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Ganitzle:
Almtour hoch über Matrei in Osttirol
Abb. 1
Egal, ob in der warmen oder in der kalten Jahreszeit: Der beliebte Fremdenverkehrsort Matrei in Osttirol hat immer Saison. Im Winter konzentrieren sich die sportlichen Aktivitäten auf das östlich gelegene Goldried, im Sommerhalbjahr stehen für Wanderfreunde dutzende Bergtouren zur Auswahl. Doch Gipfelbesteigungen sind für nicht so geübte Bergwanderer auf Grund der Höhe und der Schwierigkeitsgrade nur wenige dabei. Eine zwar anstrengende, aber durchaus einfache Tour führt im Südwesten von Matrei in Osttirol auf das Ganitzle (Abb. 1), von dessen höchstem Punkt man einen wunderbaren Blick Richtung Norden zu den Hohen Tauern hat. Allen voran ist Österreichs höchster Berg, der Großglockner (3.798 m), klar und deutlich zu sehen. Alles in allem: keine spektakuläre, aber eine lohnende Tour!

Ausgangspunkt dieser Rundtour ist der Parkplatz Guggenberg (1.148 m), den man von Matrei in Osttirol über den kleinen Vorort Ganz auf einer Bergstraße erreicht. Vom Parkplatz geht es über eine Brücke auf der Bergstraße wenige Meter zurück zu einer alten Mühle (Abb. 2). Bei dieser zweigt rechts ein Steig ab, der uns mit einem ersten Blick auf Matrei und die dahinter liegenden Berge fast eben zum markierten Aufstiegssteig führt. Wir biegen rechts in diesen ein und steigen steil im Waldgelände auf. Nach einigen Serpentinen wendet sich unser Steig nach links und quert den steilen Hang. Auf etwas breiterem Weg gelangen wir zur Zufahrtsstraße, die zu unserem ersten Ziel, der Zunigalm, führt. Wir werden zwar immer wieder zu dieser Straße zurückkehren bzw. diese queren, aber größtenteils steigen wir auf einem Steig weiter auf, wie auch bei einer Abzweigung neben einer Quelle. Es geht vorbei an einem Wegkreuz und dann auf breitem Weg sehr steil aufwärts. Nach einigen Serpentinen queren wir gleich dreimal hintereinander die Zufahrtsstraße, bevor wir zu einer Weggabelung (1.571 m) kommen. Auch hier queren wir die Straße und steigen zunächst nicht allzu steil weiter auf. In weiterer Folge führt unser Steig hoch über dem Zunigbach taleinwärts, macht eine Kehrtwendung und führt mit schönem Blick ins nach Westen ziehende Virgental (Abb. 3) kurz talauswärts. Wir nähern uns wieder der Zufahrtsstraße, biegen aber zuvor rechts ab und steigen zum letzten Mal durch Waldgelände weiter aufwärts. Bald schon erreichen wir das untere Ende der Zunigalm, bei der wir auch die Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern betreten, und steigen zum bereits sichtbaren Almgebäude (Abb. 4) auf, das im Sommer bewirtschaftet wird. Für den 700 Hm-Aufstieg vom Ausgangspunkt zur Zunigalm (1.855 m) benötigt man rund 2,0–2½ Stunden. Von der Terrasse hat man einen prächtigen Ausblick auf die im Norden liegenden Hohen Tauern, allen voran am östlichen Rand den Großglockner (Abb. 5).

Von hier kann man auf dem Aufstiegsweg in ca. 1½–1¾ Stunden wieder absteigen, Richtung Westen mit nur geringer Steigung in ca. 60 Minuten zur Arnitzalm wandern oder zum Zunigsee weiter aufsteigen, was wir konditionsstarken Wanderern empfehlen. Dazu marschieren wir weiter den Zunigbach entlang taleinwärts dem steilen Talschluss (Abb. 6) entgegen, wo auch unser späteres Gipfelziel, das Ganitzle, rechts zu sehen ist. Frontal vor uns steht der felsige Große Zunig (2.776 m). Nach einer Abzweigung und etwas später nach einer Forststraßen-Querung beginnt der eigentliche Aufstieg zum Zunigsee, der im teilweise offenen Gelände schweißtreibend sein kann. Nach einer weiteren Weggabelung schon fast oben auf dem Kamm – wir halten uns rechts – stehen wir nach rund 45–60 Minuten von der Zunigalm vor dem Zunigsee (2.108 m, Abb. 7). Dieser liegt idyllisch eingebettet zwischen Großem (im Süden) und Kleinem (im Osten) Zunig und dem Ganitzle im Westen, auf das wir nun in etwa 15 Minuten mit Serpentinen sehr steil aufsteigen. Das Gipfelkreuz (Abb. 8) steht nicht an der höchsten Stelle (2.196 m), sondern nördlich etwas vorgelagert, damit man es auch von Matrei gut sehen kann. Vor uns im Norden erstrecken sich die Hohen Tauern, von der Dreiherrnspitze (3.498 m) im Westen (Abb. 9) bis zum Großglockner im Osten (Abb. 10). Für den gesamten Aufstieg vom Ausgangspunkt, bei dem man 1.050 Hm bewältigen muss, benötigt man ca. 3,0–3½ Stunden. Aber es lohnt sich!

