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Spielkogel:
Auf der Westseite der Schneealm
Abb. 1
Der Bergstock der Schneealpe – zwischen der Rax und der Veitschalpe in der Obersteiermark gelegen – wird im Volksmund auch gerne als "Schneealm" bezeichnet. Bergwanderer wissen auch warum, denn oberhalb der steil aufragenden Felswände liegen ausgedehnte Almböden. Diese findet man im Osten der Schneealpe auf etwa 1.700 Meter Seehöhe, auf der Westseite bereits zwischen ca. 1.300 und 1.450 m. Auch sind die Gipfel im Westen um einiges niedriger als im Osten, wo sich mit dem 1.909 m hohen Windberg auch die höchste Erhebung der Schneealpe befindet. Der nachfolgende Wandertipp beschreibt eine einfache Tour im Westen der Schneealpe vom Mürztal hinauf auf die Hinteralm und von dort weiter auf den Spielkogel (Abb. 1).

Der Ausgangspunkt dieser Tour ist ein Forsthaus (ca. 825 m) nahe der kleinen Ortschaft Scheiterboden – etwa auf halber Strecke zwischen Mürzsteg im Süden und Frein an der Mürz im Norden. Etwa 100 Meter südlich vom Beginn des Weges (Nr. 436) zum Hinteralmhaus befindet sich auf der Ostseite der Bundesstraße B 23 ein kleiner Parkplatz, etwa 250 Meter nördlich befindet sich die Bushaltestelle Scheiterboden, die aber höchstens zwei- bis dreimal pro Tag von beiden Richtungen angefahren wird. Vorbei am Forsthaus verläuft zuerst am rechten, östlichen Talgrund die markierte Forststraße parallel zum oberen Mürztal Richtung Norden. Nachdem es zuerst etwas hinaufgeht, führt diese gleich wieder abwärts, um anschließend schnell an Höhe zu gewinnen. Auf der anderen Talseite sind die Felsen der Prolesalpe (Abb. 2) immer wieder gut zu sehen. Die Forststraße wendet sich nach einiger Zeit mit einer Kurve Richtung Norden, den Alplgraben taleinwärts. Nach etwa 30 Minuten Gehzeit zweigt kurz nach einer Serpentine (ca. 950 m) ein schmaler und lehmiger, im Sommer oftmals etwas verwachsener, markierter Steig links von der Forststraße ab. Dieser führt zuerst steil aufwärts und quert zweimal die Forststraße. Nach der zweiten Querung wendet sich der Steig hinüber zu den Felsen der Edelweißmauer (Abb. 3). Immer wieder ein Bachbett querend schraubt sich der nun nicht mehr allzu steile Steig mittels zahlreicher Serpentinen aufwärts. Nach knapp 1½ Stunden vom Forsthaus gelangt man auf ca. 1.250 m nochmals auf die Forststraße, auf der man nun ein kurzes Wegstück lang verbleibt. Knapp bevor die Forststraße recht eindrucksvoll den oberen Teil der Edelweißmauer (Abb. 4) erreicht, biegt rechts ein breiter Weg ab, der uns ziemlich steil und fast geradeaus auf das Almplateau der Hinteralm führt. Nach rund 1¾–2,0 Stunden ist das erste Ziel, das kleine Almdorf (Abb. 5) mit dem bewirtschafteten Hinteralmhaus (1.446 m), erreicht.

