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Falkertspitze/Moschelitzen:
Auf den zerrissenen Berg
Abb. 1
Die Kärntner Nockberge sind bei vielen Bergwanderern auf Grund ihres Wiesen-Charakters überaus beliebt. Oft kann man sich stundenlang ohne technische Schwierigkeiten jenseits der 2000 Meter-Marke bewegen. Da bilden die Falkertspitze und der Moschelitzen (Abb. 1), der in vielen Plänen auch als Rödresnock bezeichnet wird, eine Ausnahme. Denn die beiden, sich gegenüberstehenden Gipfel, die auch fast gleich hoch sind (Falkertspitze: 2.308 m, Moschelitzen: 2.310 m), wurden nach dem Abschmelzen des Gletschers am Ende der letzten Eiszeit durch ungeheure Kräfte "zerrissen". So wurden aus einem Berg zwei Gipfel, die durch ein steiles, felsiges Tal getrennt sind. Eine für die Nockberge eher untypische Landschaftsform. Ein weiteres Ergebnis der letzten Eiszeit ist der romantische Falkertsee (Abb. 2) am Fuße der Falkertspitze.

Ist der Klettersteig, der Falkertsteig, mit einigen technischen Schwierigkeiten versehen, der aus dem Tal auf die Falkertspitze führt, wirklich nur erfahrenen Bergsportlern vorbehalten, führen einige – durchaus leicht begehbare – Wandersteige auf die beiden Gipfel. Die nachfolgend beschriebene Tour führt von der Siedlung rund um den auf 1.870 m gelegenen Falkertsee ohne jedes technische Problem in nördlicher Richtung über breite Wiesenhänge auf das Falkertköpfl hinauf. Der breite Weg führt etwa 100 Meter links vom Skilift anfangs wenig steil aufwärts. Nach rund 30 Minuten – man hat kurz davor die 2.000 Meter-Marke überschritten – wendet sich der Weg in einem weiten Bogen in Richtung Westen nach links und führt weiter angenehm steil auf den Sattel, der sich zwischen Falkertspitze und Falkertköpfl befindet, hinauf. Hier, auf der Hundsfeldscharte, trifft man auf Wege, die einerseits vom Klomnock und andererseits aus St. Oswald kommen. Erstmals öffnet sich hier auch der Blick auf die einmalige Landschaft der westlichen und nördlichen Nockberge (Abb. 3). Im Hintergrund erblickt man im Westen die schneebedeckten Gipfel der Hohen Tauern.

Auf dem Weg Nr. 109 geht es nun in rund 20 Minuten – weiterhin nicht allzu steil – auf den Gipfel der Falkertspitze, mit einem atemberaubenden Ausblick (Abb. 4), (Abb. 5)! Aber Vorsicht: In südlicher Richtung fallen die Hänge fast senkrecht in die Tiefe! Gegenüber steht der durch "das Zerreißen" verloren gegangene Gipfel des Moschelitzen (Abb. 6). Der Falkertsee, unser Ausgangspunkt, liegt rund 450 Hm unter uns.

Wer den einfachsten Weg zurück zum Falkertsee sucht, wählt am besten den Aufstiegsweg. Am schnellsten ist man auf dem sehr steilen Direktweg, der in Richtung Osten abwärts führt, wieder am Ausgangspunkt. Wer aber die Falkertspitze von ihrem Gegenüber, dem Moschelitzen, betrachten möchte, steigt in Richtung Westen über etwas felsiges Gelände (Abb. 7) in ca. 15 Minuten zur Falkertscharte, die rund 150 Hm unterhalb der beiden Gipfel liegt, ab. Bereits kurz davor zweigt ein weiterer Weg ab, der sehr steil in westlicher Richtung über den Tanzboden nach St. Oswald führt.

Ca. 30 Minuten benötigt man von der Falkertscharte, bei der rechts ein Steig in Richtung Süden nach Bad Kleinkirchheim abzweigt, für den kurzen, sehr einfachen Ausflug auf den Gipfel des Moschelitzen und zurück. Besonders einladend ist der Blick vom Gipfelkreuz (Abb. 8) in Richtung Norden und Osten, unter anderem zur etwa gleich hohen Falkertspitze direkt gegenüber und tief hinunter in das enge Tal zwischen den beiden Gipfeln und zum Falkertsee (Abb. 9). Es besteht zwar vom Moschelitzen eine steile Abstiegsvariante Richtung Osten zum Ausgangspunkt unserer Tour, wir empfehlen aber den Weg zurück zur Falkertscharte und den Abstieg durch das beeindruckende Tal (Abb. 10) zwischen den beiden Gipfeln. Zuerst sehr steil, dann aber nicht mehr so steil, führt der Weg zwischen Felsen und steilen Hängen in rund 45–60 Minuten hinunter zum Ausgangspunkt. Kurz bevor man diesen erreicht hat, kann man sich bei einem kleinen Gewässer an einem schönen Blick auf den Falkertsee (Abb. 11) erfreuen.
HM/Zeit:
Vom Falkertsee über die Hundsfeldscharte auf die Falkertspitze ca. 450 Hm in ca. 60–75 Minuten, für die Rückkehr am Aufstiegsweg benötigt man rund 45–60 Minuten. Für den weiteren Weg zum Moschelitzen benötigt man ca. 30–45 Minuten, auf dem man etwa 150 Hm ab- und wieder aufsteigen muss. Für den Rückweg vom Moschelitzen zum Falkertsee sollte man ca. 45–60 Minuten einplanen.
Zeitraum:
Ende April–Mitte November
Anforderungen:
Aufstieg (und auch Abstieg) auf die Falkertspitze über die Hundsfeldscharte auf breitem Weg technisch einfach; Vorsicht beim steilen, etwas felsigen Abstieg zur Falkertscharte; Von dort wieder technisch einfacher Auf- bzw. Abstieg zum/vom Moschelitzen; Abstieg von der Falkertscharte zum Falkertsee anfangs recht steil; Schnee- und Eisreste in den nördlichen Schattenlagen bis ins späte Frühjahr möglich!
Highlights:
Rund- und Tiefblick von der Falkertspitze und vom Moschelitzen; das felsige, steile Tal, das sich zwischen den beiden Gipfeln in der letzten Eiszeit gebildet hat; der Falkertsee und die ausgedehnten Alm- und Wiesenlandschaften der Nockberge
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 95 (Turracher Höhe-Feldkirchen in Kärnten) zwischen Patergassen und Ebene Reichenau in westlicher Richtung zum Falkertsee abbiegen. Auf einer gut ausgebauten Bergstraße ca. 8 km hinauf zu den Parkplätzen unweit des Falkertsees.
Einkehr:
Unterwegs keine Einkehr möglich, einige Gasthäuser (z.B. die Seehütte) beim Falkertsee
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 13°49'46''/46°51'51''
Rechtswert (UTM): 410785 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5190740 m (Zone: 33 N)

BEV Plan:
ÖK50/3106


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