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Lawinenstein:
Gipfel mit toller Aussicht westlich der Tauplitzalm
Abb. 1
Das seenreiche Salzkammergut erstreckt sich nicht nur über die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich, sondern im Südosten auch über einen Teil der Steiermark. Einer der Hauptorte der Region zwischen den Niederen Tauern und dem steirischen Ennstal im Süden und dem felsigen Toten Gebirge im Norden ist Bad Mitterndorf. Rund 800 Hm oberhalb des berühmten Kurorts liegt mit der Tauplitzalm eines der größten und schneesichersten Wintersportgebiete der Steiermark. Im Sommerhalbjahr tummeln sich – trotz der Vielzahl an etwas störenden Liftanlagen – speziell an sonnigen Wochenenden hunderte Ausflügler und natürlich auch Bergwanderer auf den ausgedehnten Almböden. Ein Sessellift vom Ort Tauplitz und eine sehr gut ausgebaute Mautstraße von Bad Mitterndorf sorgen für eine bequeme Auffahrt aus dem Tal hinauf auf die Tauplitzalm. Die nachfolgend beschriebene Wanderung auf den westlich der Tauplitzalm liegenden Lawinenstein (Abb. 1), der auf Plänen auch als Lowean bezeichnet wird, ist bei richtiger Wegwahl kinderleicht und bietet vor allem vom Gipfel einen sensationellen Rundblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Der Ausgangspunkt unserer Rundtour bei der leider nur im Winter bewirtschafteten Schöni-Alm (ca. 1.500 m) liegt ca. 7,5 km von der im Tal liegenden Mautstation bzw. rund 1,0 km von den großen Parkplätzen auf der Tauplitzalm entfernt. Wir benützen mit Blick hinauf zur steilen Skipiste (Abb. 2) die breite und auch markierte, bergwärts führende Sandstraße, die schon nach ein paar steileren Metern unter der nur im Winter fahrenden Gondelbahn Mitterstein hindurchführt. Schon hier genießt man Richtung Südosten den Blick zum mächtigen Grimming und Richtung Südwesten zur schneebedeckten Dachsteinregion. Kurz bevor man nach einem angenehm steilen Anstieg nach etwa 25–30 Minuten zur Mittelstation der Gondelbahn (ca. 1.650 m) gelangt, hat man im nun offenen Gelände einen schönen Blick auf den weiteren Wegverlauf und zur Gipfelregion des Lawinensteins (Abb. 3). Entweder auf der in Serpentinen bergan führenden Sandstraße oder "wild" über die nach oben immer steiler werdende Skipiste geht es weiter aufwärts. Bereits hoch oben zweigt ein markierter Steig von der Straße ab und führt stets unweit der Sandstraße etwas steiler den Berg hinauf. Nach rund 60-75 Minuten vom Ausgangspunkt gelangt man entweder über eine Scharte (Steig) oder bei der Bergstation der Gondelbahn (Straße) auf die Hochebene. Der Blick Richtung Westen zum Gipfel des Lawinensteins (Abb. 4) zeigt, dass es jetzt nicht mehr weit ist.

Bei einer kleinen Lifthütte (ca. 1.880 m, nur Winterbetrieb) mit erstem Blick zu den Felsenbergen des Toten Gebirges treffen wir auf den Steig, der direkt von der Tauplitzalm kommt und den wir später als Abstiegsweg benutzen werden. Wir zweigen links auf diesen ab und wandern neben einem Schlepplift gemütlich in rund 15 Minuten den breiten Bergrücken hinauf zum Gipfelkreuz des Lawinensteins (1.965 m, Abb. 5), das sich unmittelbar neben der Bergstation des Schleppliftes und eines Senders befindet. Bereits nach rund 75–90 Minuten vom Ausgangspunkt, in denen wir etwas mehr als 450 Hm bewältigt haben, stehen wir auf dem Gipfel des Lawinensteins.

Sensationell ist bei guter Fernsicht das uns umgebende Panorama, vor allem natürlich der Blick hinüber zum Dachstein mit dem Hallstätter Gletscher (Abb. 6). Um nichts weniger spektakulär ist die Aussicht zum Toten Gebirge (Abb. 7) nördlich von uns und zum Grimming im Süden. Geht man ein paar Schritte die Gipfelwiese Richtung Nordwesten abwärts, wartet die nächste Überraschung, die uns bestätigt, dass wir uns im Steirischen Salzkammergut befinden: Tief unter uns liegt – umgeben von felsigen Bergen – der Grundlsee (Abb. 8).

Natürlich kann man schnell (ca. 60–75 Minuten) und sicher (Sandstraße) – immer mit Blick zum mächtigen Grimming – auf dem Aufstiegsweg zum Ausgangspunkt heimkehren. Wir aber raten, die Tour Richtung Tauplitzalm fortzusetzen: So geht es Richtung Osten den langen und breiten, mit Latschen bewachsenen Bergrücken des Lawinensteins (Abb. 9) wieder hinunter zur Lifthütte und dann geradeaus weiter. Es folgt eine kleine Gegensteigung, dann erneut neben einem Schlepplift ein steileres Stück abwärts und noch eine Gegensteigung, bevor wir nach rund 20–25 Minuten vom Gipfel des Lawinensteins den Kriemandl (1.872 m) samt gleichnamiger, nur im Winter geöffneten Hütte ("s´Kriemandl") erreichen. Begleitet werden wir fast auf dem gesamten Wegstück vom Blick Richtung Totes Gebirge im Norden und Grimming (Abb. 10) im Süden.

