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Hochbuchberg:
Eine familienfreundliche Wanderung im Gebiet der Eisenwurzen
Abb. 1
Wandern im Gebiet der Eisenwurzen und im Nationalpark Kalkalpen bedeutet zumeist ein steiles, steiniges, immer wieder auch felsiges Vergnügen und ist oft nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten. Das gilt auch für die Voralpen-Berge am nordwestlichen Rand der Eisenwurzen, die sich südlich des dicht besiedelten oberösterreichischen Kernraums Wels-Linz-Steyr befinden. Nur um die 1.200 m–1.500 m hoch, begegnet man auf den steilen Wegen auch in relativ niedrigen Lagen regelmäßig Felsformationen. "Zur Belohnung" trifft man aber auch auf ausgedehntes Almgebiet, wo man in Hütten freundlich bewirtet wird und die herrliche Aussicht genießen kann. Unsere nachfolgend beschriebene Tour oberhalb des unteren Steyrtals im Raum Molln-Grünburg vom Parkplatz Rieserberg über die Grünburger Hütte auf den 1.273 Meter hohen Hochburgberg (Abb. 1) ist zwar immer wieder recht steil, aber es gibt keine gröberen Hindernisse und technische Schwierigkeiten. Also eine ideale Wanderung für Alt und Jung, speziell zu Beginn und am Ende der Wandersaison.

Los geht´s gegenüber vom Parkplatz Rieserberg (710 m) auf einem schönen, nur mäßig ansteigenden Waldweg. Nach kurzer Zeit kommt eine steinige, lehmige und oft feuchte Wegstelle, die mit etwas Vorsicht zu passieren ist. Im Anschluss daran geht es kurz hinauf zu einem Durchgang und zu einer Lichtung. Auf dieser geht es ebenfalls kurz steil aufwärts, dann wendet sich der Weg links wieder dem Wald zu. Ein weiterer Durchgang ist zu passieren und dann geht es eine Zeit lang auf einem mäßig ansteigenden, etwas wurzeligen und steinigen, aber breiten Waldpfad hinauf zum Wetterkreuz, wo man auf eine Forststraße trifft, die parallel vom Ausgangspunkt hierher führt. Erstmals kann man von hier das spätere Ziel, den Gipfel des Hochbuchbergs (Abb. 2) erblicken.

Nun geht es wenige Meter eben auf der Forststraße weiter, bevor man kurz abwärts zu einer Wegkreuzung, die in einer Einsattelung liegt, wandert. Wir bleiben geradeaus auf unserer Forststraße und steigen rund 30–40 Hm (Höhenmeter) etwas steiler auf. Nach einer scharfen Linkskurve wird der Weg wieder ebener und führt nun einige hundert Meter in Richtung Osten, wobei der letzte Teil dieses Wegstückes wieder einige Hm abwärts führt. Wir stehen nun auf einer Lichtung oberhalb des Dorngrabens, wo auch die Forststraße endet. Nun folgt der anspruchsvollste Teil unserer Wanderung: Unterstützt von künstlich angelegten Holzstufen (Abb. 3) und weiter oben von Serpentinen wird auf einem teilweise lehmigen, teilweise steinigen, aber sicher angelegten Steig die rund 200 Hm hohe bewaldete Steilstufe zur Grünburger Hütte überwunden. Etwa auf halber Strecke, um uns befinden sich nun einige größere Felsen, trifft ein weiterer Aufstiegsweg, der seinen Ausgangspunkt am Parkplatz Seebacher (540 m) hat, auf unseren Steig. "Vereint" geht es weiter steil aufwärts.

