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Bremstein/Mitterkogel:
Am Ostrand der Niederen Tauern
Abb. 1
Östlich des Feistritzgrabens in den Seckauer Tauern, die im Südosten der Niederen Tauern liegen, gibt es nur mehr ganz wenige Berge, deren Gipfel oberhalb der Waldgrenze liegen und die dadurch mit ihrer Aussicht bei Bergwanderern punkten können. Neben dem Speikbichl (1.878 m) sind dies unter anderem die beiden mit einem langgezogenen Kamm (Abb. 1) verbundenen, unwesentlich niedrigeren Gipfel, der Bremstein (1.868 m) und der Mitterkogel (1.847 m), auf die der nachfolgende Wandertipp führt. Der Bremstein gilt auch als Hausberg von Mautern im Liesingtal, wir aber starten unsere technisch einfache, familienfreundliche Tour nicht im Osten, sondern im Süden – vom Murtal aus. Um zum Ausgangspunkt bei der Unteren Bodenhütte zu gelangen, muss man von der Schnellstraße S 36 über Feistritz bei Knittelfeld und anschließend durch den Feistritzgraben etwa 15 km – teilweise auf einer Schotterstraße – Richtung Norden fahren. Beachten sollte man, dass der letzte Kilometer vor der Hütte fast ein Dreivierteljahr (von Mitte September bis Mitte Juni) mit Schranken durch einen Schranken versperrt ist, was die Wanderung um etwa 30–45 Minuten verlängert und einiges an zusätzlichen Hm (+ ca. 100 Hm) bedeutet.

Im Sommer aber kann man bis zur gastlichen Unteren Bodenhütte (1.385 m, Abb. 2) fahren, bei der ein größerer Parkplatz zur Verfügung steht, von dem man – noch weit entfernt – den Bremstein und den Kamm zum Mitterkogel sehen kann. Auf der ab hier generell gesperrten Forststraße geht es Richtung Norden bis zu einer Weggabelung, bei der links die Aufstiegswege zur Wallfahrtskirche Maria Schnee bzw. zum Hämmerkogel und zum Seckauer Zinken abzweigen. Wir wandern weiter geradeaus auf der Forststraße und überqueren auf einer Brücke den Feistritzbach. Nun in Richtung Nordosten verlassen wir etwa 15–20 Minuten vom Ausgangspunkt bei einer markierten und beschilderten Abzweigung (1.479 m) die Forststraße und wandern auf dem links abzweigenden Steig im Wald aufwärts. Schon bald müssen wir ein Feuchtgebiet auf gelegten Steinen überschreiten, bevor unser Steig etwas mühsamer zu begehen wird. In bzw. – dort, wo es möglich ist – neben einem Rinnsal geht es steinig aufwärts. Doch bereits nach rund 10 Minuten kommen wir wieder auf die Forststraße und wandern auf dieser – nun etwas steiler und leider zu Beginn mangelhaft markiert – oberhalb eines Baches im Freudental weiter aufwärts. Nach weiteren 10 Minuten bietet sich erneut eine Abkürzung an, die diesmal zwar recht steil ist, aber auf dem alten, breiten Hüttenweg erfolgt, der nach rund 50 Metern wieder in die Forststraße mündet.

Auf der jetzt kaum mehr ansteigenden Forststraße betreten wir nun Almgelände, müssen den Bach auf Steinen überspringen und erreichen nach etwa 45–60 Minuten kurz vor einem Sattel mit großer Jagdhütte eine Weggabelung (ca. 1680 m). Wir verlassen nach rechts Richtung Osten die Forststraße und wandern auf einem Wiesenpfad weiter aufwärts. Nach der Überwindung einer Mini-Steilstufe geht es angenehm ansteigend dem Latschengebiet entgegen, das – etwas steiler werdend – von uns durchwandert wird. Etwa 20–25 Minuten nach der Abzweigung von der Forststraße erreicht man den auf dem Kamm (ca. 1.820 m) verlaufenden Querweg, der den links von uns liegenden Bremstein (Abb. 3) mit dem Mitterkogel verbindet. In etwa 10 Minuten sind dann die am Anfang mäßig steil ansteigenden, dann aber etwas steiler werdenden, noch zu erklimmenden ca. 50 Hm geschafft und man steht auf dem nicht allzu großen Gipfelplateau vor dem mächtigen Gipfelkreuz (Abb. 4). Für den gesamten Aufstieg, bei dem wir knapp 500 Hm bewältigt haben, benötigt man kaum mehr als ca. 60–75 Minuten.

Schnell erkennt man, dass sich der Aufstieg gelohnt hat: Westlich von uns sieht man die höchsten Gipfel der Seckauer Tauern (Abb. 5) und die der Rottenmanner Tauern im Norden (Abb. 6). Tief unten im Liesingtal liegt im Osten (Abb. 7) Mautern und dahinter auf der anderen Talseite genau uns gegenüber die Eisenerzer Alpen mit dem Größeck (2.214 m), dem Eisenerzer Reichenstein (2.165 m) und dem Wildfeld (2.043 m). Im Nordwesten erkennt man die felsigen Gipfel des Gesäuses (Abb. 8).

