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Vormauerstein:
Zwischen Wolfgang- und Attersee
Abb. 1
Im Gegensatz zu seinem „großen Bruder“, dem Schafberg, der als Aussichtsberg weithin berühmt ist und auf den eine Zahnradbahn an sonnigen Tagen oft Menschenmassen transportiert, ist das Ziel des nachfolgenden Wandertipps, der 1.450 m hohe, nördlich des durch das „Weiße Rössl“ bekannten Ortes St. Wolfgang gelegene Vormauerstein (Abb. 1), vor allem einheimischen Bergwanderern ein Begriff. Mit dem rund 330 m höheren Schafberg, der auch gerne als „Rigi der Ostalpen“ bezeichnet wird, durch einen Kamm verbunden (Abb. 2), glänzt auch der Vormauerstein, der zwischen Wolfgang- und Attersee liegt, mit einer prachtvollen Aussicht, die man aber nur genießen kann, wenn man einen längeren Auf- und Abstieg zu Fuß auf sich nimmt. Unser Ausgangspunkt liegt etwas oberhalb von St. Wolfgang bei der Jausenstation Holzerbauer.

Auf der schmalen, asphaltierten Straße gibt es knapp vor der Jausenstation Holzerbauer auf einer großen Lichtung (Abb. 3) einen Parkplatz (ca. 680 m), bei dem unsere Rundtour beginnt. Da der nachfolgend beschriebene Aufstiegsweg recht steinig, bei Nässe rutschig und immer wieder steil ist, empfehlen wir, die Wanderung gegen den Uhrzeigersinn zu unternehmen: Der Abstieg auf einer Forststraße ist dann später um vieles angenehmer.

Noch bevor man bei einer Linkskurve die Jausenstation erreicht, biegen wir rechts Richtung Osten auf einen breiten Weg ab. Fast eben und am Schluss etwas absteigend geht es dahin, dann mündet der Weg in einen weiteren bergwärts führenden Weg, in den wir links einbiegen. Nach der Einmündung eines weiteren Weges wandern wir – etwas steiler – zur Mauruskapelle (ca. 740 m, Abb. 4), bei der wir links den breiten Weg, der weiter zum Schwarzensee führt, nach etwa 15 Minuten vom Ausgangspunkt verlassen. Auf einem breiten, aber steilen und steinigen Weg steigen wir nun zu einer weiteren Weggabelung auf. Hier erwartet uns eine erste „Zwergerltafel“, die mit ihren Bildern und Sprüchen auch kleinere Kinder zum Wandern motivieren soll. Unser Steig wendet sich hier endgültig Richtung Norden und gewinnt schnell an Höhe. Kurz bevor man nach etwa 40–45 Minuten vom Ausgangspunkt zu einer ersten Forststraßen-Querung (ca. 930 m) gelangt, öffnet sich der Wald und man hat einen Blick hinab zum Wolfgangsee, der im Herbst in den Morgenstunden oft unter einer Nebeldecke (Abb. 5) liegt.

Nun parallel zur Forststraße ist unser Steig nicht mehr ganz so steil und gut begehbar. Nach einer weiteren Forststraßen-Querung geht es kontinuierlich ansteigend – unterhalb der beiden, rechts von uns liegenden, von unserem Weg aus leider nicht sichtbaren Felsgipfeln, Sommeraustein (1.275 m) und Käferwandl (1.320 m) – zum unteren Ende der Sommeraualm (ca. 1.180 m, Abb. 6), an der wir – am rechten Wiesenrand entlang – auf jetzt wieder recht steinigem Steig vorbeimarschieren. Nach einem fast felsigen und im oberen Bereich feuchten Steilstück wendet sich unser Steig nach links Richtung Westen und führt eben an einer Felswand vorbei. Ein letzter Anstieg bringt uns dann zu den ersten Häusern der Vormaueralm (ca. 1.330 m), die wir nach etwa 2,0–2¼ Stunden vom Ausgangspunkt erreichen. Entweder links weglos und ohne Markierung über steiles Wiesngelände (Abb. 7) oder vorbei an den Almhäusern zum markierten Weg kann man nun – am Beginn über Wiesengelände – Richtung Süden den Gipfel des Vormauersteins erklimmen. Wir raten zur zweiten Variante, da man im steilen und felsigen Schlussabschnitt unbedingt den markierten Steig verwenden muss. Auf dem Weg geradeaus vorbei an den Almhäusern genießen wir den imposanten Blick zum „großen Bruder“, dem Schafberg (Abb. 8). Am westlichen Ende der Vormaueralm gelangen wir beim Waldrand (ca. 1.360 m) zu einer Privatstraße, die wir später zum Abstieg verwenden werden.

