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Noten:
Der "kleine Bruder" des Dürrensteins
Abb. 1
Von der Südseite betrachtet, wirkt der im Südwesten Niederösterreichs in den Ybbstaler Alpen gelegene Noten (Abb. 1) wie ein "kleiner, unbedeutender Bruder" des 1,878 Meter hohen Dürrensteins. Auch in Wanderführern findet man im Gegensatz zum um ca. 250 Hm höheren und östlich benachbarten Dürrenstein nur selten Routenbeschreibungen auf seinen Gipfel. Und doch lohnt sich seine Besteigung, vor allem wegen der großartigen Aussicht und des imposanten Landschaftscharakters der Region. Außerdem ist die Besteigung des Noten – auch wenn dabei über 1.000 Hm zu bewältigen sind – mit einem Tagesausflug gut zu schaffen, während bei Touren auf den Dürrenstein auch auf Grund der langen Wegstrecke meistens eine Übernachtung in der Ybbstalerhütte empfohlen wird. Unser Wandertipp startet auf einem Parkplatz (601 m) im Steinbachgraben und führt über die Ybbstalerhütte auf den Noten. Konditionsstarke Bergwanderer können sich also immer noch bei der einzigen Einkehroption auf unserer Route kurzfristig entscheiden, welchen der beiden Gipfel sie besteigen wollen.

Schon die Zufahrt durch den teilweise recht engen Steinbachgraben zum Ausgangspunkt weist einen Höhepunkt auf, der für manchen Autolenker zur Herausforderung werden kann: einen über 100 m langen, einspurigen Tunnel. Am Ende der öffentlich zu befahrenden, asphaltierten Straße steht ein großer Parkplatz (601 m) zur Verfügung. Hier befindet sich auch das über die Straße gespannte "Tor zum Wildnisgebiet Dürrenstein", das sich weiter taleinwärts im Osten befindet und das auch von Luchsen bewohnt wird. Wir aber wandern Richtung Norden – vorbei an einem Fischteich – auf einer Forststraße leicht ansteigend aufwärts. Bereits nach etwa fünf Minuten biegen wir rechts von der Forststraße ab und es geht jetzt auf einem breiten Waldweg etwas steiler bergan. Mit einigen Serpentinen und Kurven gewinnen wir nun schnell an Höhe. Immer wieder öffnet sich der Wald und erlaubt bei Lichtungen Ausblicke, zuerst Richtung Westen in den Steinbachgraben und etwas später und höher Richtung Osten zum felsendurchsetzten Kamm (Abb. 2), der den Dürrenstein mit dem Hochkar im Südwesten verbindet.

