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Saualpe:
Familienwandern in einer zauberhaften Landschaft
Abb. 1
Die Saualpe in Kärnten bildet gemeinsam mit den nördlich gelegenen Seetaler Alpen (Zirbitzkogel) in der Steiermark einen fast 70 Kilometer langen Nord-Süd-Höhenzug, der sich ideal für Familienwanderungen eignet. Speziell im Herbst erwartet die Besucher eine zauberhafte Farbenpracht in grün, rot, gelb und braun (Abb. 1). Bei der nachfolgend beschriebenen Tour, die von der Ostseite (Wolfsberg) auf die Große Saualpe führt, gibt es kaum steile Anstiege, die Wege und Steige sind alle familienfreundlich. Wer wenig Zeit hat und sich nicht allzu sehr anstrengen will, kann auf einer mautfreien Bergstraße entweder bis zum Wolfsberger Haus (1.825 m) oder bis zur Ladinger Alm (1.738 m) fahren und von dort den höchsten Punkt auf der Großen Saualpe, die Ladinger Spitze (2.079 m), problemlos und relativ schnell besteigen. Wochentags führen in der warmen Jahreszeit am frühen Vormittag bzw. am späteren Nachmittag sogar Linienbusse die Wanderer zu den Hütten bzw. ins Tal nach Wolfsberg. Die Schönheit der Landschaft zeigt sich bereits während der Fahrt auf der asphaltierten und durchwegs breiten Bergstraße, die in St. Michael westlich der Bezirkshauptstadt Wolfsberg beginnt.

Ausgangspunkt der nachfolgend beschriebenen Tour sind die beidseits der Bergstraße gelegenen Parkplätze (1.375 m), die sich kurz nach dem großen Alpengasthof Grießlhütte bzw. knapp vor der Straßengabelung Wolfsberger Haus-Ladinger Alm befinden. Vom Parkplatz führt zuerst ein Forstweg in westlicher Richtung ein kurzes Stück aufwärts, bei einem Viehgatter zweigt unser markierter Steig (Nr. 33) rechts ab und führt am Waldrand entlang eines Zaunes weiter aufwärts. Dann kreuzen wir nochmals die Bergstraße und steigen am „alten Almenweg“ im Wald zuerst etwas steiler, dann weniger steil und schlussendlich fast eben in rund 50 Minuten auf, bis wir wieder zur Bergstraße gelangen, die in größerer Entfernung parallel zu unserem Waldweg führt. Immer wieder öffnet sich unser Blickfeld und man kann im Süden die östlichen Karawanken und im Westen unsere späteren Ziele, das mächtige Wolfsberger Haus (Abb. 2) und den Speikkogel erkennen. Nach einem ganz kurzen Stück im offenen Gelände auf der Bergstraße zweigt unser Weg wieder rechts ab und führt über eine Wiese hinauf zur Offnerhütte (1.668 m), die wir nach insgesamt rund einer Stunde Wanderzeit erreichen. Auch das bisher gegangene längere Wald-Teilstück könnte man sich sparen und bei der Abzweigung von der Bergstraße zur Offnerhütte parken bzw. dort vom Autobus aussteigen.

Wenn man auf dem weiteren Weg, der nun Richtung Norden zur Ladinger Alm führt, die Offnerhütte passiert, fühlt man sich wie auf einer kleinen Farm (Abb. 3). Eine Eselfamilie, Hunde, Katzen, Schweine und Ziegen umringen sofort die Wanderer. Unser breiter Weg führt ein kurzes Stück abwärts in einen sanften Graben, wo wir ohne Brücke einen Wasserlauf durchwaten. Auf der anderen Seite des Baches biegt unser Weg links ab und führt über die Almen etwas steiler aufwärts auf einen Bergkamm. Kurz nachdem wir diesen erstiegen haben, zweigt rechts der Steig zur Ladinger Alm (ohne Hinweistafel) ab. Wir halten uns links und gewinnen auf dem nicht sehr steilen Wiesensteig langsam an Höhe, wobei die Almenlandschaft und der Ausblick speziell im Herbst immer prachtvoller werden (Abb. 4). Nach rund 45 Minuten von der Offnerhütte erreichen wir auf rund 1.900 m wieder eine Abzweigung zur Ladinger Alm. Wir bewegen uns nun rechts des Sandkogels ein längeres Wegstück eben in westlicher Richtung, vor uns liegt dabei der zu Beginn der Beschreibung erwähnte Nord-Süd-Höhenzug, dem wir uns kontinuierlich nähern. Nach einer weiteren Weggabelung - wieder von bzw. zur Ladinger Alm - folgt nun ein ganz kurzes, ein klein wenig anspruchsvolleres Wegstück. Durch dichtes Buschwerk führt unser schmaler Steig, der den etwas steileren Gipfelhang der Ladinger Spitze quert. Schnell wird das Gelände wieder breiter und unser Steig wird nun oberhalb der beiden „Meeraugen“ (Gertruskseen, Abb. 5) zum Höhenzug aufsteigend wieder etwas steiler. Nach rund 1 ½ Stunden Gehzeit von der Offnerhütte stehen wir auf rund 2.000 Meter und genießen erstmals auch den offenen Blick in Richtung Westen. Unsere weitere Tour führt uns nicht nach Norden zum markanten Gertrusk (2.044 m), sondern links nach Süden und nach einer weiteren Abzweigung vom Höhenweg Nr. 308 unweit des Kaiserofens (2.037 m) zum höchsten Punkt der Saualpe, der wenig spektakulären Ladinger Spitze (2.079 m). Von unserem ursprünglichen Ausgangspunkt, dem Parkplatz kurz nach dem Alpengasthof Grießlhütte, sind wir in insgesamt rund 2 ½-3,0 Stunden etwa 700 Hm (Höhenmeter) aufgestiegen.

