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Vellau:
Vorbei am Schloss Tirol
Abb. 1
"Das Schloss Tirol im Dorf Tirol bei Meran im Südtiroler Verwaltungsbezirk Burggrafenamt war die Stammburg der Grafen von Tirol und die Wiege der Grafschaft Tirol. Bis in das 15. Jahrhundert, als die politische Verwaltung in das verkehrstechnisch günstigere Innsbruck verlegt wurde, war die heute in Südtirol gelegene Burg Residenz der Landesfürsten. Im Jahr 2003 wurde auf Schloss Tirol das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte eröffnet". Das kann man über diese mächtige, nördlich der Kurstadt Meran gelegene Burg lesen, wenn man "Schloss Tirol" in Wikipedia eingibt. Obwohl die nachfolgend beschriebene, recht aufwändige Rundtour, die vorbei am Schloss Tirol in den kleinen Ort Vellau (Abb. 1) führt und im nordwestlich von Meran gelegenen Ort Algund startet und endet, ständig unterhalb der 1.000-Meter-Marke verläuft, bewegt man sich permanent auf abwechslungsreichen Wegen und Steigen. Dazu kommen immer wieder traumhafte Ausblicke in das Bergland rund um die Kurstadt und in das breite, nach Süden verlaufende Etschtal.

Der Ausgangspunkt unserer Tour, von dem man bereits im Norden hoch über uns unser Ziel, die Dorfkirche von Vellau (Abb. 2), und darüber die Felswände der Mutspitze (2.294 m), ein oft bestiegener Gipfel im Naturpark Texelgruppe, sehen kann, liegt in der Ortsmitte von Algund (350 m). Auf der Alten Landstraße geht es zunächst Richtung Osten. Beim Friedhof zweigen wir links auf unseren beschilderten Weg (Nr. 25b) ab. Schon bald wandern wir durch Obstkulturen und auf einer Brücke über einen Bach. Wir kommen wieder auf eine Ortsstraße und gehen links vorbei am Hotel Fayn, einem der besten Unterkünfte der Region mit einer besonders feinen Küche für Halbpensions-, aber auch à-la-carte-Gäste. Neben einem Bach geht es mit Blick hinauf zum Schloss Turnstein (Abb. 3), zum Schloss Tirol und zum Ort Dorf Tirol zur Ortsgrenze zwischen Algund und Gratsch, wo wir auch den tiefsten Punkt (ca. 325 m) unserer Tour erreichen. Durch Obstkulturen geht es nun hinauf zur Dorfkirche von Gratsch, die wir gleich nach einer Straßenquerung passieren. Es geht weiter aufwärts und nachdem wir in Waldgebiet gelangt sind, zweigen wir bei einer Wegkreuzung rechts ab und steigen – nun etwas steiler – hinauf zum Algunder Waalweg (Abb. 4), in den wir rechts einbiegen. Kurz zur Erklärung: Ein Waal ist ein meist eben verlaufender, schmaler Bewässerungskanal für landwirtschaftliche Nutzflächen. Über eine Hängebrücke, die einen tiefen Graben überspannt, geht es auf eine schmale Bergstraße, auf die wir rechts einbiegen und auf der wir wieder einige Hm verlieren.


Gegenüber von einem alten Wohnhaus zweigt links (bergwärts) der Gnaidweg ab. Auf diesem geht es jetzt steil mit Blick zur Brunnenburg aufwärts. Nach der Durchwanderung eines Grabens und einem etwas weniger steilen Wegstück zweigt – wieder links – unser weiterer Aufstiegsweg ab. Erneut steil geht es nun auf dem Brunnenburgsteig teils über Stufen und dann entlang eines Baches sehr steil aufwärts. Man erreicht wenige Meter oberhalb der Burg, die auch besichtigt werden kann, eine Zufahrtsstraße, auf der es weiter steil hinauf geht. Bei einem Ausflugslokal gelangt man auf die schmale, für private PKWs gesperrte Straße, die von Dorf Tirol zum Schloss Tirol führt. Nur mäßig ansteigend und gleich drei Burgen und Schlösser (Abb. 5) vor Augen geht es – unter anderem durch einen längeren Tunnel – hinauf zum ersten Ziel. Kurz bevor man dieses erreicht, wartet rechts von uns die nächste Überraschung, die Erdpyramiden von Schloss Tirol: stark verformte Felsentürme rechts und links neben einem steil nach oben führenden Graben. Für den ersten Wegteil von Algund zum Schloss Tirol (ca. 650 m, Abb. 6), bei dem man mit Gegensteigungen bereits 350 Hm bewältigt hat, benötigt man etwa 75–90 Minuten.

Weiter geht es rechts – zum Schlosseingang geht es nach links – kurz hinauf zu einem Wohnhaus und dann wieder abwärts zu einer Brücke. Bevor man diese aber quert, biegen wir rechts auf einen Steig Richtung Farmerkreuz ab, der mit unzähligen Stufen und Serpentinen im steilen Waldgelände – meist sogar mit Geländern gesichert – angenehm ansteigend aufwärts führt. An den wenigen Aussichtspunkten kann man zuerst auf das Schloss hinunterschauen und etwas weiter oben die Erdpyramiden (Abb. 7) bewundern. Nach knapp 30 Minuten von der Abzweigung unweit von Schloss Tirol, etwas oberhalb eines Eisentors und knapp unterhalb eines Ausflugslokals im Bereich des Farmerkreuzes erreichen wir eine Wegkreuzung (ca. 785 m).

