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Freiberg:
In prominenter Umgebung
Abb. 1
Die Koschuta im Süden, der Hochobir im Osten und das Ferlacher Horn im Westen sind im zentralen Karawankengebiet die namhaften, in Kärnten durchwegs bekannten Nachbarn des Freibergs (Abb. 1), der im Gegensatz zu den anderen eher ein Schattendasein fristet. Und das ganz zu Unrecht, denn von seinem Gipfel, der bereits oberhalb der Waldgrenze liegt, hat man einen wunderbaren Rundblick. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ein fast 1.000 Hm-Anstieg ohne Einkehrmöglichkeit gemeistert werden muss, wobei im oberen Teil auch einige etwas anspruchsvollere Wegteile bewältigt werden müssen. Dass sowohl der Ausgangsort Zell-Pfarre (Sele-Cerkev) als auch unser Gipfelziel, der Freiberg (Seti?e), in allen Plänen auf Deutsch und Slowenisch angegeben werden, zeigt an, dass wir uns im zweisprachigen Raum Kärntens aufhalten.

Etwas unterhalb der kleinen Pfarrkirche (948 m) zweigt ca. 12 km von Ferlach entfernt auf dem Weg zum Schaidasattel beim Alpengasthof Malle links eine Ortsstraße ab und gleich nach der einzigen Einkehrmöglichkeit im Umkreis steht ein Parkplatz (ca. 940 m) zur Verfügung, wo auch unser durchgängig markierter Aufstiegsweg beginnt. Zunächst geht es Richtung Norden auf einer asphaltierten Straße vorbei an der Volksschule und nach einer Linkskurve zu einer Abzweigung. Wir biegen rechts auf einen engen, im Zickzackkurs zwischen zwei Zäunen im offenen Gelände nach oben verlaufenden Wiesenpfad, der uns zuerst zum Rand eines Bachgrabens und in weiterer Folge zum Wald führt. Ab nun geht es stets Richtung Nordosten längere Zeit – zu Beginn links vom Graben und nach dessen Querung rechts davon – auf breitem Weg teilweise recht steil hinauf zu einer Forststraße (ca. 1.200 m), in die wir rechts einbiegen. Bereits nach wenigen Minuten verlassen wir links abbiegend die Forststraße wieder und steigen zuerst über eine Lichtung und dann im immer steiler werdenden Wald weiter aufwärts, bis wir erneut auf die Forststraße treffen. Es geht auf dieser kurz nach links und dann rechts auf einem Steig wenige Meter hinauf zum Užnikkreuz (1.304 m), das wir nach ungefähr 60–75 Minuten vom Ausgangspunkt, in denen wir bereits etwa 350 Hm aufgestiegen sind, erreichen. Inzwischen befindet sich dem alten Wegkreuz gegenüber auch ein neu errichtetes sowie ein Rastplatz mit Blick zu den südwestlich gelegenen Karawankengipfeln.

Vorbei am alten Užnikkreuz (Abb. 2) führt unser weiterer Aufstiegssteig Richtung Nordosten angenehm ansteigend auf einen Bergkamm im Wald und von diesem zu einer etwas längeren Hangquerung, die uns – kurz unterbrochen von Serpentinen – hinauf zur privaten Nikolaushütte (1.406 m) bringt, die links, wenige Meter neben dem markierten Weg steht. Vor der Jagdhütte (Abb. 3), die man in 15–20 Minuten vom Užnikkreuz erreicht, befindet sich ein Rastplatz, von dem man einen wunderbaren Blick zur Koschuta (Abb. 4) hat.

Nicht trittsichere Wanderer sollten hier ihre Tour beenden, denn schon bald wird unser Aufstieg um einiges anspruchsvoller. Zunächst ist nach einem kurzen, ebenen Wegstück auf einer Forststraße und einer gleich folgenden Forststraßen-Querung ein Steilstück noch auf gut zu begehendem Steig zu bezwingen. Dann wendet sich unser Steig Richtung Norden und führt eben zu einer Lichtung, wo hoch oben – ca. 400 Hm über uns – die Gipfelregion des Freibergs (Abb. 5) zu sehen ist. Nach einem weiteren Steilstück folgt die längere Querung der steilen Westhänge, bei der wir kontinuierlich an Höhe gewinnen. Dabei gibt es immer wieder auch felsige Stellen zu überwinden. Etwas angenehmer wird unser Steig nach einer schmalen Lichtung, auf der im Süden wieder die imposante Koschuta-Mauer zu bewundern ist. Am Ende der Hangquerung beginnt nun der Serpentinen-Aufstieg, der uns im fast senkrechten Gelände weiter aufwärts führt. Auch bei diesem Wegteil warten einige etwas unangenehme, aber stets kurze Felspassagen auf uns, die allerdings von trittsicheren Wanderern problemlos zu bezwingen sind. Unter Umständen ist auf dem nicht allzu breiten Steig im steilen Waldgelände auch Schwindelfreiheit ein Thema.