Auf der Ladinger Spitze erwartet die Bergwanderer eine große ebene Fläche, wobei sich das Gipfelkreuz (Abb. 6) am östlichen Rand befindet. Einer der Höhepunkte unserer Tour ist aber der großartige Rundblick vom Gipfelplateau der Großen Saualpe. Der Zirbitzkogel im Nordwesten, die Pack im Nordosten und die Koralpe im Osten sind die unmittelbaren Nachbarn, die Fernsicht reicht aber weit über sie hinaus bis zu den Hohen (Großglockner) und Niederen Tauern im Westen und Norden, bis weit in die nordöstliche Obersteiermark und zu den Karawanken, den Karnischen und Julischen Alpen (Triglav) im Süden und Südwesten.

Beim Abstieg folgen wir dem grasigen Pfad in südwestlicher Richtung, wo wir nach rund 5 Minuten wieder den Kamm- und Höhenweg erreichen. Weiter geht es nur mäßig absteigend zu einer markanten Felsgruppe, wo links der markierte Direktweg zum Wolfsberger Haus abzweigt. Wir aber bleiben am breiten Bergkamm und steigen weiterhin nicht sehr steil in einen kaum merkbaren Sattel (1.872 m) ab, wo, nachdem wir an einer weiteren Felsgruppe mit einem Kreuz vorbei marschiert sind, wieder ein Weg vom Wolfsberger Haus auf unseren Steig trifft. Uns gegenüber erblicken wir auf diesem angenehmen Abstiegsweg zwei weitere, unmittelbar nebeneinanderliegende Gipfel unserer Tour, zu denen wir in wenigen Minuten aus dem Sattel hinaufspazieren. Rechts der kleinere, aber durch seinen felsigen Aufbau doch markantere, der Großer Sauofen (1.895 m), und links der kugelige und grasbewachsene Speikkogel (1.901 m), die wir in etwa einer Stunde von der Ladinger Spitze aus erreichen. Besonders der Blick Richtung Westen (Abb. 7) und zu den südlich von uns gelegenen Felsgiganten der Karawanken sowie ins Klagenfurter Becken lohnt diesen kurzen Umweg.

Denn um unsere Tour fortzusetzen, steigen wir in etwa 10 Minuten wieder zurück in den Sattel ab und wählen dort den Weg zum schmucken Wolfsberger Haus (Abb. 8, 9), das wir wiederum nach ca. 10 Minuten von der Abzweigung erreichen. Nun wandert man mit Blick zur östlich von Wolfsberg gelegenen Koralpe (Abb. 10) entweder auf dem Steig Nr. 334 direkt zur Offnerhütte oder auf der parallel verlaufenden Bergstraße knapp vorbei an der Hütte zur Einmündung des Waldweges, auf dem wir am Beginn der Wanderung aufgestiegen sind. Gemütlich geht es dann wieder durch den Bergwald hinunter zum Ausgangspunkt unserer Tour. Für den Abstieg über den Speikkogel sollte man etwa 2 ½-3,0 Stunden einplanen. Wer direkt von der Ladinger Spitze über das Wolfsberger Haus zum Parkplatz zurückgekehrt ist, hat dafür etwa 2,0-2 ½ Stunden benötigt. Der lohnenswerte Umweg über den Speikkogel hat also kaum mehr als 30 Minuten Mehraufwand in Anspruch genommen.
HM/Zeit:
Von den Parkplätzen, die sich kurz nach dem großen Alpengasthof Grießlhütte befinden, auf die Ladinger Spitze, weiter zum Großen Sauofen und zum Speikkogel und retour über das Wolfsberger Haus insgesamt rund 800 Hm mit allen Gegensteigungen in ca. 5,0-6,0 Stunden. Wer die Tour bei der Offnerhütte beginnt, spart rund 1¼-1½ Stunden Wanderzeit.
Zeitraum:
April-Mitte November
Anforderungen:
Familienfreundliche, technisch einfache Tour auf meist breiten, nicht allzu steilen Steigen und Wegen, Länge der Wanderung abhängig vom Ausgangspunkt.
Highlights:
Faszinierende Almlandschaft, die im Herbst ein großartiges Farbenspiel bietet, ein fantastischer Rundblick vor allem in die Kärntner Bergwelt
Anfahrt:
Von Wien/Graz bzw. Klagenfurt auf der Südautobahn (A 2) bis Abfahrt Wolfsberg Süd, dann weiter in westlicher Richtung nach St. Michael und auf der mautfreien Bergstraße bis zu den Parkplätzen kurz nach dem Alpengasthof Grießlhütte bzw. bis zur Abzweigung zur Offnerhütte
Einkehr:
Alpengasthof Grießlhütte, Offnerhütte, Wolfsberger Haus; mit Umweg: Ladinger Alm, Zechhütte


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