Mit Blick zu unserem zweiten Gipfelziel, dem Mitterkogel (Abb. 9), geht es – umgeben von Latschen – Richtung Süden schnell wieder zur letzten Weggabelung und zum Kamm, auf dem wir nun zuerst fast eben und dann leicht absteigend zum geschichtsträchtigen Antonikreuz (1.753 m, Abb. 10) wandern, wo von links der Aufstiegsweg von Mautern im Liesingtal auf den Kamm mündet. Über die lange Geschichte des Kreuzes informiert eine Zusatztafel. Auf einem deutlich erkennbaren, an wenigen Stellen aber noch undeutlich markierten Steig geht es ab jetzt wieder – angenehm ansteigend – aufwärts. Schon bald, nach einer kleinen Blockwerkstelle – wobei unklar ist, wie die Felssteine hierhergekommen sind – gelangen wir ins freie Gelände (Abb. 11). Ab nun wandern wir – am besten orientiert man sich am Zaun links von uns – über die Almwiese bis zum höchsten Punkt, der nur mit einem Grenzpflock gekennzeichnet ist. Für den Kammweg vom Bremstein zum Mitterkogel, bei dem zusätzliche 100 Hm zu bewältigen sind, braucht man etwa 30–35 Minuten.

Auch von hier hat man einen wunderbaren Ausblick, zu den bereits beim Bremstein genannten Gipfeln und Gebirgsgruppen kommen im Süden jetzt auch noch der Speikbichl (Abb. 12) und die Grazer Hausberge mit der Gleinalpe. Wir kehren mit Blick zum Bremstein (Abb. 13) in etwa 10 Minuten zurück zum Antonikreuz und zweigen dort auf den nach links führenden, nicht markierten Steig ab. Dieser bringt uns in ca. 15–20 Minuten in einer längeren, mäßig absteigenden Hangquerung zu einem breiten Weg, zu einer kleinen Almhütte und zu der Abzweigung, bei der wir die Forststraße beim Aufstieg zuletzt verlassen haben. Festzustellen ist zu dieser langgezogenen Hangquerung, dass der Steig im Latschengebiet gut und als Wiesenpfad eher mühsam begehbar ist. Auf der Forststraße geht es jetzt – am Beginn nochmals mit Blick hinauf zum Mitterkogel (Abb. 14) und kurz vor der über feuchten bzw. nassen Boden führenden Abkürzung zu den höheren Gipfeln der Seckauer Tauern (Abb. 15) – in etwa 30–45 Minuten zurück zum Ausgangspunkt bei der Unteren Bodenhütte. Für den gesamten Abstieg vom Mitterkogel braucht man daher kaum länger als etwa 60–75 Minuten.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz bei der Unteren Bodenhütte durch das Freudental auf den Bremstein knapp 500 Hm in ca. 60–75 Minuten. Für den Kammweg vom Bremstein zum Mitterkogel, bei dem zusätzliche 100 Hm zu bewältigen sind, braucht man etwa 30–35 Minuten. Für den Abstieg vom Mitterkogel braucht man kaum länger als etwa 60–75 Minuten. Wenn die Zufahrt bis zur Unteren Bodenhütte nicht möglich ist (Mitte September bis Mitte Juni), verlängert sich die Tour um ca. 30–45 Minuten und es kommen ca. 100 Hm dazu.
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Kurze, technisch einfache und familienfreundliche Tour auf einer Forststraße, auf Steigen und Wiesenpfaden. Die etwas feuchte Abkürzung und der Wiesenpfad bei der langen Hangquerung beim Abstieg sind zwar problemlos, aber etwas mühsamer begehbar.
Highlights:
Rundblick vom Gipfel des Bremsteins und des Mitterkogels, das Antonikreuz
Anfahrt:
Auf der Schnellstraße S 36 bis zur Abfahrt St. Lorenzen-Feistritz, von dort Richtung Norden eine Landstraße querend durch die Orte Feistritz bei Knittelfeld und Hof bis Prankh fahren und dort rechts nach Wasserleith abzweigen. Bis hierher sind es von der Schnellstraßen-Abfahrt etwa 5,3 km. In Wasserleith beginnt Richtung Norden die schmale Straße durch den Feistritzgraben, die – am Beginn noch asphaltiert – in eine Schotterstraße übergeht. Nach ca. 9,0 km (wenn der Schranken von Mitte September bis Mitte Juni geschlossen ist) bzw. 10,0 km bis zu den Parkplätzen bei der Unteren Bodenhütte fahren.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, Untere Bodenhütte, Pulvermacherhütte im Feistritzgraben
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°47'38''/47°21'09''
Rechtswert (UTM): 484440 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5244370 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4221


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