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Anninger:
Eine Tour mit drei Aussichtswarten
Abb. 1
Wenn Einwohner der Bundeshauptstadt Wien eine Wanderung oder einen Spaziergang mit einem Heurigenbesuch verbinden wollen, dann sind Gumpoldskirchen und der Anninger (Abb. 1) für viele als Ziel die erste Wahl. Ein dichtes Wegenetz und eine Vielzahl von Heurigenbetrieben garantieren einen gelungenen Ausflug.

Ausgangspunkt dieser Tour ist der Parkplatz (240 m) unterhalb der Pfarrkirche von Gumpoldskirchen auf der Landstraße Richtung Baden. Südlich vorbei an der Pfarrkirche führt der blau markierte Weg am Kalvarienberg (Abb. 2) (Abb. 3) zuerst recht steil und dann weniger steil zur nicht mehr bewirtschafteten Hubertushütte hinauf. Diese liegt rund 100 Hm (Höhenmeter) über Gumpoldskirchen auf einer Gelände-Terrasse. Wir biegen links auf den rot markierten Weg 404 ab, den wir aber nach rund 50 Metern rechts abzweigend wieder verlassen. Nun verläuft der breite, rot markierte Weg im Wald wieder bergwärts, eine kurze Steilstufe wird mit einer weit gezogenen Serpentine überwunden. Weiter geht es immer wieder über Lichtungen und steilere Wegstücke aufwärts. Nach insgesamt rund 60–75 Minuten, in denen man vom Ausgangspunkt rund 430 Hm (Höhenmeter) erklommen hat, erreicht man knapp unterhalb des großen Sendemastes das waldige Plateau des Anningers. Auf einer asphaltierten Straße geht es nun kurz abwärts zum Anninger Schutzhaus (653 m, Abb. 4).

Hinter diesem führt ein kurzer Abstecher in 5–10 Minuten (zuerst Richtung Gaaden und dann rechts abzweigend) zur Jubiläumswarte, der ersten Aussichtswarte dieser Tour, mit einem schönen Blick Richtung Wien (Abb. 5). Um von hier zum höchsten Punkt des Anningers zu gelangen, kehrt man zurück zum Anninger Schutzhaus und wandert von dort auf einem breiten Weg Richtung Baden bis zur Abzweigung Beethovensteig. Es geht kurz leicht abwärts und dann nochmals steil hinauf zur Wilhelmswarte (Abb. 6) mit 675 m, dem höchsten Punkt am Anninger. Von diesem steinernen Aussichtsturm ist der Ausblick (Abb. 7) leider schon sehr eingeschränkt, trotzdem lohnt es sich, die wenigen Stufen zu ersteigen.

Weiter geht es nun in südlicher Richtung wieder zurück zum Hauptabstiegsweg nach Baden. Bei einer Weggabelung ist die Entscheidung zu treffen, ob man links in ca. 45–60 Minuten wieder direkt nach Gumpoldskirchen absteigt, oder ob man rechts noch einen Abstecher zum Pfaffenstättner Kogel machen will. Wer sich für diesen entscheidet, steigt zuerst etwas steiler auf einem steinigen Weg ab, bis zu einem Punkt, wo mehrere Wege zusammentreffen. Entlang eines abgezäunten Jagd- und Forstgebietes geht es mäßig abfallend auf breitem Weg Richtung Rudolf Proksch-Hütte. Indem man zur Hütte nochmals 10–15 Minuten rund 50 Hm wieder aufsteigt, erreicht man den Gipfel des Pfaffenstättner Kogels (541 m). Von der Wilhelmswarte, dem Gipfel des Anningers, zur Rudolf Proksch-Hütte (Abb. 8), in die ein alter Aussichtsturm, die Klesheimwarte, integriert ist, benötigt man rund 1,0 Stunde. Von allen 3 Aussichtstürmen ist der Blick von der Klesheimwarte der allerschönste, denn im Norden sind die Wienerwaldhänge des Anningers (Abb. 9) wunderbar zu sehen. Im Süden erblickt man den Lindkogel und bei halbwegs guter Sicht den Schneeberg. Von der Rudolf Proksch-Hütte geht es (Richtung Gumpoldskirchen) mit blauer und dann roter Markierung zuerst steil abwärts, bevor man in nördlicher Richtung auf den Föhrenweg abzweigt. Anfangs im leichten Auf und Ab führt der Weg in weiterer Folge – teilweise steil und steinig – durch einen Graben weiter abwärts.

Wieder wendet sich der markierte Weg von Osten Richtung Norden und führt leicht aufwärts. Nachdem man eine schmale, den Berg aufwärts führende Lichtung gequert hat, erreichen wir erneut einen steilen – für die Ostseite des Anningers typischen – Graben. Wer diese Tour auf dem schönen Wasserleitungsweg durch die Weingärten (Abb. 10) zwischen Pfaffstätten und Gumpoldskirchen beenden will, steigt nun auf dem unmarkierten Weg durch den Graben ins Tal ab. Oder man bleibt auf dem markierten Föhrenweg, passiert die bewirtschaftete Veigl Hütte und steigt bei der Hubertushütte wieder nach Gumpoldskirchen ab. Bei dieser Variante ist ein kurzer Anstieg mit 50 Hm inbegriffen. Egal, welche Alternative man wählt, beide Wege haben ihre landschaftlichen Reize. Besonders schön ist – kurz bevor man den Ausgangspunkt wieder erreicht – der Blick zur Pfarrkirche von Gumpoldskirchen (Abb. 11). Von der Rudolf Proksch-Hütte zum Ausgangspunkt in Gumpoldskirchen muss man rund 75–90 Minuten einplanen.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz unterhalb der Ortskirche von Gumpoldskirchen ca. 550–600 Hm (mit allen Gegensteigungen) in ca. 4,0–4½ Stunden für die gesamte Tour
Zeitraum:
Februar–Dezember
Anforderungen:
Eher kurze, technisch einfache Tour für die gesamte Familie auf meist gut markierten Wegen und Steigen, einige etwas steilere Abschnitte
Highlights:
Blick von den drei Aussichtswarten, Weinwanderweg zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten, der Heurigenort Gumpoldskirchen
Anfahrt:
Auf der Südautobahn A 2 bis zur Ausfahrt Traiskirchen, weiter auf der Bundesstraße B 17 in nördlicher Richtung durch Traiskirchen bis zur Abzweigung nach Gumpoldskirchen, in westlicher Richtung zum und weiter durch den Ort bis zur Abzweigung nach Pfaffstätten/Baden, etwa 300 Meter bis zum Parkplatz unterhalb der Pfarrkirche von Gumpoldskirchen.
Einkehr:
Anninger Schutzhaus, Rudolf Proksch-Hütte, Veigl Hütte, Heurige in Gumpoldskirchen


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