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Wiener Höhenweg:
Aussichtsreiche Tour parallel zur Wiener Höhenstraße
Abb. 1
An der französischen Côte d'Azur im Südwesten beginnend erstreckt sich der Gebirgszug der Alpen bis zur Donau bei Wien im Nordosten. Dort, wo der letzte Abhang – im Volksmund "Nase" genannt – steil zur Donau abfällt, beginnt unsere ausgiebige Wanderung und führt zunächst auf die beiden Wiener Hausberge, den Leopoldsberg und den Kahlenberg (Abb. 1). Bei dieser Tour wird man immer wieder mit sehr schönen Ausblicken auf Wien belohnt. Viele werden es kaum für möglich halten, dass auf den vielen Teilstücken, in die sich diese Tour auch gut unterteilen lässt, durch ein ständiges Auf und Ab in etwa 5,0–6,0 Stunden reiner Gehzeit vom Kahlenbergerdorf im Norden bis nach Hütteldorf im Südwesten von Wien insgesamt ca. 850 Höhenmeter (Hm) – natürlich nur aufwärts gerechnet – zu bewältigen sind. Wem das zu viel ist: Man kann jederzeit früher wieder ins Stadtgebiet von Wien absteigen bzw. zu einem späteren Zeitpunkt erneut zum Wienerwald-Höhenweg aufsteigen.

Gleich herausfordernd beginnt unsere Wanderung mit dem teilweise recht steilen "Nasenweg", der uns vom idyllischen Heurigenort Kahlenbergerdorf (165 m, Abb. 2), den man mit einem öffentlichen Bus (Linie 239) von der U 4-Endstelle in Heiligenstadt gut erreichen kann, auf breitem, leider asphaltiertem Weg – unterstützt von vielen Stiegen und Serpentinen – hinauf zum Leopoldsberg (425 m) führt. Kurz bevor man die festungsartige Anlage erreicht, zweigt rechts der Stadtwanderweg 1 ab, der uns zur frei zugänglichen Aussichtsplattform mit einem schönen Blick auf Wien, Klosterneuburg (Abb. 3) und die Donau bringt. Für den Aufstieg von rund 265 Hm braucht man kaum mehr als eine halbe Stunde.

Weiter geht es ein kurzes Stück abwärts zur Busstation (38 A) und zum Parkplatz, dann etwa 10 Minuten fast eben auf dem parallel zur Höhenstraße verlaufenden Weg und dann – bei einer Abzweigung links – wieder leicht hinunter. Etwas unterhalb passiert man auf einer Lichtung die Josefinenhütte mit dem für Groß und Klein attraktiven "Waldseilpark Kahlenberg" und beginnt knapp danach – nun bei einer Abzweigung nach rechts gehend – den gemütlichen Aufstieg zum Kahlenberg (484 m). Zuerst kommt man wieder zu einem markierten, breiten Weg, der uns zum überdimensionierten Parkplatz und dann weiter zur Kirche (Abb. 4), zum Hotel und zum Aussichtplatz führt. An Tagen mit guter Fernsicht reicht der Blick von hier weit über die Grenzen von Wien (Abb. 5) bis ins Schneeberggebiet (Abb. 6). Unmittelbar neben einem Denkmal gegenüber vom Haupteingang der Kirche führt uns der Villenweg weiter aufwärts, noch einmal biegen wir rechts ab und steigen ein kurzes Stück hinauf zur Stefaniewarte und zum nicht zu übersehenden Sender am Gipfel des Kahlenberges.

Ohne den markierten Weg zu verlassen, gelangen wir in nordwestlicher Richtung zu einer Brücke, auf der wir die Wiener Höhenstraße überqueren. Richtung Westen geht es weiter leicht abwärts, bis wir zu einer grün markierten Abzweigung kommen, bei der wir uns rechts halten. Etwas entfernt nun von der speziell an sonnigen Wochenenden stark befahrenen Höhenstraße, gelangen wir, nachdem wir uns bei der nächsten Weggabelung nicht an die rechts abwärts führende grüne Markierung halten, zum umzäumten Grundstück des katholischen Bildungshauses St. Gabriel, das wir auf einem nun schmäler werdenden Steig zuerst leicht bergab und dann wieder leicht bergauf auf dessen Nord- und Westseite umwandern. Nach ca. 20 Minuten vom Kahlenberg erreichen wir auf einer kleinen Lichtung bei einer weiteren Wegkreuzung wieder unseren Hauptweg, in den wir rechts abbiegen.