Hier beginnt auch der markierte Wiesenpfad, der Richtung Südosten zum Gipfel des Vormauersteins führt. Zu Beginn problemlos, benötigt man für die letzten Meter zur Bezwingung des mächtigen Gipfelfelsens Trittsicherheit und Schwindelfreiheit! Aber man muss sich, um die Aussicht zu genießen, gar nicht der Herausforderung der ultimativen Gipfelbesteigung stellen: Gleich unterhalb des Gipfelkreuzes befindet sich etwas westlich und nur wenige Hm tiefer ein weiteres Gipfelkreuz (Abb. 9), von dem man ebenfalls eine tolle Aussicht hat. Für den gesamten Aufstieg vom Parkplatz vor der Jausenstation Holzerbauer, bei dem man nicht ganz 800 Hm bewältigen muss, benötigt man etwa 2¼–2½ Stunden. Vor uns im Süden reicht der Blick vom Dachstein im Osten (Abb. 10) über die Postalm und das Tennengebirge (Abb. 11) bis zum Hochkönig und zum Watzmann (Abb. 12) im Südwesten. Tief unter uns befinden sich der Wolfgangsee und die Kirche von St. Wolfgang. Im Hintergrund erblickt man auch einige der schneebedeckten Gipfel der Hohen Tauern. Einzig der Blick Richtung Osten bleibt uns, wenn man nicht ganz hinaufsteigt, durch den Gipfelfelsen verwehrt.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, geht es mit Blick zum Schafberg im Nordwesten, zum Attersee (Abb. 13) im Norden und zum Höllengebirge (Abb. 14) im Nordosten über das Wiesengelände in Richtung Nordwesten abwärts zum Beginn des Privatweges. Es handelt sich dabei um eine Schotterstraße, die auch als Zufahrt für die Besitzer der Almhütten dient. Auf dieser geht es nun mit Unterstützung von Serpentinen abwechselnd angenehm und etwas steiler absteigend nach Süden Richtung St. Wolfgang. Im oberen Bereich bietet sich immer wieder eine schöne Aussicht zum Schafberg, zum Wolfgangsee (Abb. 15) und auch zum Dachstein. Nach der Einmündung einer weiteren Schotterstraße von rechts und einer Weggabelung, bei der wir uns rechts halten, gelangen wir in dichteres Waldgelände, wo es kaum mehr Ausblicke gibt. Im unteren Bereich wird die Schotterstraße an einigen Stellen recht steil und wir passieren eine größere Wild-Futterstelle. Nach etwa 1½–1¾ Stunden vom Gipfelbereich des Vormauersteins erreichen wir die ersten Häuser von St. Wolfgang und biegen bei einer Wegkreuzung links ab. Ab jetzt Richtung Osten, passieren wir – erneut auf einem Privatweg – eine Lichtung mit einigen Häusern. Wieder im Wald, geht es jetzt an einigen Stellen aufwärts (insgesamt ca. 80 Hm), bis wir nach rund 15–20 Minuten von der Abzweigung zu Beginn von St. Wolfgang zur Jausenstation Holzerbauer (Abb. 16) und zu unserem Ausgangspunkt gelangen. Für den gesamten Abstieg benötigt man etwa 1¾–2,0 Stunden.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz kurz vor der Jausenstation Holzerbauer über die Sommeraualm auf den Vormauerstein mit Gegensteigungen beim Auf- und Abstieg etwa 850 Hm in ca. 2¼–2½ Stunden (Aufstieg) bzw. über den Privatweg und die Forststraße in etwa 1¾–2,0 Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
April–Mitte November (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Mittellange, beim Auf- und Abstieg teilweise steile, aber größtenteils technisch einfache Tour auf Forst-/Privatstraßen, Waldsteigen und Wiesenpfaden. Der Aufstiegsweg ist immer wieder recht steinig und bei nassen Bodenverhältnissen etwas rutschig. Für den Schlussabschnitt im felsigen Gipfelbereich des Vormauersteins sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich!
Highlights:
Tolle Ausblicke (Schafberg, Dachstein, Hochkönig, Watzmann, Wolfgangsee, Attersee) von der Vormaueralm und vom Gipfelbereich des Vormauersteins; die Vormaueralm, der Wolfgang- und der Attersee
Anfahrt:
Von Westen (Salzburg) bzw. von Osten (Bad Ischl, B 145: Gmunden bzw. Bad Aussee) auf der Bundesstraße B 158 bis Km-Tafel 40,0 fahren und dort Richtung Norden nach St. Wolfgang abbiegen. Nach 2,3 km in Schwarzenbach kurz nach einer Landstraßen-Einmündung (von Bad Ischl) rechts abzweigen, dann auf einer schmalen, asphaltierten Straße etwa 700 m bis zur Abzweigung zum Mostbauer fahren. Dort rechts halten und nach weiteren 750 m bei der zweiten Wegabzweigung rechts abbiegen und etwa 250 m steil hinauf bis zu einer rechts von der Straße liegenden Lichtung mit Parkplätzen fahren.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit; Jausenstation Holzerbauer, GH in St. Wolfgang und Strobl
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°28'09''/47°44'20''
Rechtswert (UTM): 385245 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5288410 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3211


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