So steil, wie es auf den Gipfel gegangen ist, beginnt nun auch unser Abstieg Richtung Arnitzalm. Dabei geht es in Steilstufen über Almböden zunächst Richtung Norden und dann Richtung Westen abwärts. Dann gelangen wir wieder in den Wald. Unser Steig ist im extrem steilen Gelände sehr gut angelegt und daher gut begehbar. Etwas mühsamer ist der letzte Teil vor der schon sichtbaren, bewirtschafteten Alm (Abb. 11), der zwar hauptsächlich eben ist, aber immer wieder über größere Steine führt. Bei einer Brücke über den Arnitzbach gelangen wir zum Talboden und gehen am gegenüberliegenden Ufer leicht aufwärts zur Arnitzalm (1.848 m, Abb. 12), die wir in etwa 45–60 Minuten vom Gipfel des Ganitzle erreichen. Diese ist auch ein Stützpunkt auf dem Lasörling Höhenweg. Beeindruckend von hier der Blick taleinwärts Richtung Süden hinauf zu den Arnitzwiesen und die umliegenden Berge (Abb. 13).

Um wieder zum Ausgangspunkt heimzukehren, geht es zurück zur Brücke und dann wenige Meter zu einer Weggabelung. Hier kann man sich entscheiden, ob man gemütlich und rund 30 Minuten länger auf der Zufahrtsstraße zur Arnitzalm oder auf dem alten Hüttenweg durch das Arnitzbachtal (Abb. 14) absteigt. Da wir uns für diese Variante entschließen, zweigen wir links ab und gehen rechts vom Arnitzbach, lediglich von einer Serpentine unterstützt, "schnurstracks" – also teilweise recht steil – auf breitem Weg zuerst im offenen, dann im Waldgelände Richtung Norden talwärts. Nach rund 35–40 Minuten stoßen wir wieder auf die Zufahrtsstraße und steigen auf dieser weiter ab. Unser Weg wendet sich bei einem Wegkreuz Richtung Osten und Matrei und die dahinterliegenden Berge (Abb. 15) sind nochmals gut sichtbar. Die Straße bringt uns abwärts zu den Häusern von Guggenberg und von dort zu unserem Ausgangspunkt. Für den 700 Hm-Abstieg von der Arnitzalm benötigt man kaum länger als 60–75 Minuten (über die Zufahrtsstraße: 1½–1¾ Stunden), für den gesamten Abstieg vom Ganitzle etwa 1¾–2¼ Stunden (über die Zufahrtsstraße: 2¼–2¾ Stunden).
HM/Zeit:
Vom Parkplatz Guggenberg über die Zunigalm und den Zunigsee auf das Ganitzle 1050 Hm in ca. 3,0–3½ Stunden (Aufstieg) bzw. über die Arnitzalm in etwa 1¾–2¼ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte April–Ende Oktober
Anforderungen:
Technisch einfache, aber anstrengende, teilweise steile und lange Tour. Beim Aufstieg auf die bzw. Abstieg von den beiden Almen kann man die Zufahrtsstraßen verwenden, was die Tour (ohne Zunigsee und Ganitzle) familienfreundlich macht.
Highlights:
Hoher Tauern-Blick vom Ganitzle, von der Zunigalm und an vielen Stellen unterwegs; der idyllisch gelegene Zunigsee
Anfahrt:
Nach Matrei in Osttirol über die Bundesstraße B 108 entweder über das Drautal (Lienz) und das Iseltal oder durch den Felbertauerntunnel. Dann weiter westlich ins Virgental abzweigen und etwa 400 m nach dem Ortsende von Matrei links abzweigen. Nach der Brücke über die Isel rechts abzweigen und durch den Ortsteil Ganz fahren. Bei einer Kreuzung links auf die Bergstraße abzweigen und bis zum gekennzeichneten Parkplatz Guggenberg fahren. Gesamtdistanz vom Ortsende von Matrei bis zum Parkplatz Guggenberg: ca. 2,5 km.
Einkehr:
Zunigalm, Arnitzalm
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 12°30'43''/46°59'14''
Rechtswert (UTM): 310820 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5206745 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3102


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