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Kirchenberg:
Ausflug auf den Hausberg von Hainfeld
Abb. 1
Speziell in der Vor- bzw. Nachsaison sind Wanderungen auf die Berge der niederösterreichischen Voralpen sehr beliebt. Auf Grund der nicht sehr hoch gelegenen Gipfel sind einige Touren – vor allem in schneearmen Wintern – fast das ganze Jahr möglich. Das gilt auch für die Wanderung von Hainfeld, dem Hauptort des Gölsentals, auf den 922 Meter hohen Kirchenberg (Abb. 1), den Hausberg des Ortes. Dutzende Rastbänke laden unterwegs ein, den Blick auf die liebliche Landschaft des östlichen Mostviertels und der westlichen Ausläufer des Wienerwaldes zu genießen. Doch sollte man die auch hier oft steilen Berghänge nicht unterschätzen!

Der Ausgangspunkt unseres Wandertipps liegt in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche von Hainfeld (Abb. 2). Doch Vorsicht: Es führen gleich drei Wege hinauf auf den Kirchenberg, die aber nicht an derselben Stelle beginnen. Wir wählen den Weg (Nr. 404), der links vom örtlichen Kinderfreunde-Haus (ca. 430 m) startet. Noch kurz vorbei an wenigen Häusern, dann geht es gleich steil aufwärts zu einer Almhütte des Sportvereins von Hainfeld. Gleich danach erreichen wir eine Wiese, auf deren linken Rand wir zu einem ersten Aussichtsplatz hinaufsteigen. Nach der Querung einer Forststraße führt unser breiter Steig angenehm ansteigend aufwärts in den Wald. Dann queren wir – es wird etwas steiler – eine Lichtung, bevor es in einem Jungwald um vieles flacher wird. Immer wieder wird man von schönen Blicken Richtung Nordosten überrascht (Abb. 3). Kurz nach der nächsten Forststraßen-Querung verlassen wir die rote Markierung – diese führt zur bewirtschafteten Liasnböndlhütte – und biegen links auf den gelb markierten Steig ab. Zunächst geht es wieder steiler und in lang gezogenen Serpentinen weiter, danach folgt eine etwas längere, nach halb rechts führende Hangquerung.

Nach rund 50–60 Minuten und 330 Hm (Höhenmetern) vom Ausgangspunkt stoßen wir wieder auf den rot markierten Weg, der von der Liasnböndlhütte (640 m) hierherführt. Jetzt geht es weiter zum Gipfel des Kirchenbergs: Entweder etwas gemütlicher, aber länger auf diesem markierten Weg oder auf dem links abbiegenden, nicht markierten Steig um sehr vieles steiler, dafür aber schneller. Bei trockenen Bodenverhältnissen ist der hier beginnende Ing. Heinrich Huber-Steig zwar anstrengend, aber problemlos begehbar. Bei Nässe sollte man ihn aber eher meiden.

Wir haben uns für den sehr steilen Ing. Heinrich Huber-Steig entschieden. Auf diesem gerade nach oben führenden Weg absolviert man auf einer kurzen Wegstrecke innerhalb kurzer Zeit fast 100 Hm und gelangt bei einigen Felsen und einer Forststraße auf eine große Wiese. Entweder am rechten Rand der Wiese oder auf dem parallel verlaufenden Waldweg geht es jetzt noch einmal steil rund 60 Hm hinauf zur Hainfelder Hütte (Abb. 4), die auf dem höchsten Punkt des Kirchenbergs steht. Für den Aufstieg vom Ausgangspunkt bis zur Hainfelder Hütte, bei dem man rund 500 teilweise recht steile Hm bewältigt, benötigt man rund 75–90 Minuten.

