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Hochwechsel über Niederwechsel:
Panoramablick von Wien bis Kärnten
Abb. 1
Es gibt kaum einen anderen Platz, von dem man an klaren Tagen einen so großartigen Panoramablick hat, der von Wien, den Wienerwaldbergen und den Kleinen Karpaten im Norden, dem Neusiedlersee und der Ungarischen Tiefebene sowie dem gesamten Burgenland im Osten, den slowenischen Bergen westlich von Marburg im Süden bis zu Koralpe, Zirbitzkogel, Seckauer Zinken, dem Hochstein bei Admont, Eisenerzer Reichenstein, Hochschwab, Hohe Veitsch, Ötscher, Schneealpe, Rax und Schneeberg im Westen reicht. Fast auf der gesamten Länge des Wechselbergland-Höhenwegs zwischen dem Niederwechsel (1.669 m, Abb. 1) und dem Hochwechsel (1.743 m) entlang der steirisch-niederösterreichischen Landesgrenze kann man dieses prachtvolle Bergpanorama genießen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz neben einem Biotop am Ende der Straße, die von Aspang-Markt über Mariensee entlang des Piestingbaches taleinwärts führt. Wer Glück hat, findet bereits einige Meter vorher am Beginn des Weges, der über die Marienseer Schwaig direkt auf den Hochwechsel führt, auf einem wesentlich kleineren Parkplatz einen Abstellplatz für seinen PKW. Der genannte Weg dient uns später als Abstiegsweg.

Wir wandern vom kleinen Parkplatz (ca. 975 m) etwa 10–15 Minuten die Straße wieder talauswärts, bis wir – nachdem wir einige Häuser passiert haben – zu einer Abzweigung (ca. 900 m) kommen, die rechts zum Gasthaus Fernblick führt. Zuerst leicht ansteigend im Wald, aber schon bald auf offenem Gelände, vorbei an der Pension Almhof, dann wieder steiler in einem Waldstück marschieren wir auf einer breiten Forststraße aufwärts. Nach der Einmündung eines steilen Steigs, der von Mariensee heraufführt, und einem längeren, fast ebenen Wegstück erreichen wir nach ca. 45 Minuten von der Abzweigung das Gasthaus Fernblick (1.150 m). Wer den "normalen" Weg gehen möchte, muss von hier weiter zur Mönichkirchner Schwaig wandern, dort nach einer Kehrtwendung weiter zum Hallerhaus und schlussendlich zum Beginn der "Steinernen Stiege". Konditionsstarke Wanderer können aber rechts entweder auf der sehr steilen Lifttrasse (Abb. 2) oder einer neu angelegten, breiten Skipiste in ca. 30–45 Minuten die fast 300 Hm (Höhenmeter) direkt zur "Steinernen Stiege" aufsteigen. Vorsicht nur bei Nässe und starker Sonneneinstrahlung, der Aufstieg über die Lifttrasse, der über einige steinige Stellen und zahlreiche schmale Wasserrinnen und Wege führt, hat es wirklich in sich! Oben bei der Bergstation (1.432 m) und einem künstlich angelegten Teich angekommen, belohnt uns ein schöner Blick zum Schneeberg (Abb. 3) im Westen und zum Neusiedlersee im Osten.

Der nächste Wegabschnitt ist die – ostösterreichischen Wanderern bekannte – "Steinerne Stiege" (Abb. 4), die, wie der Name schon sagt, steinig und in Stiegen-Form im Wald direkt zur steirisch-niederösterreichischen Landesgrenze hinaufführt. Hier, nur wenige Minuten nach dem herrlichen Blick Richtung Norden, öffnet sich nun die Aussicht nach Süden. Nun führt der Weg weiter nach Westen und im Wald leicht abwärts, dann ein Stück fast eben zu einer Abzweigung. Geradeaus geht es zu einer weiteren Schwaig, zur Vorauer Schwaig. Auf diesem Weg kann man in weiterer Folge den Gipfel des Niederwechsels umgehen. Wir aber zweigen rechts ab und steigen zuerst noch durch den Wald und dann auf offenem Gelände gemütlich hinauf zum Niederwechsel (1.669 m, Abb. 5) und genießen die Aussicht vor allem Richtung Osten, denn von hier kann man das ganze, von Norden nach Süden lang gestreckte Burgenland überblicken. Wer seinen Proviant selbst mitgenommen hat, dem empfehlen wir, hier nach etwa 2½–3,0 Stunden Aufstieg, bei dem man mit der kleineren Gegensteigung im Wegteil nach der "Steinernen Stiege" fast 800 Hm bewältigt hat, eine Rast einzulegen.


