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Hohe Kugel:
Unterwegs im westlichen Bregenzerwald
Abb. 1
Blickt man vom Vorarlberger Rheintal Richtung Osten zu den Bergen des Bregenzerwaldes, fällt sofort die grasbewachsene Kuppe der Hohen Kugel (1.645 m, Abb. 1) auf, zu deren Gipfel von allen Seiten Wege führen. Die Fahrt nach Ebnit, dem nördlich unseres Zieles gelegenen Ausgangspunkt des nachfolgenden Wandertipps, bildet bereits einen ersten Höhepunkt. Man benützt entweder den regelmäßig verkehrenden Stadtbus von Dornbirn oder den eigenen PKW. Doch sollten sich nur sichere Autofahrer auf die zum Teil abenteuerlich angelegte – rund 10 km lange – Bergstraße entlang der Dornbirner Ach durch die Schaufel Schlucht (Abb. 2) wagen: Schmale, einspurige und zum Teil kurvige Tunnel – und das mit Gegenverkehr – können für manchen Autofahrer zur großen Herausforderung werden.

Unsere Rundtour startet beim öffentlichen Parkplatz neben der Kirche (1.075 m) von Ebnit. Schon nach wenigen Metern zweigt rechts eine Forststraße ab, die uns Richtung Westen in ca. 20 Minuten im Wald gleich recht steil hinauf zur Pfarrers Älpele (1.210 m), einer ersten Jausenstation, führt. Nun im offenen Almgelände, gelangt man – nur mehr mäßig ansteigend – wenig später zu einer Wegkreuzung, bei der wir uns links halten und zur bereits vor uns sichtbaren Emser Hütte (1.270 m, Abb. 3) wandern, die man schon nach ca. 30 Minuten vom Ausgangspunkt erreicht. Hier zweigen wir erneut links auf eine weitere Forststraße ab, die wir aber gleich wieder links verlassen. Nun auf einem etwas steinigen Weg steigen wir jetzt etwas steiler einen Hang hinauf, wobei es sich lohnt, auf die Alm und den darüber thronenden Felszacken eines Berges mit Namen "Schöner Mann" Richtung Norden zu blicken (Abb. 4).

Etwa 10–15 Minuten von der Emser Hütte entfernt, verlassen wir den breiten Weg und zweigen links auf einen Steig ab, auf dem wir mit Hilfe unzähliger künstlich angelegter Stufen aufwärts wandern. Bei der ersten Serpentine ist im Nordosten erstmals der Bodensee gut zu sehen. Teils durch Wald und teils über Lichtungen führt der Steig fast ständig steil aufwärts. Wieder im Wald, kommen wir zur „Schlüsselstelle" unserer Wanderung: Mit Hilfe eines Sicherungsseiles wird eine kurze, felsdurchsetzte Steilstufe (Trittsicherheit, Abb. 5) überwunden. Danach folgt ein flaches Wegstück, bei dem man aber über über Abertausende Wurzeln wandert. Es wird nochmals etwas steiler, bis man nach ca. 45–60 Minuten von der Emser Hütte den langgezogenen Almkamm erreicht, der von uns bestiegen wird.

Nun am Almkamm unterwegs Richtung Süden und auf nur noch mäßig ansteigendem Weg, erblickt man im Hintergrund schon bald den Gipfel der Hohen Kugel (Abb. 6) und die darunter liegende und in den Sommermonaten bewirtschaftete Kugelalpe (Abb. 7). Bevor man beim Kühboden den rund 70 Hm (Höhenmeter) umfassenden finalen Gipfelanstieg, der gegen Ende etwas steiler wird, beginnt, geht es kurz bergab. Oben an der höchsten Stelle der Hohen Kugel angekommen, erwartet uns neben einem im Jahr 2015 errichteten Gipfelkreuz (Abb. 8) ein prachtvoller Rundblick, der weit in alle Richtungen reicht. Im Westen liegt unter uns das breite und dicht besiedelte Rheintal (Abb. 9) und dahinter die Schweizer Berge, im Nordwesten sieht man den östlichen Teil des Bodensees (Abb. 10) und weit in das deutsche Alpenvorland, im Süden Feldkirch und das Rätikon und im Westen die Berge des Bregenzerwaldes, allen voran den Hohen Freschen (Abb. 11). Auch gut zu überblicken sind in nordöstlicher Richtung große Teile des Auf- bzw. des Abstiegs (Abb. 12). Für den nicht sehr langen Anstieg von Ebnit, bei dem man mit der kurzen Gegensteigung im Almbereich knapp 600 Hm bewältigt hat, benötigt man kaum mehr als 1¾–2,0 Stunden.

