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Bichleralpe:
Nahe der "Via Sacra"
Abb. 1
Von den vielen Pilgerwegen, die aus allen Himmelsrichtungen nach Mariazell führen, gehört jener, der durch das Traisental in Österreichs berühmtesten Wallfahrtsort führt, zu den am meisten begangenen. Bekannt ist dieser als "Via Sacra", wobei es im letzten Teilstück, bevor man zur Basilika von Mariazell kommt, gleich an zwei weiteren Wallfahrtskirchen vorbeigeht, Annaberg und Josefsberg. Wer auf seiner Wallfahrt gerne ein paar Höhenmeter (Hm) mehr zurücklegen möchte, kann zwischen diesen beiden Orten die offizielle "Via Sacra" verlassen und einen kleinen Umweg vorbei an der steilen Bichleralpe (Abb. 1) einlegen. Wirklich konditionsstarke Wallfahrer steigen zusätzlich hinauf zum neuen Gipfelkreuz, von wo es einen eindrucksvollen Blick, vor allem zum nahen Ötscher, gibt.

Für diejenigen, die nicht nach Mariazell pilgern, sondern auf die Bichleralpe wandern wollen, befindet sich der Ausgangspunkt (ca. 865 m) unseres Wandertipps gegenüber dem Feuerwehrhaus des kleinen Ortes Äußere Schmelz, den man am besten über die Mariazeller Straße (B 20) erreicht. Bei einer markierten Abzweigung, bei der auch ein paar Parkplätze zur Verfügung stehen, geht es auf dem Pielachtaler Pilgerweg – einem weiteren von Wallfahrern nach Mariazell benütze Strecke – zunächst eben – mit Blick auf das Hocheck (Abb. 2) – Richtung Südwest in den Ortsteil Koteau. An dessen Ende geht die asphaltierte Straße in einen Forstweg über, auf dem es nun Richtung Süden kontinuierlich hinaufgeht bis zu den Häusern „Am Säbel“ (ca. 1.020 m). Rund 30–35 Minuten vom Ausgangspunkt sieht man, oberhalb einer großen Wiese, erstmals die Bichleralpe (Abb. 3) vor sich. Doch von zwei Rastbänken erwartet den Wanderer ein noch viel eindrucksvollerer Ausblick durch den Saugraben zum mächtigen Ötscher (Abb. 4).

Unser Wanderweg verlässt nun den Pielachtaler Pilgerweg und zweigt nun zweimal kurz hintereinander rechts auf eine abwärts führende Forststraße ab. Wenige Meter weiter weist unsere Markierung nach links: Man verlässt die Forststraße und steigt am rechten Rand der großen Wiese – vom höchsten Punkt in „Am Säbel“ insgesamt rund 50 Hm – ab. Am unteren Rand der großen Wiese folgen, während wir Richtung Westen wandern, zwei Hindernisse: Zuerst muss ein – großteils am Boden liegender – Zaun und dann – schon etwas schwieriger – ein Bach überquert werden. Der rot markierte Steig führt uns wieder zu einer Forststraße, die von Ortskundigen als alternativer Weg ohne Hindernisse gewählt werden kann. Wir bleiben nur kurz auf der Forststraße und biegen links auf einen markierten Waldsteig ab, der uns sehr steil hinaufführt, bis man auf einen Querweg trifft. Man biegt rechts in diesen ein und wandert nun wenige Minuten fast eben bis zu einer weiteren Forststraße. In den meisten älteren Plänen ist noch die alte Steigtrasse eingezeichnet, die aber nicht mehr begehbar ist. So geht es nun auf der Forststraße leicht abfallend in einem Linksbogen eine Zeit lang weiter, bis links ein bergwärts führender, markierter Weg abzweigt. Diesen verlässt man – sich rechts haltend – aber bald wieder und steigt steil auf einem neu, aber eher schlecht trassierten Steig weiter auf, bis man auf den alten Steig trifft, in den man rechts einbiegt. Nur mehr leicht ansteigend geht es weiter und man erreicht nach etwa 45–50 Minuten von „Am Säbel“ den Alpl Sattel (ca. 1.090 m), der zwischen dem Alpl (1.239 m) und der rund 150 Hm höheren Bichleralpe liegt.