Danach geht es weiter in westlicher Richtung immer entlang der Landesgrenze, mit dem schon gepriesenen, prachtvollen Blick (Abb. 6) in ca. 45–60 Minuten zuerst abwärts in einen Sattel (1.622 m), dann in leichtem Auf und Ab und schlussendlich etwas steiler hinauf zum Hochwechsel (1.743 m). Für dieses einmalige, grasbewachsene Wegstück mit etwas über 100 Hm Aufstieg benötigt man ca. 45–60 Minuten. Schon von weitem sieht man das große Wetterkogler Haus und die Spitze der Kapelle (Abb. 7), die an frühere Kriegswirren erinnern soll. Da von der steirischen Seite eine Mautstraße hier heraufführt, verstellen bei schönem Wetter viele PKW diesen ansonsten schönen Platz. An der höchsten Stelle unserer langen Wanderung, am großen Gipfelplateau des Hochwechsels zwischen Kapelle und einem eher kleinen Gipfelkreuz (Abb. 8) genießt man dann einen tollen Fernblick (Abb. 9) (Abb. 10). Das Wechselgebiet ist aber auch bekannt für seine Wetterkapriolen und für dichten Nebel (Abb. 11).

Der Abstieg vom Hochwechsel führt zuerst in Richtung Norden (Abb. 12) in rund 30–35 Minuten und ca. 270 Hm über einen zwar anfangs steilen, aber sehr gut begehbaren Almenweg zur Marienseer Schwaig (1.478 m, Abb. 13). Von hier gibt es einen letzten schönen Blick hinauf zum Wetterkogler Haus und zum Gipfel des Hochwechsels (Abb. 14). Zum weiteren Abstieg bleibt man nun auf dem Steig (Weg Nr. 51), der direkt zum Ausgangspunkt führt. Wem der eher stark abfallende, aber gut begehbare Schindelsteig zu steil ist, der kann nach ca. 10 Minuten den Umweg über den "Almweg" wählen. Für den ca. 800 Hm-Abstieg vom Hochwechsel ins Piestingbachtal benötigt ein halbwegs gut trainierter Bergwanderer etwa 1¼–1½ Stunden.

Dieser Wandertipp eignet sich ideal für den Frühling und den Herbst. An heißen Hochsommertagen kann der Aufstieg vom Gasthaus Fernblick speziell über die Lifttrasse zur "Steinernen Stiege" schnell zur Hitze-Qual werden. Außerdem sollte man am Hochwechsel auf drohende Wetterwechsel achten!
HM/Zeit:
Vom Parkplatz neben einem Biotop am Ende der Straße, die von Aspang-Markt über Mariensee entlang des Piestingbaches taleinwärts führt, auf den Niederwechsel fast 800 Hm in ca. 2½–3,0 Stunden Aufstieg. Vom Niederwechsel zum Hochwechsel weitere etwas über 100 Hm in ca. 45–60 Minuten. Abstieg vom Hochwechsel über die Marienseer Schwaig in etwa 1¼–1½ Stunden über den Schindelsteig bzw. um rund 15–20 Minuten länger über den Almweg (Abstieg).
Zeitraum:
April–Mitte November
Anforderungen:
Technisch einfache, aber teilweise recht steile (Lifttrasse), lange und anstrengende Tour, im Sommer auf den Almen bei Sonnenschein große Hitze! Gefahr von schnellen Wetterwechseln und von Nebel auf den Almwiesen!
Highlights:
Der phantastische Weitblick und die ausgedehnten Almen im Bereich Niederwechsel und Hochwechsel; die "Steinerne Stiege"
Anfahrt:
Mariensee liegt im Piestingbachtal ca. 10 km westlich von Aspang-Markt, das man auf der A2 (Abfahrt Edlitz vom Norden, Abfahrt Aspang vom Süden) erreicht. Von der steirischen Seite führt von Mönichwald eine Mautstraße zum Wetterkogler Haus im Gipfelbereich des Hochwechsels.
Einkehr:
GH Fernblick, Wetterkogler Haus, Marienseer Schwaig bzw. mit Umwegen Mönichkirchner Schwaig, Hallerhaus und Vorauer Schwaig


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