Etwa 150 Hm unter dem Gipfel wird das nun lichter werdende Waldgelände wieder weniger steil, dafür gibt es jetzt keine Serpentinen mehr, sondern unser Steig führt direkt aufwärts. Schon bald erreichen wir offenes Gelände und der finale, wieder etwas steilere Gipfelbereich (Abb. 6) befindet sich direkt vor uns. Dieser ist in wenigen Minuten bezwungen und man steht vor dem Gipfelkreuz des Freibergs (Abb. 7). Für den etwa 520 Hm-Aufstieg von der Nikolaushütte benötigt man etwa 1¼–1½ Stunden, für den gesamten Weg vom Ausgangspunkt ca. 2½–3,0 Stunden, in denen fast 1.000 Hm zu bewältigen sind.

Der Rundumblick vom Freiberg (1.923 m) von hier oben ist sensationell! Er reicht von den Steiner Alpen in Slowenien (Abb. 8) südöstlich von uns über die gesamten Karawanken – wobei die benachbarten Gipfel Koschuta (2.138 m) im Süden, Hochobir (2.139 m, Abb. 9) im Osten und Ferlacher Horn (1.840 m, Abb. 10) im Westen uns besonders nahe sind – zu den Julischen Alpen mit dem Triglav (2.864 m) und den Karnischen Alpen im Südwesten. Im Nordwesten (Abb. 11) erblicken wir die Hohen Tauern und die Nockberge, im Norden die Niederen Tauern und die Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel und im Nordosten die Saualpe und die Koralpe. Wer einen idealen Aussichtspunkt für uneingeschränkten Blick auf die Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt (Abb. 12) sucht, der ist hier ebenfalls richtig! Aber auch der Wörthersee und die im Rosental von Westen nach Osten fließende Drau liegen uns zu Füßen.

Auch wenn man sich kaum satt sehen kann, sollte man zeitgerecht an den doch anstrengenden Abstieg denken, der vor allem bei Nässe auf den felsigen Wegteilen unangenehm werden kann. Für den gesamten Abstieg, der auf dem Aufstiegsweg erfolgt und der bei gutem Wetter immer wieder schöne Ausblicke – vor allem zu Beginn Richtung Westen (Abb. 13) und dann zur Koschuta (Abb. 14) – garantiert, sollte man etwa 2,0–2¼ Stunden einplanen, wobei man auf dem halben Weg zum Ausgangspunkt in Zell/Pfarre (Abb. 15) bei der Nikolaushütte und etwas weiter unten beim Užnikkreuz rasten kann.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz beim Alpengasthof Malle über Užnikkreuz und Nikolaushütte auf den Freiberg knapp 1.000 Hm in ca. 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 2,0–2¼ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mai–Ende Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Bis zur Nikolaushütte technisch einfache, teilweise etwas steilere Tour auf breiten Wegen, einem Wiesenpfad und Waldsteigen. Der obere Teil ist etwas anspruchsvoller und führt im steilen, felsigen Gelände (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit!) auf- bzw. abwärts. Vorsicht bei nassen Bodenverhältnissen; insgesamt lange und anstrengende Wanderung!
Highlights:
Grandiose Blicke unterwegs speziell zur Koschuta, vom Gipfel des Freibergs Rundumblick auf Unterkärnten (Klagenfurt, Wörthersee und das Rosental mit der Drau) sowie zahlreiche Gebirgsgruppen wie die Karawanken (Koschuta, Hochobir und Ferlacher Horn), die Steiner Alpen, die Julischen Alpen, die Karnischen Alpen, die Hohen und Niederen Tauern, die Seealpen, Saualpe und Koralpe; die gemischtsprachige Gemeinde Zell mit ihren zahlreichen Ortsteilen
Anfahrt:
Von Westen/Klagenfurt auf der Bundesstraße B 91 Richtung Süden (Loiblpass) bis Kirschentheuer an der Drau, dort Richtung Osten auf die Bundesstraße B 85 (Rosental) und in Ferlach Richtung Süden nach Zell/Pfarre abbiegen. Etwa 12,0 km von Ferlach in Zell/Pfarre kurz vor der Pfarrkirche beim Alpengasthof Malle links auf die Ortsstraße abbiegen und den PKW auf dem Parkplatz abstellen. Von Norden/Osten auf der Südautobahn (A 2) bis zur Ausfahrt Völkermarkt Ost, dann Richtung Süden weiter auf der Bundesstraße B 82 bis Völkermarkt und weiter bis zur Abzweigung zur B 85. Auf diese Richtung Westen abbiegen und nach 13 km Richtung Süden nach Zell/Pfarre abzweigen. Vorbei am Freibach Stausee bis Zell/Pfarre fahren und kurz nach der Pfarrkirche beim Alpengasthof Malle rechts zum Parkplatz abbiegen.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, Alpengasthof Malle in Zell/Pfarre
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 14°23'08''/46°28'17''
Rechtswert (UTM): 452840 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5146620 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/4114


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