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Geißberg (Kosiak)/Klagenfurter Hütte:
Die wundervolle Bergwelt der Karawanken
Abb. 1
Der felsige Kalk-Gebirgszug der Karawanken (Abb. 1) bildet im Süden von Österreich einen Teil der Staatsgrenze zu Slowenien. Höchste Erhebung ist der 2.236 Meter hohe Hochstuhl, in dessen Umfeld auch die nachfolgend beschriebene Wanderung beheimatet ist. Um zu einem der beiden möglichen Ausgangspunkte der Tour zu kommen, fährt man von Feistritz im Rosental in südlicher Richtung in das enge, bewaldete und teilweise felsige (Steinschlaggefahr!) Bärental, das vor allem durch den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider Bekanntheit erlangt hat. Wer sein Auto schonen möchte, parkt dieses nach etwa 7 Kilometern am Parkplatz bei der Stoa Hütte (960 m). Die nächsten 2,5 Kilometer zum zweiten Parkplatz sind dann größtenteils nicht asphaltiert und recht holprig. Wer schon bei der Stoa Hütte die Wanderung beginnt, muss zur geplanten Wanderzeit etwa 1,0-1½ Stunden (hin und retour) dazurechnen.

Vom zweiten Parkplatz (1.152 m) führen drei Wegvarianten hinauf zum ersten Ziel, der Klagenfurter Hütte: eine für den Verkehr gesperrte (Schranken) Fahrstraße, ein mit Hinweisschildern versehener Fußweg und als dritte Alternative im oberen Teil ein Wandersteig. Vom Schranken gehen wir zuerst ein kurzes Stück auf dem Fußweg, der sich aber bald wieder mit der Fahrstraße vereinigt. Nach etwa 10 Minuten vom Ausgangspunkt gelangt man auf eine kleine Alm. Von einer Sitzbank, der Johannsenruhe, kann man erstmals den Hochstuhl (Abb. 2), der im Slowenischen die Bezeichnung "Stoa" trägt, bewundern. Nachdem man auf der Fahrstraße die Alm überquert hat und danach ein kurzes Stück aufwärts marschiert ist, zweigt in einer Kurve neuerlich der beschilderte (!) Fußweg ab. Dieser führt nun ein wenig steiler am linken Talrand knapp oberhalb der Fahrstraße weiter taleinwärts. Nach etwa 30-45 Minuten vom Ausgangspunkt (2. Parkplatz), in denen man rund 200 Hm (Höhenmeter) bewältigt hat, vereinigen sich am Fuße des steinigen Hochstuhlkars für wenige Meter erneut Fußweg und Fahrstraße. Hier wendet sich nun der weitere Aufstieg von südlicher in östliche Richtung.

Wieder fordert eine Tafel zum Verlassen der Fahrstraße auf. Der Fußweg geht sehr steil und überraschenderweise mit Teilen einer alten Asphaltierung hinauf zu einer kleinen Felsgruppe, die ohne Probleme mit einem Sicherungsseil überwunden wird, und dann führt er wieder zurück zur Fahrstraße, die man aber sofort wieder verlässt. Nach einem weiteren kurzen Stück auf dem Fußweg kommt man zu einer Weggabelung. Links führen Fahrstraße und Fußweg weiter aufwärts, rechts biegt bei einem Gedenkstein für verunglückte Bergsteiger der markierte Klettersteig auf den Hochstuhl ab, und geradeaus beginnt der Wanderweg zur Klagenfurter Hütte. Dieser führt zuerst nicht steil, aber sehr steinig am Hochstuhlkar (Abb. 3) entlang. Dann geht es den Waldhang hinauf, der jetzt schmale Steig wird steiler und auch ein guter Orientierungssinn ist nützlich, da die rot-weißen Markierungen nicht immer gut zu sehen sind. Nochmals quert der Wandersteig die Fahrstraße, um sich dann später wieder mit dieser zu vereinen. Eine letzte markierte Abkürzung und man erreicht die große Matschacheralm, an deren östlichen Rand sich die große Klagenfurter Hütte (1.664 m, Abb. 4) befindet.

Wer nach rund 75--90 Minuten Aufstiegszeit, in denen man etwas über 500 Hm bewältigt hat, bereits müde ist, kann von der Alm oder der Terrasse der Klagenfurter Hütte (Selbstbedienung) die wundervolle Karawanken-Welt, ganz besonders den mächtigen Hochstuhl im Süden, in vollen Zügen bewundern. Wer aber noch unternehmungslustig ist, kann entweder - mit etwas Bergerfahrung! - in südöstlicher Richtung zur Staatsgrenze am Bielschitzasattel (1.840 m) mit Blick nach Slowenien wandern oder in nördlicher Richtung auf den 2.024 Meter hohen Geißberg (Abb. 5), der auch Kosiak genannt wird.