Von hier geht es nun auf breitem Weg in westlicher Richtung ein kurzes Stück etwas steiler aufwärts, dann wird es wieder ebener, links abzweigende Wege zum Cobenzl und zur Kreuzeiche ignorieren wir. Rechts vorbei am Vogelsangberg wandern wir dann rund 40 Hm abwärts zu einem beliebten Ausflugsziel der Wiener, der Jägerwiese mit dem Gasthaus zum Agnesbrünnl (ca. 450 m, Abb. 7). Für das Wegstück vom Kahlenberg hierher benötigt man etwa 45 Minuten. Nun geht es entweder etwas gemütlicher am markierten Weg am rechten Wiesenrand entlang, dann weiter im Wald nordseitig am Gipfel vorbei und das letzte Stück von Westen hinauf in ca. 20 Minuten zur Warte auf den Hermannskogel (542 m) oder auf dem in der Mitte der Jägerwiese führenden unmarkierten Pfad in den Wald, dort sehr steil aufwärts zum gelb markierten Steig und auf diesem dann hinauf in insgesamt 15 Minuten auf den höchsten Punkt im Wiener Stadtgebiet. Um die schöne Aussicht zu genießen, muss man aber hoffen, dass die Warte (Abb. 8) geöffnet hat. Weiter geht es dann Richtung Westen kurz hinunter zur Einmündung des Stadtwanderweges (dabei handelt es sich um die vorher schon genannte gemütlichere Aufstiegsvariante von der Jägerwiese zum Hermannskogel) und von dort über eine Lichtung auf ebenem Weg wieder in den Wald. Nochmals geht es auf breitem, etwas steinigem Weg abwärts, bevor bei einer weiteren Weggabelung unser Weg links im weiten Bogen auf die etwas steiler abfallende Südseite des Hermannskogels wechselt und auf dieser zur Höhenstraße und zum Gasthaus "Grüß di´Gott-Wirt" (Abb. 9) führt. Für den ca. 175 Hm-Abstieg benötigt man ungefähr 25–30 Minuten. Von hier gibt es eine Abstiegsvariante in den Wiener Heurigenort Sievering.

Wir aber steigen auf dem markierten Weg in ca. 15 Minuten die rund 80 Hm zum Dreimarkstein und zum Gasthaus "Häusl am Roan" auf. Parallel zur leider oft lauten Höhenstraße geht es nun wieder etwas abwärts zu einer weiteren Wegkreuzung (links nach Neustift bzw. Neuwaldegg, rechts nach Weidlingbach) und von dieser geradeaus – sich wieder von der Höhenstraße entfernend – leicht aufwärts zuerst zum Galgenberg und dann weiter zum Hameau (Abb. 10). Nicht ganz klar ist die Bedeutung des kleinen Hauses am Rande der Wiese, vielleicht wurde es früher einmal als Aussichtswarte genützt oder diente einfach bei Schlechtwetter zum Unterstellen? Wir wandern nun am großteils breiten Kamm in einem ständigen leichten Auf und Ab hinüber zum Exelberg, den wir die Exelbergstraße querend beim "Roten Kreuz" (Abb. 11) erreichen (Wegzeit vom Dreimarkstein zum Exelberg ca. 50–60 Minuten). Von hier gibt es mehrere Abstiegsvarianten. Beliebt ist der blau markierte Weg, der rechts eine Zeit lang parallel zur Straße und dann an einem Hof vorbei über eine größere Lichtung zur Sophienalpe führt. Von dieser kann man weiter zur Rieglerhütte und Richtung Hütteldorf absteigen oder man bleibt noch am Höhenweg und biegt erst bei der "Schönen Aussicht" links nach Hütteldorf ab.