Dann folgt ein langes, flaches Wegstück, das im Wald parallel zum Almwaldbachtal Richtung Norden führt. Nachdem wir einen Sattelpunkt (ca. 870 m) passiert haben, beginnt unser breiter Weg wieder steiler anzusteigen. Ein weiteres Mal geht es über eine Lichtung und man erblickt im Norden den Kamm, der oberhalb des Talschlusses des Almwaldbachtals (Abb. 3) von West nach Ost verläuft. Nach etwa 70–75 Minuten erreichen wir knapp unterhalb der 1.000-Meter-Grenze bei einer Forststraßen-Querung die Jagdhütte Dürreck. Vorbei an einer Quelle und einem prägnanten Hochsitz geht es – den Westhang der Gwschendmauer querend – angenehm ansteigend einer Felsmauer entgegen. Kurz bevor man diese erreicht, teilt sich der markierte Aufstiegsweg. Links geht es als Abkürzung durch Waldgebiet auf einem Steig direkt zu den markanten Felsen und rechts weiter auf dem breiten Weg über offenes Gelände hinauf zu einer Forststraße (ca. 1.150 m), in die wir links einbiegen. Nach ein paar Schritten kommen wir zu einer weiteren Weggabelung, rechts kann man auf einer Forststraße (Winterweg) zur Ybbstalerhütte wandern. Wir aber halten uns geradeaus und marschieren auf der flachen Forststraße zu den Felsen, wo von links die Abkürzung wieder in unseren Aufstiegsweg einmündet. Nahe beim bereits schon länger sichtbaren Querkamm oberhalb des Talschlusses des Almwaldbachtals zweigen wir rechts von der Forststraße ab und wandern nun Richtung Osten – wieder etwas steiler ansteigend – weiter aufwärts. Wir gelangen auf die Nordseite des Hüttenkogels und vor uns öffnet sich der Blick Richtung Nordwesten zum Ybbstal und zu den Voralpen (Abb. 4). Entlang einer schmalen, aber langgezogenen Felswand geht es nicht allzu steil ansteigend weiter. Nach zwei Serpentinen erreichen wir offenes Gelände (ca. 1.300 m) und den Winterweg. Wir zweigen links in die Forststraße ein und wandern – die Ybbstalerhütte im Hintergrund bereits vor Augen (Abb. 5) – auf dieser weiter leicht absteigend in einen Graben zu einem kleinen, rechts von der Forststraße liegenden Teich. Danach steigt mit einer Linkskurve der Weg wieder an und wir kommen zu einer Abzweigung. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Forststraße gleich wieder auf der linken Seite zu verlassen und auf einem Steig über Schrofen- und Windwurfgelände zur nahen Ybbstalerhütte zu gehen. Diese Aufstiegsvariante vereint sich schon bald mit dem markierten, um einiges anspruchsvolleren Steig, der im Ybbstal im Westen beginnt und durch den felsigen Höllgraben führt. Egal, für welche Wegvariante man sich entscheidet, nach etwa fünf Minuten vereinen sie sich bei der schon genannten Abzweigung und führen noch wenige Meter hinauf zur Ybbstalerhütte (1.344 m, Abb. 6), die wir vom Ausgangspunkt nach 2¼–2½ Stunden, in denen wir etwa 750 Hm bewältigt haben, erreichen.

Um zu unserem Gipfelziel, dem Noten, zu gelangen, geht es von der Hütte im Schrofengelände Richtung Süden weiter, wobei wir nach wenigen Schritten vom nach Südosten führenden Weg zum Dürrenstein rechts abzweigen. Nun geht es auf einem teilweise etwas mühsamer zu begehenden Steig in einem stetigen Auf und Ab zu einem Graben, den wir auf seiner linken Seite auf halber Höhe umgehen. Parallel zu einem unmarkierten Almweg, den wir beim Abstieg verwenden werden, beginnt unser Steig wieder anzusteigen. Vor uns ist an dieser Stelle auch der Nordgipfel des Noten (Abb. 7) gut zu sehen. Wir wandern im offenen Gelände – weiterhin angenehm ansteigend – auf die Westseite unseres Gipfelziels. Unser Steig beginnt sich Richtung Osten zu wenden und zunehmend steiler zu werden. Erneut im Wald ist eine Steilstufe zu überwinden, wobei der Steig wieder steiniger wird. Eine Felsenstelle ist vor allem bei nassen, rutschigen Bodenverhältnissen mit gebotener Vorsicht zu bewältigen, kann aber auch auf der linken Seite umgangen werden. Nach der Steilstufe erreichen wir offenes Gelände. Über einen teilweise recht steilen, sich nach oben hin verengenden, schrofigen Wiesenstreifen geht es vorbei an Latschen nun hinauf auf den Kamm (ca. 1.610 m), der den links von uns liegenden Nordgipfel mit dem rechts von uns liegenden, etwas höheren Südgipfel verbindet. Vor uns ragt im Osten der "große Bruder" unseres Gipfelziels, der Dürrenstein (Abb. 8), auf. Wir halten uns links und steigen über Grasgelände und durch Latschen die letzten Meter zum Gipfelkreuz (Abb. 9) auf dem Noten (1.640 m) auf, das leicht exponiert an der höchsten Stelle steht. Für den doch etwas anspruchsvolleren Aufstieg von der Ybbstalerhütte auf den Noten, bei dem man fast genau 300 Hm bewältigen muss, benötigt man etwa 60–75 Minuten.

