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Harzberg/Sooßer Lindkogel:
Ausflug in der Sooßer Wander-Weinarena
Abb. 1
Vor allem an sonnigen Wochenenden verbinden viele aus dem Großraum Wien den Besuch eines der zahlreichen Weinbaubetriebe der kleinen, zwischen Baden und Bad Vöslau gelegenen Gemeinde Sooß mit einem Spaziergang durch die Weingärten. Fleißigere machen daraus eine Wanderung in der Sooßer Wander-Weinarena, die westlich des Weinbauortes im Südosten des Wienerwaldes liegt. Den Großteil dieses schönen Wandergebietes nehmen die langgezogenen Waldhänge (Abb. 1) auf der Ostseite des Hohen Lindkogels (834 m) ein. Auch unser nachfolgend beschriebener Wandertipp auf den Harzberg (866 m), auf dem wir die mächtige, weithin sichtbare Jubiläumswarte besteigen, und den Sooßer Lindkogel (713 m) ist auf Grund der geringen Höhen praktisch ganzjährig begehbar. Man kommt zwar mit allen Gegensteigungen auf etwa 600 Hm, da aber schwierige Wegpassagen völlig fehlen, ist diese Rundtour als absolut familienfreundlich zu bezeichnen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz (ca. 270 m) im Westen von Sooß nahe der Kreuzung der langgezogenen, von Osten nach Westen führenden Ortsstraße mit der Weinbergstraße, die parallel zum Ostrand des Wienerwaldes von Norden (Baden) nach Süden (Bad Vöslau) führt. Richtung Westen ist weit hinter den Weingärten bereits von hier der Sooßer Lindkogel (Abb. 2) zu sehen. Zunächst geht es auf einem asphaltierten Weg Richtung Südwesten einem kleinen, schon etwas höher in den Weingärten gelegenen schlossähnlichen Gebäude und dem dahinter liegenden Harzberg (Abb. 3), unserem ersten Gipfelziel, entgegen. Bei einem Marterl biegen wir links in den Kaiserweg ein. Kurz geht es Richtung Süden, dann zweigen wir bei einer Baumgruppe rechts auf den Gradentalweg ab, der uns zum Waldrand und zu einer Forststraße, die wir überqueren, bringt. Auf dem Beethoven-Wanderweg geht es kurz Richtung Westen zum Parkplatz gegenüber dem leider schon seit Langem geschlossenen Gasthaus "Zur Waldandacht" (ca. 300 m).

Wir halten uns links und durchschreiten einen Holzbogen, der den Beginn des Waldlehrpfads Bad Vöslau markiert. Zu Beginn nur mäßig ansteigend – von Tafeln, welche die vielen unterschiedlichen Baumarten bezeichnen, flankiert – gelangen wir zu einem Graben. Der Waldlehrpfad zweigt links ab, wir aber wandern Richtung Westen den breiten, nun etwas steiler werdenden Weg weiter aufwärts. Schon bald kommen wir zu einer großen Wegkreuzung (ca. 400 m) und biegen links in die Forststraße ein. Bereits nach wenigen Minuten verlassen wir diese wieder und zweigen rechts ab. Nun geht es auf einem Weg –unterstützt von vielen Stufen – den steilen Waldhang hinauf und wir erreichen nach etwa 40–45 Minuten unser erstes Gipfelziel, den Harzberg, mit dem gern besuchten, gleichnamigen Gasthaus (Abb. 4). Rechts von unserem Weg befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem man Richtung Nordosten unseren Ausgangspunkt in Sooß, Baden, den dahinter liegenden Anninger (675 m) und das nördliche Wiener Becken (Abb. 5) gut überblicken kann. Wir aber empfehlen unbedingt, die rund 25 Meter hohe gemauerte Jubiläumswarte (Abb. 6) zu besteigen, von der man das ganze Wiener Becken und das Steinfeld bis hin zum Hochwechsel bewundern kann. Richtung Südwesten überragt der 2.071 m hohe Schneeberg (Abb. 7) die niederösterreichischen Voralpen und im Nordwesten ist das Lindkogel-Gebiet (Abb. 8) und damit unsere weitere Wegstrecke zu sehen.

Um nicht die vielen Stiegen hinabsteigen zu müssen, wandern wir kurz auf der Zufahrtsstraße zum GH Am Harzberg vorbei an einem Schranken Richtung Westen. Nach wenigen Schritten verlassen wir rechts die Zufahrtsstraße und nach einer kurzen Steigung geht es auf der sogenannten Harzbergstrecke zum Teil recht steil abwärts. Nach etwa 10 Minuten gelangen wir zu der bereits zum Aufstieg genutzten Forststraße, biegen in diese links ein und wandern zurück zur großen Wegkreuzung (ca. 400 m). Auf dem mit Nr. 2 bezeichneten Weg setzen wir nun unsere Wanderung Richtung Westen fort. Zunächst eben, dann leicht abwärts und wieder aufwärts geht unser Weg in einen gut zu begehenden Steig über. Schon bald geht es – zu Beginn mäßig, dann steiler – hinab ins Gradental und zur Percherhütte (ca. 375 m, Abb. 9), einer Unterstandshütte mit Erklärungen zu Fauna und Flora des Gebietes, die wir nach etwa 25 Minuten vom Harzberg erreichen.

