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Brombergalm:
Am Westrand des Toten Gebirges
Abb. 1
Vom Trauntal zwischen der Kurstadt Bad Ischl im Süden und dem Ort Ebensee im Norden kann man nach Westen ins Höllengebirge oder nach Osten ins Tote Gebirge aufsteigen. Beide Gebirgszüge zeichnen sich durch steile, felsige Hänge und schöne Almgebiete aus. Der nachfolgende Wandertipp, der von Langwies zur Brombergalm führt, besitzt ebenfalls beides. Ein mögliches Gipfelziel, der von der Brombergalm (1.430 m) in etwa 30–45 Minuten zu besteigende Petergupf (1.646 m), ist der nördliche Eckpunkt eines langgezogenen Kamms (Abb. 1), der Richtung Süden zieht, und der mit der Hohen Schrott (1.839 m) seinen höchsten Punkt und mit dem Hochglegt (1.783 m) seinen südlichen Eckpunkt erreicht. Dieser felsige Kamm bildet den westlichen Außenposten des Toten Gebirges und ist beim Aufstieg zur Brombergalm gut sichtbar.

Der Ausgangspunkt liegt nahe beim Bahnhof Langwies bei einer Kapelle (ca. 460 m) am Rand einer kleinen Wohnsiedlung, wo sich die steilen Hänge am Westrand des Toten Gebirges bereits vor uns auftürmen. Nach einigen Schritten Richtung Süden auf einer Forststraße biegen wir halblinks bergwärts Richtung Osten ab. Zunächst wandert man auf breitem Weg ins Waldgelände. Dort geht der Weg in einen Steig (Nr. 221) über und führt nun etwas steiler zu einer Forststraße. Der markierte Aufstiegssteig führt teils im Wald, teils über Lichtungen geradeaus weiter. Man kann aber, um Kräfte zu sparen, hier für einige Zeit auf die in Serpentinen aufwärts führende Forststraße wechseln, was auch den Vorteil bringt, dass man schöne Blicke zum gegenüberliegenden Höllengebirge, hinab ins Trauntal (Abb. 2) und auf die steilen Waldhänge unseres weiteren Aufstiegswegs genießen kann. Forststraße und Steig treffen immer wieder aufeinander. Nach dem vierten Aufeinandertreffen sollte man aber den markierten Steig wählen, denn die Forststraße endet – zwar nahe des markierten Steigs – bei einem alten Schotterwerk und ein Wechseln zum Steig ist dort eher mühsam. Dieser wendet sich nach links Richtung Nordosten und geht endgültig ins Waldgebiet über, wo auch nach rund 60 Minuten vom Ausgangspunkt eine erste Sitzbank (ca. 800 m) – es werden noch einige folgen – zur Rast einlädt.

Nun geht es mit Hilfe einer Vielzahl von Serpentinen den steilen Waldhang weiter aufwärts. An einigen Stellen ist unser Steig sehr schmal und ein wenig abschüssig. Nach einem kurzen Stück parallel zum Grießgraben erreicht man nach weiteren 45–50 Minuten eine Forststraße (ca. 1.100 m), die von uns gequert wird. Auf uns warten im nun zunehmend felsigen Gelände einige steile Wegstellen, wobei im offenen Gelände rechts von uns der Kamm am Westrand des Toten Gebirges (Abb. 3) mit der Hohen Schrott gut zu sehen ist. Nach einer Serpentine führt unser Steig weniger steil in einer nach links von uns führenden, längeren Hangquerung zu einer Sitzbank, einem wunderbaren Aussichtspunkt, zu dem wir nach einer markanten Rechtskurve gelangen. Uns gegenüber sieht man Richtung Westen das Höllengebirge (Abb. 4) und Richtung Norden blickt man zum mächtigen Traunstein und zum Traunseeufer bei Ebensee (Abb. 5). Nach einer weiteren Steigung beginnt der technisch schwierigste Teil unseres Aufstiegs: Unser sehr schmaler Steig führt in einem stetigen Auf und Ab – weiter Richtung Nordosten – immer wieder über größere Steine und für längere Zeit die steilen Westhänge des rechts von uns stehenden Loskogels (1.538 m) entlang. Besonders bei feuchten Bodenverhältnissen sollte man unbedingt mehr auf den Weg als auf die schöne Aussicht, die Richtung Südwesten bis zum Schafberg und zum Mondsee reicht, achten. Trittsicherheit ist auf jeden Fall notwendig! Am Ende dieser längeren Schlüsselstelle erreichen wir endlich den Rand des Almgeländes. Noch wartet ein kürzeres, nicht mehr so mühsam zu begehendes Wegstück auf uns, bis wir nach etwa 3,0–3¼ Stunden, in denen wir mit den Gegensteigungen knapp 1.000 Hm bewältigt haben, die Westseite der Brombergalm (Abb. 6) erreichen. Nach dem doch anstrengenden Aufstieg sollte man sich auf dem Almgelände einen schönen Rastplatz suchen.