Der Lohn für den zwar kurzen, aber doch ein wenig anstrengenden Aufstieg ist der Blick zu den Voralpen (Abb. 5) und zu den östlichen Ausläufern der niederösterreichischen Kalkalpen mit Schneeberg (Abb. 6) und Rax, den man von den vielen Sitzbänken und Tischen der Hainfelder Hütte genießen kann. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt wählen wir den blau markierten Steig, der hinter der Hütte beginnt. Gleich nach der ersten Serpentine biegen wir rechts ab und gelangen zu einer Forststraße, auf die wir links (Richtung Westen) einbiegen. Doch bereits nach wenigen Metern biegen wir in einer Kurve der Forstraße wieder nach links ab. Kurz geht es über eine Lichtung etwas steiler abwärts, dann kommen wir nach etwa 10 Minuten und 70 Hm von der Hainfelder Hütte zu einer Rastbank, von der man fast den gesamten Abstiegsweg bis hinunter nach Hainfeld (Abb. 7) überblicken kann. Mit Hilfe einiger Serpentinen geht es weiter abwärts bis zu einer weiteren Weggabelung. Rechts auf der roten Markierung kann man zur Liasnböndlhütte und von dort entweder über eine Fahrstraße durch das Kirchtal oder über den Aufstiegsweg nach Hainfeld absteigen. Wir aber zweigen links ab und wandern ca. 10–15 Minuten teilweise wieder recht steil auf dem blau markierten Steig zur nächsten Weggabelung. Dort führt der linke Weg zur Lindensteinhütte, wir biegen jedoch halb rechts ab, passieren ein Viehgatter und queren eine Wiese. Schon bald danach mündet unser Steig in einen sandigen Güterweg. Auf diesem geht es nun zügig abwärts. Man sollte sich aber auf den Wiesen, die gequert werden, immer wieder umdrehen und den schönen Blick – den Kirchenberg hinauf –genießen (Abb. 8).

Die letzte Wegetappe beginnt beim ersten Bauernhof (Kirchbauer), den man erreicht und ab dem die schmale Bergstraße auch asphaltiert ist. Auf Höhe einer neu errichteten Kreuzanlage (Abb. 9) besteht dann die Möglichkeit, die weit ausschweifende Straße auf einem abwärts führenden Wiesenpfad abzukürzen. Dabei stets vor Augen hat man den nun – bis auf die Strommasten – ungetrübten Blick nach Hainfeld und zur Pfarrkirche (Abb. 10), die man nach rund 50–60 Minuten von der Hainfelder Hütte beim Ortsfriedhof wieder erreicht. Mit den wenigen Schritten zurück zum Kinderfreunde-Haus endet eine eher kurze, teilweise aber doch anstrengende Rundtour auf den Hausberg von Hainfeld.
HM/Zeit:
Vom Kinderfreunde-Haus neben der Pfarrkirche von Hainfeld über den Weg Nr. 404 und den Ing. Heinrich Huber-Steig knapp 500 Hm in ca. 75–90 Minuten (Aufstieg) bzw. über den Kirchbauer-Hof in ca. 50–60 Minuten (Abstieg)
Zeitraum:
Fast ganzjährig (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Teilweise recht steile, kurze und technisch einfache Wanderung, die auch für Familien gut geeignet ist. Ing. Heinrich Huber-Steig bei Nässe meiden!
Highlights:
Blick von der Hainfelder Hütte auf die niederösterreichischen Voralpen und auf den Schneeberg; von dutzenden Rastbänken kann man unterwegs die liebliche Landschaft des östlichen Mostviertels genießen.
Anfahrt:
Auf der Westautobahn aus dem Raum Wien bis zur Abfahrt Altlengbach, weiter über Laaben und die Klammhöhe bis Hainfeld; auf der Westautobahn aus Westen bis zur Abfahrt St. Pölten Süd, weiter auf der Bundesstraße B 20 bis zum Kreisverkehr in Traisen und von dort ostwärts auf der B 18 bis Hainfeld; auf der Südautobahn A 2 bis zur Abfahrt Leobersdorf, von dort auf der B 18 westlich bis Hainfeld: Die Pfarrkirche von Hainfeld bzw. links davon das örtliche Kinderfreunde-Haus mit einigen Autoabstellplätzen liegen südwestlich und etwas oberhalb des Hauptplatzes. Hainfeld kann per öffentlichem Bus und mit der Bahn (von St. Pölten) erreicht werden.
Einkehr:
Hainfelder Hütte, Liasnböndlhütte, Gasthäuser in Hainfeld


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