Nun muss man sich entscheiden, ob man den zwar auch teilweise recht steilen, aber durchwegs technisch einfachen und familienfreundlichen Weg größtenteils über die Skipiste und parallel zur Lawinensteinbahn (nur Winterbetrieb!) benützt oder doch den etwas anspruchsvolleren Abstiegsweg zur jetzt bereits schön in ihrer ganzen Größe sichtbaren Tauplitzalm (Abb. 11) wählt. Wer diesen nicht scheut, geht links an der Bergstation vorbei – der leichtere Weg führt rechts an der Bergstation vorbei – und kommt gleich in steileres Latschengelände. Immer parallel zur nach Norden gerichteten, fast senkrechten Abbruchkante (Aussichtsplätze) sind jetzt an einigen steinigen und sehr steilen Stellen Trittsicherheit und auch Schwindelfreiheit Pflicht! Nach etwas mehr als 15 Minuten von der Bergstation gelangt man oberhalb des Krallersees (Abb. 12) auf eine Skipiste, die uns jetzt gemütlich, mit dem einfacheren Abstiegsweg wieder vereint, hinab zu den ersten, im Sommer meist geschlossenen Gasthöfen und Hotels auf der Tauplitzalm führt.

Nach ca. 50–60 Minuten vom Lawinenstein im Talgrund bei einer Wegkreuzung angekommen, wandern wir links auf einem Abschnitt der 6-Seen-Wanderung kurz weiter abwärts Richtung Westen zum Krallersee und können uns beim Blick aufwärts nochmals vom sehr steilen, soeben gemeisterten Abstiegsgelände des Kriemandl (Abb. 13) überzeugen. Dann geht es in wenigen Minuten wieder Richtung Osten zum stattlichen Gasthof Hierzegger (ca. 1.590 m, Abb. 14), der auch im Sommer bewirtschaftet ist. Um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen, steigen wir auf der asphaltierten Straße – jetzt Richtung Süden – kurz hinauf zum Gasthof Hollaus (1.621 m). Am Weg aufwärts sind in Richtung Osten das ebenfalls im Sommer bewirtschaftete, etwas höher gelegene Tauplitzhaus und dahinter der Traweng (Abb. 15), den man ebenfalls besteigen kann, zu sehen.

Oberhalb der großen Parkplätze am Ende der Mautstraße geht es ab jetzt Richtung Westen auf einer Sandstraße steil abwärts zur Mautstraße, auf der wir dann etwas über 5 Minuten talwärts mit Blick hinab nach Bad Mitterndorf bzw. zum Grimming, zu den Niederen Tauern und – vor uns – zum Dachstein marschieren. Dann zweigt von der Mautstraße rechts ein breiter, markierter Weg ab, der zunächst eben und schlussendlich wieder etwas steiler über Wiesen hinab zum Ausgangspunkt führt. Vom GH Hierzegger benötigt man ca. 15–20 Minuten zum GH Schöni-Alm (Abb. 16), für den gesamten Abstieg vom Lawinenstein inkl. der knapp 100 Hm Gegensteigungen etwa 1½–1¾ Stunden.
HM/Zeit:
Vom GH Schöni-Alm auf den Lawinenstein etwas über 450 Hm in rund 75–90 Minuten (Aufstieg) bzw. ca. 60–75 Minuten (Abstieg); Abstieg vom Lawinenstein über Kriemandl und die Tauplitzalm (GH Hierzegger) inkl. der knapp 100 Hm Gegensteigungen in etwa 1½–1¾ Stunden.
Zeitraum:
Mai–Mitte November
Anforderungen:
Kurze, technisch einfache, aber teilweise steile Tour – kurz auf der Mautstraße, sonst auf breiten Wegen und Steigen; im Sommer auf den Almen bei Sonnenschein große Hitze! Beim Weg vom Kriemandl hinunter zur Tauplitzalm kann man entweder parallel zum Lawinensteinlift teilweise über Skipisten "familienfreundlich absteigen" (bei der Bergstation rechts halten) oder entlang der nördlichen Abbruchkante durch Latschen (bei der Bergstation links halten). Für die zweite Variante benötigt man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
Highlights:
Blick vom Gipfel des Lawinensteins zum Dachstein, Grimming, Toten Gebirge und zum Grundlsee; die flächenmäßig ausgedehnte Tauplitzalm; der steirische Kurort Bad Mitterndorf mit der imposanten Kulm-Skiflugschanze
Anfahrt:
Von der Bundesstraße B 145 (Verbindung Vöcklabruck (Regau (A 1), Bad Ischl) in Oberösterreich über den Pötschenpass nach Stainach-Irdning im steirischen Ennstal) in Bad Mitterndorf nordwärts abbiegen und den Hinweisschildern folgend zur Mautstation der Tauplitzalm Alpenstraße fahren. Die Station befindet sich zwischen den Ortsteilen Thörl und Zauchen. Auf der sehr gut ausgebauten Mautstraße dann ca. 7,5 km bis zur Schöni-Alm fahren (gleich nach einem Lift- bzw. Skipisten-Tunnel) und dort auf dem großen Parkplatz den PKW abstellen.
Einkehr:
GH Hierzegger, GH Hollaus, GH in Bad Mitterndorf
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°58'06''/47°35'22''
Rechtswert (UTM): 422450 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5271195 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3218


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