Dann geht es zuerst zu einer Wegkreuzung, wo man rechts in ca. 30–45 Minuten über felsiges Latschengelände zum Richtung Süden thronenden Petergupf (Abb. 7), (Trittsicherheit notwendig!) aufsteigen kann. Links geht es teilweise sehr steil und steinig Richtung Norden nach Lahnstein und nach Ebensee auf einem alternativen Abstiegssteig, auf den wir bei diesem Wandertipp noch zu sprechen kommen werden. Wir raten aber, geradeaus wenige Schritte leicht abwärts zur leider nicht bewirtschafteten Almhütte (ca. 1.430 m) zu gehen und von dort in eine Senke abzusteigen, wo sich eine weitere Hütte befindet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Senke geht es wieder aufwärts. Nach Querung eines Almweges, den wir später zum Abstieg verwenden werden, gehen wir wenige Schritte mäßig ansteigend zum Ostrand der Brombergalm, wo bei einem Stacheldrahtzaun ein toller Ausblick auf uns wartet. Dieser reicht vom Eibenberg im Norden (Abb. 8) bis zu den höchsten Gipfeln im Prielgebiet im Osten (Abb. 9) und zu den nahen Gipfeln des Toten Gebirges südöstlich (Abb. 10) von uns.

Wir gehen kurz zurück zum vorher gequerten Almweg, biegen rechts in diesen ein und steigen nun Richtung Norden – es wird steiler – zu einem Forstweg ab, in den wir wieder rechts einbiegen. Nach einer leichten Gegensteigung geht es weiter auf einem breiten, etwas "gerölligen" Weg abwärts, wobei wir den Traunstein, den Erlakogel ("Schlafende Griechin") und den Ort Ebensee mit dem Südufer des Traunsees (Abb. 11) fast ständig sehen können. Bei einem Schranken links vom Kesseleck (1.320 m) geht der Forstweg in eine Forststraße über und führt uns hinab in einen schwach ausgeprägten Graben. Gleich danach queren (1.230 m) wir nach ca. 30 Minuten von der Brombergalm den bereits erwähnten Abstiegsweg nach Ebensee. Hier kann man nun rechts auf den Steig (Nr. 210) abbiegen und etwa 40–45 Minuten steil und steinig zur nächsten Kreuzung von Steig und Forststraße absteigen. Wir raten aber, auf der Forststraße zu bleiben, die nun von der Nord- zur Westseite der Hänge unterhalb der Brombergalm wechselt. Mit schönen Blicken zum Höllengebirge mit dem Hüttendorf am Feuerkogel (1.592 m, Abb. 12), zum höchsten Gipfel, dem Großen Höllkogel (1.862 m, Abb. 13), und den Bergen westlich des Trauntals (Abb. 14) geht es – mäßig steil abfallend – zunächst längere Zeit Richtung Südwesten. Nach einer Serpentine wandern wir – nur wenig absteigend – recht lang nach Norden, wo wir auf einer Seehöhe von etwa 950 m nach 45–50 Minuten von der letzten Querung wieder auf den markierten Abstiegssteig nach Ebensee kommen.

Auch hier bleiben wir auf dem nach Südwesten führenden Forstweg. Mit weiteren, nicht mehr ganz so weit auseinander liegenden Serpentinen kommen wir zu einer Forststraßen-Kreuzung, bei der wir uns links halten. Ab nun geht es mit einer kurzen Unterbrechung stets Richtung Südwesten zurück zum Ausgangspunkt, den wir von der Brombergalm nach etwa 2½–3,0 Stunden erreichen.
HM/Zeit:
Von der Kapelle nahe des Bahnhofs Langwies über Steig Nr. 221 auf die Brombergalm mit Gegensteigungen beim Auf- und Abstieg etwa 1.050 Hm in ca. 3,0–3¼ Stunden (Aufstieg) bzw. über den Forstweg und die Forststraße in ca. 2½–3,0 Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte April–Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Recht lange und anstrengende, beim Aufstieg teilweise steile, aber größtenteils technisch einfache Tour auf Forststraßen und Waldsteigen. Bei der langen Hangquerung auf den Westhängen unterhalb des Loskogels ist besonders bei feuchten Bodenverhältnissen Trittsicherheit notwendig! Der Abstieg auf dem Forstweg und anschließend auf der Forststraße ist völlig unschwierig, aber ca. 14 km lang!
Highlights:
Tolle Ausblicke auf dem Auf- und Abstiegsweg sowie von der Brombergalm; der Traunsee
Anfahrt:
Von Norden von der Autobahn A 1 bei der Abfahrt Regau Richtung Süden auf der Bundesstraße B 145 via Gmunden und Ebensee bis Km-Tafel 49,6 fahren und dort links Richtung Osten abbiegen, von Bad Ischl auf der Bundesstraße B 145 bis Km-Tafel 49,8 und dort rechts Richtung Osten abbiegen. Von der Abzweigung über die sehr schmale, einspurige Traunbrücke fahren, den beschrankten Eisenbahnübergang queren, geradeaus weiter (nicht links zum Bahnhof Langwies abbiegen!) an einem Bauernhof vorbei und dann rechts zur Siedlung abbiegen und im Bereich der Kapelle einen Parkplatz suchen. Die Distanz zwischen der Abzweigung von der B 145 zur Kapelle beträgt ca. 350 m.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit; GH im Trauntal, in Ebensee und in Bad Ischl
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°42'17''/47°45'18''
Rechtswert (UTM): 402935 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5289880 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3212


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