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Obersberg:
Balkon – erste Reihe!
Abb. 1
Der 1.467 m hohe Obersberg (Abb. 1), der in den meisten Wanderführern und -karten auch als "Ahornberg" bezeichnet wird, liegt westlich von Schwarzau im Gebirge mitten in den Wiener Alpen. Obwohl er selbst nicht gerade sehr hoch ist, bietet sich trotzdem von der Terrasse der Waldfreundehütte, die unweit des Gipfelkreuzes steht, ein wundervoller Panoramablick auf die "Großen" seiner Umgebung. Wie von einem Süd-Balkon sind Schneeberg, Rax und die Schneealpe vor den Wanderern im Uhrzeigersinn angeordnet. Aber auch die westlich benachbarten Gippel und Göller sind gut zu sehen. Doch der Weg auf den Obersberg ist teilweise recht steil und verlangt daher – obwohl nicht sehr lang – doch einiges an Kondition.
Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Tour ist die Pfarrkirche von Schwarzau (Abb. 2) im Gebirge (617 m), die etwas erhöht über dem Ort (Parkplatz, Bus-Haltestelle) thront. In westlicher Richtung führt zuerst nur leicht, dann etwas stärker ansteigend ein Wiesenpfad Richtung Hauskogel (Pfarrkogel). Nach der Querung eines Forstweges zweigt links ein Waldsteig ab, der uns in einigen Serpentinen einen steilen Hang aufwärts führt. An einer nach Norden gerichteten Stelle ist der felsige Falkenstein (Abb. 3) besonders eindrucksvoll zu bewundern. Nach rund 30–45 Minuten erreicht man eine Forststraße, der wir links ein kurzes Stück über einen Sattel (ca. 850 m) folgen.
Schon bald – bei einer Wegkreuzung – verlässt man die Forststraße wieder und steigt – einen Waldhang querend – etwa 5–10 Minuten mäßig steil auf. Plötzlich öffnet sich der Blick und man hat den Obersberg (Abb. 4) vor sich. Nun wird etwas unterhalb des Hirschkogels (927 m) mit Vorsicht eine sehr steil abfallende Bergwiese – der schmale Steig ist eher uneben und im Sommer sehr verwachsen – in nördlicher Richtung gequert. Im Wald wendet sich der Steig wieder Richtung Westen und führt uns – weiterhin kaum ansteigend – zum Kamm zwischen Hirschkogel und Obersberg. Wenn man diesen erreicht hat, geht es zuerst im mäßigen Auf und Ab und in weiterer Folge steil auf diesem aufwärts. Nach etwa 90 Minuten vom Ausgangspunkt, man hat bisher rund 240 Hm bewältigt, beginnt nach der Überquerung (erste nette Ausblicke auf die großen Wiener Hausberge) einer weiteren Forststraße (ca. 970 m) der eigentliche Aufstieg auf den Obersberg.
Steil geht es los, aber zumindest schützt speziell im Sommer der Wald vor zu großer Hitze. Nach einer weiteren Forststraßen-Querung (ca. 1.120 m) wird der gut und sicher angelegte Steig zwar etwas weniger steil, dafür aber öffnet sich das Gelände leicht und der Steig wird steiniger. Kaum hat man sich ein bisschen erholt, wird nun der Steig wieder sehr steil und man gewinnt schnell an Höhe. Nach der Überwindung dieser Steilstufe (1.320 m) wendet sich der Steig zusehends nach rechts in Richtung Norden und führt teils über Bergwiesen, teils durch Wald und nicht mehr so steil hinauf zur Waldfreundehütte (1.464 m), die erst kurz vorm Erreichen sichtbar wird (Abb. 5). Wer vor seiner Rast noch den höchsten Punkt des Obersberges (1.467 m) besuchen möchte, biegt hinter der leider nur an Wochenenden bewirtschafteten Hütte links ab und wandert rund 50 Meter eben in Richtung Westen. Das Gipfelkreuz befindet sich dann auf einer kleinen Anhöhe am Kamm (Abb. 6), bietet aber – mit Ausnahme Richtung Norden und Nordwesten zum Ötscher (Abb. 7) – bei weitem nicht so einen spektakulären Blick wie von der Terrasse der Waldfreundehütte: Schneeberg (Abb. 8), Rax und die Schneealpe (Abb. 9) im Südosten bzw. Süden sowie Gippel und Göller (Abb. 10) im Westen sind von dort wunderbar zu sehen. Für den teilweise recht steilen Aufstieg von Schwarzau im Gebirge zum Gipfel des Obersbergs, bei dem ungefähr 850 Hm zu bewältigen sind, benötigt man ca. 2½–3,0 Stunden.
Nun ist die Wahl zu treffen, wie man wieder zum Ausgangspunkt in Schwarzau im Gebirge absteigt. Entweder in ca. 2,0–2½ Stunden am Aufstiegsweg oder etwas länger (2½–3,0 Stunden) mit einem kleinen Umweg über das Preintal. Diese Variante ist gut beschildert und zum Großteil auch markiert, was aber auf manchen Plänen noch nicht berücksichtigt ist. Teilweise ist dieser Steig in einem besseren Zustand als der direkte Weg von bzw. nach Schwarzau im Gebirge.