Bei der hier befindlichen Weggabelung halten wir uns rechts und wandern nun Richtung Westen ("Eisernes Tor") gemütlich auf der Forststraße (Abb. 10) aufwärts. Nach 10–15 Minuten zweigt links der Weg Nr. 2 zur Vöslauer Hütte ab, wir halten uns wieder rechts und wandern auf der gelb markierten, nun etwas steiler werdenden Forststraße weiter. Wieder 10 Minuten später verlassen wir die Forststraße und biegen links ab. Auf dem nun steilen, gelb markierten Weg gelangen wir zu einer Weggabelung, bei der wir uns rechts halten. Dann geht es Richtung Norden steil hinauf zu einer Lichtung, an der wir links vorbeigehen. Endlich nicht mehr so steil, führt unser Weg zu einem ebenfalls gelb markierten Querweg (ca. 600 m), in den wir links einbiegen. Nun wieder Richtung Westen geht es nach einer kurzen Steigung vorbei an der Einmündung eines Weges, der von der Vöslauer Hütte hierheraufführt. Der gerne von Mountainbikern genutzte Weg wendet sich Richtung Norden. Da der kurvige, teilweise steinige, an einigen Stellen felsige Weg etwas unübersichtlich ist, sollte man sich vor den oft talwärts rasenden Mountainbikern in Acht nehmen! Schon bald nach einer rechts stehenden, etwas erhöhten Sitzbank kommt man ca. 55–60 Minuten nach der Percherhütte zu einer Abzweigung (ca. 700 m), bei der man rechts zum Gipfel des Sooßer Lindkogels abbiegt. Da dieser im Waldgebiet liegt und daher keine Aussicht bietet, empfehlen wir, auf unserem bisherigen, nun leicht absteigenden Aufstiegsweg zu bleiben. Der Umweg nimmt kaum mehr als 10 Minuten in Anspruch. Nach etwa 2–3 Minuten biegt rechts ein nicht zu übersehender Steig ab, der etwa 15 Hm aufsteigend zu einem tollen Aussichtsplatz führt. Der Blick von einer Sitzbank reicht im Süden (Abb. 11) zum Schneeberg und sogar zum Göller sowie im Westen zum waldigen Gipfelaufbau des Hohen Lindkogels (Abb. 12). Es geht zurück zur Abzweigung, bei der wir unseren kleinen Umweg begonnen haben, und von dort leicht hinauf zu den beiden nebeneinander liegenden Gipfeln des Sooßer Lindkogels.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, wandern wir rund 5 Minuten weiter Richtung Osten etwas steiler hinab in einen Sattel. Dort halten wir uns rechts (Richtung Süden) und gehen – zuerst steiler, dann nur mäßig absteigend – in weiteren 10 Minuten zur Einmündung in den gelb markierten Weißen Weg. Dieser führt ständig im Wald Richtung Osten. Größtenteils nicht steil – lediglich einmal von einer etwas steileren Wegstrecke unterbrochen – und teilweise am bzw. entlang eines Kamms zieht es sich nun ein wenig. Leider gibt es keine Aussichtspunkte, einzig die scheinbar sehr alten, weißen Grenz-/Markierungssteine (Abb. 13) sind auf dem langen, immer wieder steinigen Abstiegsweg von Interesse. Nach der Querung einer Forststraße und kurz danach eines rot markierten Weges geht es nochmals etwas steiler hinab zum Ostrand von Sooß, den man nach etwas über einer Stunde vom Sooßer Lindkogel erreicht. Vorbei an einem Parkplatz und einigen Weinbaubetrieben (Abb. 14), die immer wieder "ausgsteckt" haben, geht es nun auf der Ortsstraße leicht abwärts. Richtung Norden genießt man einen letzten schönen Blick nach Baden und zum Anninger (Abb. 15). Schon bald kommt man zur Kreuzung mit der Weinbergstraße, in die wir rechts einbiegen und auf der wir nach wenigen Schritten unseren Ausgangspunkt erreichen. Für den Abstieg vom Sooßer Lindkogel muss man etwa 65–75 Minuten einplanen.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz nahe der Kreuzung Weinbergstraße/Ortsstraße von Sooß über den Harzberg und die Percherhütte auf den Sooßer Lindkogel mit allen Gegensteigungen (inkl. Turmbesteigung) ca. 600 Hm in ca. 2,0–2¼ Stunden (Aufstieg) bzw. über den Weißen Weg in etwa 65–75 Minuten (Abstieg).
Zeitraum:
ganzjährig
Anforderungen:
Technisch einfache, nicht allzu lange, familienfreundliche Rundtour auf stets gut zu begehenden Forststraßen, Wegen und Steigen, die sich fast durchwegs im Waldgebiet befinden. Vorsicht vor "flotten" Mountainbikern auf dem Aufstiegsweg zum Sooßer Lindkogel.
Highlights:
Rundblick von der Jubiläumswarte auf dem Harzberg; Blick vom Aussichtsplatz zum Schneeberg, Göller und Hohen Lindkogel; alte Grenz-/Markierungssteine auf dem Weißen Weg
Anfahrt:
Auf der Südautobahn A 2 – von Norden bis Abfahrt Baden bzw. von Süden bis Abfahrt Bad Vöslau – jeweils Richtung Westen bis zur Bundesstraße B 212 und weiter nach Sooß. Dort ca. bei Km 9,0 (bei einer Ampel gegenüber einem griechischen Restaurant) Richtung Westen in die Dorfstraße von Sooß einbiegen. Auf dieser ca. 1,0 Km bis zur Querung der Weinbergstraße, links abbiegen und die wenigen Meter bis zum großen Parkplatz fahren.
Einkehr:
GH Am Harzberg, GH und Weinbaubetriebe in Sooß
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 16°12'27''/47°59'01''
Rechtswert (UTM): 590110 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5315205 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
5201


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