Vor allem im Süden hat man von hier einen prachtvollen Alpenblick, der von Südost (Abb. 10) nach West (Abb. 11) das Hochschwabmassiv, die Eisenerzer Alpen, die Gesäuse-Berge und das Tote Gebirge umfasst. Im Hintergrund sind bei guter Fernsicht aber auch die Gipfel der Niederen Tauern zu sehen. Von der höchsten Stelle geht es mit Blick zum Nordgipfel (Abb. 12) – den fleißige Bergwanderer auch noch erklimmen können – und zum Ötscher den Kamm abwärts und von dort teilweise sehr steil wieder zurück zur Ybbstalerhütte, die man nach ca. 45–60 Minuten erreicht. Wie bereits erwähnt, können Ortskundige knapp vor der Hütte auf den unmarkierten Almweg ausweichen und zum Schluss steil zum Teich und zur Forststraße absteigen. Man spart dabei etwa 5–10 Minuten beim Abstieg, der ab nun weiter auf dem Aufstiegsweg erfolgt. Speziell im oberen Teil genießt man im Bereich unterhalb der Felswände (Abb. 13) immer wieder tolle Blicke zu den Bergen in Richtung Südwesten (Abb. 14) und kurz vor Erreichen des Ausgangspunktes hinab in den engen Steinbachgraben (Abb. 15). Für den Abstieg auf dem breiten Weg von der Ybbstalerhütte – vorbei an der Jagdhütte Dürreck – zum Parkplatz im Steinbachgraben benötigt man etwa 1½–1¾ Stunden.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz im Steinbachgraben über die Jagdhütte Dürreck zur Ybbstalerhütte rund 750 Hm in ca. 2¼–2½ Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 1½–1¾ Stunden (Abstieg). Für den Weg von der Ybbstalerhütte auf den Noten etwa 300 Hm in ca. 60–75 Minuten (Aufstieg) bzw. 45–60 Minuten (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Anfang November
Anforderungen:
Die Wanderung vom Parkplatz im Steinbachgraben zur Ybbstalerhütte und retour erfolgt größtenteils auf breiten Wegen und ist zwar auf Grund der Wegstrecke und der Hm etwas länger, aber technisch sehr einfach und familienfreundlich! Der Auf- bzw. Abstieg von der Ybbstalerhütte auf den Noten und retour erfolgt auf einem teilweise mühsam zu begehenden, steinigen und streckenweise recht steilen Steig bzw. Wiesenpfad. Dieser ist anspruchsvoller und erfordert an einer Felsenstelle im steilen Waldgelände vor allem bei feuchten Wegverhältnissen Trittsicherheit!
Highlights:
Rundblick vom Gipfel des Noten und schöne Ausblicke unterwegs; der imposante Landschaftscharakter der Gegend; "Wildnisgebiet Dürrenstein" mit Luchsen
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 25 (Verbindung Ybbs an der Donau (Autobahn A 1) bis Hieflau (B 115 bzw. B 146)) bis nordöstlich von Göstling an der Ybbs, dort bei Km 57,2 beim GH Kögerlwirt Richtung Osten in den Steinbachgraben abzweigen und rund 4,0 km auf einer asphaltierten, teilweise recht schmalen (u.a. einspurig zu befahrender, über 100 m langer Tunnel!) Straße bis zum Parkplatz vorm Tor zum Wildnisgebiet Dürrenstein fahren. Es gibt aber auch einen öffentlichen Bus.
Einkehr:
Ybbstalerhütte, GH Kögerlwirt am Beginn des Steinbachgrabens
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°59'07''/47°46'57''
Rechtswert (UTM): 498915 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5292130 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4209 und 4210


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