im Süden – die unzähligen Gipfel der Niederen Tauern (Abb. 14). Für den gesamten Aufstieg, bei dem man bereits über 700 Hm bewältigt hat, muss man etwa 3¼–3¾ Stunden einplanen.

Nun geht es in etwa 45–60 Minuten Richtung Süden (Abb. 15) wieder die steilen Gipfelhänge abwärts und dann mit einer langen Hangquerung zurück zum Plannerknot, der nach Überwinden des Blockwerks mit einer kurzen Gegensteigung bestiegen wird. Jetzt biegen wir nicht rechts auf den etwas schwierigeren Kammweg (Abb. 16) ab, den wir zum Aufstieg verwendet haben, sondern bleiben auf dem direkten Weg. Dieser führt noch kurz Richtung Süden ein paar Hm abwärts und biegt dann rechts ab. Mit Blick zum Plannersee und zur Planneralm (Abb. 17) geht es nun auf steinigem Weg über eine Steilstufe abwärts. Auch hier ist Trittsicherheit notwendig. Nicht mehr ganz so steil geht es durch Latschen weiter zum Plannersee – dieser präsentiert sich speziell im Spätwinter besonders fotogen (Abb. 18) – und von dort bequem auf breitem Weg, auf dem immer wieder Wasserläufe zu überspringen sind, zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour. Für den gesamten Abstieg vom Hochrettelstein sollte man etwa 1¾–2,0 Stunden einplanen.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz gegenüber der Plannereckbahn über die Plannerseekarspitze auf den Hochrettelstein mit Gegensteigungen beim Auf- bzw. Abstieg etwa 750 Hm in ca. 3¼–3¾ Stunden (Aufstieg) bzw. auf dem direkten Weg etwa 1¾–2,0 Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Oktober
Anforderungen:
Lange, anstrengende, aber im Großen und Ganzen technisch einfache, teilweise recht steile Tour auf gut markierten Steigen und Wegen. Für den schmalen und steilen Kammweg kurz vor der Plannerseekarspitze bis zum Plannerknot sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Vorsicht auch beim Überwinden einer kurzen Blockwerk-Stelle nördlich und auf dem steilen, steinigen Abstiegsweg südlich des Plannerknots.
Highlights:
Unterwegs und speziell auf dem Gipfel des Hochrettelsteins großartiger Rundblick auf die uns umgebenden Berge der Niederen Tauern sowie zum Dachstein, Grimming, Toten Gebirge und dem Gesäuse; der idyllisch gelegene Plannersee
Anfahrt:
Bei der großen Bundesstraßen-Kreuzung der B 145 (Verbindung von Norden von Vöcklabruck (Regau (A 1), Bad Ischl) in Oberösterreich über den Pötschenpass) mit der B 320 (Verbindung Liezen (A 9) von Osten mit Radstadt (A 10) von Westen) in Stainach-Irdning im steirischen Ennstal nahe Schloss Trautenfels Richtung Süden auf die hier beginnende B 75 abzweigen. Nach ca. 2,3 km im Ortsteil Irdning rechts ins Donnersbachtal abbiegen und im Ort Donnersbach (Km 8,0 von der Bundesstraßen-Kreuzung) links Richtung Planneralm abzweigen. Auf einer gut ausgebauten, kurvigen Bergstraße fährt man nun ca. 12,0 km auf die Planneralm und parkt den PKW auf dem nördlich gelegenen Parkplatz gegenüber der Plannereckbahn.
Einkehr:
unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, GH auf der Planneralm
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°12'01''/47°24'20''
Rechtswert (UTM): 436190 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5256315 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4213


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