Am oberen Ende der Steilstufe verlassen wir den Wald und sehen bereits die Grünburger Hütte (1.080 m, Abb. 4) vor uns, die wir nach etwa 60–75 Minuten von unserem Ausgangspunkt erreichen. Bis hierher haben wir mit Gegensteigungen ca. 400 Hm absolviert. Hinter der gastlichen Hütte, von der man einen großartigen Blick ins nördlich gelegene Alpenvorland mit der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz (bei guter Sicht!, Abb. 5) hat, ist unser Ziel, der Hochbuchberg mit seinem Gipfelkreuz, deutlich zu erkennen. Weiter geht es über eine Alm leicht aufwärts in ein Waldstück. Zuerst geht es fast eben dahin, dann steigen wir kurz zum steinigen Kamm auf und queren diesen. Schon bald verlassen wir bei einem Durchgang den Wald wieder und kommen auf eine wunderschöne Bergwiese (Abb. 6) – unser Gipfelziel halblinks vor uns. Auf der Wiese geht man ein kurzes Stück steil aufwärts, anschließend wenden wir uns nun Richtung Süden dem vor uns aufragenden bewaldeten Gipfelaufbau des Hochbuchbergs zu. Im Wald geht es vorbei an einer Felsformation zu einem weiteren Durchgang und dann auf einem schönen Pfad aufwärts. Der Steig wird zunehmend steiler und steiniger, doch schon bald erreichen wir das bewaldete Gipfelplateau des Hochbuchbergs, auf dem sich auch das schon von der Grünburger Hütte aus gut erkennbare Gipfelkreuz (Abb. 7) befindet. Vom Ausgangspunkt unserer Tour in ca. 1½–2,0 Stunden (mit Gegensteigungen knapp 600 Hm) und von der Grünburger Hütte in ca. 30–45 Minuten haben wir unser Ziel erreicht. Von einer Stelle knapp neben dem Gipfelkreuz hat man nicht nur einen schönen Blick auf die beiden Nachbarberge (Abb. 8), den Gaisberg (1.267 m) und das direkt anschließende felsige Dürre Eck (1.222 m), sondern im Hintergrund auf die mächtige Prielgruppe mit den höchsten Erhebungen des Toten Gebirges. Unübersehbar und leider an Wochentagen auch unüberhörbar ist der mächtige Steinbruch.

Zur Rückkehr muss man auf alle Fälle in etwa 25–30 Minuten mit schönem Blick Richtung Traunstein wieder zur Grünburger Hütte (Abb. 9) absteigen. Am flottesten geht es von hier in ca. 45–60 Minuten auf der Aufstiegsroute wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wer die Tour etwas verlängern will, marschiert von der Hütte auf einer breiten Forststraße in Richtung Gaisberg/Pfaffenboden, verlässt diese bald wieder und steigt Richtung Westen durch den Dorngraben (Abb. 10) bis knapp oberhalb des Parkplatzes Dorngraben (Punkt 479 m) ab, muss aber dann wieder Richtung Norden teilweise auf der asphaltierten Bergstraße zum Parkplatz Rieserberg aufsteigen. Für diese längere Abstiegsvariante muss man rund 1½–2,0 Stunden und zusätzliche 200 Hm einplanen. Alternativ ist auch eine Tour von Westen (Abb. 11) vom Parkplatz durch den Dorngraben zur Grünburger Hütte und weiter auf den Hochbuchberg empfehlenswert!
HM/Zeit:
vom Parkplatz Rieserberg über die Grünburger Hütte auf den 1.273 Meter hohen Hochburgberg in ca. 1½–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. 1¼–1½ Stunden (Abstieg), ca. 600 Hm mit Gegensteigungen, Abstieg durch den Dorngraben 1½–2,0 Stunden und zusätzliche 200 Hm Aufstieg zum Parkplatz Rieserberg
Zeitraum:
März-November
Anforderungen:
Nicht allzu anstrengende und nicht allzu lange, technisch größtenteils einfache Tour auf meist gut markierten, hie und da steilen, steinigen Wegen und Steigen.
Highlights:
Abwechslungsreiche (Wald, Almen), familienfreundliche Wanderung, bei gutem Wetter: Blick weit ins oberösterreichische Alpenvorland (Linz),zur Prielgruppe und zum Toten Gebirge
Anfahrt:
Von Norden (Linz, Steyr) bzw. Süden (Kirchdorf/Krems, Liezen) auf der Bundesstraße B 140 bis Obergrünburg; dort abzweigen Richtung Osten und über die tiefer gelegene Steyrbrücke; auf der Landstraße nach Süden und bei der Hinweistafel "Grünburger Hütte" links abzweigen und hinauf zum Parkplatz Rieserberg fahren
Einkehr:
Grünburger Hütte


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