Nach kurzer Rast geht es hinter den Häusern und Hütten – einer speziell für Skitouren eingerichteten Stangenmarkierung folgend – leicht aufwärts. Nun folgt ein weiteres imposantes Wegstück: Oberhalb der steil abfallenden Klobenwände geht es zuerst eben, dann kurz abwärts und dann längere Zeit Richtung Osten aufwärts. Dabei sind die tiefer gelegenen Almböden auf der Westseite der Schneealpe und die höher gelegenen Gipfelregionen im Osten der Schneealpe mit dem Windberg gut zu überblicken (Abb. 6). Nach etwa 30–45 Minuten vom Hinteralmhaus erreicht man einen Sattel (ca. 1.575 m), wobei man östlich die Waxenegghütte (1.509 m) und das dahinterliegende Hohe Waxenegg (1.647 m, Abb. 7) erblickt. Unser Weg aber führt nun im ausschließlich offenen Gelände in wenigen Minuten links in nördlicher Richtung zuerst fast eben und anschließend nochmals etwas steiler ansteigend hinauf zum Gipfelkreuz des kegelförmigen Spielkogels (1.599 m, Abb. 8, Abb. 9). Die mit den beiden Gegensteigungen – zu Beginn und ziemlich am Ende des Aufstiegsweges – rund 800 Hm (Höhenmeter) vom Ausgangspunkt bewältigt man in insgesamt ca. 2½–3,0 Stunden. Vom Spielkogel bietet sich ein prachtvoller Rundblick auf weite Teile der Wiener Hausberge. Im Norden zum Greifen nahe befinden sich – durch die Hofalm getrennt – links der mächtige Göller und rechts die Felsnase des Gippels (Abb. 10). Im Westen reicht der Blick bis zum Ötscher (Abb. 11), zum Dürrenstein, zur Tonion und zum Hochschwab-Massiv (Abb. 12), im Süden thront die Veitschalpe und im Osten sind hinter den höheren Erhebungen der Schneealpe Schneeberg und Rax gut erkennbar. Sogar die etwas weniger hohen Gipfel der Wiener Hausberge wie Reisalpe, Unterberg und Kieneck kann man vom Spielkogel bewundern.

Am besten und schnellsten kommt man in etwa 2,0–2½ Stunden wieder zum Ausgangspunkt dieser Tour zurück, indem man am Aufstiegsweg wieder absteigt, wobei man zuerst wieder zum Almdorf auf der Hinteralm (Abb. 13) wandert. Dann benötigt man kaum mehr Zeit, wenn man im Alplgraben nicht den – speziell bei feuchten Verhältnissen – lehmigen und damit oftmals rutschigen Steig benützt, sondern auf der Forststraße bleibt. Wer diese Wanderung zur Rundtour ausbauen möchte, steigt vom Hinteralmhaus nicht am Weg 436 Richtung Westen nach Scheiterboden ab, sondern am Weg 435 Richtung Norden – auf der Alm auf breitem Weg noch eben, im Wald auf einem Steig dann recht steil – nach Frein an der Mürz. Wer dies tut, sollte aber vorher schon planen, wie er wieder zum Forsthaus zurückkommt – entweder mit dem Autobus oder per Autostopp. Zu Fuß ist der etwa 4,5 km lange Weg auf der Bundesstraße im sehr engen Mürztal sehr schwierig zu gehen und davon ist auch absolut abzuraten (Tunnel)! Die Wanderung vom Forsthaus hinauf auf die Hinteralm, weiter auf den Spielkogel und auf demselben Weg zurück ist eine wirklich eindrucksvolle, nicht allzu lange und technisch einfache Wanderung, die auch für Familien gut geeignet ist.
HM/Zeit:
vom Parkplatz nahe dem Forsthaus im oberen Mürztal auf den Spielkogel ca. 800 Hm in etwa 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) und ca. 2,0–2½ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
April–November
Anforderungen:
Nicht allzu lange und technisch einfache Wanderung, die auch für Familien gut geeignet ist. Steig aus dem Mürztal kann rutschig sein!
Highlights:
Rundblick auf die Wiener Hausberge und die steirischen Kalkalpen vom Gipfel des Spielkogels; die ausgedehnten Almen auf der Westseite der Schneealpe
Anfahrt:
Von Wien (A2, S6) und von Graz (A9, S35, S6) bis Abfahrt Mürzzuschlag. Durch den Ort bis zur Abzweigung Neuberg/Mariazell und dann auf der B23 bis ca. 4,5 km nach Mürzsteg zum kleinen, rechts gelegenen Parkplatz. Von Linz (A1) bis St. Pölten und von dort weiter über die B20, B21 und die B23 ca. 4,5 km nach Frein an der Mürz bis zum kleinen, links gelegenen Parkplatz.
Einkehr:
Hinteralmhaus


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