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Großer Speikkogel:
Eindrucksvolle Panoramawege auf der Koralpe
Abb. 1
Auf der Suche nach einem attraktiven Berg im südlichsten Bundesland Österreichs, der sowohl Bergwanderer als auch Wintersportler begeistert, wird man bald auf die Koralpe (Abb. 1) stoßen. Mächtig erhebt sich dieser Bergstock am Ostrand Kärntens aus dem Lavanttal nahe Wolfsberg und bildet die Landesgrenze zur Steiermark. Durch seine etwas isolierte Stellung bietet er großartige Ausblicke in alle Himmelsrichtungen, die man auf verschiedenen Panoramawegen in vollen Zügen genießen kann. Natürlich stören die vielen Liftanlagen und der ORF-Sender sowie vor allem die beiden Radaranlagen des österreichischen Bundesheeres und der Austro Control, die im unmittelbaren Umfeld des höchsten Punktes der Koralpe, des Großen Speikkogels (2.140 m), stehen. Doch Letztere sind fast schon so etwas wie ein Wahrzeichen, denn sie sind schon von Weitem sichtbar und somit erkennen auch geografisch Unkundige die Koralpe auf den ersten Blick.

Um zum Ausgangspunkt, der sich bereits auf einer Seehöhe von knapp 1.630 m befindet, zu gelangen, nützt man die ca. 11.5 km lange Koralpenstraße, die übrigens auch mehrmals täglich von öffentlichen Bussen befahren wird. Vom großen Parkplatz (1.627 m) gehen wir kurz auf der unterhalb eines Feriendorfes vorbeiführenden Straße Richtung Nordosten und biegen dann halblinks auf einen breiten Waldweg ab, der – in einen schlecht markierten Pfad mündend – abwärtsführt. Auf diesem nun steiler werdenden Pfad geht es weiter, bis wir zu einer querenden Forststraße kommen, in die wir rechts einbiegen. Um den niedrigsten Punkt (ca. 1.550 m) unserer Rundtour zu erreichen, wandern wir auf der Forststraße nun Richtung Südosten in ein Tal, in dem das Rauschen des Rassingbaches lautstark zu hören ist. Auf der nun aufwärtsführenden Forststraße kommen wir zu einer Brücke, die wir aber nicht benützen. Wir zweigen von der Forststraße nach rechts ab und wandern auf einem Steig durch felsiges Waldgebiet über Stock und Stein steiler aufwärts. Mit der Querung eines Seitenarms des Rassingbaches über große Steine wird nun unser über eine Lichtung führender Steig flacher. Bald schon queren wir – diesmal auf einem Holzbrett – nochmals den Seitenarm. Damit gelangen wir wieder in felsiges Waldgebiet, in dem unser Steig steil und steinig aufwärtsführt. Nach ca. 40–45 Minuten vom Ausgangspunkt erreichen wir offenes Wiesengelände und eine Weggabelung. Rechts geht es über das Große Kar direkt hinauf auf den Großen Speikkogel. Wir aber halten uns links, queren über eine Brücke den Rassingbach und gelangen wieder auf eine Forststraße (1.671 m), die von uns gequert wird. Doch bevor wir das tun, sollte man sich auf der Forststraße links halten und einige wenige Hm absteigen, um den etwas verdeckt liegenden Pomswasserfall (Abb. 2) zu bewundern.

Nun geht es Richtung Norden kurz etwas steiler aufwärts wieder zur Forststraße. Links kann man auf der Forststraße mit einem kleinen Umweg zur Großhöllerhütte wandern, die direkt unter dem Gipfel des Sprungkogels (1.868 m) liegt. Wir aber queren die Forststraße, halten uns auf der Wiese nun eher auf deren rechten Seite und steigen nicht mehr allzu steil ins nun endgültig offene Almgelände auf. Nach etwa 20–25 Minuten vom Wasserfall erreichen wir einen Sattel (ca. 1770 m), wo von links der Weg von der Großhöllerhütte zu unserem Wiesenpfad stößt. Auch hier gibt es wieder eine Option, die Wanderung zum Gipfel der Koralpe zu verkürzen, der nun Richtung Süden inklusive des Großen Kars bereits zu sehen ist (Abb. 3). Aber auch diese Möglichkeit ergreifen wir nicht. Wir marschieren nun auf breitem Weg Richtung Osten, zuerst vorbei an einem Wegkreuz und dann an dem links abzweigenden Weg, der rund 50 Hm abwärts zur Grillitschhütte (1.710 m) führt. Wir wandern mit Blick nach links zur Hütte und dem dahinter befindlichen Moschkogel (Abb. 4) in einem langgezogenen Linksbogen in ca. 15–20 Minuten leicht absteigend zu einem weiteren Sattel (1.748 m).