Wer sich also für die Rundwanderung entscheidet, steigt kurz am Aufstiegsweg ab und folgt dann rechts dem markierten Pfad ins Preintal und nach Schwarzau oder benützt den links von der Hütte beginnenden recht steilen, breiten Weg abwärts. Nach rund 10–15 Minuten stößt dieser auf einen Weg, der gequert wird. Nun dem Hinweisschild folgend, steigt man rechts wenige Meter hinunter zur Obersbergeralm (ca. 1.320 m). Links vorbei an einer Jagdhütte geht es über die Wiese (mit schönem Schneeberg-Blick, Abb. 11) zum nächsten Hinweisschild. Immer wieder die Forststraße querend und zuletzt diese eine Zeit lang benützend, geht es nun abwechselnd weniger steil, dafür dann aber wieder sehr steil stets im Wald abwärts. Bei den wenigen Lichtungen genießt man noch einmal die Aussicht zur Heukuppe, dem höchsten Punkt der Rax (Abb. 12). Dann öffnet sich das Gelände und nach einer Serpentine auf der Forststraße gelangt man zu zwei kurz hintereinander liegenden Aussichtspunkten, die man nach rund 75–90 Minuten von der Waldfreundehütte erreicht. Dort, wo die Zufahrtsstraße zum Hof Obersberger (870 m) in unsere Forststraße biegt, steht eine alte Linde mit einem "Bankerl" in Blickrichtung Süden zur Rax und einige Meter am Sattel weiter befindet sich eine kleine Kapelle mit zwei "Bankerln" (Abb. 13) in Blickrichtung Nordosten zum Handles Berg (Abb. 14). Nach kurzer Rast geht es auf der Forststraße weiter abwärts zum Hof Haselecker. Von dort sind es nur ca. 5–10 Minuten in einem leichten Auf und Ab zum Eckbauern (804 m), einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Obersberg, da sowohl die zu bewältigenden rund 650 Hm als auch die dafür benötigte Zeit (2,0–2½ Stunden für den Aufstieg, 1½–2,0 Stunden für den Abstieg) um einiges weniger sind als von Schwarzau im Gebirge.
Wer auf unserer Abstiegsvariante dorthin zurückkehren muss, biegt kurz vor dem Hof Haselecker links in einen zusehends schmäler werdenden Weg ab, wobei man diese Markierung allerdings leicht übersehen kann. In dem folgenden Waldstück geht es dann nochmals auf einem schmalen, nicht sehr gut angelegten Steig sehr steil abwärts. Dann erreicht man erneut eine Forststraße, die uns bald wieder in bewohntes Gebiet (Abb. 15) bringt. Immer den Hinweisschildern in Richtung Osten (Schwarzau) folgend, kommt man zum Gasthaus Bacherlwirt, das sich auf der Straße ins Preintal befindet. Dort links abbiegen und den westlich gelegenen Berghängen, einer Dorfstraße (kurze Gegensteigung) und links der Schwarza entlang bis zur Bundesstraße (B 27) marschieren. Auf dieser geht es links noch rund 150 m vorbei am GH Falkenstein (Bushaltestelle) zurück zum Ausgangspunkt einer langen, anstrengenden Wanderung mit unvergesslichen Ausblicken zu den steilen Hängen der "Großen" der Wiener Alpen.
HM/Zeit:
Von Schwarzau im Gebirge am Direktweg auf den Obersberg ca. 850 Hm in ca. 2½–3,0 Stunden (Aufstieg) und ca. 2,0–2½ Stunden (Abstieg). Abstieg über das Preintal in 2½–3,0 Stunden. Vom Eckbauern am Beginn des Preintals rund 650 Hm ca. 2,0–2½ Stunden für den Aufstieg und 1½–2,0 Stunden für den Abstieg;
Zeitraum:
Mitte März–Mitte November
Anforderungen:
Technisch einfache, aber lange, teilweise steile und anspruchsvolle Tour auf zum Teil schmalen Wegen und Steigen. An manchen Stellen sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit notwendig.
Highlights:
Blick vom Obersberg zu den "Großen" der Wiener Alpen, Bei Abstieg ins Preintal die Aussichtsplätze bei der alten Linde und der kleinen Kapelle;
Anfahrt:
Von Wien (A2, S6) bzw. von Graz (A9, S35, S6) bis Abfahrt Gloggnitz. Von dort auf der B 27 durch das Höllental bis Schwarzau im Gebirge. Von St. Pölten (A 1) über die B 20, B 214, B 21 und dann über die B 27 bis Schwarzau im Gebirge. Dort am Parkplatz in der Ortsmitte parken. Wer vom Eckbauern auf den Obersberg wandern will, biegt bei der südlichen Ortsgrenze von Schwarzau im Gebirge Richtung Westen auf die Straße ins Preintal ab und fährt etwa 2,0 km taleinwärts, dort biegt rechts – knapp vor einer Straßenkuppe – der Forstweg zum Hof Haselecker ab. Es stehen bei der Abzweigung aber nur wenige Parkplätze zur Verfügung;
Einkehr:
Waldfreundehütte, GH Bacherlwirt, GH Falkenstein
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°42‘19‘‘/47°48‘41‘‘
Rechtswert (UTM): 552805 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5295590 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/4206


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