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Hochwechsel über den Themenweg Erlebnis Wildwasser:
Ein abwechslungsreicher Aufstieg
Abb. 1
Über den kilometerlangen, almenreichen Bergkamm, der den Hochwechsel (1.743 m, Abb. 1) mit dem Niederwechsel (1.669 m) verbindet, verläuft die niederösterreichisch-steirische Landesgrenze. So schön die sanften Almböden mit ihren herrlichen Wiesen auch sind, das Wechselgebiet ist wegen seiner Wetterkapriolen und der oftmals sehr plötzlich auftretenden heftigen Gewitter gefürchtet. Viele Wege führen auf diesen östlichsten Alpengipfel mit einer erwähnenswerten Höhe, der nachfolgende Wandertipp beschreibt eine bei vielen Wanderern nicht so bekannte, überaus abwechslungsreiche Tour über den Themenweg Erlebnis Wildwasser und durch den Wechselgraben mit dem niederösterreichischen Mariensee als Ausgangspunkt.

Etwa 1½ Kilometer von Mariensee im Piestingbachtal taleinwärts befindet sich am Ende der für PKW befahrbaren Straße ein Parkplatz (ca. 1.000 m). Hier beginnt nicht nur unsere Wanderung, sondern mit einem Biotop (Abb. 2) auch der für Groß und Klein gestaltete Themenweg Erlebnis Wildwasser. An einigen Schautafeln und Objekten vorbei führt dieser entlang des Baches in rund 30 Minuten und über 150 Hm zu einem Rastplatz, neben dem es eine Mini-Mühle mit einem Wasserrad zu bewundern gibt. Von hier geht es ein kurzes Stück weiter auf einer Forststraße – immer noch taleinwärts – zu Beginn etwas steiler bergan. In einer Rechtskurve mit einer Abzweigung (gelber Wegweiser) beginnt dann ein weiterer Höhepunkt dieser Wanderung.

Auf einem steinigen Steig geht es nun steil aufwärts durch den Wechselgraben zu einem tosenden Wasserfall (Abb. 3), den man links umgeht und oberhalb dessen man zu einem weiteren Rastplatz und zu einer Brücke gelangt, von der man den Wasserfall von oben betrachten kann. Nicht mehr so steil, aber einige Zeit über Stock und Stein, gelangt man am Ende des Grabens auf eine links gelegene Holzstiege, etwas übertrieben "Himmelsstiege" (Abb. 4) genannt. Bis hierher hat man in ca. 1,0–1¼ Stunden knapp 300 Hm bewältigt. Am Wegteil durch den engen Wechselgraben vorbei am Wasserfall ist speziell bei nassen Wegverhältnissen Trittsicherheit notwendig und kann – auf einem parallel führenden breiten Weg – auch umgangen werden!

Am oberen Ende der „Himmelsstiege“ biegt man rechts in eine Forststraße taleinwärts (Richtung Westen) und bereits nach rund 50 Meter wendet sich unser Weg mit einer S-Kurve wieder zurück talauswärts in östliche Richtung. Weiter auf einer breiten Forststraße steigt man nun in einer halben Stunde etwa 150 Hm aufwärts, einige breitere Wege querend, bis man auf den rot markierten Steig (Weg Nr. 51) stößt, der direkt vom Parkplatz am Anfang des Themenweg Erlebnis Wildwasser auf den Hochwechsel führt. Noch unterwegs auf der Forststraße sieht man im oberen Bereich kurz nach einer der Wegquerungen in Richtung Norden am gegenüberliegenden Hang die Feistritzer Schwaig (Abb. 5). Bei der Abzweigung auf den Weg Nr. 51, bei der wir uns rechts halten, hat man einen schönen Blick auf den waldreichen Ostteil des langgezogenen Wechsels.

Nun auf dem markierten, steinigen Steig erreicht man nach ca. 5–10 Minuten die Marienseer Schwaig. Schwaig ist im Wechselgebiet der gebräuchliche Begriff für bewirtschaftete Almen und Raststationen. Hier auf 1.478 Meter Höhe hat man auch die weitläufigen Almböden des Wechsels erreicht. Hoch oben am Gipfel des Hochwechsels – knapp 300 Hm über der Marienseer Schwaig – sieht man von hier auch erstmals das mächtige Wetterkogler Haus (Abb. 6) (Abb. 7). Diesem wandert man nun in ca. 45 Minuten entgegen. Der Wiesenpfad wird mit zunehmender Höhe steiler, etwa 100 Hm unter dem Ziel kann man auf eine nach links verlaufende, nicht so steile, aber zeitlich etwas längere Aufstiegsvariante ausweichen. Alles in allem benötigt man für den gesamten Aufstiegsweg über den Themenweg Erlebnis Wildwasser und vorbei am Wasserfall, bei dem man knapp 800 Hm bewältigt, rund 2½–3,0 Stunden.