Beim Abstieg wandern wir kurz weiter Richtung Süden abwärts und zweigen links zur Kugelalpe ab, die wir nach etwa 10 Minuten erreichen. Von dort wird noch eine Wiese gequert, bevor unser Steig Waldgebiet erreicht und steil abwärts führt. Es gibt zwar beim weiteren Abstieg keine „Schlüsselstelle" mehr, doch vor allem bei feuchten Böden ist der lehmige Steig recht rutschig. Bei einer Weggabelung halten wir uns links. Wir gelangen recht bald auf teilweise felsdurchsetzten Böden – auch hier droht bei Nässe erhöhte Rutschgefahr! – zu einem Taleinschnitt mit einem kleinen Wasserfall (Abb. 13). Ab jetzt geht es nicht mehr so steil weiter und wir gelangen nach ca. 40–50 Minuten vom Gipfel der Hohen Kugel zur Schneewaldalpe (1.303 m). Von hier kann man entweder – sich rechts haltend – über die Forststraße nach Ebnit absteigen oder man hält sich links und wandert einige Minuten in einem stetigen Auf und Ab zur nächsten Weggabelung, bei der wir uns rechts (Richtung Osten) halten und zunächst über eine Wiese mit Blick zum Hohen Freschen (Abb. 14) absteigen. Dann geht es wieder durch ein Waldstück – einmal öffnet sich dabei kurz der Blick Richtung Norden steil hinab nach Ebnit (Abb. 15) – und nach einer Forststraßen-Querung zu einer weiteren Alm, wo eine kurze Gegensteigung auf uns wartet. Zuletzt folgt am linken Rand der Almböden ein sehr steiler Abstieg zu einer Forststraße, in die man links einbiegt.

Nach weiteren 15 Minuten quert man bei der Heumöseralpe eine Skipiste. Es geht nochmals kurz aufwärts und dann fast eben oberhalb einer Schlucht auf asphaltierter Straße weiter, bevor man nach etwa 2,0–2¼ Stunden – also länger als beim Anstieg/Aufstieg – vom Gipfel der Hohen Kugel den Ausgangspunkt bei der Kirche von Ebnit (Abb. 16) erreicht. Wer mit dem eigenen Auto hierher gefahren ist, auf den wartet erneut eine abenteuerliche Fahrt durch die Schaufel Schlucht Richtung Dornbirn.
HM/Zeit:
Von Ebnit über die Emser Hütte mit allen Gegensteigungen beim Auf- bzw. Abstieg ca. 650 Hm in ca. 1¾–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. in ca. 2,0–2¼ Stunden über die Schneewaldalpe (Abstieg).
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Kurze, teilweise steile, aber technisch unschwierige Wanderung mit einer „Schlüsselstelle" (Trittsicherheit!) beim Aufstieg. Bei nassen Bodenverhältnissen besteht auf den lehmigen, teilweise felsdurchsetzten Böden beim Abstieg Rutschgefahr! Vorsicht bei der Fahrt mit dem eigenen PKW durch die Schaufel Schlucht!
Highlights:
Fahrt durch die Schaufel Schlucht; Rundblick vom Gipfel der Hohen Kugel
Anfahrt:
Auf der Autobahn A 12 nach Dornbirn (Abfahrt Nord aus Richtung Bregenz bzw. Abfahrt Süd aus Richtung Feldkirch), weiter Richtung Zentrum zur Bundesstraße B 190 bis zur Brücke über die Dornbirner Ach fahren, Richtung Südost nach Ebnit abzweigen und durch die Schaufel Schlucht bis zum öffentlichen Parkplatz in Ebnit fahren. Von Dornbirn fährt regelmäßig ein Stadtbus nach Ebnit.
Einkehr:
Pfarrers Älpele, Emser Hütte, Kugelalpe, Heumöseralpe


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