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Oisching:
Einsamer Gipfel im Südosten der Hochschwab-Region
Abb. 1
Zwischen dem Luftkurort Aflenz und Seewiesen steht im Südosten der Hochschwab-Region ein Bergstock mit zwei Gipfeln. Im Gegensatz zum Schießling (1.667 m), auf den eine Mautstraße führt, ist der nördlich von diesem gelegene, nur um einige Meter höhere Oisching (1.699 m, Abb. 1) ein eher einsamer Gipfel: Von der kleinen Ignazhütte auf der Oischingalm müssen die letzten gut 200 Hm zuerst auf einem unmarkierten Waldsteig und anschließend über eine sehr steile Wiese – weglos – bewältigt werden.

Der Ausgangspunkt dieser Rundtour ist der kleine Ort Seewiesen, von dem viele Bergwanderer auch ihre Hochschwab-Besteigungen starten. Gegenüber vom Hotel Seeberghof (ca. 930 m), bei dem es eine Bus-Haltestelle gibt, beginnt unsere Wanderung. Für Autofahrer steht etwa 250 m in Richtung Mariazell ein Parkplatz (ca. 960 m) zur Verfügung, von dem man einen schönen Blick ins Seetal (Abb. 2) hat, durch das man zum Hochschwab aufsteigen kann. Wir aber queren am Beginn unserer Tour Richtung Südwesten leicht abwärts eine Wiese und überschreiten am Waldrand – über eine Holzbrücke (ca. 920 m) – den Seebach. Mit Serpentinen werden auf einem Waldsteig rechts von einem Graben die ersten Hm überwunden. Dann wechseln wir auf dessen linke Seite und steigen Richtung Südosten weiter auf. Nach knapp 30 Minuten mündet unser Steig in eine Forststraße, die uns fast eben zur Hackenalm (ca. 1.070 m, Abb. 3) mit dem Großen Feistringstein (1.710 m) im Hintergrund führt. Hier gab es früher mit der Enzianhütte auch eine Einkehrmöglichkeit, die aber leider geschlossen wurde. Wenige Meter danach stößt von links die Forststraße, die beim Dürrsee im Seegraben beginnt und einen alternativen Ausgangspunkt darstellt, zu unserem Aufstiegsweg. Wir biegen rechts in die Forststraße ein und wandern nun Richtung Westen auf dem "Gründerweg Mariazell" nur mäßig ansteigend weiter taleinwärts. Schon bald verlassen wir die nach rechts führende Forststraße. Weiter auf breitem Weg wechseln wir bei einer Wegteilung auf die linke Seite des hier noch schwach ausgeprägten Grabens. Wenig später beginnt bei einer Linkskurve unseres bisher breiten Weges unser weiterer Aufstiegssteig: Nun um vieles schmäler, steiler und auch steiniger geht es links vom nun um einiges tieferen Graben aufwärts. Dann wechselt man auf dessen rechte Seite. Weiter im Wald geht es zum Teil steil hinauf zum Hackentörl (1.291 m), das man nach ca. 1,0–1¼ Stunden vom Ausgangspunkt erreicht und bei dem sich einige Wanderwege treffen. Einer davon führt rechts unterhalb des Großen Feistringsteins (Abb. 4) zum Endriegel und zur Mitteralpe. Geradeaus kann man in den Feistringgraben und nach Aflenz absteigen.

Unser weiterer Aufstiegsweg biegt links ab und bringt uns – vorbei an einer Felsgruppe (Abb. 5) – hinauf auf einen Kamm, der Richtung Süden durch den Ebenwald führt. Nun längere Zeit stets auf dem bzw. entlang des Kamms gewinnen wir nur mehr wenig an Höhe. An einer Stelle geht es sogar leicht abwärts. Immer wieder öffnet sich bei Lichtungen im Waldgelände der Blick Richtung Westen zum langgezogenen Endriegel, einem der schönsten Almgebiete in der Hochschwab-Region. Nach einer weiteren, etwas fordernden Steilstufe, mit der wir das Gebiet Ebenwald verlassen, beginnt unsere längere, etwas mühevolle Querung der Westhänge des Oischings, bei der es nur mäßig aufwärts und immer wieder auch leicht abwärts geht. Beeindruckend weiterhin die Aussicht – zum Beispiel Richtung Norden zur Aflenzer Staritzen und zu den Felsen nach dem Hackentörl (Abb. 6) – ins uns umgebende Hochschwab-Gebiet. Am Ende der Querung wendet sich der Steig Richtung Osten und auf einer Lichtung ist Richtung Süden erstmals der benachbarte Schießling (Abb. 7) zu sehen. Nach etwa 1½–1¾ Stunden vom Hackentörl erreicht man – die letzten Meter auf einer Forststraße, in die unser Steig übergeht – die kleine Ignazhütte (Abb. 8), die auf der Oischingalm (1.484 m) steht. Richtung Osten genießt man hier die Aussicht zum Hochanger (1.682 m, Abb. 9), der sich auf der anderen Seite des tief unter uns liegenden Seegrabens befindet.

