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Paulmauer/Traisenberg:
Genussvoll die Natur erleben
Abb. 1
Ausflüge auf die östlichen Ausläufer des Traisenbergs und den höchsten Gipfel des langgezogenen Bergkamms, die 1.248 Meter hohe Paulmauer, von der man einen Traumblick Richtung Westen genießen kann (Abb. 1), gehören für passionierte Wanderer im Osten Österreichs zu einem Fixpunkt ihres jährlichen Tourprogramms. In der breiten Bevölkerung sind die umliegenden Gipfel wie Gippel und Göller, Tiroler Kogel und Ötscher wesentlich bekannter – zu Unrecht! Traumhafte Almböden, Ausblicke in die schöne Landschaft und der mit vielen Schautafeln – die unter dem Motto „Natur erleben“ stehen – ausgestattete Wancurasteig, auf dem man von St. Aegyd am Neuwalde mit unzähligen Serpentinen auf die Bürgeralpe gelangt, machen aus einem Ausflug auf den Traisenberg und die Paulmauer ein genussvolles Erlebnis.

Der langgezogene Traisenberg trennt die beiden Quellgebiete – das der Türnitzer Traisen im Norden und das der Unrechttraisen im Süden – der beiden Traisenzuflüsse, die sich in Furthof vereinigen, dann weiter durch St. Pölten fließen und bei Traismauer in die Donau münden. Nahe der Unrechttraisen – im Ortsteil Osterkogel etwas oberhalb von St. Aegyd am Neuwalde – liegt auch der Ausgangspunkt des nachfolgenden Wandertipps. Unweit einer malerisch über dem Ort gelegenen Kapelle befindet sich am Ende der Ortsstraße der kleine Parkplatz Osterkogel. Wer mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach St. Aegyd am Neuwalde kommt, muss in etwa 10 Minuten am nördlichen Rand des Ortszentrums über einen asphaltierten Weg die rund 40 Hm (Höhenmeter) zur Siedlung Osterkogel aufsteigen und links zum Parkplatz (ca. 630 m) gehen. Zunächst noch auf breitem Weg geht es rund 20 Hm steil hinauf, dann vorbei an einer Wiese mit einer weiteren Kapelle zu einem ersten Aussichtsplatz. Gleich danach beginnt am Waldrand der Wancurasteig, der in einer ersten Etappe teilweise etwas steinig, mit vielen Serpentinen und damit angenehm ansteigend stetig aufwärts führt. Die bereits erwähnten Schautafeln und einige Sitzbänke – eine davon auf einem Felsen thronend – laden immer wieder zur Rast ein. Nach etwa 30–40 Minuten und 200 Hm vom Ausgangspunkt gelangt man zu einer Forststraße, in die man links einbiegt.

Auf dieser geht es nun etwas steiler aufwärts – vorbei an der Hermannsrast, zu der man wegen des schönen Blicks zu Gippel und Göller (Abb. 2) unbedingt einen kleinen Umweg einlegen sollte –, bis man nach etwas mehr als 5 Minuten links in den oberen Teil des Wancurasteigs abzweigt. Zunächst noch im offenen Gelände, geht es nach einer Forststraßen-Querung wieder in steiles Waldgelände. Doch auch hier tragen die vielen Serpentinen dazu bei, dass man den Aufstieg als wenig anstrengend empfindet. Knapp unter der 1000-Meter-Marke gelangt man links einbiegend wieder auf eine Forststraße, auf der es kurz aufwärts geht. Dann zweigt unser Steig rechts ab und führt uns – zu Beginn kurz steiler – das letzte Stück hinauf zur Bürgeralm, die man unweit der im Jahr 2007 neu errichteten und in den Sommermonaten bewirtschafteten Halterhütte (Abb. 3) erreicht. Zunächst über einen Wiesenpfad und dann weiter auf der Forststraße geht es über die langgezogene Alm und am Schluss durch ein kurzes Waldstück in ungefähr 15 Minuten kaum mehr ansteigend zur Zdarsky-Hütte (1.082 m, Abb. 4), die man nach rund 1¼–1½ Stunden vom Ausgangspunkt erreicht.

Unser Weg setzt sich nun links von der großen Schutzhütte fort und steigt nach einer Wegquerung steil – zunächst in nördliche und dann in östliche Richtung – rund 60 Hm auf. Nach einem flacheren Teilstück steht man auf der nächsten Alm, von der man das spätere Gipfelziel, die Paulmauer, links im Hintergrund erstmals sehen kann. Wir halten uns am rechten Wiesenrand und steigen ebenfalls rechts von einer kleinen Holzhütte einen bewaldeten Hügel hinauf. Nach der eher mühsamen Durchschreitung eines dichten Waldes gelangt man wieder auf eine Wiese und wandert an deren rechten Rand zum nächsten Waldstück, in dem sich mit der Sterkhöhe (1.185 m) ein erster, eher unspektakulärer Gipfel unserer Tour befindet. Gleich danach steht man wieder auf einer Wiese, auf der man nun – die Paulmauer direkt vor sich (Abb. 5) – einige Hm absteigt und anschließend zu einem Sattel leicht wieder aufsteigt. Geradeaus geht es in kurzer Zeit zur ebenfalls im Sommer bewirtschafteten Grabenalm, wir aber biegen links ab und starten die letzte, anstrengende Herausforderung auf unserem Aufstiegsweg: Zum Teil extrem steil und bei nassen Bodenverhältnissen recht rutschig (Trittsicherheit!) geht es in ca. 10–15 Minuten die knapp 100 Hm auf einem schmalen Steig – zuerst noch über Wiesengelände und dann im Wald – hinauf zum Gipfelkreuz der Paulmauer (Abb. 6), das man nach rund 1,0–1¼ Stunden von der Zdarsky-Hütte erreicht. Vom Ausgangspunkt hat man – mit den Gegensteigungen am Traisenbergkamm – etwa 650 Hm bewältigt.

