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Reisalpe:
Ein wundervoller Platz in den Voralpen
Abb. 1
Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es in den niederösterreichischen Voralpen einen schöneren Platz als die Gipfelwiese auf der 1.398 Meter hohen Reisalpe (Abb. 1) gibt. Aber auf jeden Fall gehört dieser Platz zu den Highlights der Region!

Ausgangspunkt für unsere Wanderung auf die Reisalpe ist das Dorf Kleinzell (485 m). Von hier geht man etwa 30 Minuten und 80 Hm (Höhenmeter) auf der schmalen Bergstraße zuerst noch im Ort neben einem kleinen Bach (Abb. 2) taleinwärts in westlicher Richtung zur Ebenwaldhöhe. Nun biegt halb links der grün markierte Wanderweg von der Straße ab und führt nach wenigen Schritten in den fast klammartigen, schattigen Schneidergraben (Abb. 3) – ein erster Höhepunkt dieser langen Tour. Der mit Fortdauer etwas schmäler werdende Steig ist gut begehbar, nur eine Stelle ist mit Vorsicht zu passieren: Die hier früher vorhandene Brücke ist nicht mehr benutzbar!

Nach weiteren 30 Minuten und 200 Hm verlässt man rechts haltend den Graben und geht nun fast eben in Richtung einer Waldlichtung. Hier biegt der Steig nun links ab und führt steiler werdend im Wald aufwärts. Nach einem abschließenden Flachstück erreicht man nach insgesamt 1½–2,0 Stunden und ca. 550 Hm die große Wiese beim Parkplatz Ebenwaldhöhe. Wer sich den doch etwas mühsamen, aber aufgrund des Schneidergrabens sehr eindrucksvollen Aufstieg bis zu dieser Stelle sparen will, kann von Kleinzell mit dem PKW hierher fahren (man muss aber dann am Rückweg zum Parkplatz Ebenwaldhöhe zurückkehren!). Von hier kann man übrigens in wenigen Minuten in westlicher Richtung zur Ebenwaldhütte wandern.

Unser Wanderweg (rote Markierung) zur Reisalpe setzt sich aber nun in südlicher Richtung auf den ausgedehnten Almen der Ebenwaldhöhe fort und umgeht den großen Grasser-Hof. Weiter geht es auf einer Forststraße leicht abwärts und dann wieder aufwärts unter dem steilen Aufbau des Hochstaff (Abb. 4) und weiter über ausgedehnte Almböden mit Blick zur Reisalpe (Abb. 5) zur Kleinzeller Hinteralm (Abb. 6). Nachdem man ein Gatter überquert hat, beginnt nun der schweißtreibende Aufstieg zum Gipfel der Reisalpe. Auf einem nun blau markierten Weg geht es zuerst über Almen, dann durch den Wald und schlussendlich in Serpentinen über eine Lichtung steil aufwärts. Vorsicht nur bei feuchtem und nassem Wetter, denn der teilweise lehmige Boden kann sehr rutschig sein! Für den Schlussanstieg (ca. 400 Hm) von der Kleinzeller Hinteralm zur ausgedehnten Gipfelwiese, wo sich knapp unterhalb des Gipfelkreuzes (Abb. 7) auch das Reisalpen Schutzhaus (Abb. 8) befindet, sollte man ca. 1,0–1½ Stunden rechnen.

Nachdem man sich im Schutzhaus gestärkt und die 360°-Sicht genossen hat – besonders beeindruckend ist der Blick Richtung Südosten mit dem nahen Schneeberg (Abb. 9) und Südwesten mit dem Ötscher (Abb. 10), steigt man wieder über den Anstiegsweg zur Kleinzeller Hinteralm ab. Etwa auf halber Höhe genießt man einen sehr schönen Blick zum im Norden gegenüberliegenden Hochstaff (Abb. 11).

Nun geht man aber nicht zurück zum Parkplatz Ebenwaldhöhe (ausgenommen, man hat sein Auto dort abgestellt), sondern man bleibt auf der Forststraße mit der blauen Markierung und geht nun zuerst auf der Südseite und dann auf der Ostseite des Hochstaffs fast eben zur Zeiselalm. Nachdem man eine kurze Gegensteigung erklommen hat, geht es nun zuerst noch ein Stück auf der Forststraße und dann auf einem Steig abwärts, wobei zum Teil recht steile Stücke im Wald zu bewältigen sind. Ein besonderes Zuckerl auf der gesamten Wanderung ist der ständige Wechsel von Wäldern und Almen. So geht auch diese Wanderung zu Ende: Nach einer ausgedehnten Alm geht es schlussendlich steil durch den Wald wieder zurück nach Kleinzell (Abb. 12). Für den gesamten Abstieg von der Reisalpe über die Zeiselalm benötigt man etwa 2½–3,0 Stunden. Sehr viel kürzer (etwa 1,0–1½ Stunden) ist der Abstieg von der Reisalpe zum Parkplatz Ebenwaldhöhe, wenn man dort die Wanderung begonnen hat.
HM/Zeit:
Von Kleinzell durch den Schneidergraben auf die Reisalpe ca. 1.000 Hm (mit allen Gegensteigungen am Hin- und Rückweg) in ca. 3,0–3½ Stunden (Aufstieg) bzw. über die Zeiselalm nach Kleinzell 2½–3,0 Stunden (Abstieg); Für eine Wanderung mit Start- und Endpunkt beim Parkplatz auf der Ebenwaldhöhe, bei der man mit einer Gegensteigung unterhalb des Hochstaffs beim Hin- und Rückweg nur ca. 500 Hm bewältigen muss, benötigt man ca. 1½–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 1,0–1½ Stunden (Abstieg)
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Technisch einfache, aber anspruchsvolle und lange Tour auf gut angelegten Steigen und Wegen, zum Teil recht steil. Vorsicht an einer engen Stelle im Schneidergraben und bei Feuchtigkeit und Nässe auf dem dann rutschigen und lehmigen Boden beim An- und Abstieg zum Gipfel der Reisalpe! Im Sommer starke Sonneneinstrahlung auf den vielen Almen! Eine Wanderung mit Start- und Endpunkt beim Parkplatz auf der Ebenwaldhöhe ist wesentlich kürzer und weniger anstrengend;
Highlights:
Der klammartige Schneidergraben und das grasbedeckte Gipfelplateau mit 360-Sicht am Gipfel der Reisalpe; ausgedehnte Almböden;
Anfahrt:
Kleinzell liegt auf der Strecke zwischen dem Gölsental (B18) mit dem Hauptort Hainfeld und dem bekannten Bikertreff Kalte Kuchl in Niederösterreich. Wer sich etwa 530 Hm und den schönen, aber doch anstrengenden Weg durch den Schneidergraben sparen will, kann von Kleinzell auf einer asphaltierten Bergstraße zum Parkplatz auf der Ebenwaldhöhe fahren und von hier die Reisalpe oder auf unmarkierten Wegen den Hochstaff besteigen.
Einkehr:
Reisalpen Schutzhaus, Ebenwaldhaus (mit nicht allzu langem Umweg), Kleinzeller Hinteralm


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