Hinter der Ignazhütte beginnt Richtung Norden der anstrengende Aufstieg zum Gipfel des Oischings. Zunächst noch auf einem gut erkennbaren, steilen Waldsteig, muss die anschließende sehr steile Wiese (Abb. 10) weglos bewältigt werden. Für den 215 Hm-Aufstieg von der Ignazhütte zum Gipfelkreuz (Abb. 11) auf der höchsten Stelle des Oischings benötigt man etwa 30–45 Minuten. Das bedeutet, dass man für den gesamten Weg vom Ausgangspunkt gegenüber vom Hotel Seeberghof in Seewiesen, bei dem man mit den zahlreichen Gegensteigungen fast 850 Hm bewältigt hat, ca. 3,0–3½ Stunden einplanen muss. In den meisten Wanderführern wird speziell der Blick vom Gipfelkreuz zu den felsigen Hochschwab-Bergen hervorgehoben, der aber schon bald auf Grund der wachsenden Bäume der Vergangenheit angehören wird. Auf der Wiese mit Blick zum Schießling (Abb. 12) geht es jetzt Richtung Süden in etwa 20–30 Minuten wieder steil hinab zur Ignazhütte.

Um wieder nach Seewiesen zu gelangen, kann man natürlich den Aufstiegsweg nehmen (ca. 2,0–2¼ Stunden, vom Oisching-Gipfel: 2¼–2¾ Stunden). Etwas länger, aber weniger mühevoll ist es, die Wanderung Richtung Süden fortzusetzen: Nach Zusammentreffen des Zufahrtsweges zur Ignazhütte und der Forststraße wandert man etwa 10 Minuten auf dieser fast eben zu einer größeren Wegkreuzung. Hier zweigen wir links ab und wandern nun – immer wieder von schönen Ausblicken zur Aflenzer Staritzen (Abb. 13) belohnt – in etwa 1½–1¾ Stunden auf einer weit ausholenden Forststraße die rund 600 Hm hinunter in den Seegraben. Größtenteils angenehm absteigend, dann wartet etwa zu Beginn des letzten Drittels eine kurze Gegensteigung auf uns. Danach geht es etwas steiler hinab zur Bundesstraße B 20, die durch den Seegraben führt. Genau gegenüber von der Einmündung der Forststraße in die Bundesstraße befindet sich der Dürrsee (Abb. 14), in dem sich die steilen, felsigen Berghänge spiegeln. Auf der stark befahrenen Bundesstraße bzw. etwas länger auf einem speziell beschilderten Wanderweg geht es jetzt noch leicht ansteigend rund 2,0 km taleinwärts zurück zum Ausgangspunkt in Seewiesen (Abb. 15), den man nach etwa 2¼–2½ Stunden von der Ignazhütte erreicht (vom Oisching ca. 2½–3,0 Stunden).
HM/Zeit:
Vom Hotel Seeberghof über das Hackentörl auf den Oisching mit zahlreichen Gegensteigungen beim Auf- und Abstieg ca. 900 Hm in ca. 3,0–3½ Stunden (Aufstieg) bzw. über den Dürrsee ca. 2½–3,0 Stunden (Abstieg). Der Abstieg auf dem Aufstiegsweg ist um rund 15 Minuten kürzer.
Zeitraum:
April–November (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Technisch einfache, aber vor allem bei Besteigung des Oisching-Gipfels lange und anstrengende Wanderung. Auf dem Aufstiegsweg gibt es immer wieder sehr steile Wegpassagen, das gilt speziell für den Abschnitt zwischen Ignazhütte und dem Gipfel des Oischings. Langer, aber problemloser Abstieg auf einer breiten Forststraße in den Seegraben.
Highlights:
Schöne Ausblicke in die imposante Hochschwab-Region, Dürrsee
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 20, die die Region Kapfenberg/Bruck a. d. Mur im Süden (Schnellstraße S 6) mit Mariazell und St. Pölten (Autobahn A 1) im Norden verbindet, bis zum Parkplatz (ca. km 103,2) fahren, der sich etwas über 200 m Richtung Mariazell vom Hotel Seeberghof (ca. km 103,4) entfernt befindet. Genau gegenüber vom Hotel-Parkplatz, der nur von Gästen benützt werden darf, startet die Rundtour. Direkt beim Hotel gibt es eine Bus-Haltestelle. Ortskundige können die Wanderung aber auch beim Dürrsee beginnen.
Einkehr:
Ignazhütte, GH in Seewiesen
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°16'12''/47°37'05''
Rechtswert (UTM): 520305 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5273905 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
4210 und 4216


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