Der ungetrübte Blick Richtung Westen mit dutzenden Gipfeln – unter anderem dem Ötscher und dem Tiroler Kogel (Abb. 7) – und auch nach Norden – vor allem zum fast benachbarten Türnitzer Höger (Abb. 8) – ist wahrlich atemberaubend. Doch Vorsicht: Im Gipfelbereich ist sehr wenig Platz und die Wände der Paulmauer fallen ohne Absperrung senkrecht abwärts (Schwindelfreiheit erforderlich)! Zur Rückkehr nach St. Aegyd am Neuwalde steigen wir auf dem Aufstiegsweg in wenigen Minuten wieder hinunter zur Alm. Jetzt wandern wir nicht wieder hinauf auf die Sterkhöhe, sondern direkt über die Wiese mit schönem Göller-Blick (Abb. 9) zu einer gut sichtbaren Almhütte mit einem vorbeiführenden Weg. Auf diesem geht es dann weiter Richtung Westen im Wald leicht aufwärts und nach einem kurzen flachen Stück – vorbei an der Holzhütte und den Weg halblinks verlassend – zu unserem Aufstiegsweg. Auf diesem wandert man jetzt zurück zur Zdarsky-Hütte, die wir nach ca. 45 Minuten von der Paulmauer erreichen. Weiter über die Bürgeralm und das kurze Waldstück, lädt kurz vor dem Einstieg in den oberen Wancurasteig eine Sitzbank mit Blick zum Schneeberg (Abb. 10) im Osten zu einer weiteren Rast ein. Über den Steig geht es dann abwärts zur Forststraße und der Hermannsrast. Beim Einstieg in den unteren Wancurasteig können Wanderer, die es eilig haben, die Tour über den rechts verlaufenden, teilweise sehr steilen Hohlweg etwas abkürzen, wobei nach rund 10 Minuten bei einer Abzweigung die Möglichkeit besteht, links zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz Osterkogel, oder direkt ins Zentrum von St. Aegyd am Neuwalde abzusteigen. Wer aber mit den vielen Serpentinen über den wesentlich gemütlicheren unteren Wancurasteig zum Ausgangspunkt zurückkehrt, der sollte auf jeden Fall kurz vor dem Ziel den schönen Blick hinunter auf St. Aegyd im Neuwalde (Abb. 11) genießen. Nach ca. 1¾–2,0 Stunden von der Paulmauer steht man dann nach einer aussichtsreichen Wanderung wieder auf dem Parkplatz Osterkogel.
HM/Zeit:
Vom Parkplatz Osterkogel zum Gipfelkreuz der Paulmauer mit Gegensteigungen am Traisenbergkamm ca. 650 Hm in ca. 2¼–2¾ (Aufstieg) bzw. 1¾–2,0 Stunden (Abstieg), vom Ortszentrum St. Aegyd am Neuwalde rund 40 Hm bzw. ca. 15 Minuten (Auf- und Abstieg) länger;
Zeitraum:
April–Mitte November
Anforderungen:
Mittellange, technisch einfache Tour auf gut markierten Wegen und Steigen. Vorsicht beim Auf- bzw. Abstieg zum Gipfel und im Gipfelbereich der Paulmauer (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit – vor allem bei Nässe – erforderlich);
Highlights:
Blick auf die umliegende Bergwelt vom Gipfel der Paulmauer und von einigen Aussichtsplätzen unterwegs; die ausgedehnten Almböden am Traisenbergkamm; der Wancurasteig mit den Schautafeln „Natur erleben“;
Anfahrt:
Von Norden (St. Pölten) über die Bundesstraße B 20, ab Freiland auf der B 214 und weiter auf der B 21 bis St. Aegyd am Neuwalde; von Südosten (Mürzzuschlag) auf der B 23 bis Terz und weiter auf der B 21 bis St. Aegyd am Neuwalde und von Südwesten (Kapfenberg) auf der B 20 bis Mariazell und weiter auf der B 21 bis St. Aegyd am Neuwalde. In St. Aegyd am Neuwalde nördlich im Bereich des Schwimmbades zur Osterkogel-Siedlung und den Parkplätzen am Ende der Ortsstraße fahren.
Einkehr:
Zdarsky-Hütte, Halterhaus auf der Bürgeralm, Grabenalm (kurzer Umweg), Gasthäuser in St. Aegyd am Neuwalde


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