Unser nächstes Ziel ist der Geißberg, der am besten über den Franz-Zopp-Weg an der Südwestseite bestiegen wird. Diese Auf- und Abstiegsvariante ist zwar recht anstrengend, da teilweise sehr steil, jedoch technisch ist sie nicht schwierig. Dafür wandern wir von der Klagenfurter Hütte auf einem fast ebenen Almpfad entlang der steilen Südhänge des Geißberges in Richtung Westen. Nach einigen Minuten geht es oberhalb eines Hüttendorfes etwas steiler in einen lichten, von kleineren Felsen gesäumten Bergwald. Nachdem wir diesen durchschritten haben, wendet sich der Steig Richtung Norden und führt - zuerst noch mäßig steil - direkt den Geißberg hinauf. Mit zunehmender Steilheit helfen einige kurze Serpentinen beim weiteren Aufstieg. Kurz bevor man das grasbedeckte Gipfelplateau erreicht, ist der Steig "eigentlich nur noch steil!" Vorsicht bei Nässe, denn man muss ja auch wieder ins Tal absteigen. Nun aber, nach rund 1,0-1½ stündiger, sehr anstrengender Aufstiegszeit von der Klagenfurter Hütte, die nun etwas über 350 Hm unter uns liegt, kann man vom Gipfelkreuz (Abb. 6) des Geißbergs nicht nur die Karawanken, sondern fast die gesamte Kärntner Bergwelt, von den Hohen Tauern im Westen, den Nockbergen im Norden bis zur Sau- und Koralpe im Osten, erblicken. Gar nicht so weit entfernt scheint auch die Landeshauptstadt Klagenfurt (Abb. 7) im Norden zu liegen. Bergkenner werden im Südwesten hinter dem Weinasch (2.104 m) die mächtigen Felsgipfel des Triglav-Nationalparks (Abb. 8), der gar nicht so weit von hier in Nord-Slowenien liegt, erkennen.

Nach einer ausgiebigen Rast geht es nun den steilen Franz-Zopp-Weg wieder vorsichtig hinunter. Unten nach ca. 30-45 Minuten wieder angekommen, kann man sich - wenn man will -den Umweg zur Klagenfurter Hütte sparen, indem man auf einem kaum erkennbaren Pfad über die steilen Wiesen am westlichen Rand der Matschacheralm (Abb. 9) zum kleinen Almdorf absteigt. Von dort gelangt man in 1--2 Minuten zur Fahrstraße, auf der man - kombiniert mit dem Fußweg und vorbei an einem fast lebensgroßen, aus Holz geschnitzten Braunbären (Abb. 10) - wieder zu den beiden möglichen Ausgangspunkten im oberen Bärental gelangt. Für den gesamten Abstieg vom Geißberg benötigt man ca. 1½-2,0 Stunden, wer von der Klagenfurter Hütte zurückkehrt, sollte in etwa 60-75 Minuten dafür einplanen.
HM/Zeit:
vom hinteren (2.) Parkplatz im Bärental zur Klagenfurter Hütte ca. 500 Hm in ca. 1¼-1½ Stunden (Aufstieg) bzw. 1,0-1¼ Stunden (Abstieg), vom hinteren (2.) Parkplatz im Bärental über die Klagenfurter Hütte auf den Geißberg* ca. 850 Hm in ca. 2¼-2¾ Stunden (Aufstieg) bzw. auf dem direkten Weg 1½-2,0 Stunden (Abstieg). Wer schon bei der Stoa Hütte (1. Parkplatz) die Wanderung beginnt, muss zur geplanten Wanderzeit etwa 200 Hm und 1,0-1½ Stunden (hin und retour) dazurechnen.
Zeitraum:
Mai-Mitte/Ende Oktober (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Teilweise sehr steile (Auf- bzw. Abstieg vom Geißberg), technisch einfache Tour auf Forststraße, Wegen und Steigen; am Wanderweg zur Klagenfurter Hütte ist im oberen Teil guter Orientierungssinn nützlich
Highlights:
Wanderung durch und Blick in die steile, felsige Karawanken-Landschaft; Rundblick vom Geißberg
Anfahrt:
Von Nordosten (Klagenfurt) auf der Bundesstraße B 91 südwärts. Nach der Drau-Querung auf die B 85 Richtung Feistritz in Richtung Westen abzweigen. Von Nordwesten (Villach) auf der Karawanken-Autobahn A 11 bis Abfahrt St. Jakob im Rosental, von dort auf der B 85 in östlicher Richtung bis Feistritz im Rosental. Hier nun ins Bärental abzweigen und in südlicher Richtung entweder 7,5 km bis zur Stoa Hütte (1. Parkplatz) oder rund 9,5 km bis zum 2. Parkplatz fahren.
Einkehr:
Stoa Hütte, Klagenfurter Hütte


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