Am Alpl Sattel befindet sich eine Wegkreuzung. Der rechte Steig führt hinunter zur Wallfahrtskirche in Josefsberg, wir aber halten uns links Richtung Süden und wandern – nun der blauen Markierung folgend – vorbei an einer Wiese auf der neu angelegten Forststraße kurz aufwärts. Schon bald zeigt uns ein Wegweiser einen links abzweigenden Steig an, der auf einen steil abfallenden Hang führt. Immer weiter ansteigend führt unser schmaler, manchmal etwas mühsam zu begehender Steig nun parallel zur Forststraße und den durch Windbruch recht zerzausten Hang querend mit Blick zur Gemeindealpe (Abb. 5) aufwärts. Im immer steiler werdenden Gelände wird auf der linken Seite eine erste Felsengruppe umgangen. Nach einem kurzen, fast ebenen Wegstück führt uns im zunehmend steinigen und felsigen Waldgelände ein gut angelegter Steig mit Hilfe von Serpentinen nun bergwärts (Richtung Osten) weiter hinauf. Am Ende dieses Wegteils kommen wir auf dem nun mit Gras bewachsenen Steig auf ein Plateau, wo unser später verwendeter Abstiegsweg abzweigt. Fast gemütlich wandert man nun auf breitem Pfad – fast eben – durch das Waldgelände, bevor Richtung Westen ein kurzer, nochmals etwas steilerer, letzter Gipfelanstieg beginnt. Nach etwa 2¼–2½ Stunden vom Ausgangspunkt, in denen man mit einigen Gegensteigungen fast 600 Hm bewältigt hat, steht man am höchsten Punkt der Bichleralpe (1.378 m, Abb. 6). Vergeblich hält man hier nach einem Gipfelkreuz Ausschau. Dieses steht – zwei Tafeln weisen darauf hin – rund 50 m nördlich und einige Hm tiefer, dafür hat man von einer Rastbank neben dem neu errichteten Gipfelkreuz den schon angekündigten sensationellen Blick zum nahen Ötscher (Abb. 7). Von der schmalen Gipfelwiese reicht der Ausblick Richtung Westen bis zum Gesäuse, im Südwesten wird der Blick vom Hochschwab-Massiv (Abb. 8) dominiert und im Süden erblickt man die Hohe Veitsch (Abb. 9). Einziger Wermutstropfen: Keine der drei Wallfahrtskirchen in Mariazell, in Annaberg und in Josefsberg ist von hier oben zu sehen.

Um retour zum Ausgangspunkt zu gelangen, steigt man zuerst in ca. 5–10 Minuten wieder zum Plateau unterhalb des Gipfels hinunter. Mit gutem Orientierungssinn kommt man auf einen Richtung Osten gerichteten Wiesenstreifen, der uns zu einer neu errichteten Forststraße bringt. Vor allem in älteren Plänen ist diese noch nicht eingezeichnet. Zuerst geht es über einen aussichtsreichen Kamm mit Blick Richtung Osten (Abb. 10) und Norden zu den Türnitzer Bergen, dann öffnet sich nach wenigen Gehminuten der Ausblick Richtung Südosten zu den Mürzsteger Alpen. Gegenüber erblickt man den mit Gras bewachsenen Gipfel des Großen Sulzbergs (1.400 m, Abb. 11). Die Forststraße auf dem stets abwärts führenden, kurvenreichen Ast hinunterwandernd, gelangt man nach ca. 45–50 Minuten vom Gipfel im Tal wieder zum Pielachtaler Pilgerweg und zu einer großen Wegkreuzung (1.066 m). Wir halten uns links auf der markierten Forststraße und erreichen nach ca. 10 Minuten wieder die Wiesen und Häuser von „Am Säbel“ (Abb. 12). Auf dem vom Aufstieg bereits bekannten Weg geht es dann wieder nach Koteau und am Ende dieser aussichtsreichen Tour – mit Blick zum nördlich gelegenen Hennesteck, einem weiteren interessanten Wanderziel, –zum Ausgangspunkt in Schmelz (Abb. 13), den man bereits nach etwa 1¼–1½ Stunden vom Gipfel der Bichleralpe erreicht.
HM/Zeit:
Vom Feuerwehrhaus im Ort Äußere Schmelz über „Am Säbel“ und den Alpl Sattel auf die Bichleralpe rund 600 Hm (mit den Gegensteigungen beim Anstieg) in 2¼–2½ Stunden (Aufstieg) bzw. über die neu errichtete Forststraße in ca. 1¼–1½ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
März–November (je nach Schneelage)
Anforderungen:
eilweise steile, nicht allzu lange Tour, aber im Großen und Ganzen technisch einfache Wanderung mit kleineren Hindernissen, die aber speziell auf dem Aufstiegsweg zwischen „Am Säbel“ und dem Gipfel an einigen Stellen Trittsicherheit erfordert. Beim Abstieg ist am Plateau unterhalb des Gipfels Orientierungssinn gefragt.
Highlights:
Blick vom Gipfelbereich und von „Am Säbel“ zum Ötscher; weitere Aussichtspunkte unterwegs; die Wallfahrtsorte Mariazell, Annaberg und Josefsberg
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 20 (Verbindung von St. Pölten an der Westautobahn A 1 im Norden über Mariazell nach Kapfenberg an der Schnellstraße S6 im Süden) bis nach Sägemühle (Km 55,2). Dort Richtung Gschaid abbiegen und bis zum Feuerwehrhaus in Schmelz fahren. Dort bei der Abzweigung der Ortsstraße nach Koteau/“Am Säbel“ stehen einige Parkplätze zur Verfügung.
Einkehr:
unterwegs keine Einkehrmöglichkeit; GH Sägemühle im gleichnamigen Ort an der B 20; Gasthäuser in Annaberg


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