Auf dem breiten Gipfelplateau des Hochwechsels erwarten den Wanderer nicht nur das Schutzhaus und ein eher kleines Gipfelkreuz (Abb. 8), sondern vor allem an schönen Wochenenden größere Menschenmengen und Autos, die über die auf der steirischen Seite angelegte Mautstraße heraufgekommen sind. Man sollte aber auch die kleine Kapelle, eine Weltkriegs-Gedenkstätte, besuchen, die sich ebenfalls auf dem Gipfelplateau befindet. Auf einem großen Bild im Innenraum (Abb. 9) wird man daran erinnert, dass der Hochwechsel ein Grenzberg ist. Großartig ist aber vor allem die Fernsicht, die man am Hochwechsel erleben kann: Im Norden reicht der Blick bis nach Wien und zu den Kleinen Karpaten, im Osten und Nordosten zum Neusiedlersee, zur Buckligen Welt und in die ungarische Tiefebene. Im Süden überblickt man die gesamte Oststeiermark bis zu den slowenischen Grenzbergen und im Westen reicht der Blick von den Wiener Hausbergen, Schneeberg und Rax (Abb. 10), über große Teile der niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen (Ötscher, Schneealpe, Veitsch, Hochschwab) bis zu den Niederen Tauern. Es ist fast unmöglich, die vielen Gipfel aufzuzählen, die man hier von hier sehen kann. Besonders beeindruckend ist der am Beginn dieses Wandertipps bereits erwähnte breite, langgezogene Gipfelkamm Richtung Osten zum Niederwechsel (Abb. 11).

Zum Abstieg wählt man zuerst wieder den Weg über die Almböden (Abb. 12) zur Marienseer Schwaig und weiter zu der Weggabelung, bei der man beim Aufstieg auf den rot markierten Weg gewechselt hat. Zum weiteren Abstieg bleibt man nun auf dem Steig (Weg Nr. 51), der direkt zum Ausgangspunkt führt. Wem der eher stark abfallende, aber gut begehbare Schindelsteig zu steil ist, der kann nach ca. 10 Minuten den Umweg über den "Almweg" wählen. Wer am Schindelsteig bleibt, den erwartet kurz nach einer Forststraßen-Querung eine Felsformation (Abb. 13), bei der man glauben könnte, sich nicht im Wechselgebiet sondern im nördlichen Waldviertel zu bewegen. Für den Abstieg vom Hochwechsel ins Piestingbachtal (Abb. 14) benötigt ein halbwegs gut trainierter Bergwanderer kaum mehr als 1¼–1½ Stunden.

Dieser Wandertipp eignet sich ideal für den Frühling und den Herbst. An heißen Hochsommertagen kann der Aufstieg von der Marienseer Schwaig zum Gipfel am Almengelände schnell zur Hitze-Qual werden. Außerdem sollte man am Hochwechsel auf drohende Wetterwechsel achten!
HM/Zeit:
Von Mariensee durch den Wechselgraben auf den Hochwechsel knapp 800 Hm in ca. 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) bzw. etwa 1¼–1½ Stunden über den Schindelsteig oder um rund 15-20 Minuten länger über den Almweg (Abstieg).
Zeitraum:
Mitte März–November
Anforderungen:
Technisch einfache, aber anstrengende Tour, vor allem im Sommer auf den Almen bei Sonnenschein und großer Hitze! Im engen, steinigen und teilweise steilen Wechselgraben ist bei nassen Bodenverhältnissen Trittsicherheit notwendig, kann aber auf einem parallel verlaufenden Weg umgangen werden. Etwas verwirrendes System an Forststraßen!
Highlights:
Themenweg Erlebnis Wildwasser (Familienausflug); Wasserfall; großartiger Rundblick vom Gipfel des Hochwechsels; die ausgedehnten Almen; die Kapelle am Gipfelplateau;
Anfahrt:
Mariensee liegt im Piestingbachtal ca. 10 km westlich von Aspang-Markt, das man auf der A2 (Abfahrt Edlitz vom Norden, Abfahrt Aspang vom Süden) erreicht. Von der steirischen Seite führt von Mönichwald eine Mautstraße zum Wetterkogler Haus im Gipfelbereich des Hochwechsels.
Einkehr:
Wetterkogler Haus, Marienseer Schwaig
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°56‘57‘‘/47°32‘40‘‘
Rechtswert (UTM): 571435 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5266125 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4218


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