Wir halten uns links und wandern nun Richtung Südwesten auf dem Herrschaftsweg, einem der schönsten Abschnitte unserer Rundtour. Zunächst geht es auf breitem Weg abwärts, dann wird unser mit Geländer gesicherter Steig vor einer Grabenquerung etwas schmäler. Es folgt eine leicht steinige Gegensteigung, anschließend ein fast ebenes Wegstück mit einem überaus attraktiven Rastplatz. Von bequemen Holzliegen hat man einen tollen Blick ins Etschtal (Abb. 8). Jetzt geht es zunächst wieder etwas schmäler, dann auf breitem Weg abwärts zur nächsten Weggabelung (ca. 685 m), die man von der Abzweigung unterhalb des Farmerkreuzes in etwa 30 Minuten erreicht.

Hier biegen wir rechts auf den Tiroler Höhenweg ab, der uns – am Anfang flankiert von kleineren Felsen – auf Serpentinen Richtung Vellau führt. Bei einem Rastplatz wendet sich unser stets breiter Steig nach Norden und führt uns in den nächsten Graben. Wieder geht es etwas abwärts, bevor der finale Anstieg rechts von einem Bach beginnt. Nach einer ersten steileren Steigung wird dieser gequert und es geht weiter aufwärts zur nächsten Weggabelung. Links führt ein Steig (Nr. 25) hinunter zum Ausgangspunkt. Wir halten uns rechts, gehen vorbei an einer Buschenschenke und wandern kurz auf einer Zufahrtsstraße aufwärts. Schon bald biegt unser Steig rechts wieder ab und führt in Serpentinen angenehm ansteigend zum Ortsbeginn von Vellau. Bei einer neuerlichen Weggabelung halten wir uns rechts und steigen zum GH Oberlechner, bei dem es köstliche Knödelgerichte gibt, ab. Gleich hinter dem Gasthaus wartet unser Ziel, die Dorfkirche von Vellau (Abb. 9), mit 966 m der höchste Punkt unserer Rundtour. Vom Platz vor der Kirche hat man einen schönen Blick in den Talgrund bei Meran und in den westlich gelegenen Vinschgau (Abb. 10). Für den gesamten Aufstieg von Algund über Schloss Tirol, bei dem man mit den zahlreichen Gegensteigungen rund 800 Hm bewältigt hat, benötigt man etwa 3¼–3½ Stunden.

Viel schneller ist der Abstieg zum Ausgangspunkt. Wir wählen Weg Nr. 25a, der zunächst von der Kirche von Vellau über eine Fahrstraße und eine Abkürzung zur Bushaltestelle und zum GH Gasteiger führt. Schön dabei ist der Blick bergwärts zur felsigen Mutspitze (Abb. 11). Wer nicht den Bus nehmen will, der von hier nach Algund fährt – auch ein alter Sessellift kann zur Talfahrt verwendet werden – wandert nun ein Stück auf der Bergstraße abwärts. Nach der Kurve 1 (ca. 860 m), bei der man Richtung Osten einen schönen Blick (Abb. 12) nach Meran, Dorf Tirol und zum Großen Ifinger (2.581 m) genießen kann, zweigt unser weiter nach unten führender Steig links ab. Über viel Stock und – speziell im unteren Bereich – noch mehr Stein, aber breit und nicht allzu steil geht es abwärts. Bei einer Straßenquerung besteht neuerlich die Option, auf den öffentlichen Bus umzusteigen. Der Steig führt mehrmals unter dem Sessellift durch und vorbei an einer großen Felsengruppe (Abb. 13). Nach rund 50–55 Minuten von der Kirche von Vellau geht es durch ein "lustiges" Holztor (Abb. 14) in offenes Gelände. Hier zwischen Wein- und Obstgärten hat man einen schönen Blick nach Algund (Abb. 15). Wir kreuzen nochmals den Algunder Waalweg und wandern vorbei am Kaffee Konrad.

Auf einer asphaltierten Straße geht es weiter durch Obstgärten und schlussendlich nochmals etwas steiler vorbei an vielen Hotels und Pensionen in den Ort Algund, wo unsere lange, aufwändige Tour endet. Für den gesamten Abstieg von Vellau nach Algund benötigt man etwa 1½–1¾ Stunden.
HM/Zeit:
Von der Ortsmitte von Algund über Schloss Tirol, den Herrschaftsweg und den Tiroler Höhenweg zur Ortskirche von Vellau mit allen Gegensteigungen etwa 800 Hm in 3¼–3½ Stunden und für den Abstieg auf dem Steig 25a 1½–1¾ Stunden.
Zeitraum:
März–November
Anforderungen:
Lange, aufwändige, aber durchwegs technisch einfache Rundtour mit einigen steileren Wegpassagen. Gut begehbare und mit Holzgeländern gesicherte Steige.
Highlights:
Blick von der Ortskirche von Vellau und an mehreren Stellen unterwegs, Schloss Tirol, die Brunnenburg, Schloss Thurnstein, die Erdpyramiden
Anfahrt:
Von der Staatsstraße SS 38 zwischen dem Ende der Schnellstraße Bozen-Meran und der Brauerei Forst Richtung Norden nach Algund abbiegen und im Bereich der Ortsmitte parken. Die Anreise mit dem öffentlichen Bus ist möglich.
Einkehr:
GH beim Schloss Tirol, GH Oberlechner und Gasteiger in Vellau, zahlreiche weitere Einkehrmöglichkeiten unterwegs
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 11°07'21''/46°40'58''
Rechtswert (UTM): 662340 m (Zone: 32 N)
Hochwert (UTM): 5172125 m (Zone: 32 N)

BEV Plan:
ÖK50/2110


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