Wir halten uns rechts Richtung Süden und beginnen nun unseren etwas herausfordernden Aufstieg auf einen Kamm, der uns zum Großen Speikkogel führen wird. Zunächst geht es ca. 10–15 Minuten auf breitem Wiesenpfad stets rechts von einem Zaun nur mäßig ansteigend aufwärts, dann wird die nun folgende Steilstufe auf steinigem Steig mit Hilfe von unzähligen Serpentinen bezwungen. Dabei lohnt es sich, dass man sich Richtung Norden (Abb. 5) wendet und den großartigen Blick zum Zirbitzkogel, dem Ameringkogel, den Niederen Tauern und den Gesäusebergen genießt. Bei einem großen Steinhaufen hat man nach weiteren 15 Minuten das Ärgste bereits hinter sich. Nur mehr mäßig ansteigend geht es weiter und man erreicht schon bald mit der Hühnerstütze (1.989 m) einen ersten Gipfel auf dem langgezogenen Kamm. Besonders beeindruckend ist nun der Blick Richtung Westen zur gegenüberliegenden Saualpe (Abb. 6) und Richtung Osten in die Weststeiermark. Mit Blick zu den Radaranlagen auf dem Großen Speikkogel (Abb. 7) und abwärts zum darunterliegenden Großen Kar führt unser breiter Kammweg weiter Richtung Süden nun leicht abwärts in einen Sattel, wo links der Abstiegsweg ins steirische Deutschlandsberg abzweigt. Hier beginnt jetzt der finale Gipfelanstieg: auf dem Kammweg wieder leicht bergan, dann nochmals minimal fallend. Rechts, knapp unterhalb eines weiteren Gipfels, des Seespitzes (2.066 m), führt unser nun schmälerer Steig in einem immer steiler und steiniger werdenden Rechtsbogen hinauf zu einem weiteren Sattel und einer Wegkreuzung. Beim Blick Richtung Norden kann man von hier den langgezogenen Kamm, auf dem wir gerade gewandert sind, nochmals schön überblicken (Abb. 8). Schon das Gipfelkreuz samt einer der beiden Radaranlagen vor Augen, erklimmen wir über schrofiges Gelände die letzten Hm. Für unseren Aufstieg, bei dem wir inklusive zahlreicher Gegensteigungen etwa 650 Hm bewältigt haben, sollte man einen Zeitaufwand von 2¾–3,0 Stunden einplanen.
Bevor man den wesentlich kürzeren Abstieg beginnt, sollte man auf jeden Fall den großartigen Ausblick genießen, der nur von den beiden Radaranlagen (Abb. 9) etwas gestört wird. Zu den schon beim Aufstieg genannten Gebirgszügen kommt jetzt noch der Blick Richtung Süden (Abb. 10), (Karawanken, Steiner Alpen, Julische Alpen, Klagenfurter Becken) und Richtung Südwesten (Abb. 11), (Karnische Alpen). Im Westen reicht der Blick bis zu den Hohen Tauern. Im Norden kann man nochmals den langen Kamm, über den wir beim Aufstieg gewandert sind, bewundern. Bei sehr guter Fernsicht sind aber auch Hochschwab, Hohe Veitsch, Schneealpe und die Rax in der fernen Obersteiermark (Abb. 12) zu sehen.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, kann man nun bequem auf der asphaltierten Straße – vorbei am ORF-Sender – zum bereits gut sichtbaren Koralpenhaus (Abb. 13) absteigen. Oder man verwendet den von der Straße links abbiegenden, teilweise steilen, Richtung Westen führenden Steig, der in einer langen, im ersten Teil sehr steinigen Hangquerung immer wieder auch über Blockwerk abwärts zur bewirtschafteten Hütte führt. Vor allem bei Nässe ist bei dieser Abstiegsvariante Trittsicherheit erforderlich! Nach ca. 20 Minuten vom Gipfel gelangt man zum Koralpenhaus (1.966 m, Abb. 14). Rechts, parallel zur Straße geht es von diesem auf einem nun gut zu begehenden Wiesenpfad mit Blick Richtung Nordwesten hinab zu einer Liftstation. Nun Richtung Norden und weiter parallel zur asphaltierten Straße, aber teilweise schlecht markiert, führt unser Wiesenpfad (Abb. 15) zu einer Skipiste, auf der wir nun bis zu deren Ende absteigen. Nach einer Kehrtwende Richtung Osten geht es zur Koralm Straße und zurück zum großen Parkplatz. Für den gesamten Abstieg vom Großen Speikkogel zum Ausgangspunkt benötigt man kaum mehr als 1,0–1¼ Stunden.
HM/Zeit:
Vom großen Parkplatz über den Pomswasserfall und die Hühnerstütze auf den Großen Speikkogel mit allen Gegensteigungen insgesamt rund 650 Hm in ca. 2¾–3,0 Stunden, ohne die Umwege zur Großhöllerhütte und zur Grillitschhütte (Aufstieg) bzw. über das Koralpenhaus in ca. 1,0–1¼ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Oktober
Anforderungen:
Familienfreundliche, technisch einfache Tour auf meist breiten und nicht allzu steilen, aber an einigen Stellen steinigen Steigen, Wiesenpfaden und Forststraßen. Einzig die Aufstiege zur Hühnerstütze und zum Gipfel sind etwas steiler und steiniger. Vorsicht beim Abstieg vom Gipfel zum Koralpenhaus auf dem Steig (kann aber auf einer asphaltierten Straße umgangen werden).
Highlights:
Faszinierende Almlandschaften; ein bis in die Obersteiermark und zu den Hohen Tauern reichender, fantastischer Rundblick; der Pomswasserfall
Anfahrt:
Von Wien/Graz bzw. Klagenfurt auf der Südautobahn (A 2) bis Abfahrt Wolfsberg Süd. Vom Kreisverkehr, der die Kreuzung mit der Bundesstraße B 70 bildet, ca. 2,5 km weiter Richtung Osten bis zur Abzweigung (links) der Koralpenstraße und auf der mautfreien, kurvigen, aber gut ausgebauten Bergstraße ca. 11,5 bis zum großen Parkplatz nahe des Feriendorfs Koralpe fahren.
Einkehr:
Koralpenhaus, mit kleinerem Umweg (jeweils ca. 5-10 Minuten): Großhöllerhütte und Grillitschhütte (ca. + 50 Hm)
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°56'53''/46°48'22''
Rechtswert (UTM): 496040 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5183645 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
BEV-Plan: ÖK50/4103 und 4109


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