Unsere Tour geht aber auf der Forststraße, die links zuerst am Exelberg-Sender vorbei und in weiterer Folge zu diesem führt, hinauf. Kurz bevor die Senderstraße rechts abzweigt, steigen wir noch geradeaus ein paar Meter auf die höchste Stelle des Exelberges. Von diesem kaum wahrnehmbaren Platz geht es nun auf einem nicht mehr so breiten, unmarkierten Steig rechts vorbei an einer Erhebung (Dahaberg) etwas steiler abwärts, bis man nach etwa 15–20 Minuten (ein guter Orientierungssinn ist hier hilfreich) zum gelb markierten Querweg kommt, der von der Rieglerhütte zum Schottenhof führt. Wir halten uns links Richtung Schottenhof, aus dem steileren Abstiegsweg vom Exelberg wird nun wieder eine breite Forststraße, die in weiteren 20 Minuten zuerst nicht sehr steil abwärts führt, dann bei einer Lichtung mit mehreren Abzweigungen eben wird und im letzten Stück rechts in einen Waldpfad mündet, auf dem wir kurz zum Schottenhof aufsteigen. Das sich früher hier befindliche, gemütliche Gasthaus ist zum schicken Restaurant "Chalet Moeller" umgebaut worden. Wanderer sind hier nicht mehr so gerne gesehen! Wir queren hier die stark befahrene Amundsenstraße und steigen dann in ca. 15–20 Minuten auf dem gelb markierten Weg die knapp 100 Hm zur schönen Kreuzeichenwiese auf. Entlang des Kamms gelangen wir von dort Richtung Süden zur Wienerwaldschule, einer Einrichtung der Stadt Wien zum Kennenlernen der Fauna und Flora dieses phantastischen Naherholungsgebietes, und zum Aussichtsturm der Jubiläumswarte (449 m, Abb. 12) mit einem prachtvollen Rundblick, der bei guter Sicht einige hundert Kilometer reicht.

Wir steigen nun am grün markierten Weg Richtung Satzberg/Hütteldorf ab, queren nach kurzer Zeit die Straße und gelangen nach einer weiteren kurzen Waldpassage in eine Siedlung. Weiter der grünen Markierung folgend, kann man wieder einen Wien-Blick genießen, bevor man nochmals zu einem Waldstück kommt. Links vorbei am höchsten Punkt des Satzberges wendet sich der breite Weg nach rechts Richtung Süden. Nun erreicht man das Stadtgebiet oberhalb von Hütteldorf (Abb. 13) und muss in ca. 20–30 Minuten relativ steil auf einer Straße geradeaus entweder zur Straßenbahnlinie 49 (Linzerstraße) oder zum Bahnhof Hütteldorf (U-Bahn U 4, Schnellbahn S 45, S 50, S 80) absteigen. Wenn man Glück hat, erreicht man ohne lange Wartezeit einen Bus der Linie 147, der ca. am halben Abstiegsweg seine Endstation hat und üblicherweise im 30-Minuten-Takt nach Hütteldorf fährt.

Die gesamte Tour, für die man ohne Pausen etwa 5,0–6,0 Stunden (ca. 850 Hm) benötigt und die sich teilweise mit einem der zahlreichen Wiener Stadtwanderwege deckt, lässt sich gut in mehrere Wegstücke aufteilen und ist im Sommer wie im Winter als Wanderung sehr empfehlenswert – um die schöne Umgebung der Millionenstadt Wien kennenzulernen. Auch deshalb, weil man durch die in diesem Abschnitt des Wienerwaldes vorherrschenden Laubwälder in der kalten Jahreszeit an schönen Tagen von der Sonne begleitet wird und es in der warmen Saison viel Schatten gibt.
HM/Zeit:
Gesamte Tour vom Kahlenbergerdorf bis Hütteldorf ca. 850 Hm (mit allen Gegensteigungen) in ca. 5,0–6,0 Stunden für die gesamte Tour.
Zeitraum:
Ganzjährig
Anforderungen:
Einfache, aber lange Tour für die gesamte Familie auf meist gut markierten Wegen und Steigen. Die Wanderung lässt sich aber auch gut in kürzere Teilstücke unterteilen. Steiler Aufstieg auf dem "Nasenweg" auf den Leopoldsberg und von der Jägerwiese auf den Hermannskogel;
Highlights:
Mehrfach schöner Blick auf die Donaumetropole Wien, der Wienerwald mit vielen Wiesen, die zum Picknick einladen, Waldseilpark Kahlenberg
Anfahrt:
Vom Wiener Stadtzentrum mit der U-Bahnlinie U 4 bis Heiligenstadt und von dort mit der Buslinie 239 (Richtung Klosterneuburg) bis ins Kahlenbergerdorf; Rückkehr vom Satzberg mit der Buslinie 147 bis Hütteldorf und von dort mit der U-Bahnlinie U 4 zurück nach Heiligenstadt bzw. ins Wiener Stadtzentrum
Einkehr:
u. a. Josefinenhütte, Restaurant am Kahlenberg, GH zum Agnesbrünnl, Grüß di´Gott-Wirt, Häusl am Roan;


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